Hi Dirk,
dass die Menschen unterschiedlich hören und empfinden, ist bekannt. Man erkennt das deutlich an der amerikanischen Newsgroup "sursound", die sich ausgiebig mit dem Surround-Sound in Ambisonics befasst.
http://mail.music.vt.edu/mailman/listinfo/sursoundInteressant ist es, wie man sich nur um mathematische Formeln kümmern kann, aber vom Klang der Musik nicht spricht. Solche "Soundfield-Mikrofon-Musik" konnte ich hören und finde diesen Klang unbrauchbar.
Meine Aufnahmen sind "saftiger" und "voller", als es in der Natur klingt, die Künstler sind immer begeistert. Aber Kritiker, die die "One-Point-Recording" lieben, die mögen das nicht. Für mich habe ich erkannt, dass es unsinnig ist, bei der Surround-Aufnahme den echten Klangeindruck z.B. in einer Oper nachzubilden. Dann dürfte aus den hinteren Lautsprechern wirklich kaum etwas kommen, denn in der Oper ist man wirklich nicht vom Klang umhüllt. Aber zu Hause möchte ich einen Wunsch-Surround-Klang hören, bei dem auch um mich herum mehr passiert, als am Original-Aufnahmeort. Das wünscht sich auch die Mehrzahl der Zuhörer so. Frage mal einen Filmvorführer, wie oft Zuschauer kommen und bitten, den Rundum-Effekt lauter zu machen. Das ist so, wie du schreibst: der überwältigende Surround-Effekt wird auch bisweilen als zu groß empfunden.
Rundfunkaufnahmen in 3/2-Stereo erkennt man daran, dass die vordere Basisbreite des Orchesterklangs abrupt mit dem linken und rechten Lautsprecher vorne endet. Wie schrecklich. Da gegenzusteuern ist der erste Ansatz, etwas auf die Seiten zu bekommen. Sorge dafür, dass der Klang des Orchesters sich über die Frontlautsprecher hinauszieht und dann schaffe ein Brücke zu den Raumsignalen in den hinteren Lautsprechern.
Es ist schön, dass es dir geglückt ist, eine Abbildung von Quellen zwischen Front und Rear zu erreichen. Wenn Akustik-Institute das erfahren, dann melden die gleich ein Patent an. Das macht man dort immer so.
Das Thema wird schon einige interessieren, aber es sind wenige.
Dass die Surroundwirkung sehr viel mehr, als die Stereowirkung von einem guten Aufnahmeraum abhängt, muss mal hier gesagt werden. Ein Mikrofonaufbau, der in einem Raum eine gute Wirkung gezeigt hat, zeigte sich in einem anderen Konzertsaal bei weitem nicht so wirkungsvoll. Und was ganz schlecht geht, Surround-Sound in zu kleinen Räumen aufzunehmen. In Stereo kriegt man das schon hin, aber in Surround-Sound leider nicht.
Über dieses Thema sollte in dem extra dafür geschaffenen Surround-Sound-Forum des VDT, IRT und SRT diskutiert werden.
Man meldet sich dort durch eine Nachricht an:
[E-Mail-Adresse entfernt]
Folgende Worten müssen im Textfeld stehen (nicht im Betreff):
subscribe surround-sound
Das Betreff-Feld muss frei bleiben.
Gruß
Murkel