Hallo Kollegen, habe vor ein paar Tagen erfahren, daß im Laufe des Frühjahrs dieses Jahres die ersten Festplatten mit 1 Terabyte (=1000 GB) kommen sollen. Auf diese Speicherkapazität passen grob gerechnet 1500 Stunden Musik in Stereo mit 16bit/44,1 kHz. Es wäre zu überlegen ob man künfitig die Archive auf eine solche Platte anlegt. Was aber ist, wenn eine solche Platte mal abschmiert? Sitzen wir da nicht auf einer unkalkulierbaren "Zeitbombe". Was meint ihr dazu? Wie archiviert Ihr bisher Eure Aufnahmen?
Lieber Rainer, ich habe Angst alle meine Daten einer Festplatte zur Archivierung anzuvertrauen - für mich sind mit 7000 upm rotierende Metallscheiben mit wenigen Mikrometern darüber schwebenden Köpfen irgendwie besorgniserregend. CDRs haben sich auch nicht als sonderlich datensicher herausgestellt. Digital-Bänder kann man nach ca 10-15 Jahren nicht mehr lesen... daher archiviere ich wichtige Aufnahmen auf 1/4" analog... das hält zumindest 50 Jahre (wie die Rundfunkarchive beweisen...) Die weniger wichtigen landen auf CD - und werden notfalls umkopiert. Umständlich - aber was soll's...
Das ist bei Musik eigentlich nicht anders als bei anderen Daten auch, also Festplatten spiegeln, geh' mal von einer durchschnittlichen Lebensdauer von 5 Jahren bei einer Festplatte aus, ansonsten zusätzlich Streamerbänder und/oder CD-R und immer mehrere Kopien anlegen, nach ein paar Jahren regelmäßig auf neue Medien kopieren, dann sollte das schon passen...
Hi Rainer! Wenn du Geld für zwei solcher Platten hast, kannst du dir ein RAID-System aufbauen, indem eine Platte auf die andere gespiegelt wird. Sollte eine davon ausfallen, springt die andere ein. Die Defekte kannst du dann ersetzen, und der RAID-Controller in deinem Computer sollte die neue Platte automatisch bespielen. Wenn du sogar Geld für drei der Platten hast, kannst du ein RAID-System aufbauen, dass neben der Datensicherheit auch die Zugriffsgeschwindigkeit verbessert. Allerdings darf dann immernoch nur eine Platte ausfallen. Sobald die Zweite ausfällt, hast du ein Problem. Gruß, tobi
Die Problemstellung "Archivierung von Massendaten" trifft ja nicht nur auf Audiodateien zu, sondern in wesentlich heftigerer Ausprägung auch auf digitales Filmmaterial. Ich drehe zwar nach wie vor auf Betacam SP, so dass ich da vorläufig keine Probleme habe. Aber für das bereits eindigitalisierte Material aus dem Avid haben sich inzwischen die Danis-Wechselfestplatten als Standard herausgebildet. Dann spart man sich ein erneutes Eindigitalisieren, wenn man mal wieder an die Aufnahmen heranmuss. Auf dem Raid-System lässt man die Daten nur so lange, wie man einen Film bearbeitet. Archiviert wird aber auf Danis-Wechselfestplatten. 80-GB-Platten kosten 120 EUR pro Stück. Denkbar wäre auch eine Archivierung auf DVD. Da gibt es angeblich keine Langzeitprobleme. Ein befreundetes Unternehmen dreht bereits mit der Editcam von Ikegami, die zeichnet direkt auf Wechselfestplatten auf, sogenannte Field-Packs. Die machen das so, dass sie alles Material jeweils zwei Mal auf Danis-Wechselfestplatten kopieren und an zwei verschiedenen Orten lagern. Auf eine Platte gehen jeweils vier Field-Packs. Ich halte das für eine vertrauenswürdige Lösung. Bei reinen Audiodateien sehe ich da noch viel weniger Probleme, weil ja die Datenmengen auch viel kleiner sind. Und DVD-Rohlinge sind ja inzwischen so billig, dass man auch mehr als zwei Kopien machen kann, wenn man noch ruhiger schlafen will. Matthias
Hallo Tobi, Ich denke, wenn man später eine zweite Platte anlegt als redundanter Träger dürfte das keinerlei Probleme mehr machen. Es werden ja nicht gerade 2 Platten gleichzeitig ausfallen. Das ist genauso unwahrscheinlich wie wenn beim Autofahren alle 4 Reifen gleichzeitig platzen oder beim Jumbo-Jet alle 4 Triebwerke gleichzeitig ausfallen würden. Meine Idee: Die Platte nur dann in Betrieb nehmen, wenn man im Schnittsystem die Aufnahme fix und fertig stehen hat - also fertig fürs Premaster - und sie dann auf die Platte überspielt zur Archivierung und die Platte auch nur dann wieder in Betrieb nimmt wenn entweder eine Neuaufnahme zu archivieren ist oder eine ältere Aufnahme wieder hervorgekramt werden muß.
