Einmessen einer PA mit SAT-Live

Erstellt 13 Antworten14 Beiträge
Startbeitrag#1
nach einer woche (fast) dauerbeschäftigung mit tomys programm komme ich zu folgenden schlüssen: wenn man damit umgehen kann, hat man eine pa innerhalb von 5 minuten eingemessen und über eq eingestellt. das ergebnis war meiner meinung nach jedesmal schon so überraschend gut, dass nachregelungen nicht mehr nötig waren (wenn man diverse positionen im zuschauerraum mit berücksichtigt hat). vom klangbild her immer transparent, laut aber nicht aufdringlich oder nervig.
mein problem: teilweise erhielt ich bei einigen lautsprechersystemen dermaßen seltsame messkurven, dass sich das einregeln des eqs als sehr schwierig erwies. (durch sehr viele, eng beieinander liegende frequenzspitzen- und einbrüche) welchen kompromiss gehe ich dabei am besten ein? quer durch die mitte?
als eq hatte ich lediglich den behringer ultra-graphen sowie den alesis meq2031 zur verfügung. dabei stellte sich heraus, dass die alesis-filter nicht völlig gleichartig auf beiden kanälen waren, beim behringer hingegen schon (was die frequenzentsprechung zu den angegebenen werten und güte angeht). dafür rauschen die behringer-filter viel mehr. jeder zusätzliche filter in einem eq bedeutet ja zusätzliches rauschen: was mache ich gegen zu starkes rauschen verursacht durch zuviele zur entzerrung benötigte filter? gibt es evtl. teurere marken-eqs die nur sehr wenig rauschen? im allgemeinen finde ich es sowieso ziemlich schwierig, mit normalen (nicht constant-q) terz-equalizern nach den ergebnissen einer messung zu entzerren, da solche mssungen oft umfangreiches eingreifen erfordern, was man durch hören wohl nie so einstellen würde. aber es ist schon erstaunlich, wie sich die qualität einer pa durch das einmessen steigern kann. wer von euch benutzt SAT regelmäßig und ab welcher veranstaltungsgröße?
gruß, christian
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Antwort#2
Hallo,
nun ich bin nicht so ganz sicher, ob es hierher gehört, aber so ein Posting geht natürlich runter wie Öl.
Ich benutze SATlive eigentlich immer, wenn ich mit meiner eigenen PA unterwegs bin. Bei Fremd PAs müsste ich erstmal zuviel erklären, und dazu habe ich meist nicht die Zeit.
Ich habe inzwischen auch gelernt, dass ich dem SAT trauen kann. Es macht m.E. einen wirklich neutralen Grundsound. So, nun genug der Werbung.
Was du als 'extrem wellig' beschreibst, hört sich an wie Kammfiltereffekte. Diese treten immer dann auf, wenn eine Frequenz von mehr als einer Quelle abgegeben wird. Die Ursache dafür ist, das die Signale der Quellen nicht zur absolut gleichen Zeit eintreffen, sondern zeitlich versetzt.
Charakteristisch für Kammfilter ist, dass sie regelmässig auftreten, d.h. der Einbruch ist z.B. bei 2k, 4k, 6k, 8k etc...
Und, wenn man das Mikro ein paar Zentimeter bewegt, dann liegen sie bei anderen Frequenzen.
Sehr schön kann man Kammfilter sehen, wenn man z.B. mal zwei parallele Monitorboxen im Vergleich zu einer misst.
Ein Versuch Kammfilter zu equalisiern endet im Desaster.
Um Kammfilter zu minimieren gibt es folgende Möglichkeiten:
- An einem Ort nur Signal von einer Quelle (eigentlich eine Forderung für Mono Beschallung :-(
- Beide Signale zeitgleich eintreffen lassen (ein frommer Wunsch lässt sich nur an einigen wenigen Stellen erreichen)
- Wenn schon mehr als ein Signal an einer Stelle, dann einen deutlichen Pegelunterschied zwischen beiden herstellen.
Aber interersanterweise hört das Menschliche Ohr die Kammfilter kaum, sie fallen nur auf, wenn sich die Frequenzen ändern (ein Chorus oder Flanger ist ein modulierter Kammfilter ).
Tomy
P.S. SATlive hat einen Bug, wenn man die Overlaykurve anzeigt, ist sie ungeglättet, auch wenn das Menu was anderes sagt. Dann einfach mal die Glättung umstellen und wieder zurück, dann passt es).

