Hallo MA!
Bei vielen DIY-Projekten im Internet neige ich zu Skepsis, etliche Schaltungen sind - bei aller Begeisterung ihrer Urheber - unausgereift oder gar fehlerbehaftet (s. Umbauanleitung Behringer ECM8000 zu einem "Quality Microphone").
Auch wenn Panasonic mit der WM61 ein "großer Wurf" gelungen ist: Man sollte sich auch vor Augen halten, für welche Anwendungsbereiche diese Miniaturelektretkapseln entwickelt wurden: Industrie-, Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. Dementsprechend sind die Datenblätter gehalten, einige (wichtige) Informationen fehlen, die Toleranzfelder erscheinen mir doch sehr hoch. Möchte man ein Mikrofonpärchen haben, ist wohl einiger Aufwand für die Auswahl der Kapseln zu treiben.
Bei dem Bestreben, ein möglichst kleines Mikrofon zu bauen, sollte man nicht vergessen, daß die Physik uns nichts schenkt. Auch aus den Datenblättern dieser Miniaturkapseln ist zu erkennen, daß das Eigenrauschen der Mikrofonkapseln mit weiterer Miniaturisierung drastisch zunimmt.
Inzwischen hast Du sicherlich auch den Schaltplan der SCHOEPS Colette-Mikrofonmodule. Auffällig ist im Vergleich zu wie unter
http://www.mp3forkidz.com/mic/phantxy.html vorgestellten Schaltungen, daß der FET (der bei Panasonic in die Kapsel integriert ist) bei SCHOEPS auf Rauscharmut zu selektieren und zusätzlich über ein Trimmpoti abzugleichen ist. Ohne diesen Abgleich dürfte die Symetrie des Ausgangssignals nicht gegeben sein.
Daß der Grenzschalldruck der Kapsel durch die Linkwitz-Modifikation um fast 30 dB größer sein soll (wie auf einer der vielen DIY-Seiten zu dieser Kapsel zu lesen war), kann ich mir kaum vorstellen ...
Hast Du eigentlich schon Ideen, wie Du dir die mechanische Ausführung Deines Minaturmikrofones vorstellst?