Lieber Rainer, ich denke genau das aber verursacht Problem. Eine Platte, die 7/24 läuft zeigt meiner Erfahrung nach viel weniger Probleme als eine Platte die nur sporadisch in Betrieb genommen wird. Die meisten Fehler bei Festplatten entstehen beim Anlaufen (bevor der Luftpolster zwischen Kopf und Platte vollständig aufgebaut ist) - wenn sie mal in Betrieb sind halten sie ewig...(habe Platten gesehen die 12 Jahre in einem Datenbankserver gedient haben ohne ´Fehler)
Lösung: Fileserver? In den Staaten wird momentan die Datensicherung auf DLT propagiert.... Lieben Gruß Georg
hallo, ein freund von mir, der die server einer online-liga betreut, berichtete mir, das vor allem bei den datenbankservern, in denen die platten hoch beansprucht werden, sehr viele ausfälle zu verzeichen sind. schon vor etwa 3 jahren hatte er mir zu einem raid-system geraten, was mir auch schon einmal meine daten gerettet hat. diese erfahrung deckt sich mit einem zu diesem thema sehr interessanten artikel in der c't, die über RAID-systeme berichtet. die rapide gefallenen preise pro gigabyte machen ein ide raid immer interessanter, gerade was die sichere speicherung über längere zeit angeht. mfg, julius.
hallo, was mich in diesem zusammenhang interessieren würde ist die lebensdauer die die hersteller von DVD-R medien angeben, und ob es überhaupt schon langzeiterfahrungen damit gibt. meine "ersten" CD-R's zeigen schon ausfallerscheinungen, obwohl auf der packung eine lebensdauer von 10 jahren angegeben ist. mfg, julius.
hi, erst auf cd, große pro tools sessions auf MO, dann auf einen audio server und an dem hängt ein streamer für die backups. alleine auf eine platte kommt niemals in frage. dann eher auf guten cd r´s. gruß racker
Vor einiger Zeit gab es einen Vortrag eines Mitarbeiters aus dem Funkhaus Stuttgart über die dortigen Vorgehensweisen beim Umkopieren der Archivbestände: Die Entscheidung lautete DAT, für CD-R habe man keine verlässlichen Langzeitprognosen. Die umkopierten alten Tonträger (Schallplatten, Analogbänder) werden überwiegend trotzdem aufbewahrt. Begründung: es könnten später ja mal noch bessere Restaurierungsverfahren verfügbar werden, die bei den alten Aufnahmen dann einen Qualitätsgewinn höher als derzeit möglich erwarten lassen. Zur Problematik HD-Archivierung habe ich ein ungutes Gefühl. Vor 10 Jahren konnte man Platten der Größenordnung einige 100 MB gut auf DAT-Streamer sichern, ein Rückladen im Fehlerfall dauerte nur wenige Minuten. Heute sind 100 GB bereits im PC fast Standard, also Backup mit DAT praktisch ausgeschlossen. RAID ist sicher eine Verbesserung, aber wenn das Problem im Controller auftritt, dauert es wesentlich länger, bis man nach Umbauten wieder an seine Daten herankommt. Und man darf ja auch die technische Weiterentwicklung der Platten-Anschlüsse (Geschwindigkeitsklassen. SCSI, IDE, neue serielle Wege etc.) nicht übersehen. In langjähriger Praxis habe ich das Weiterleben alter Datenbestände stets nur durch Kopieren über externe Datenwege geschafft: Lochkarte -> 8" Diskette -> 5 1/4" Diskette -> 3 1/2" Diskette -> ZIP -> CD-R .. Ein Kollege meinte hierzu: jahrtausendealte Keilschriften kann man heute noch lesen, nicht aber 9-Spur Datenbänder aus den 60er Jahren.