hallo kollegen1 Bei Digitalaufnahmen ist es nu mal wichtig, die Wandler optimal auszusteuern, um sämtliche Bits abzurufen. Wie verhält es sich nun wenn ich eine 0db ausgesteuerte Aufnahme auf -20dB konvertiere. Ist die Dynamik bei einer späteren OdB Maximierung wieder vorhanden, oder ist die nun pfutsch. Hin und wieder erhalte ich so schwach ausgesteuerte Dats zum weiterverarbeiten ergibt das einen Sinn? Bin mal gespannt was Sache ist grüsse ChristianL
Hallo Christian, Wenn eine Aufnahme um 20 untersteuert ist und Du ziehst diese dann auf 0 dBfs hoch, werden auf jeden Fall bei leisen Pegeln Artefakte auftreten. Denn: Wenn das Programmmaterial sagen wir 60 dB Dynamik aufweist, und die lautesten Stellen nur -20 dBfs haben, dann haben die leisesten -80 dBfs. Diese -80 dBfs beanspruchen gerade mal die untersten 3 bit! Zieht man diese um 20 dB hoch, so hat das Ergebnis auch keine bessere Qualität als 3 bit, wenngleich auch das nun erreichte Signal ca. 6 bit belegt. Es müssen ja beim hochrechnen noch 3 bit "hinzugedichtet" werden. Aus diesem Grunde geht man ja heute zu den hohen Bitraten wie 24...28 bit über damit auch bei leisen Pegeln noch genügend Auflösung vorhanden ist. Wenn ein 24-bit System eine theoretische Dynamik von ca: 140 dB zuläßt, dann hat man bis zu einem Pegel von -80 dBfs (unser obiges Beispiel) immer noch 60 dB Footroom, was einer effektiven Wortbreite von 10 bit entspricht (gegenüber 3 bit!). Fazit: Die um 20 dB untersteuerten DATs werden wenn sie auf 0 dBfs normalisiert sind schlechtere Qalität haben als die selben Aufnahmen wenn sie gleich sauber voll ausgesteuert worden wären. Solche DATs sollte man dem Kunden zurückweisen, oder ihn von vornherein darüber aufklären, daß damit keine optimale Qualtiät zu erwarten ist. Ganz davon abgesehen, daß ja auch das Verstärkerrauschen der analogen Geräte davor um den gleichen Betrag hochgezogen wird. Wenn umgekehrt eine voll ausgesteuerte Aufnahme auf -20 dB runtergerechnet wird, dann bleibt zwar die Dynamik erhalten, sofern nicht die untere Aussteuerungsgrenze von -98 dB erreicht/unterschritten wird, aber die leisen Töne verlieren an Wortbreite und es treten beim wiederhochrechnen Artefakte auf. Grüße Rainer G.
