Was sagen, wenn mich "Kunden" für zu teuer halten

Erstellt 11 Antworten12 Beiträge
Startbeitrag#1
Musste mir heute nen Vortrag, nein, einen Vorwurf darüber anhören, dass meine Preise doch unverschämt seien. Da hat sich wer aufgeregt, dass ich für ne PA mit 2,6 kW (2 Tops/ 2 Bässe) 130 EUR nehme und die dann auch noch den ganzen Abend bedienen soll. Ich mein normalerweise las ich mir auch die Bedienung bezahlen, nur da das 4-5 Stufen-Kollegen sind, die Ihren 18. feiern ist der Preis ja wohl angebracht. Was sagt Ihr in einer solchen Situation und wie überzeugt Ihr Euer Gegenüber, davon, dass es das Wert ist. Ich mein so Sachen, wie "andere sind viel teurer", "das is alles hochwertig und kostet ne Stange Geld" hat bei denen nicht gezogen. Bin für jeden Tipp dankbar.


Meine kleine Firma
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Antwort#2
Frage doch mal diese "Kunden" was sie für Preisvorstellungen haben und dann rechne ihnen vor wie Deine Preise entstehen. Und sie sollen Dir Angebote von billigeren Anbietern vorlegen. Und frage sie mal, zu welchem Preis sie (diese Kunden) sich hinstellen würden, ob sie für einen Studensatz von 20 Mark (10 Eu) arbeiten würden incl. Gerätekosten.
Die Erfahrung zeigt immer wieder, daß Beschallung das undankbarste Geschäft ist in der ganzen Audiobranche. Solche Leute sollte man ganz einfach auflaufen lassen. Irgendwann machen sich die Billigheimer selbst kaputt.
Mein persönlicher Eindruck: Deine Preise sind noch sehr "human". So billig kämer mir keiner davon.
MfG
Rainer
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Antwort#3
Ich kann Rainer nur recht geben. Auch bei relativ "gut" bezahlten Jobs brauche ich mir den Stundenlohn nicht unbedingt auszurechnen - reich wird man damit nicht so schnell. Die Leute sehen halt nicht, was dahinter steht.
"So ein paar Boxen und dann noch a bisserl an dem Pult da rumschrauben - des mach ich ja selber!" hab ich mir auch schon mal anhören müssen. Warn Job in ner Disse aufm Land, ich hab ein 32er Pult, Sideracks, Monitore mit Amps, Mikros und Kabel mitgebracht. Nachdem ich die "fest installierte" Anlage mit aufgebaut habe und zur Entzerrung eine unter normalen Umständen nicht mal mehr als "abenteuerlich" zu beschreibende EQ-Kurve gebaut hatte, wollte der Wirt von mir wissen, ob ich allen ernstes "so viel" Kohle dafür haben wollte, der Hinterhuber würde es doch auch für nen Hunni weniger machen. Das ganze natürlich in dem dir wohl auch bekannten unverschämten Tonfall.
Ich war wirklich seeeehr kurz vor nem intensiven Ausfall meinerseits, aber ich habs geschafft, locker zu bleiben, hab ihm dringend empfohlen, in Zukunft nur noch bei dem anderen Typen zu leihen (er wäre ja schließlich blöd, wenn er bei meiner Firma anruft, wo's da doch mehr kostet), hab die Kohle kassiert und bin heim.
Wo wir grade dabei sind: Der Wirt hielt es auch für unmöglich, daß wir beide auf seine Kosten drei Spezi pro Mann trinken (essen warn wir auf eigene Kosten beim Griechen nebenan, das war wenigstens nicht so ne Kaschemme), wo es denn sowas gäbe.
Wie Rainer schon sagte, das ist grade bei kleineren Jobs (manchmal) ein sehr undankbares Geschäft, die Leute haben keine Ahnung, was das Zeug kostet, und was man an Wissen einsetzt um die ganze Sache gut über die Bühne zu bringen. Es gibt nur eine Chance, da was zu ändern: Finanziellen Blödsinn ablehnen (ich weiß, das sagt sich so leicht), ansonsten nicht auf das Niveau des anderen runterkommen und dann den Konkurrenzgig im Nachbardorf perfekt hinkriegen. Ich habs schon ein- zweimal erlebt, daß die entsprechenden Leute dann doch nochmal anrufen, und plötzlich bereit sind, für ne gute Leistung auch nen entsprechenden Preis zu bezahlen. Wie gesagt, ein- zweimal.... ;-)
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Antwort#4
Na also die preise finde ich sehr human! Man kann ja im gegenzug mal fragen ob deine Kollegen dir mal nen billigen gefallen tun!
Man sollte den leuten auch immer erzaehlen was das material wert was da bewegt wird und dann erklaeren das man auch kosten hat!
Ich glaube du bist deutlich im recht und solltest naechstes mal einfach sagen. Entschuldigung ich habe nen anderen job fuer mein Zeug wo ich Summe xy bekomme. Wenn ihr es haben wollt muesst ihr das ueberbieten. Sonst kann ich nur empfehlen lieber als gast auf die party zu gehen und spass zu haben!
Vermietung ist ein undankbares geschaeft! Und wenn 5 Leute zusammen nicht deinen preis aufbringen koennen sollten sie mal ueberlegen ob sie ihre kumpels nicht lieber zu ner currywurst einladen und es gut sein lassen!
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Antwort#5
Hi!
Mein Tipp: Ich mache es nach dem alten Händlerprinzip: N hohen Preis, und wenn sie dann rumstressen geh ich runter auf den normalenm Preis. dann sind sie befriedigt dass sie gehandelt ahben. Klappt sehr oft!
mfg
Speaka
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Antwort#6
Nach dem Motto: "Wir würden Ihnen gerne Sonderrabatte gewähren, wenn Sie damit einverstanden sind, daß wir sie vorher drauf schlagen". :-)
Man muß tatsächlich so vorgehen....!
Grüße
Rainer
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Antwort#7
Das ist das Problem,
die Leute reden immer von Servicewüste Deutschland,
aber letztlich ist es doch so, das hier auch keiner bereit ist fuer Dienstleistung Geld zu bezahlen.
Warum gibt es bei uns wohl keine Schuhputzer mehr ??
gruss
claus
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Antwort#8
Hallo claus,
genauso ist es, keiner ist mehr bereit für gute Dienstlsitung geld zu bezahlen. Aber ich finde es noch treister, wenn jemand (veranstalter) sich eine anlage leiht und dann anruft und fragt ob man sie bedienen könne möglichst für lau! Ist mir schon passiert, und cih habs dann abgelehnt. So ists in Deutschland...
Trotzdem viel Spaß noch bei deiner tätigkeit!
Tobi