Werbung (heute mit Stolz)
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Antwort#3
so, das ist eine messung eines wharfedale 15/2 monitores. ohne glättung. z.b. zwischen 3 und 7 khz, diese schnell wechselnden frequenzeinbrüche und -spitzen. kammfiltereffekte können es nicht sein, da ich hier ja nur diese eine box gemessen habe. eine anpassung mit einem terz-eq hinzukriegen, ist in diesem fall ziemlich schwer. wie sollte ich da am besten vorgehen?
zu sat: warum sollte das hier nicht hinpassen? ist ja keine arschkrie... oder so, sondern einfach nur anerkennung für ein meiner meinung nach gut gelungenes und hilfreiches programm. langsam wird es zeit für die vollversion ;) ich finde es einfach erstaunlich, was man selbst aus kleinen topteilen herausholen kann. manchmal entstehen schon abenteuerliche eq-kurven, aber ist doch egal. durch hören allein kommt man da jedenfalls nie hin. was ist eigentlich mit phasenproblemen, wenn ich viel am eq schraube? inwiefern machen sich diese bemerkbar?
gruß, christian
PS: der anstieg bei 20 khz ist ein fehler in der mikrofonkorrektur, also vernachlässigbar.
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Antwort#4
Charakteristisch für Kammfilter ist, dass sie regelmässig auftreten, d.h. der Einbruch ist z.B. bei 2k, 4k, 6k, 8k etc...
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Antwort#5
ups.. hast natürlich recht.. hoffentlich liest keiner von Meyer Sound mit, sonst wollen die das Diplom wieder...
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Antwort#6
Hallo Christian,
also für eine ungeglättete Kurve finde ich es gar nicht so schlecht.
Probier doch mal folgendes:
1. Stell den Monitor mal auf eine Decke
2. Bewege das Mikro mal ein paar Zentimeter hin oder her
Auch ein Lautsprecher kann in sich Kammfiltereffekte haben, weil es ja duchaus Bereiche gibt, in denen der Hochtöner und der Tieftöner laufen.
Ansonsten, wie gesagt, finde ich die Responsekurve gar nicht so schlecht.
Ich würde bei 3k den Buckel wegmachen, und dann mal hören, es käme auch drauf an, ob das Mikro bei 8k noch Feedbackanfällig ist, wenn ja, musst Du da noch ein wenig bei.
Ich arbeite mit einem parametrischen EQ, da kann man das immer ganz schön hinbiegen. Der Phasengang wird anders, wenn man ein EQ eingestzt wird. Ob das hörbar ist, wird immer wieder diskutiert, ich bin der Ansicht, dass ein glatter Frequenzgang schon das erste Ziel ist. Die Phase liefert Informationen über Probleme, daher wäre es interessant, was sie bei 3k macht. Wenn sie das springt, dann gibt es ein Time-align Problem in der Weiche.
Tomy
P.S. Was fehlt denn noch zur Vollversion :-)

Ganz vermessen
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Antwort#7
so, das ist die direct-electric messung mit dem eq. glättung: 1/3 oktave. dafür habe ich allerdings 26 filter der 30 am eq benötigt. mich störts halt nicht, der sound ist super. aber vielleicht gehts auch einfacher? ist die anpassung zu genau oder zu ungenau?
gruß, christian
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Antwort#8
Hallo,
also ich persönlich hätte die Boost unten und oben nicht gemacht, aber das ist halt Geschmaksfrage.
Miss die Box doch mal mit dem Eq, und schau mal, was rausgekommen ist.
Das schwierigste beim Eqing ist meistens festzustellen, was kann/soll man equalisieren und was nicht.
Probier einfach mal, am besten mal das Mikro ein paar Zentimeter verscheiben und dann messen, noch eine Messung mit etwas mehr Entfernung, die kann man dann im Tracemanager übereinander legen, und erkennen, wo die gemeinsamkeiten liegen. Und die dann korrigieren. Eine Korrektur nach einer Messung birgt immer die Gefahr, das man ein spezielles Problem an einem Punkt bekämpft, und sich dadurch an allen anderen Stellen Probleme einfängt.
Tomy
P.S. Hast Du das PDF mal gelesen?

