Lexicon 480 - ja oder nein ??

Erstellt 15 Antworten16 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich habe ein gebrauchtes Lexicon 480 L mit Larc angeboten bekommen und könnte mir es jetzt sogar leisten. Meine Frage an die Leute, die täglich damit arbeiten: Lohnt es sich in der heutigen Zeit noch ein 480 er zu kaufen oder ist es in einem oder zwei Jahren sowieso nicht mehr vonnöten.
Ich arbeite übrigens in einem Mietstudio mit unterschiedlichsten Kunden
an einem ProTools Mix3 System - und bräuchte das Gerät eigentlich nicht wirklich.
Ist es tatsächlich noch so, daß nur Tonstudios mit mindestens einem 480er
als professionell gelten oder sind die Zeiten vorbei ?
Vielen Dank für alle Antworten !
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Antwort#2
Moin!
Also die Zeiten, in denen ein Studio noch durch ein 480er beeindrucken konnte sind meiner Meinung nach schon lang vorbei. Es gibt inzwischen schon so viele wirklich gute Hall-Plugins für PT und die Hardwarehallgeräte werden auch immer besser. Da bin ich mir bicht sicher, ob sich diese Anschaffung lohnen wird. Sicher ist das Gerät nicht schlecht und ich kenne natürlich nicht die übrige Peripherie des Studios, aber ich glaub ich würde die Kohle anderweitig investierten.
Gruß
Markus

Marcoustic Audio
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Antwort#3
vielen Dank Markus, ich glaube du hast recht,
was hältst du von einem T.C. M 5000 ??
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Antwort#4
Hallo
Sofern man überhaupt an Effektperipherie erkennen kann, ob man ein professionelles Studio vor sich hat, kommnst du mit dem 480L wohl etwas zu spät. Da wäre heute eher ein 960 oder noch besser ein System 6000 angesagt.
Persönlich würde ich in keinem Studio arbeiten wollen, welches "nur" PlugIn-Effekte bietet, aber das sieht wohl jeder ein wenig anders. Für ein 480L spricht der unvergleichbare Klang. Ausserdem ist es so ziemlich der einzige Lexicon-Hall, den man bedienen kann ohne sich grün zu ärgern.
Da dir selbst aber ja offensichtlich so wenig daran liegt, frage doch einfach deine Kunden, ob für sie das Studio durch ein 480 aufgewertet würde. Wenn die Antwort nein ist, kannst du dir auch das M5000 schenken.
Trench
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Antwort#5
Hallo Trench,
um ehrlich zu sein, ich habe noch keinen Kunden gehabt, den es wirklich interessiert,welches Hallgerät ich gerade benutze.
Wichtig war eigentlich nur immer,ob´s so klingt wie sich die Kunden das vorgestellt haben. Wir haben momentan Hardwaremässig einen Klark 780,ein Roland SRV 2000,ein Roland SRV330 , zwei LXP 1 , ein LXP 5 , und eben jenen besagten TC M 5000 und natürlich Softwaremässig Rev One , Trueverb , Lexiverb usw. - also eigentlich Vollpension.
Die Frage sollte eigentlich lauten:
Ist das 480er wirklich BESSER als o.g.Teile, werden meine Produktionen dadurch besser und ist unser Studio in den Augen -auch speziell anderer Tontechniker,die hier arbeiten- besser oder professioneller als vorher ?
Vielen Dank für die Antworten und die Diskussion.
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Antwort#6
Moin Eddy!
Also wenn Du so eine reichhaltige Auswahl an PlugIns und Hardwareteilen hast, dann glaub ich nicht, dass das 480er eine große Verbesserung ist. Ich hab erst einmal mit dem Teil gearbeitet, aber vom Hocker gerissen hat es mich nicht. Das Gerät ist gut, ohne Frage... aber erstens ist der Preis von den großen Lexicons meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt und zweitens bin ich auch kein Freund vom Parameterdschungel, der sich einem auftut, wenn man vor einer Lexicon-remote sitzt.
