Stereophonie Unterschiede zwischen XY und AB?

Erstellt 3 Antworten4 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
wir haben hier nun schon oft ueber bestimmte Stereophonie techniken (Mikrofon platzierung) gesprochen, nun aber mal eine Frage:
Was ist der Unterschied im Stereoklangbild zwikschen einer AB und einer XY aufnahme. Ich weiss, dass AB sowohl "Ankunftszeit differenz" als auch die Intensitaet basiert und XY nur Intensitaet ist, aber worin liegt der Unterschied?
Ich habe vorhin mal einige Tests mit zwei Neumann KMi's und ART Vorverstaerkern gemacht (einfach nur zuHause sehr sauber Aufgenommene Musik in Entfernung abgespielt) und ich hoere auch klare Unterschiede. Trotzdem kann ich nicht sagen, in welcher ich den Raum nun mehr hoere, oder welches Stereobild gestreckter ist und und und.
Was sind Eure Erfahrungen damit? Was eignet sich am meisten fuer eine sehr hallige Kirche am meisten und welche mehr fuer die Open air show (sehr trocken)? Ich werde auch gleich noch mal in Rainers Berichten nachschauen.
Tschoe, HaJo
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Antwort#2
Hallo HaJo,
Du fragst: Was ist der Unterschied im Stereoklangbild zwischen einer AB- und einer XY-Aufnahme?
Um Dich auf die richtige Fährte zu setzen, kannst Du erst einmal auf meiner Homepage nur den Artikel "Stereoabbildung und Lokalisationsschärfe" lesen. Drücke dazu den Link unten.
http://www.sengpielaudio.com/StereoAbbildungLokalisationsschaerfe.pdf
Dieser kurze Artikel ist bisher noch nicht veröffentlicht worden.
Also die "Stereoabbildung" ist nur "ein" Unterschied, der zu nennen wäre.
Es geht also hier um den großen Klangbild-Unterschied zwischen den beiden Grund-Aufnahmeprinzipien von Laufzeit- und Koinzidenz-Stereofonie.
Viele Grüße
ebs
mailto:[E-Mail-Adresse entfernt]
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com



Stereo-Abbildung
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Antwort#3
hi,
ab verfahren (laufzeiten): mehr tiefenstaffelung, weniger lokalisationsschärfe, tiefe frequenzen werden besser abgebildet, nicht ganz so transparent.
bedingt monokompatibel
xy, weniger tiefenstaffelung, gute lokalisationsschärfe, wenig bassanteile, gute und transparente höhenabbildung, monokompatibel.
gruß racker
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Antwort#4
Hallo HaJo,
Wenn Du meinen Bericht bei Soundgalerie gelesen hast, wirst Du sicher festgestellt haben, daß ich ein Verfechter der M/S-Mikrofonanordnung bin.
Ich habe lange Zeit bei Klassikaufnahmen von Chor+Orchester+Solisten mit A/B-Technik gearbeitet, aber was mich immer gestört hat, ist einserseits die geringe Lokalisationsschärfe und andererseits die Neigung des Hörbildes zur Gegenphasigkeit. Man hat immer ein gewisses Gefühl des "Druck auf die Ohren".
Daher bin ich wieder zurück zur Koinzidenztechnik gegangen, aber nicht mit X/Y sonden wie schon gesagt mit M/S. Man hat dadurch besser die Möglichkeit die Basisbreite zu beeinflussen weil man ja den Winkel der Mikrofonsysteme nicht mehr verstellen braucht. Außerdem - und das ist ein großer Vorteil dieser Technik - erlaubt es M/S als einzige koinzidente Mikrofonanordnung einen Druckempfänger zu benutzen, was auch die Baßübertragung (siehe Rackerlui's Einwand) verbessert. Außerdem geben Druckempfänger die Tiefenstaffelung korrekter wieder als Druckgradientenempfänger.
Nach meinen Beobachtungen wird dieser Sachverhalt von vielen Kollegen nicht so recht wahrgenommen - die meisten nehmen für den M-Kanlal bei M/S einen Druckgradientenempfänger.
Auch die ORTF-Anordnung hat bezüglich der Baßübertragung die selben Schwächen wie eine X/Y mit 2 Nieren.
Ein weiterer Vorteil der M/S ist - und auch das habe ich schon praktiziert - daß man den M- und den S-Anteil unterschiedlich entzerren kann. Gerade z.B. bei Orgelaufnahmen senke ich im S-Signal die Tiefen mitunter etwas ab, weil dann der Baß mehr in der Mitte erscheint und die Höhen außen.
Bei AB ist dies alles nicht so ohne weiteres möglich, es sei denn, man matriziert zunächst in ein M/S-Signal, bearbeitet dies wie gerade beschrieben und anschließend dematriziert man es wieder. Kollegen aus der ehemaligen DDR sollen dies oder ähnliches in der Vergangenheit oftmals praktiziert haben.
Nochwas zu Gesangsolisten in Verbindung mit einem Orchester:
Ich habe schon oftmals derartige Aufnahmen gemacht wobei ich den Solist in X/Y mit einem SM69 fet aufgenommen habe. Den Versatzwinkel ca. 75° und die Richtcharakteristik auf jeweils Superniere. Man hat den Eindruck, als stünde der Solist VOR dem Orchester.

Grüße
Rainer
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