Heute - Donnerstag, 21. August 2003 00:38 - gab es eine lesenwerte haarsträubende Meinung in der News-Group de.rec.musik.hifi zum Thema:
Re: Gibt es einen hörbaren Qualitäts-Unterschied zwischen MP3 und CD?
Am 20 Aug 2003 00:47:58 -0700, [E-Mail-Adresse entfernt] (Hansjörg Innerebner) schrieb:
Bei der MP3 Kompression werden doch Anteile des Musikmaterials "weggelassen" die gehörpsychologisch nicht wahrgenommen werden.
Unser Ohr/Hirn-System filtert also STÄNDIG bestimmte Informationen weg. Dazu muss es "arbeiten" (filtern).
Wenn dem Ohr/Hirn-System diese Arbeit abgenommen wird (durch die Kompression) sollte das doch eine positive Auswirkung auf die Wahrnehmung haben. Man müsste viel "entspannter" hören können. Zumindest wenn man die Kompression mal als perfekt annimmt. Ja eventuell sogar mehr Details "heraushören" können, weil doch der "Störanteil" im Signal geringer ist.
Ebenso sollte durch eine "Enlastung" der Wiedergabekette von den eh "unhörbaren Anteilen" auch der Klang verbessert werden.
Dabei denke ich vor allem an das schwächste Glied der Wiedergabekette, den Lautsprecher. Alles was wir eh nicht wahrnehmen würden, wird dem Lautsprecher dann auch nicht mehr abverlangt, wiedergeben zu müssen.
Die Komplexität des Signalverlaufes nimmt ab, Seiteneffekte wie z. B. wahrnehmbare Partialschwingungen der Membran aufgrund von "eh unhörbaren" Signalanteilen sollten abnehmen. Natürlich bleiben Partialschwingungen aufgrund von hörbaren Signalanteilen weiterhin bestehen.
Aber die Industrie schlägt den gegenteiligen Weg ein: DVDs mit 96 kHz Sampling, 24 bit Encoding, um endlich den Speicherplatz einer DVD nur mit Musik aufzufüllen ... und um mehr Geld zu verdienen. MP3 und Konsorten werden BEWUSST dem Low-End zugeordnet, denn damit kann man nicht so viel Geld verdienen.
Hi-Fi in seiner Ursprungsform (High Fidelity = Hohe Naturtreue) läuft dem eigentlich auch zuwider... ein MP3 hat keine hohe Naturtreue, im Gegenteil, einige natürlichen Elemente werden bewusst weggelassen... aber so geschickt, dass es eben "unhörbar" ist.
Wie mag ein MP3 mit 1024kbit/s oder mehr klingen? Wie klingt es, wenn man auch hier 24 bit Quantisierung benutzen würde? gibt es dafür Encoder?
Naja, selbst wenn es sie gibt, man käme wohl nicht an das
"Original-Material" in hoher Qualität heran, um einen direkten Vergleich starten zu können.
Klar, Hi-Fi Enthusiasten werden immer die Natürlichkeit der Wiedergabe in den Vordergrund stellen... aber manchmal denke ich, wenn man das mal auf Videotechnologie überträgt... muss es wirklich sein, dass wenn ich mir mein einstündiges, sonniges Urlaubsvideo anschaue, ich danach auch einen Sonnenbrand habe? ;-)
Mit freundlichen Grüßen
Jens
Re: Gibt es einen hörbaren Qualitäts-Unterschied zwischen MP3 und CD?
Am 20 Aug 2003 00:47:58 -0700, [E-Mail-Adresse entfernt] (Hansjörg Innerebner) schrieb:
Gibt es Eurer Meinung nach, einen hörbaren Qualitäts-Unterschied zwischen 128 KBit/sec-MP3 Dateien und PCM-Dateien?Da haben jetzt schon einige interessantes Material gepostet. Aber hat mal jemand darüber nachgedacht, dass das Verfahren, das für die MP3-Erstellung angewendet wird, theoretisch sogar zu einem "besseren" Klang als das Original führen könnte?
Bei der MP3 Kompression werden doch Anteile des Musikmaterials "weggelassen" die gehörpsychologisch nicht wahrgenommen werden.
Unser Ohr/Hirn-System filtert also STÄNDIG bestimmte Informationen weg. Dazu muss es "arbeiten" (filtern).
Wenn dem Ohr/Hirn-System diese Arbeit abgenommen wird (durch die Kompression) sollte das doch eine positive Auswirkung auf die Wahrnehmung haben. Man müsste viel "entspannter" hören können. Zumindest wenn man die Kompression mal als perfekt annimmt. Ja eventuell sogar mehr Details "heraushören" können, weil doch der "Störanteil" im Signal geringer ist.
Ebenso sollte durch eine "Enlastung" der Wiedergabekette von den eh "unhörbaren Anteilen" auch der Klang verbessert werden.
Dabei denke ich vor allem an das schwächste Glied der Wiedergabekette, den Lautsprecher. Alles was wir eh nicht wahrnehmen würden, wird dem Lautsprecher dann auch nicht mehr abverlangt, wiedergeben zu müssen.
Die Komplexität des Signalverlaufes nimmt ab, Seiteneffekte wie z. B. wahrnehmbare Partialschwingungen der Membran aufgrund von "eh unhörbaren" Signalanteilen sollten abnehmen. Natürlich bleiben Partialschwingungen aufgrund von hörbaren Signalanteilen weiterhin bestehen.
Aber die Industrie schlägt den gegenteiligen Weg ein: DVDs mit 96 kHz Sampling, 24 bit Encoding, um endlich den Speicherplatz einer DVD nur mit Musik aufzufüllen ... und um mehr Geld zu verdienen. MP3 und Konsorten werden BEWUSST dem Low-End zugeordnet, denn damit kann man nicht so viel Geld verdienen.
Hi-Fi in seiner Ursprungsform (High Fidelity = Hohe Naturtreue) läuft dem eigentlich auch zuwider... ein MP3 hat keine hohe Naturtreue, im Gegenteil, einige natürlichen Elemente werden bewusst weggelassen... aber so geschickt, dass es eben "unhörbar" ist.
Wie mag ein MP3 mit 1024kbit/s oder mehr klingen? Wie klingt es, wenn man auch hier 24 bit Quantisierung benutzen würde? gibt es dafür Encoder?
Naja, selbst wenn es sie gibt, man käme wohl nicht an das
"Original-Material" in hoher Qualität heran, um einen direkten Vergleich starten zu können.
Klar, Hi-Fi Enthusiasten werden immer die Natürlichkeit der Wiedergabe in den Vordergrund stellen... aber manchmal denke ich, wenn man das mal auf Videotechnologie überträgt... muss es wirklich sein, dass wenn ich mir mein einstündiges, sonniges Urlaubsvideo anschaue, ich danach auch einen Sonnenbrand habe? ;-)
Mit freundlichen Grüßen
Jens