Gruß
Markus

Marcoustic Audio
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Antwort#7
hallo!
da gerade ein diskussion über effekte im gange ist hätte ich da auch eine frage.
gibt es eine softwarelösung die annähernd so gut wie ein TC5000 klingt?
gruß, thomas
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Antwort#8
Hallo,
in einer älteren Ausgabe der leider verstorbenen Zeitschrift Solo wurde mal ein Hallgeräte-Vergleichstest bit beiliegenden Soundbeispielen durchgeführt, dabei waren u.a. das Lexicon 480, das TC M 5000 und das EMT 251 oder 252 dabei. Ich kann mich noch vage daran erinnern, daß der Unterschied zwischen 480 und 5000 für mich kaum zu hören war. Allerdings testeten sie damals nur ein Programm mit einer Snare. Nach Aussage eines Filmsynchronisieres führt am 480 kein Weg vorbei, wenn man extrem kleine Räume simulieren muß, was ja im Film oft der Fall ist. Dieses Gespräch ist allerdings auch schon 2 Jahre her. Ich hatte auch schon öfters mit einem 300er geliebäugelt, mir dann aber aus finanziellen Gründen ein PCM 70 angeschafft. Allerdings arbeite ich wesentlich lieber und häufiger mit meinen 2 LXP 1 mit MRC, denn die Bedienung ist einfacher, und der Sound nicht hörbar schlechter. Ich bin sowieso der Meinung daß das gezielte Spielen mit den Parametern wesentlich mehr bringt, als einfach ein fertiges Preset eines sauteuren Hallgeräts zu verwenden und darauf zu vertrauen, daß es bei dem Preis einfach gut sein muß. Schließlich wurden im Zeitalter von mit analogen Bandmaschinen verzögerten Hallplatten oder Folien auch gute Ergebnisse erzielt, an denen sich heute noch viele messen. Nur waren die Leute früher wohl notwendigerweise viel experimentierfreudiger als heute.
Noch eine selbstgemachte Erfahrung in Sachen Hall:
Lieber mehrere preiswertere Hallgeräte für die einzelnen Signale (Inst, Backing Voc´s, Lead Voc´s, usw.) verwenden und die Parameter der jeweiligen Signalquelle anpassen als ein teures mit einem "Kompromiss-Programm".
Dies ist lediglich eine Erfahrung und soll weder als Patentrezept noch als Vorgabe dienen.
Hallige Grüße
Martin

http://mk-musikproduktion.de/
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Antwort#9
Lieber mehrere preiswertere Hallgeräte für die einzelnen Signale (Inst, Backing Voc´s, Lead Voc´s, usw.) verwenden und die Parameter der jeweiligen Signalquelle anpassen als ein teures mit einem "Kompromiss-Programm".
*unterschreib*
Und normalerweise kommen extrem kleine, oder überhaupt kleine Räume ja praktisch nicht vor.
Eine andere Frage ist, welchen Hall nehme ich für welches Instrument.
D.h. bei welchem Instrument fällt ein schlechter Hall nicht auf, bei welchem muss der Hall top sein.
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Antwort#10
Hallo
Lieber mehrere preiswertere Hallgeräte für die einzelnen Signale (Inst, Backing Voc´s, Lead Voc´s, usw.) verwenden und die Parameter der jeweiligen Signalquelle anpassen als ein teures mit einem "Kompromiss-Programm".
Obschon dies sicher sehr stark vom Einsatzzweck abhängig ist, sehe ich das überhaupt nicht so. Die Gefahr, dass der Mix massiv an Transparenz verliert steigt tendentiell mit jedem Hall der zusätzlich dazukommt. Je schlechter der Hall ist, desto grösser wird diese Gefahr (überproportionaler Anstieg). Deshalb lieber nur ein oder zwei gute Geräte, als viele schlechte.
