Dynamik von Drumsetspuren

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Bis jetzt lies ich bei Aufnahmen eines Drumsets (Jazz Trio,Quartett,Oktett bzw.
BigBand) alle Spuren dynamisch unbearbeitet mit der Absicht, eine natürliche Dynamik zu realisieren.Der Preis dafür ist logischer Weise ein starkes Übersprechen der einzelnen Spuren. Bei der jetztigen Produktion möchte ich nun doch auch Regelverstärker einsetzten um die einzelnen Spuren zu "säubern".
Ich bin an einem Erfahrungsaustausch über pro und contra bezüglich dem Einsatz von VCA´s interessiert.(Aufnahmen von Drumsets im Jazz)
Viele Grüße David
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Antwort#2
Bis jetzt lies ich bei Aufnahmen eines Drumsets (Jazz Trio,Quartett,Oktett bzw. BigBand) alle Spuren dynamisch unbearbeitet mit der Absicht, eine natürliche Dynamik zu realisieren.Der Preis dafür ist logischer Weise ein starkes Übersprechen der einzelnen Spuren. Bei der jetztigen Produktion möchte ich nun doch auch Regelverstärker einsetzten um die einzelnen Spuren zu "säubern".
Säubern geht nur mit Gate oder Expander.
Warum muss es denn sein?
Was stört dich am Übersprechen?
Das Übersprechen bekommst du auch nicht wirklich weg. Sobald das Gate aufmacht ist es so als ob es gar nicht da wäre. Es funktioniert auch eigl. nur bei den Toms und der Bassdrum wirklich gut. Wenn Toms nicht gespielt sind die Mikros zu, und wenn Toms gespielt werden, dann wird meist keine Becken etc. gespielt (der Greund warum ich Toms gate: die Becken werden sonst zu laut)
Wenn aber z.B. zwei Toms gleichzeitig gepielt werden, dann kommt das eine logischerweise auch über das andere Mikro. Wirklich Trennung geht nur mit künslichen Drumsounds. Und klingt auch entsprechend steril.
Das Gaten bei Snare (kommt oft viel über die Overheads) und Bassdrum, hat meist soundgestalterische Gründe. Um den dumpfen Ausklang zu verkürzen.
Compressor verstärkt das Übersprechen. Kann aber auch benutzt werden um den Sound zu beeinflussen im dem mit Attack und Relaeasezeiten gespielt wird.
Je besser das Drumset und Drummer klingen desto weniger muss man aber solche Verbiegungen machen. Übersprechen bei Drums ist normal man sollte damit leben und den Gesamtsound betrachten.
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Antwort#3
Danke für die schnelle Reaktion...
...Je besser das Drumset und Drummer klingen desto weniger muss man aber solche Verbiegungen machen. Übersprechen bei Drums ist normal man sollte damit leben und den Gesamtsound betrachten....
So sehe ich das eigentlich auch.
Ich halte übertriebene "Spurhygiene" auch nicht für notwendig, vorallem wenn es nicht wirklich was bringt. aber: ich dachte das es doch einge hier gibt, die gerne Ihre Spuren mit VCA´s säubern und dies sicher auch begründen können.
Vielleicht will ich auch nur mein Gewissen beruhigen, dass ich auch in Zukunft auf eine Bearbeitung (wenn man mal vom Entzerren absieht)der Spuren verzichten darf.
Vele Grüsse David
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Antwort#4
Im Grunde würd ich da ins selbe Horn stoßen.
Mit Gates arbeite ich nur noch, wenn ich "Langeweile" habe.
Im Live-Betrieb kann das etwas anders aussehen, hier ist ein Gate auf der
Bassdrum i.d.R. hilfreich. Und in jedem Fall (auch im Studio) brauchts ein Gate auf dem Snare Bottom-Mike. Das Geraschel ist ansonsten meist sehr nervig.
Da hier auch pauschal von VCA's die Rede war:
Einen modernen (von mir aus auch "fetten")Drumsound bekomme ich kaum ohne Compressoren hin (in jeder Applikation). Da verzichte ich schon eher auf EQs - ein ordentlicher Drumsound (bedingt durch Spieler & Equipment, ersteres ist das weitaus wichtigste!!!) vorrausgesetzt.
Die natürliche Dynamik ist für mich übrigens meist auch unerheblich bis störend.
Entscheidend ist doch, die verfügbare Dynamik des jeweiligen Mediums (Aufzeichnung oder Beschallung...) mit der musikalischen Dynamik in den Kontext zu setzten. Bei bedachter Anwendung solcher (guter) VCAs geht das ohne weiteres - es gibt noch Soundunterschiede (die Lautheit steigt ja auf jeden Fall!) und ich bewege mich - speziell bei Beschallung - sicher im gesundheitsunschädlichem Bereich.
Kurz: Der puristische Ansatz geht in vielen Fällen nach hinten los, denn seien wir mal ehrlich: Welcher Musiker (und auch Schlagzeuger) hat seine Dynamik so umfassend im Griff (wenn überhaupt...) ??
