Grundlagen: Wie Kabel aufwickeln, (nicht nur) @ Rainer?

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Servus (Rainer),
ich wollte das ja lange schon mal fragen: Wie soll(-te) man Kabel aufwickeln? Der Rainer hat da ja gerade was dazu geschrieben.
Nur: Was meinst Du mit "über die Hand und drehe es dabei" und "über den Arm"?
Es sollte kabelschonend sein - Trommeln ist bei vielen kurzen Kabeln (wohl) umständlich - und es sollte sich leicht (!) und willig (!!) wieder abwickeln lassen.
Nervig dabei: Kabel lernen ziemlich schnell, wie sie aufgewickelt werden. Bei anderen Methode als denen, die sie gewöhnt sind, werden sie störrisch.
redí

hier wars:
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Antwort#2
hi,
so wie rainer sagte mache ich das auch.
läßt sich etwas umständlich ausdrücken, aber mal so gesagt,
jedas kabel hat seinen "drall" und in dieser zustand sollte beibehalten werden.
wenn sich das kabel in sich verdreht neigt es dazu beim aufwickeln schlingen zu "werfen". das sollte unbedingt vermieden werden, durch eine leichte drehung im handgelenk. am ende ca 20cm übrig lassen, diese in der mitte durchziehen und mit einem knoten das kabel fixieren. so kannst du sie kistenweise stapeln und ohne umstand wieder entwickeln.
gruß racker
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Antwort#3
tja, die formulierung wird jetzt wirklich knifflig...
ich versuchs mal:
bei jeder schlaufe wird das kabel ja von der "führungshand" (meist re) zwischen Daumen und Zeigefinger ein bißchen mitgedreht. macht man das abwechselnd nach innen und aussen, ist das aufgerollte kabel nicht mehr verdreht. Ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber es funktioniert.
Allerdings haben wir viele Kabel auch getrommelt, auch die 6m-stücke.
beim abbau gehts einfach schneller, outdoor kann man Kabel beim aufrollen gleich durch nen lappen ziehen und und etwas säubern, aber vor allem kann jeder stagehand eine kabeltrommel bedienen! wenn einige Leute "helfen" wollen und kabel per Hand aufwickeln, müssen wir zuhuase alles nochmal machen... Besonders Gitarristen schein in der Beziehung recht unfähig zu sein :-)
wenn ein kabel einmal "verkorkst" ist, hilft es manchmal, das kabel einige stunden oder tage aus dem fenster oder ins Treppenhaus zu hängen (sofern man nicht paterre wohnt), dann ist der eigendrall wieder einigermaßen neutral...
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Antwort#4
Es gibt sicher einige unterschiedliche Möglichkeiten, wie man Kabel ohne Trommel aufzuwickeln kann. Wenn man dem Schorsteinfeger zusieht, dann wird das Seil an seiner Kugel immer zu einer Achterschleife aufgewickelt. Dann gibt eine spezielle Wickelart - die ich nicht mag und die schlecht zu beschreiben ist, aber wenn ich dieses Kabel abwickle, dann bekomme ich immer auf jedem Meter etwa einen Knoten. Die Amerikaner nennen diesen ärgerlichen Knoten zu Recht eben "Asshole". Das kreisförmige Aufwickeln mit dem Drallgeben in der richtigen Richtung des Kabels - wie Rainer beschreibt - mag ich am Liebsten.
Da ich viel Unterhaltungsmusik aufgenommen habe und die Mikrofone von Titel zu Titel schnell umgestellt werden mussten, war es gut, viel Kabel in der Nähe der Mikrofone zu haben. Am Mikrofonstativ ist ein Drahthaken für den Rest-Kabelwickel. Denn das Mikrofon der Harfe wurde dann zum Mikrofon für das Akkordeon da hinten und dann für das Banjo fünf Meter weiter. Beim Abbauen und dem Wickeln fange ich immer von der Mikrofonseite (!) an. Und beim Aufbauen fange ich an den Stageboxen (!) an, damit am Mikrofon noch viel Kabel zu hängen bleibt, um mit dem Mikrofon flexibel zu sein. Das gilt für reine Studioproduktionen.