Mir ist auch nicht klar, weshalb du ein teures Gerät als "Kompromiss-Programm" bezeichnest und davon ausgehst, dass bei teuren Geräten nicht editiert wird/werden kann.
Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann ist, dass du alles in einen Topf wirfst: Zwischen einem 300, einem PCM70 und einem LXP-1 liegen (zumindest für meine Ohren) klangliche Welten. Ebenso zwischen einem 480 und einem M5000.
Was mir an dieser (und ähnlichen Diskussionen; und damit spreche ich jetzt nicht dich persönlich an) ausgesprochen missfällt, ist die sterotype Argumentationsweise nach folgendem Muster:
-ich habe das teure Gerät X nicht
-ich brauche es auch nicht, meine günstigen Y sind genau so gut
-X ist auch viel zu kompliziert zum Bedienen; wer braucht denn schon alle diese Parameter; ich mache das selbe mit 1000 Parametern weniger
-wer ein X hat ist ohnehin nicht in der Lage dieses zu bedienen und beschränkt sich darauf Presets abzurufen.
-jeder der ein X hat ist ein Trottel, hat zuviel Geld, hat es nur aus Prestigegründen, ist Marketing-gläubig, etc.
Trench
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Antwort#11
Hallo
Und normalerweise kommen extrem kleine, oder überhaupt kleine Räume ja praktisch nicht vor.
Eine andere Frage ist, welchen Hall nehme ich für welches Instrument. D.h. bei welchem Instrument fällt ein schlechter Hall nicht auf, bei welchem muss der Hall top sein.
Bei mir schon.
Hall muss auf jeden Fall top sein:
-Haupthall
-kleine Räume
-klassische/akustische Instrumente
"billiger" Hall ist manchmal sogar besser für:
-künstliche Sounds
-Effekt-Hall
Trench
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Antwort#12
Hallo
Gegenüber den Hardware-Komponenten kann sicherlich nur das M5000 mit einem 480 mithalten. Zu den PlugIns kann ich nichts sagen, da ich diese wie ich schon erwähnte kaum jemals einsetze.
Die Meinung von Markus betreffend dem Preis kann ich so eigentlich nicht teilen. Was macht denn einen guten Hall aus?
1. echte Stereoverarbeitung (für Haupthall unabdingbar)
2. Prozessorleistung + Algorithmen
3. Beeinflussungsmöglichkeiten
Von 2 hängt schiesslich ab, wie realistisch ein künstlicher Raum klingt. Von 3 wie stark man ihn effektiv den jeweiligen Bedürfnissen anpassen kann. Das 480 stellt hierin sicher eine Klasse für sich dar. Klar klingen 960 und System6000 wieder ganz anders Aber dazwischen liegen ja auch ein paar Jahrzehnte - und einige Tausender.
Ansonsten kann ich dich nur beglückwünschen, wenn deine Kunden mit dir zufrieden sind. Wenn du kein 480 brauchst, dann kauf dir auch keines; es gibt so viele andere schöne Dinge in die man sein Geld investieren kann... ;-)
Trench
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Antwort#13
zunächst mal danke für die vielen Anregungen !
Kurze Rückfrage an Trench:
Du schreibst, zwischen einem 480 und einem M5000 liegen Deiner Meinung nach
große Unterschiede.
Was sind denn die Unterschiede, und welches Gerät ist wofür besser?
Oder ist der 480er prinzipiell besser - dann würde ich ihn mir
doch kaufen.
Da ich den M 5000 recht gut kenne würde mich einfach interessieren
ob und in welcher Disziplin der 480er die Nase vorn hat.
Vielen Dank für weitere Antworten !
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Antwort#14
Da kann ausnahmsweise mal ich antworten,
da ich mit diesen Teilen quasi ständig arbeite:
Meiner Meinung nach schafft keine Softwarelösung auch nur annähernd
an einen M 5000 ranzukommen, auch nicht der recht großspurig angekündigte
REV One von Digidesign (der ja lt. Digidesign mit allen Hardwareteilen mithalten kann).