Grüße,
Christopher
(Schlagzeuger&Tontechniker)



http://www.hafibeat.de
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Antwort#5
Hallo David,
die von dir beschriebenen Musikrichtungen benötigen eigentlich keine aufwendige "closed-up" Mikrofonie, es sei denn du brauchst ein relativ viel Direktschall für spezielle Effekte (Hall, Gated Reverb,...).
Ansonsten ist die simpelste und wohl am weiten verbreiteste Technik 2 Overheads in sinnvoller Weise über das Set zu hängen, die Baßdrum noch ein bisschen zusätzlich durch ein drittes Mikro einzufangen und sich bei der Aufnahme entspannt zurückzulehnen, um der Musik zu lauschen. Das ist doch tausendmal besser als womöglich unter Livebedingungen an irgendwelchen Gates rumzuschrauben und hinterher feststellen zu müssen das z. B. ein Teil der "Ghost-Rolls" auf der Snare einfach weggegated wurden.
P. S.: Ich benutze für Baßdrum ein einfaches Kondensatormikrofon von Samson oder Studio-Projects, als Overhead, je nach Anwendung, AKG-1000er Serie oder Neumann Kleinkapseln.
Gruß
M. Hein
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Antwort#6
feststellen zu müssen das z. B. ein Teil der "Ghost-Rolls" auf der Snare einfach weggegated wurden.
Genau das ist nämlich eine oft begangene Todsünde... Gates für die Snare kommen für mich nur bei absoluter "Kloppermucke" in Frage, auf keinen Fallbei Funk, Jazz, whatever :-)
Gruß
Don
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Antwort#7
Hi -
mal noch ne Frage in die Runde:
wir haben ein Rock-Trio mit Jazz-Sound, wenn man das mal so sagen kann;
jedenfalls kann der Drummer auch Jazz und spielt ein gutklingendes Set.
Unsere Demo-CD-Aufnahmen hab ich an den Drums hauptsächlich
mit einem Stereo-OH-Paar (aber in ORTF, nicht AB), und Bassdrum (und teilweise Snare) nur leicht zugemischt gemacht; ging gut, klang gut;
die OH's für ein bischen(!) mehr Druck noch leicht komprimiert/expandiert
(aber noch natürlicher Klang);
bei der BD hatte ich aber mit der langen Ausklingzeit schon zu kämpfen, d.h. habe hier dann doch (möglichst weich) gegatet - wir wollen keine Techno- oder Heavy-Kickdrum, sie soll schon "klingen", aber sie soll auch den Bassbereich nicht zudröhnen;
Wie macht Ihr das im Jazz? Soll die BD lang klingen?
Wird sie abgeklebt? Gegatet? Vorderes Schlagfell ab ?(wir lassen's dran).
Unmikrofoniert klingt die BD ja gut, aber mit Mikro wird's doch zu wummerig.
Gruß
Michael
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Antwort#8
Hallo Michael Koeppen,
das ist doch mal ein schöner Ansatzpunkt mit der leicht hinzugemischten Bass Drum, bei der das vordere Fell dranbleibt.
Lasst doch das Ohr entscheiden, ob das Schlagfell abgeklebt werden soll oder nicht. Einfach mal machen, dann hören und gemeinsam entscheiden.
Die großen Bigbandaufnahmen von Count Basie, Glenn Miller, Benny Goodman, Johnny Mercer, Duke Ellington hatten nie ein extra Bassdrum-Mikrofon, dafür aber eine Bass Drum, die in den Abmessungen viel größer war, als die Yamaha-Schlagzeuge heute so haben. Darum klangen sie anders.
Es ist doch reine Geschmacksache, ob man den Trend des Techno- und Heavy-Kickdrum-Knacks mitmachen muss, um "modern" zu sein.
Diese Klänge sind rein synthetisch und wenn man's mag oder den Magedruck braucht, dann muss das eben so sein. Nur für ein Naturmusik-Trio ist das eher fremd-klingend, wie du selber anmerkst.
Gruß
Didi
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Antwort#9
Hallo Michael,
klar, wenn der Sound es erfordert kannst du natürlich Komprimieren/expandieren, ich empfehle hier sogenannte Multibandkompressoren, die bei Bedarf den Drumsound super knackig machen, ohne die Dynamik allzusehr zu begrenzen.
Zur Baßdrum: Mischermanns liebstes Kind, da kann man zeigen wo der ´Hammer hängt! Laß dich von deinen Emotionen leiten und beurteile selbst, wieviel gegatetes Signal eure Musik verträgt. Vielleicht ist dein Mikro auch zu dicht am Resonanzfell. Ich habe die besten Erfahrungen mit einem außermittig ins Resonanzfell geschnittenen Loch von ca. 10cm Durchmesser gemacht. Mikro ins Fell und schon sieht die Welt wieder wie gewohnt aus!
Beliebt ist auch eine Grenzfläche in die Baßdrum zu legen, soll sehr klingen, habe ich selbst aber noch nicht probiert.
Letzter Tip: Vielleicht einmal die Baßdrum mit einem Mikro in Kugelcharakteristik abnehmen, Fellabstand ca. 10...20cm. Im EQ dann auf jeden Fall Hochpaßfilter benutzen, oder die Subsonic als gewollten Effekt akzeptieren.
Also, Weihnachten ist gesichert, packt es an!!
Gruß
M. Hein
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