Die Produktionen waren zu Hildegard Knefs Zeit eben nicht so wie heute mit Midi und einer Gitarre. Viele Solisten haben gleich mit den Musikern mitgesungen. Manchmal selbst Reinhard May, Caterina Valente, Willy Schneider, Erika Pluhaar, Curd Jürgens. Da waren so 10 Musiker immer zusammen dabei. Selbst die Schöneberger Sängerknaben sangen gleich mit. 20 Streicher wurden schon mal später synchronisiert. Das kann man sich heute kaum mehr vorstellen.
Jeder entwickelt seine eigenen Ideen zum Kabelaufwickeln. An der Universität der Künste an der Tonmeisterabteilung werden alle 10 Meterstücke zusammengesteckt und auf größere Kabeltrommel gewickelt. Das finde ich sehr umständlich.
Viele Grüße
ebs
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Antwort#5
wenn ein kabel einmal "verkorkst" ist, hilft es manchmal, das kabel einige stunden oder tage aus dem fenster oder ins Treppenhaus zu hängen (sofern man nicht paterre wohnt), dann ist der eigendrall wieder einigermaßen neutral...
kann ich nur bestätigen- ich habe dafür extra eine buchse mit etwas draht versehen, wo ich das kabel oben einstecken kann (damit ich nicht das kabel selbst knoten muss). unten kommt dann noch zB ein sm58 dran, und dann hängt das ganze mal so für einen tag. wirklich praktische lösung, wenn man mal nix zu tun hat.
im normalfall richte ich mich beim wickeln nach dem kabel, sprich wenn ich in der rechten hand die wicklungen halte rolle ich das kabel in der linken hand zwischen den fingern, so dass es gleichmässige wicklungen gibt. das klappt allerdings auch nur bei mikrostrippen (und dmx oÄ), jegliche art von starkstromkabel oder multicore wehrt sich gegen alles, bis es auch mal gehängt wird.
MfG, Julius.
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Antwort#6
Hallo Redi,
Das Thema "Kabel" ist ja in der Hifi-Religion schon "heilig"! Die prügeln sich auch in 100 Jahren noch über Klangunterschiede von Kabeln... und wer da anderer Meinung ist, wird von den audiophilen Päpsten (meist selbsternannte) exkommuniziert.
Aber wir streiten uns darüber nicht, sondern erörtern mal die tatsächlichen Probleme, die anscheinend gar nicht mal so trivial sind wie man meinen möchte.
Das "über den Arm wickel" kennt ja sicher jeder, der schon mal eine Schnur eines Bügeleisens weggepackt hat: Man wickelt es über die Hand und den Ellenbogen. Bei Mikrofonkabeln hat das den Nachteil, daß sich das Kabel zu eine "8" verkringelt und dann wie Rackerlui schon sagte Schlingen wirft.
Ich will versuchen es zu beschreiben wie ich es mache. Ich nehme das Ende (und zwar die Kupplung) in die rechte Hand und ziehe mit der linken ein ca. 50 cm...1m langes Teilstück herbei, drehe es mit der linken in Drallrichtung und lege es dann in die rechte Hand, sodaß eine Windung entsteht. Und so geht das dann weiter, wie beim Wickeln eines Lassos.
Wenn es fertig aufgewickelt ist, schlinge ich ein Klettband drum (die Dinger gibt es glaube ich bei Thum&Mahr).
Beim Aufmachen habe ich dann die Kupplung in der Hand und kann beim Aufstecken an das Mikrofon den Rest einfach auf den Boden fallen lassen ohne daß es sich verkringelt. Das Klettbändchen dient dann dazu um es am Mikrofonständer zu befestigen.
Ich habe ganze früher einiges versucht das Kabel optimal aufzuwickeln und bin zum Schluß bei dieser Methode gelandet, weil es am einfachsten ist. Ich habe auch das Feuerwehrschlauch-Rollprinzip probiert: Beide Enden zusammenlegen und dann von der Mitte aus aufwickeln mit dem Gedanken, es einfach von beiden Seiten aufziehen zu können - auch das war keine gute Lösung.
Alle Trommellösungen bei 10-m-Stücken sind schlecht, da umständlich und platzverschwendend.