http-Veranstaltungstechnik GbR
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Antwort#9
Hallo Daniel,
dann sag ihnen doch ganz einfach; wenn sie denken, daß sie woanders billiger wegkommen, dann bitte sehr! Erfahrungsgemäß müssen die Leute mit der Hauptsache-billig-Mentalität erstmal eine richtige Bauchlandung hinlegen. Das schult ungemein!
MfG
DB
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Antwort#10
So einfach find' ich das nicht - es gibt nämlich dann zwei Fälle: Entweder, der "billige" Kollege liefert brauchbare Arbeit ab - dann sag' ich mir, wenn er meint damit glücklich zu werden, soll's mir recht sein.
Oder aber der andere liefert absoluten "Müll" ab, dann kommt es drauf an, ob Dein Kunde das beurteilen kann, dass das Müll war (... und meist kann er es nicht...).
So oder so ist Dir nicht geholfen, der Auftrag ist für den Moment jedenfalls weg.
Nebenbei: Wie Rainer schon gesagt hat, ist Verleih das undankbarste Geschäft. Und besonders schlimm sind die "Kundengruppen" Schüler/Studenten und jedwede Vereinsmeier. Die haben meist nämlich NULL Beziehung zu Geld und seinem Wert.
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Antwort#11
...das viele billig Anbieter einigermassen brauchbare, gerade so ausreichende (Note 4 sozusagen) Arbeit abliefern.
D.h. dem Veranstalter und dem Publikum fällt es nicht unbedingt auf, wenn sie unprofesionell sind. Aber die Bands und deren Techniker müssen das dann ausbaden. So sind dann eben statt den geforderten 10Monitoren nur 5 da, der Siderackinhalt ist billig. Ein paar Mikros fehlen, das Pult ist zu klein und die Leute sind nicht so fähig etc.
Ich hab aber schon alles erlebt. Techniker die aus Schrott (u.a. 12er Regent-Pult aus sozialistischer Produktion) eine sehr geilen Sound gezaubert haben und "Profies" die gute Technik hatten, aber unfähig waren auch nur mal einen Kanal zu checken.
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Antwort#12
Und die Kategorie "Preiszerstörer" gibt's auch noch. Das sind dann die, die richtig vernünftiges Equipment zu unmöglichen Preisen auffahren. Beispiel gefällig? War an Silvester bei einem Clubgig (Rock-Band, 200 Besucher). Ein Stack D&B C7 je Seite, Soundcraft K2, HK Monitoring. Klar&BSS EQs, richtig ordentliches Siderack (PCM90, TC, BSS Kompressoren). Und 12 kw Licht und Nebel war'n auch noch mit von der Partie.
Der Sänger der Band hat mir später erzählt, was sie für den Service bezahlt haben - 700.- Eier - D-Mark, wohlgemerkt! Die Jungs waren zu zweit da, mit 'nem 7,5 Tonner. Und es hat auch noch geil getönt (weil der Mixer der Band genischt hat).
Da kann ich nur sagen: Die können einfach nicht rechnen. _Das_ ist 'n richtig ernsthaftes Problem. Ich frag mich, sind die zu blöd dazu oder machen die absichtlich den Markt kaputt, um die Konkurrenz rauszudrücken? Ich muss doch soweit kalkulieren können, dass ich mir sage, alles klar, es steht Material für 80 Mille im Lager - um was zu verdienen, muss ich so und so viel verlangen.
Wenn ich sowas dann sehe, das frustriert mich! Thomas
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