Und Uli Geller hat Gabeln verbogen :-)
Wahnsinn! Melodyne Direct Note Access
Ich bin der Ansicht - egal ob E-Musiker oder U-Musiker oder sonst was - daß eine solche Einrichtung jeden Musiker zur Schlamperei verleitet. "Man kann ja korrigieren..."Darum braucht es Disziplin vo Produzenten/Tontechniker den Musiker dennoch so zum Optimum zu treiben als ob es diese Korrekturmöglichkeiten nicht gäbe.
Und _dann_ hat man immer noch die Möglichkeit leicht zu korrigieren, was dann meist nicht als Korrektur auffällt. So sehe ich das.
Ich bin mittlerweile auch so pragmatisch, dass ich eine Ansonsten gute Perfomace lasse und hier und da mal was korrigiere als stundenlang zu versuchen, dass die gute Performance nochmal genauso aber mit diesem einem passenden Ton gespielt wird, wenn ein paar Mouseklicks reichen.
Das sehe ich auch so. Technische Korrekturen sollten das letzte Mittel sein - wenn nichts anderes mehr geht.
Grüße
Rainer
Grüße
Rainer
Technische Korrekturen sollten das letzte Mittel sein - wenn nichts anderes mehr geht.Das ist aber nur Schritt 1.
Schritt 2 ist, alles technischen Möglichkeiten zu kennen und gegebenfalls zu benutzen (sofern vorhanden) und nicht zu verteufeln. Wer hört denn wenn eine Ton zeitlich (per Verschieben) oder tonhöhenmässig (pitch-shifting/autotune) korrigiert wurde, sofern nicht die gesamte Perfomance derart leidet, dass es unnatürlich klingt?
Fast alle Drummer haben Problem bei 180-190BpM die 16tel-Bassdrums 95%ig exakt zu spielen. Live geht das unter, aber bei dem extreme Attack der BD den man heute so hat stört das. Ergo wird hier und da programmiert.
Hört man sich frühere Aufnahmen aus den 80ern an, dann gibt es diese extrem langen Doppel-BD-Passagen gar nicht bzw. sind vergleichsweise dumpf und verschwimmen, teilweise ohne hörbare Einzelschläge.
Ich finde da legitim. Beim Film wendet man ja auch umfangreich digitale Tricks an, die früher nicht gingen und die im Theater (analogon zum liveauftritt) auch nicht gebracht werden.
Ich bin der Ansicht - egal ob E-Musiker oder U-Musiker oder sonst was - daß eine solche EinrichtungEiniges kann man eben nicht korrigieren: Die Gestaltung einer Phrase durch Dynamik und (!) Klangfarbe, den dynamischen Aufbau innerhalb eines Arpreggios u.v.m..
jeden Musiker zur Schlamperei verleitet. "Man kann ja korrigieren..." wie man dann zu hören bekommt.
Umso gefährlicher die lasche Haltung, der Tontechniker wird's schon richten.
Aber nach meiner Erfahrung werden trotz der technischen Möglichkeiten gute (oder reifere) Musiker bestrebt sein, das Rohmaterial so einzuspielen, daß über den Schnitt hinaus derartige Manipulationen nicht von nöten sind. Denn je mehr Verantwortung übertragen wird, desto weniger Einfluß hat der Interpret auf das Endergebnis.
Ich bin der Ansicht - egal ob E-Musiker oder U-Musiker oder sonst was - daß eine solche EinrichtungDies suggieriert letztlich eine nicht vorhandene "Sicherheit".
jeden Musiker zur Schlamperei verleitet. "Man kann ja korrigieren..." wie man dann zu hören bekommt.
Es gibt sicherlich Verspieler, bei denen einfach nur daneben gegriffen wurde. Dies läßt sich in zwei/drei Reparaturflicken neu einspielen.
Es gibt aber auch jene Verspieler, die auch den Interpreten - mehr oder weniger - verwirren und somit den Fluß und die Gestaltung beeinflussen. So etwas ständig korrigieren zu müssen dürfte letztendlich weit mehr Arbeit bedeuten als Neueinspielungen für den Schnitt. Und sollte der Interpret einen Abschnitt permanent mit Fehlern spielen, so muß er sich die Frage gefallen lassen, ob er sich vielleicht ungenügend vorbereitet hat. Was bühnenreif ist, braucht noch lange nicht für eine Aufnahme (auch was die "Reproduzierbarkeit" durch den Interpreten betrifft) genügend einstudiert zu sein - leider auch eine immer wieder gemachte Erfahrung.