Für meine Multicore-Kabel habe ich die Kabeltrommeln von Schill (Fellbach bei Stuttgart) vom Typ ALD 380. Da gehen 120 m 10-paarig geschirmt mit zusätzlichem Gesamtschirm drauf. Als Armaturen die 30-poligen Siemensstecker. Von der KT auf das Mischpult gehe ich dann mit einem Adapter bei dem die 10 Kabelschwänze mit den XLR bzw. Klinken in den 30-poligen Siemensstecker geführt sind. Somit hat man keine XLR-Buchsen an der Kabeltrommel. Die ALD-Kabeltrommeln haben den Vorteil, daß sie in der Breite sehr platzsparend sind, man kann also da 3 Stück in einen PKW nebeneinander stellen. Der Antrieb ist mit Bandzug und Sperrklinkenfreilauf (wie bei den Nabenschaltungen von Fahrrädern). Die ALD-Kabeltrommeln sind in verschiedenen Größen erhältlich, vollständig aus robustem Kunststoff - auch für Netzkabel und haben seitlich (mitdrehend) einen Kasten für Steckereinbau.
Nur sind sie wahnsinnig teuer!
Mfg
Rainer
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Antwort#7
MonoTON schreibt:
Tja, die Formulierung wird jetzt wirklich knifflig ... ich versuchs mal: Bei jeder Schlaufe wird das Kabel ja von der "Führungshand" (meist re) zwischen Daumen und Zeigefinger ein bißchen mitgedreht. Macht man das abwechselnd nach innen und aussen, ist das aufgerollte Kabel nicht mehr verdreht. Ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber es funktioniert.
Oha, jetzt hab' ich Dich. Also Du bist der, der die Kabel so links-rechts wickelt. Immer wenn ich einen solchen Kabelring abwickele, bekomme ich viele, viele "Assholes". Ich mache da sicher etwas falsch. Aber das entknoten dieser Kabel macht dann richtig Spass. grrr :-)
Viele Grüße
ebs
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Antwort#8
ja, ich gestehe, ich bins. Ich habe mit der Methode schon einige Leute fast in den Wahnsinn getrieben, aber auch schon Viele erfolgreich "missioniert".
Man muß beim Abwickeln schon darauf achten, auf welche seite Stecker und Kupplung gehören, sonst gibts in jeder schlaufe einen knoten... :-)
wenn man das aber immer einheitlich macht (mit der kupplung anfangen, kabelklette an den stecker) kommt man ziemlich gut damit zurecht.
Beim "abwickeln" habe ich dann die kupplung in der inken Hand, den stecker rechts und schmeiße das restliche Kabel einfach quer über die Bühne. Dann habe ich beide Enden in der Hand und das kabel ist überhaupt nicht verdrillt und ich kann fröhlich ein-, aus- und herumstecken.
Na ja, das ist eine von vielen Möglichkeiten... solange keiner "übern arm" wickelt, ist wohl alles akzeptabel und brauchbar.
oder gibts irgendwo ein "wickeldiplom"? :-)
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Antwort#9
Hallo,
hier eine von mir seit ca. 17 Jahren praktizierte Methode:
Stecker und Kupplung in eine Hand, die beiden Kabel durch die Fläche der anderen Hand ziehen, bis die Schlaufe greifbar wird. Dann die Schlaufe in die Hand mit Stecker und Kupplung und wieder von vorne beginnen. Das ganze so lange, bis sich ein 0,6-1m Strang bildet und dann diesen einmal locker knoten. 6m Kabel gehen sehr gut, bei 10m Kabeln muß man zwei Knoten machen. Leider ist diese Methode relativ verpönt, aber mir ist dabei sowohl auf der Bühne als auch im Studio noch nie ein Kabel kaputt gegangen und es geht unglaublich schnell. Und: Egal wie viele Kabel sich in einer Kiste befinden, es gab noch nie einen Salat. Ich habe früher auch einiges probiert, aber bei dieser Methode werde ich wohl bleiben.
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Antwort#10
Hallo an alle Kabelwickler,
es gibt als Basis für alle Wickelmethoden einen guten amerikanischen Spruch, der da heißt: "let the Cable talk to You" . wenn man weiß, daß alle Kabel heiß ummantelt werden und schon allein dadurch eine fast 100%ige Wickelrichtung eingeprägt bekommen, wird man sich automatisch und gerne an die Vorschläge von Rainer und EBS halten. Die Aushängerei kann bei größeren Längen oder/ und Multicores manchmal ganz schön ins Auge gehen: Der Außenmantel hängt sich grade und die Verdrillung innendrin nimmt kräftig zu=> Aderriß0=> Kaputt.
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