Im, natürlich immer subjektiven, Hörvergleich haben wir grundsätzlich immer
die Softwarelösungen herausgehört und für schlechter empfunden.
Trotz Allem: Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis es dann wirklich soweit ist - aber im Moment würde ich auch noch nicht nur mit Plug-Ins arbeiten wollen - auch wenns so schön bequem wäre mit dem Recall usw.
Deswegen überlege ich mir ja auch, einen Lexicon 480 anzuschaffen.....
womit wir wieder beim Thema wären ;-)
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Antwort#15
Hallo
Ich habe zusammen mit einigen Kollegen mal ein paar Dinge im direkten Vergleich ausprobiert. Bei vergleichbaren Einstellungen sind die Unterschiede schon herauszuhören. Was aber letztlich besser ist, könnte ich nicht sagen; es klingt halt einfach anders.
Eher dem 480 den Vorzug geben würde vermutlich ich bei lange ausklingenden Hallfahnen. Hier hatten wir doch den Eindruck, als sei die Decay des Signals etwas homogener, wärmer und vielleicht auch realistischer als beim M5000, insbesondere bei sehr kritischen Signalen wie Violine und andere Streicher.
Allerdings muss dazu auch folgendes gesagt werden: (gute) Hallalgorithmen sind ja bekanntermassen sehr komplex und eine Veränderung eines einzelnen Parameters zieht ein Vielzahl von Rechnungsoperationen nach sich, welche man hinter diesem einzelnen Parameter vielleicht gar nicht vermuten würde. Ausser dem Programmierer vermag niemand genau zu sagen, was eigentich passiert, wenn man irgendwo zu schrauben beginnt. Insofern ist es auch nicht möglich, zwei Geräte gleich einzustellen und man vergleicht dadurch immer Äpfel mit Birnen . Vielleicht habe ich bei meiner Aussage auf die du deine Frage beziehst den Mund auch etwas zu voll genommen. Ich glaube(!) einfach, dass ich die beiden Geräte unter bestimmten Konstellation auch Doppelblind unterscheiden zu können. Das ist aber auch schon alles.
Ohne Zweifel sind beide Geräte aber sehr gut und geniessen auch einen hohen Stellenwert. Ich würde sagen, von daher steht ein M5000 gerade so gut da wie ein 480 (bei mir zumindest ;-))
Trench
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Antwort#16
Hallo Trench,
mit Kompromissprogramm meine ich ein Programm, welches für alle Signalquellen "so einigermaßen" geeignet ist, ich unterstelle niemandem, daß er mit dem teuren Gerät nicht editiert.
Ich hätte kein allzugroßes Problem, ein Lexicon 224 oder 300 zu erweben, wenn es denn wirklich vonnöten ist. Ich hatte vor ca. 2 Jahren auch mal ernsthafte Pläne diesbzüglich. Dann durfte ich in einem anderen Studio mit einem 300er arbeiten und musste danach feststellen, daß ich das Gerät definitiv nicht brauche.
Was die anderen Punkte angeht, so möchte ich dazu nur sagen, daß sowohl die Geschmäcker als auch die Erfahrungen gottseidank nicht immer gleich sind.
Was Dein Fazit angeht, so gebe ich Dir in gewisser Hinsicht recht, nur musste ich leider schon zu oft zusehen, wie eine ganze CD mit einem Einheitsmikro und auch einem Einheitshall produziert wurde, obwohl eine große Auswahl vorhanden war, nach dem Motto: Das Zeug ist schon gut.
Demnach sind auch die Verfahrensweisen nicht immer gleich.
Ich kenne auch Gitarristen, die sich immer das neueste Equipment anschaffen und doch nie mit ihrem Sound zufrieden sind, wogegen andere, die mit ihrem Zeug intensiv arbeiten mit der Zeit auch zu einem befriedigenden Ergebnis kommen (auch wenn´s nicht das teuerste ist).
Gruß
Martin
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