Im Grunde muss man sich eingestehen, dass in der klassischen Musik auch immer mehr bis an die Grenze des machbaren technisch manipuliert wurde. Seit der Einführung der DAW wird in einem Maße geschnippelt das eigentlich unfassbar ist. Die Zielgruppe für die Melodyne gemacht wurde verfügt oft nicht über die handwerklichen Fertigkeiten im Schnitt von Musik. Insofern würde ich das als Alternative sehen, nicht als etwas grundsätzlich Anderes.
Es macht auch keinen Sinn es als moralisch verwerflich hinzustellen, oder sich bez. "Artefaktfreiheit" aufzublasen. Das Problem ist erstens nicht das Gewehr, sondern der Soldat, und zweitens sind technische Probleme letztlich zeitliche Probleme. Irgendwann werden sie gelöst sein.
Für die Fähigkeiten zur "Aufführungsreife" und zur "Aufnahmereife" gilt für mich: es sind einfach 2 verschiedene Dinge. Klar kann man Aufnahmesitzungen als moderierte Proben gestalten. Bei Orchestern ist so was sogar recht häufig, da die Herrschaften inzwischen ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein zu ihrem Lebensstandard und zur "Optimierung" von Arbeitszeiten haben. Zumindest was den deutschsprachigen Raum betrifft.
Ich würde aber wagen zu sagen, dass dies weder zu besonders spannenden Aufnahmen noch zu besonders mitreißenden Konzerten führt. Auch hier gilt: Das Problem ist nicht das Gewehr, sondern der Soldat. Laut Herrn Gellermann (langjähriges Mitglied der Berliner, ehemaliger Intendant der Müncher Philharmoniker) ist eine der Haupterrungenschaften der Aufnahmetechnik, dass man zum Aufnehmen nicht mehr in die Jesus-Christus-Kirche gehen musste, sondern in die für Aufnahmen wesentlich schlechter empfundene Philhamonie gehen konnte. Dies in einem Interview im Tonmeistermagazin von vor einigen Jahren.
Grüße,
Tonmaus
Es macht auch keinen Sinn es als moralisch verwerflich hinzustellen, oder sich bez. "Artefaktfreiheit" aufzublasen. Das Problem ist erstens nicht das Gewehr, sondern der Soldat, und zweitens sind technische Probleme letztlich zeitliche Probleme. Irgendwann werden sie gelöst sein.
Für die Fähigkeiten zur "Aufführungsreife" und zur "Aufnahmereife" gilt für mich: es sind einfach 2 verschiedene Dinge. Klar kann man Aufnahmesitzungen als moderierte Proben gestalten. Bei Orchestern ist so was sogar recht häufig, da die Herrschaften inzwischen ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein zu ihrem Lebensstandard und zur "Optimierung" von Arbeitszeiten haben. Zumindest was den deutschsprachigen Raum betrifft.
Ich würde aber wagen zu sagen, dass dies weder zu besonders spannenden Aufnahmen noch zu besonders mitreißenden Konzerten führt. Auch hier gilt: Das Problem ist nicht das Gewehr, sondern der Soldat. Laut Herrn Gellermann (langjähriges Mitglied der Berliner, ehemaliger Intendant der Müncher Philharmoniker) ist eine der Haupterrungenschaften der Aufnahmetechnik, dass man zum Aufnehmen nicht mehr in die Jesus-Christus-Kirche gehen musste, sondern in die für Aufnahmen wesentlich schlechter empfundene Philhamonie gehen konnte. Dies in einem Interview im Tonmeistermagazin von vor einigen Jahren.
Grüße,
Tonmaus
Im Grunde muss man sich eingestehen, dass in der klassischen Musik auch immer mehrDas ist alles richtig und jedem von uns eigentlich auch bewußt.
bis an die Grenze des machbaren technisch manipuliert wurde. Seit der Einführung der
DAW wird in einem Maße geschnippelt das eigentlich unfassbar ist.
In der Pop-, Rock-, (mitunter auch) Jazz- oder allgemein der "U"-Musik ist der gestalterische Einfluß des Tontechnikers Teil der gesamten Produktion.
In der "E"-Musik bin ich jedoch weit konservativer. Hier "überträgt" Tontechniker "lediglich" die Klang- und Wiedergabevorstellungen der Interpreten auf ein Medium.
Sobald der Einfluß auf die musikalische Gestaltung in der _Nachbearbeitung_ (!, nicht sein Mitwirken bei der Aufnahme als Partner der Künstler) zu groß wird, kommt die berechtigte Frage auf, was ist die Interpretation des Musikers und was des Technikers?
So weit die Lehrbuchmeinung.
