XLR/Chinch-Problem

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Antwort#21
Hallo Jonny,
Vorsicht: Das mit dem Mittelabgriff ist keine gute Lösung! Der große Vorteil der Trafosymmetrierung besteht ja gerade darin, daß eine erdungsfreie Verbindung der Geräte entsteht. Wenn man also nun wieder einen Mittelabgriff anbringt, ist die Erdungsfreiheit nicht mehr vorhanden und dann macht eine Trafolösung gegenüber einer elektronischen Symmetrierung keinen Sinn mehr. Außerdem müssen - wie JF schon beschrieben hat - auch die Wicklungen symmetrisch sein, also auch die Kapazitäten beider Wicklungsenden zu einer fiktiven Mitte oder zu Masse müssen gleich sein.
Es sit übrigens nicht einfach, eine Wicklung symmetrisch auszuführen. Ich habe in meiner Lehrzeit in einer Transformatorenfabrik gelernt und mir da mal einen Ausgangstrafo für eine Röhrengegentaktendstufe ( mit 4 x EL 156) gewickelt. War sehr aufwendig.
Grüße
Rainer
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Antwort#22
Hallo junger Freund,
Frage: Hast Du eine e-mail-Adresse oder Telefax, dann schicke ich Dir mal Schaltungsbeispiele. Das Problem ist nämlich hier, daß man keine Zeichnungen posten kann.
also nochmal etwas ausführlicher:
Jonny hat ja schon eine Möglichkeit angedeutet.
Ein Trafo ist von "natur aus" schon ein symmetrisches Bauteil. Der Trafo macht nichts unsymmetrisch. Die beiden Wicklungsenden an der Ausgangswickung haben zu jedem Zeitpunkt des Signals (außer beim Nulldurchgang) entgegengesetzte Polarität. Zwischenbemerkung: Ich vermeide bewußt den Terminus "180° Phasenverschiebung". Den er ist falsch. Steht zwar in x Lehrbüchern immerwieder, aber es ist formal falsch weil ich unter einer "verschiebung" immer ein Zeitversatz verstehe und wenn, dann gilt dies ohnehin nur bei sin-förmigen Signalen, nicht aber bei sog. "stochastischen" Signalen wie es Sprache und Musik immer sind. Soweit die Zwischenbemerkung.
Da die Wicklung des Trafos "erdungsfrei" ist, kann sie auch beliebig beschaltet werden: Du kannst ein Ende erden, dann ist die Schaltung "zwangsunsymmetrisch", du kannst statt dem einen das andere Ende erden, dann ist sie ebenfalls zwangsunsymmetrisch, nur mit entgegengesetzter Phasenlage. Oder Du betreibst sie erdungsfrei und schließt die Enden so an den XLR-Stecker an wie in einem vorangehenden Posting schon beschrieben, dann hast Du einen symmetrisch-erdungsfreien Ausgang. Man muß nur auf die Polarität achten, daß das Ausgangssignal des Pultes dann gleichphasig ist zum Eingangssignal. Wenn dies nicht der Fall ist, die Wicklungsenden umpolen.
Dem Trafo macht es nichts aus, wenn er - aus welchem Grund auch immer - zwangsunsymmetrisch betrieben werden muß und auch die Ausgangsspannung ändert sich bei Zwangsunsymmetrierung nicht. Wohl aber einem (elektronisch symmetrierten) Verstärker. Es gibt Schaltungen, die vertragen überhaupt keine Zwangsunsymmetrierung, die fangen dann an und schwingen hochfrequent, oder es gibt Verzerrungen oder andere Unarten. Andere Schaltungen wiederum lassen sich ohne weiteres zwangsunsymmetrisch betreiben und wieder andere erhöhen automatisch die Ausgangsspannung der anderen Phase wenn die eine - ganz gleich welche - an Masse gelegt wird. Letzere Schaltungen symmetrieren sich auch i.d.R. selbst, d.h.: die Spannungen sind gegen Erde immer gleich groß wenn die beiden Phasen mit ungleichen Eingangswiderständen des folgenden Gerätes belastet werden.
Hoffe ich konnte Dir genügend weiterhelfen.
Grüße
Rainer
Hallo Rainer,
danke für diese ausführliche Beschreibung. Leider habe ich nur die Hälfte davon verstanden, weil ich sowas nur hobbymäßig mache und von Physik nicht gerade viel Ahnung habe. Meine eMail-Adresse für Zeichnungen und so ist [E-Mail-Adresse entfernt]
Würde mich freuen, von Dir zu hören.
Gruß,
Testmich
Die einfachste möglichkeit ohne den Lötkolben zu benutzen ist ,
führe den Symetrierten Ausgang auf den Symetrierten eingang einer DI-Box (normalerweise die XLR-Verbindung zum Mischpult), aus dem Klinkenausgang(normalerweise die Klinbkenverbindung zum Amp oder zum Instrument) hast du wieder ein asymetrisches Signal.
mfg
B...der Kölner
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