Brummen trotz symmetrischer Leitungen ?

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo
sollte gestern eine Kunstaustellung beschallen, hab ich auch gemacht. Problem war nur: Mikrokabel (10 m) war zu kurz. Hatte zum Glück noch ne 5m-Leitung dabei. Hab also beide Kabel zusammen gesteckt und hatte so genug Kabel. Als ich nun aber den Mikro-Kanal auf zog, hat es fürchterlich gesurrt und das in einem recht hohen frequenzbereich (nicht unbedingt vorteilhaft bei reiner Sprachbeschallung) Woran kann das gelegen haben ? Der gesamte Signalweg vom Mikro bis zur Endstufe ist symmetrisch (Alles XLR). Als ich jedes Kabel einzeln angeschlossen habe, war das Brummen weg, bei jedem Kabel.
Dankbar für jede Antwort
Daniel
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Antwort#2
Hallo Daniel,
Ich kann mir das nur durch einen Schaltfehler in einem der Stecker der Kabel erklären. Prüf doch mal ob sie alle wirklich 1:1 verschaltet sind. Vielleicht war auch der Schirm nicht durchverbunden. Wichtig: Stecker- und Kuppluingshülsen immer mit dem Schirm verbinden.
MfG
Rainer
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Antwort#3
mmhm, sollte man auf die Schirmung des Steckergehäuses nicht besser verzichten? (wahrscheinlich ist das schon eine ewige diskussion hier im Forum...)
immerhin kann das für viele Probleme sorgen, wenn ich Line-signale übers XLR schicke. Die Schirmung macht bei reinen Mikrofonkabeln Sinn, damit der XLR Stecker eine Abschirmung hat. Da das Mikrofon kein eigenes Potential hat, gibt es auch keine Brummprobleme. Bei Line Kabel ist das anders. da hat jedes Gerät ein eigenes Potential. Und wenn der Stecker auch geschirmt ist, hat der Groundlift keine Wirkung, da zb. die DI-BOX weiterhin über Stecker und Gehäuse geerdet bleibt und es herrlich weiterbrummt...
Da wohl niemand getrennte Line- und Mikrokabel hat, ist die Weglassung der Steckerschirmung meiner Meinung nach das kleinere Übel.
Falls ich da einen Denkfehler gemacht habe, hoffe ich, berichtigt zu werden.
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Antwort#4
Hallo MonoTON,
also ich verwende sowohl für Mikrofon- als auch Lineverbindungen Kabel mit exakt gleicher Beschaltung, bei denen auch die Hülsen der Stecker und Kupplungen geerdet sind. Ich richte mich da nach dem Schema, das die Firma Georg Neumann seit Jahren macht: 3-adriges Schirmkabel mit Reußenschirm wobei der Schirm nur die Verbindung zwischen den Stecker- und Kupplungsgehäusen herstellt und nur auf der weiblichen Seite mit dem 1-er Pin der XLR-Kupplung verbunden ist. Die 3 Pins sind sonst nur 1:1 mit den 3 Adern durchverbunden. Der Stecker bekommt dann durch die mechanische Verbindung die Masse. Ich verwende zwar keine DI-Boxen, aber durch dieses Schaltschema dürte es auch da keine Probleme geben.
Ich habe gute Erfahrungen mit Flächenerde - also vollständige Vermaschung (war früher ein Verfechter der Sternerde, bei der der Schirm nur einseitig aufliegen durfte).
Gewiß - der Nachteil einer Erdung der Stecker/Kupplungshülsen dürte darin bestehen, daß bei einer zufälligen Berührung dieser mit einem Metallteil vor Ort (z.B. Wasserrohr, Blitzschutz, Heizkörper etc) evtl. Brummstörungen auftreten könnten. Bisher ist mir aber kein solcher Fall bekannt. Vielleicht haben unsere Beschallungskollegen da näheres zu berichten.
MfG
Rainer
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Antwort#5
Hallo Rainer und alle anderen,
komisch, daß dieses Thema auch unter Experten so diskutiert wird... da dachte ich immer, sowas wären "Anfängerfragen" ;-)
Naja, mir ging es auch mal darum: viele fertig konfektionierten XLR-Kabel haben den Schirm nicht am Steckergehäuse angeschlossen, worüber ich mich anfangs schon gewundert habe, da es ja in der Theorie bedeutet, daß das Kabel gerade in dem Bereich des Steckers ohne Abschirmung ist.