Nun hat sich bezüglich des "Ton"-technikers/Ingenieurs/Meisters sich die Rechtsprechung bezüglich jedweder künstlerischen Mitwirkung an der Aufführung (die Wiedergabe des Mediums ist eine Aufführung) eindeutig nach "gibt es nicht" hinentwickelt. Der Ausweg ist, Mitautor vulgo: "Produzent" zu sein. Da gilt dann formal kein Unterschied zwischen U und E.
Die von Dir wiedergegebene Lehrbuchmeinung ist offensichtlich in der Substanz dessen wobei es bei der Berufsausübung gehen wird wohl überholt.
Ich hatte eher auf die Praxis der technischen Manipulation hingewiesen. Ein anderes Thema, würde ich sagen.
Grüße,
Tonmaus
Nun hat sich bezüglich des "Ton"-technikers/Ingenieurs/Meisters sich die Rechtsprechung bezüglich jedweder künstlerischen Mitwirkung an der Aufführung (die Wiedergabe des Mediums ist eine Aufführung) eindeutig nach "gibt es nicht" hinentwickelt. Der Ausweg ist, Mitautor vulgo: "Produzent" zu sein. Da gilt dann formal kein Unterschied zwischen U und E.
Die von Dir wiedergegebene Lehrbuchmeinung ist offensichtlich in der Substanz dessen wobei es bei der Berufsausübung gehen wird wohl überholt.
Ich hatte eher auf die Praxis der technischen Manipulation hingewiesen. Ein anderes Thema, würde ich sagen.
Grüße,
Tonmaus
Dem sei ergänzend aus den Fragen&Antworten als Zitat hinzu zu fügen:
Aha ...
Ergo:
Im Studio praktisch, wenn alle Instrumente einzeln aufgenommen werden, für "E"-Musik im Konzertsaal, die womöglich auch noch bei der Aufnahme abgemischt wird, wohl doch noch nicht ausgereift ...
http://www.celemony.com/cms/index.php?id=dna_qa&L=1
Q: Für welche Art von Material eignet sich Direct Note Access?Bei einer halligen "one point"-Aufnahme wird das Programm also Probleme haben ...
A: Direct Note Access ist für einzelne mehrstimmige Spuren gedacht.
Sie können damit etwa Klavier, Gitarre oder ein Streichquartett gezielt
und in guter Qualität bearbeiten.
Optimale Ergebnisse lassen sich mit sauber aufgenommenen Signalen
und möglichst wenigen Effekten erzielen.
Q: Wie sieht die Bearbeitung bei gemischten Signalen aus,
etwa Klavier und Gitarre auf einer Spur?
A: Direct Note Access erkennt Noten im harmonischen und
zeitlichen Kontext ? es erkennt nicht die Instrumente,
die diese Noten spielen.
Wenn also Klavier und Gitarre zur gleichen Zeit die gleiche
Note spielen, dann können Sie nicht die Gitarre einzeln bearbeiten.
Mit Direct Note Access greifen Sie auf eine Note zu, die das Signal
beider Instrumente repräsentiert.
Q: Kann ich auch ganze Musikstücke mit Direct Note Access bearbeiten?
A: Sie können laden, was immer Sie wollen, und damit experimentieren.
Das kann interessant sein und Spaß machen. Bei komplexen Signalen
oder ganzen Mischungen kann die Notenerkennung aber auch an ihre
Grenzen kommen und vielleicht nicht mehr alle Noten exakt erkennen.
Direct Note Access ist für die Bearbeitung einzelner Instrumentenspuren
während der typischen Mehrspur-Musikproduktion gedacht, bei der es
eine hervorragende Klangqualität bietet.
Aha ...
Ergo:
Im Studio praktisch, wenn alle Instrumente einzeln aufgenommen werden, für "E"-Musik im Konzertsaal, die womöglich auch noch bei der Aufnahme abgemischt wird, wohl doch noch nicht ausgereift ...
http://www.celemony.com/cms/index.php?id=dna_qa&L=1
""Im Studio praktisch, wenn alle Instrumente einzeln aufgenommen werden, für "E"-Musik im Konzertsaal, die womöglich auch noch bei der Aufnahme abgemischt wird, wohl doch noch nicht ausgereift ... ""
Immerhin schreiben sie, im Gegensatz zu manch anderem Hersteller, deutlich dazu, daß das Programm auch seine Grenzen hat. Das finde ich sehr lobenswert.
Immerhin schreiben sie, im Gegensatz zu manch anderem Hersteller, deutlich dazu, daß das Programm auch seine Grenzen hat. Das finde ich sehr lobenswert.
