Vorteilhafte Filterung der Raumsignale beim Surround-Sound

Erstellt 1 Antworten2 Beiträge
Startbeitrag#1
Liebes Tontechniker Forum,
ich bin einmal tiefer in ein Thema eingestiegen, von dem ich auf der letzten Tonmeistertagung gehört habe. Es geht um die
"Vorteilhafte Filterung der Raumsignale beim Surround-Sound".
Ich weiß, dass sich hier in diesem Forum nur sehr wenige mit diesem Thema befassen. Der Text dazu - einschließlich Frequenzgang - ist zu finden unter: sengpielaudio.com/VorteilhafteFilterungDerRaumsignale.pdf
Siehe den Link unten "Vorteilhafte Filterung der Raumsignale beim Surround-Sound"
Zu diesem Thema gibt es eine Frage:
Es ist unklar, ob eine Absenkung oder eine Anhebung der Frequenzbereiche um 1,24 kHz und 7,71 kHz für eine vorteilhafte Filterung der Raumsignale günstig ist. Die Wirkung der Frequenz-Anhebung um 200 Hz für positive Umhüllung bei Surround-Sound-Raumsignalen ist unbestritten. Hat jemand praktische Hörerfahrung und könnte hierzu seine Meinung berichten?
Viele Grüße
Eberhard Sengpiel
http://www.sengpielaudio.com



Vorteilhafte Filterung der Raumsignale beim Surround-Sound
ZitierenPost melden
Antwort#2
Hallo Eberhard,
Jens Blauert hat in seinem empfehlenswerten Buch "Räumliches Hören" bei abwechselnder Wiedergabe über drei Lautsprecher in der Median-Ebene (vorn, oben, hinten) gefunden, dass ein "Anheben" eines Frequenzbandes um 1 kHz von 90% (!) der Hörer (das sind viele) immer als hinten lokalisiert wurde, egal aus welcher Richtung wirklich die Beschallung kam. Für die Wiedergabe bei Stereofonie kann man die Aussage erweitern: Anheben (!) des Bereiches um 1 kHz ergibt eine Erhöhung der Diffusitätseindrucks - was mit diffuserem und unklarerem Klangbild bezeichnet werden kann.
Beim Anheben (!) von Frequenzen um 300 Hz hatten 60 % der Hörer (das sind nicht so viele) eine Vorne-Lokalisation, was empfindungsmäßig etwas präsenter erscheint.
Beim Anheben (!) von Frequenzen um 3 kHz hatten 75 % der Hörer einen Vorne-Eindruck, was deutlicher und präsenter bedeutet. Dieses "Präsenz"-Gebiet kennen wir Tonmischer alle aus der Erfahrung.
Beim Anheben (!) von Frequenzen bei 8 kHz ergab sich für 75 % der Hörer eine eine Oben-Lokalisation, was auch mit diffuser und unklarer bezeichnet werden kann.
Wenn auch diese Erkenntnisse allein für Schalleinfall aus der Median-Ebene kommen, so können wir das doch breiter betrachten, denn wir wissen aus Stereomischungen, dass eine Aufnahme durch Anheben der Frequenzbereiche um 300 Hz und um 3 kHz zu einem präsenteren vordergründigeren Klangeindruck führt.
Diesen präsenteren und vordergründigeren Klangeindruck kann man nach diesem Prinzip bei Stereomischungen besser noch durch ein breites Absenken (!) der Frequenzen um 1 kHz erreichen. Das ist das bekannte "Badewannen-Filter", das jeder Praktiker kennt.
Ich selbst habe mit dem Filtern von Raumsignalen keine Erfahrung.
Um den diffusen Hinten-Effekt für Raumsignale zu erhöhen, würde ich die Frequenzen der Raumsignale über 8 kHz absenken (das ist auch typisch für Raumsignale) und Frequenzen um 250 Hz anheben, um mehr Umhüllungsgefühl zu erreichen. Sollte eine Trompete nicht gewollt von hinten kommen, so würde ich den Präsenzbereich um 3 kHz eher absenken, also bestimmt nicht das tun, was im VDT-Vortrag in der Frequenzkurve eingezeichnet ist. Da wird zwischen 2 kHz und 5 kHz angehoben, aber möglicherweise haben die Düsseldorfer das so gehört.
Vielleicht findet sich hier jemand, der wirklich praktische Erfahrung beim Mischen von Surround-Sound-Klang hat und insbesondere über die vorteilhafte Filterung von Raumsignalen aufklären kann.
Gruß
Maya
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.