Als ich mal ein paar Kabel gelötet habe, wollte ichs wissen und hab ein paar Dinge ausprobiert. Ohne Masse am Gehäuse hat es gebrummt, sobald ich ein Steckergehäuse berührt habe, z.B. am Mischpulteingang. Eigentlich klar, denn dort fehlt ja die Abschirmung und das Kabel kann Störungen, die auf die Steckerhülse einwirken, gut aufnehmen. Nach dem Anschluß der Masse war das Problem gelöst und das Gebrumme weg. Seither habe ich alle Kabel so "umgebaut" und bin zufrieden damit - wobei ich sie aber nur als Mikrokabel verwende.
Aber auch im Mikro ist das Gehäuse mit Pin 1 verbunden - wahrscheinlich würde es doch brummen, wenn es nicht so wäre...
Naja, vielleicht hilft es euch ein bißchen weiter oder auch nicht... ;-)
Habe immer nur kleine Verkabelungen mit wenigen Geräten, daher kann ich zu anderen Verbindungsarten nix sagen.
Viele Grüße,
Hansi
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Antwort#6
Hallo Hansi,
so komisch ist das auch unter Experten gar nicht mal, sondern das Thema "Erdung" & Co. ist ein Thema wo man auch auf der Hochschule eine ganzsemestrige Vorlesung mit Praktikum machen könnte. Gerade das was Du da schreibst über den Brumm bei fehlender Masse an den Steckergehäusen wenn man diese berührt, wollte ich auch noch erwähnen, hatte es nur vergessen. Genau das passiert nämlich!
Zu Mikrofonen:
Es ist nicht immer gesagt, daß das Gehäuse der Mikrofone mit dem inneren 0-Volt-Potential verbunden ist (spreche jetzt von Kondensatormikrofonen). Bei manchen Mikrofonen der "fet 80"-Serie von Neumann liegt zwischen dem 1-er Pin des XLR-Steckers und Mikrofongehäuse ein 10-Ohm-Widerstand. Damit ist gewährleistet, daß der Schirm niederohmiger liegt als die stromversorgende Leitung des Mikrofons um im Falle einer Störeinstrahlung die Störströme über den Schirm abfließen und nicht die interne 0-Volt verseuchen. Hat mir Herr Peus (Entwicklungsleiter 'Mikrofone' von der Firma Neumann) mal erklärt.
MfG
Rainer
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Antwort#7
ich habe gerade mal ein paar DI-Boxen aufgeschraubt und nachgeschaut: wenn der Stecker mitgeerdet wird, ist der Groundliftschalter überbrückt (der ja nur auf Pin 1 wirkt), da Stecker- und DI-Box-Gehäuse immer verbunden sind. dann läßt sich der Brummer also nur noch über "externe" Adapter beseitigen...
Wahrscheinlich ist dieser Umstand Hersteller- und auch qualitätsabhängig (ich habe nur die billigen NoNames) aber mit vertretbaren Aufwand ließen sich die DI-Boxen entsprechend modifizieren, sodaß man dann doch in den Genuß der geerdetetn und berühungsunempfindlichen Steckern kommen kann.
ha, wieder ein Problem weniger
cu
MonoTON
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Antwort#8
Ich kann mir das nur durch einen Schaltfehler in einem der Stecker der Kabel erklären. Prüf doch mal ob sie alle wirklich 1:1 verschaltet sind. Vielleicht war auch der Schirm nicht durchverbunden. Wichtig: Stecker- und Kuppluingshülsen immer mit dem Schirm verbinden.
MfG
Rainer
Hallo Daniel,
exakt das Problem trat bei mir auch auf, als ich Pin 1 mit dem Gehäuse (auf beiden Seiten) verlötete, war das Brummen weg.
Gruß Daniel

http://www.hexenkueche-studio.de
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Antwort#9
mmhm, sollte man auf die Schirmung des Steckergehäuses nicht besser verzichten? (wahrscheinlich ist das schon eine ewige diskussion hier im Forum...)
Also ich verzichte auch drauf, aber ich zwei oder drei Leitungen bei denen ich das Steckergehäuse mit Masse verbunden habe - eben aus dem Grund.
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