Direkt zu SATlive
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Antwort#9
wenn du die pdf meinst, die da heißt "SAT live in Aktion"; klar hab ich die gelesen. ich habe die box ja auch nicht nur von einem punkt aus gemessen. hatte ja grad zeit zu hause zum experimentieren, hab mir also einen kleinen foh in die garage gestellt und die beiden wharfedale auf stative. dann hab ich lustig rumgemessen. zuerst eine messung 1 meter direkt vor jeder box, dann links/rechts messungen mit dem messmikrofon direkt zwischen den boxen/2 meter davor und noch je eine links/rechts-messung direkt am foh. aus allen messungen jeweils einer seite habe ich dann eine hauptkurve für die linke box und für die rechte erzeugt und danach den eq angepasst. folgendes kam eben bei einer messung der box mit eingestelltem eq heraus (wieder eine hauptkurve aus messungen an den genannten drei punkten): (glättung: 1/2 oktave, bei einer oktave wäre es ja beinahe linear, abgesehen vom bassbereich :) ach so, das bild befindet sich ja oben!
PS: die alibrierungen für die soundkarte stimmen bei mir immer mal wieder nicht mehr. liegt das an meiner soundkarte? (billig-kram: terratec 128 pci)
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Antwort#10
@tomy: wie würdest du denn die mit entzerrung gemessene kurve bewerten? zuviel oder zuwenig entzerrt? es sieht halt immer noch ein wenig ungleichmäßig aus (für mich jedenfalls). ich sollte den anzeigebereich wohl mal auf +-40db rauf setzen. :) ich möchte nur wissen, ob das im vergleich zur ausgangskurve okay ist, oder ob da noch mehr drin wäre. wie sehen denn deine ergebnisse nach einer entzerrung mit SAT aus?
gruß, christian
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Antwort#11
hallo tomi
welchen parametrischen eq ( marke/ typ ) setzt du live ein und wo im signalpfad ?
wie schaut´s aus mit der pegelfestigkeit...
dechnikusch
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Antwort#12
Hallo,
also bis gestern hatte ich jahrelang die Behringer Parametrik im Rack, hat gut funktioniert, gestern kam das Paket mit dem YDP-2006 von Yamaha, mit dem werde ich es morgen mal versuchen.
Normalerweise schleife ich das ganze in den Master Insert, und wenn es nicht geht (wegen Delaylines o.ä.) dann ganz trivial zwischen Pult und Multicore (äh Amprack).
Tomy

http://www.sat-live.com
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Antwort#13
Die messungen und so gefallen mir sehr gut.
endlich mal jemand der die sache praktisch anwendet und hinterfragt.
ich habe leider nicht so oft die Zeit, die du jetzt rein gesteckt hast um die Box zu linearisieren.
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Antwort#14
Hallo Christian,
entschuldige bitte das längere Schweigen, aber ich hatte viel zu tun.
Also, das mit der Kalibrierung ist ungewöhnlich. Was stimmt denn dann nicht?
Was ich kenne, ist das manche Soundkarten manchmal um ein Sample die Kanäle versetzen, d.h. bei der kalibrierten Kurve stimmt die Phase nicht, sie geht entweder leicht nach oben oder leicht nach unten weg.
Um den resultierenden Frequenzgang zu bewerten, müsste man wirklich mal klären, was von der Garage kommt, und was von der Box.
Dazu ist ein Blick auf die Impulsantwort oft sehr hilfreich, denn dort sieht man z.B. die Reflektionen der Wände und kann sie ggf. mal ausblenden (oder nur die Reflexionen anschauen).
Grüße
Tomy
P.S. Wenn ich mal viel Zeit habe, dann mach ich mal darüber noch ein PDF.

Darüber reden wir hier
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