Hallo Rainer! danke erstmal, aber wie ist das nun mit runtergerechneten Pegeln, welche man später wieder hochrechnet, gehen dabei die bits verloren? würdest du es für sinnvoll erachten, ein so schwaches digitales signal eventuell mit guten analogen vorverstärkern nochmals auf DAT zu mastern? gruss christian
Hallo Christian, Wenn eine Aufnahme um 20 untersteuert ist und Du ziehst diese dann auf 0 dBfs hoch, werden auf jeden Fall bei leisen Pegeln Artefakte auftreten. Denn: Wenn das Programmmaterial sagen wir 60 dB Dynamik aufweist, und die lautesten Stellen nur -20 dBfs haben, dann haben die leisesten -80 dBfs. Diese -80 dBfs beanspruchen gerade mal die untersten 3 bit! Zieht man diese um 20 dB hoch, so hat das Ergebnis auch keine bessere Qualität als 3 bit, wenngleich auch das nun erreichte Signal ca. 6 bit belegt. Es müssen ja beim hochrechnen noch 3 bit "hinzugedichtet" werden. Aus diesem Grunde geht man ja heute zu den hohen Bitraten wie 24...28 bit über damit auch bei leisen Pegeln noch genügend Auflösung vorhanden ist. Wenn ein 24-bit System eine theoretische Dynamik von ca: 140 dB zuläßt, dann hat man bis zu einem Pegel von -80 dBfs (unser obiges Beispiel) immer noch 60 dB Footroom, was einer effektiven Wortbreite von 10 bit entspricht (gegenüber 3 bit!). Fazit: Die um 20 dB untersteuerten DATs werden wenn sie auf 0 dBfs normalisiert sind schlechtere Qalität haben als die selben Aufnahmen wenn sie gleich sauber voll ausgesteuert worden wären. Solche DATs sollte man dem Kunden zurückweisen, oder ihn von vornherein darüber aufklären, daß damit keine optimale Qualtiät zu erwarten ist. Ganz davon abgesehen, daß ja auch das Verstärkerrauschen der analogen Geräte davor um den gleichen Betrag hochgezogen wird. Wenn umgekehrt eine voll ausgesteuerte Aufnahme auf -20 dB runtergerechnet wird, dann bleibt zwar die Dynamik erhalten, sofern nicht die untere Aussteuerungsgrenze von -98 dB erreicht/unterschritten wird, aber die leisen Töne verlieren an Wortbreite und es treten beim wiederhochrechnen Artefakte auf. Grüße Rainer G.
aber wie ist das nun mit runtergerechneten Pegeln, welche man später wieder hochrechnet, gehen dabei die bits verloren?würdest du es für sinnvoll erachten, ein so schwaches digitales signal eventuell mit guten analogen vorverstärkern nochmals auf DAT zu mastern?
nein!. Denn: wenn nur bis -20 dBfs ausgesteuert wurde, hat das Signal prinzipiell nur eine fiktive Dynamik von 78 dB (theoretischer Wert - der tatsächliche liegt schlechter), dies entspräche ca. 13 bit. Das durch die Untersteuerung erhöhte Quantisierungsrauschen wird ja durch den analogen Verstärker - selbst wenn dieser rauschfrei wäre - ebenfalls hochverstärkt, d.h.: Der Störabstand wird dadurch nicht besser. MfG Rainer
Bei Digitalaufnahmen ist es nu mal wichtig, die Wandler optimal auszusteuern, um sämtliche Bits abzurufen. Wie verhält es sich nun wenn ich eine 0db ausgesteuerte Aufnahme auf -20dB >konvertiere. Ist die Dynamik bei einer späteren OdB Maximierung wieder >vorhanden, oder ist die nun pfutsch. Hin und wieder erhalte ich so schwach ausgesteuerte Dats zum weiterverarbeiten ergibt das einen Sinn?
Naja. Jain. Sondern eher darum, den Dynamikbereicht voll auszunutzen. Und der ist unten durch das Quantisierungsrauschen begrenzt. 20dB entsprechen ungefähr 3bit an Auflösung. D.h. wenn die Absenkung mit 24bit erfolgt, hast du immer noch volle Auflösung. Theoretisch zwar nur noch 21bit, aber mehr war auch in den 24bit praktisch nicht drin. Was? Das du die kriegts? Oder das sie so schwach ausgesteuert sind? Letzteres macht keinen Sinn. Aber man könnte u.U. damit leben. Bei Rockmusik sehe ich nur beim Ausblenden Probleme. Fertig gemixte Rockmusik kommt auch mit 13bit Auflösung noch gut. Leise Stellen gibt es praktisch nicht. Nur eben ein ausklingender Hall oder Becken könnten etwas nach "blechern" klingen.
Mach das ganze mit Photoshop etc. Nimm ein Bild ganz normal mit alles Werten von 0-255. Mach es dunkel so das nur noch Werte von 0-10 vorkommen (kurven editieren). Skaliere es dann wieder hoch, dass es wieder hell ist. Und vergleiche Original und das prozessierte. Wird letzteres besser wenn ich es ausbelichte und neu einscanne?