Audio Operationsverstärker IC

Erstellt 29 Antworten30 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo allerseits !
Ich bin auf der Suche nach nem gescheiten Operationsverstärker für Audioschaltungen. Was ist da zu empfehlen ? (Hochpass / Tiefpass Schaltung)
Danke schonmal im vorraus...
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Antwort#3
Statt einem 5532 (Dual-IC) würde ich eher 2 einzelne 5534 empfehlen. Letztere sind extern kompensierbar und damit von der Stabilität etwas besser zu beherrschen als der 5532.
Es gab mal von Texas-Instruments einen TL 136. Dieser war ein sehr rauscharmer 4-fach OP, habe gute Erfahrung damit. Weiß nicht ob es den noch gibt, da ich ihn in den Katalogen nicht mehr gesehen habe.
Es gibt zwar heut noch rauschärmere als der 5534 (z.B. AD 797) aber das bringt nicht mehr viel, und vor allem sind diese von der Schwingneigung wesentlich schwieriger zu beherrschen. Für die meisten Fälle - selbst für Mikrofonverstärker (siehe die Entwicklung von Dr. Corinth) - ist der 5534 völlig ausreichend.
MfG
Rainer
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Antwort#4
Hi,
ich kann auch den OPA 604 und wenn es etwas kostspieliger werden kann, den OPA 627 von Burr Brown empfehlen. Der AD 797 ist auch sehr gut, jedoch, wie Rainer schon schrieb, nicht in jeden Betriebsfall stabil. Diese OP' s sind auf jeden Fall dem NE 5534 überlegen. Achte aber auch auf das restliche Design der Schaltung. Ein sehr guter OP alleine bringt es noch nicht.
Holger


Mobile Tonaufnahmen in HH und Norddeutschland
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Antwort#5
Und noch ein wichtiger Hinweis zu Op Amps: Wenn man die Mikrofonvorverstärkerschaltungen von berühmten Mischpulten sich ansieht (Neve, Studer), dann sind da nur diskrete Bauteile drin, wie Einzeltransitoren aber nie Op Amps und die Eingangs-Schaltungen sind immer trafosymmetriert.
Op Amps sind preisgünstig und gut für höhere Linepegel.
Wer also einen besonders guten Mikrofonvorverstärker entwickeln möchte, der greift nicht zu Op Amps und achtet auch auf Übernahmeverzerrungen.
Gruß
Didi
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Antwort#6
Hallo Didi,
Du schuerst hier wieder Vorurteile gegen ICs - welche voellig unbegruendet sind.
Schaue Dir die Schaltungen von Dr. Corint mit dem 5534AN an - und versuche eine
objektiv bessere Schaltung zu finden.
Oder betrachte mal den INA217.
Ausserdem sollte man bedenken, was sich in hochwertigen Mikros als
Impedanzwandler findet (Stichwort Neumann FET100 - das sind _keine_
diskreten Schaltungen mehr, sondern ICs.
Gruss
Micha
---
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Antwort#7
Wuerde mich mal interessieren...
Gruss
Micha
---
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Antwort#8
Schau dir mal die Micpreamp-Schaltungen von
Studer 169 (1975)
Studer 961 (1985)
Studer 928-B (1992)
etc.... an - da sind überall opamps drinnen.
Auch in vielen Neve-Designs werden opamps verwendet.
Wieso auch nicht? Schliesslich ist ein Opamp nichts viel anderes als eine zusammengefasste diskrete Schaltung...
Georg


Tonzauber - einfach klassisch
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Antwort#9
... Du mir zuvorgekommen :-)
MfG
DB
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Antwort#11
hm, komisch, daß in den Topstudios immer noch diskret aufgebaute Eingangsstufen in den SSL Pulten sind und ansonsten die Neve Module für Normalsterbliche nicht zu bezahlen sind. Hat das etwa wohl doch ein Grund, oder ist das Esoterik?


http://www.ohrwurm-showtechnik.de
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Antwort#12
Schau Dir mal die Mikrofonverstärker von Lawo an, den V 976/18 z.B., da sind nur IC's drin und auch in deren neuen Pulten. Es gibt keinen Grund einen Mikrofonverstärker ausschließlich dieskret aufzubauen.

MfG
Rainer
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Antwort#13
Zur Zeit, als die OP-Amps µA 741 und ähnliche herauskamen, sind viele billige Mischpulte damit bestückt worden, die alle schrecklich klingen. Einige dieser "Gurken" gibt es heute immer noch, aber nicht bei der Tonaufnahme. Man hatte nicht nur den Übernahmeverzerrungen beim Nulldurchgang keine Beachtung geschenkt auch andere Fehler wurden gemacht. Die Schwingneigung wurde hier schon erwähnt. Hat man das jetzt vergessen? Das hat nichts mit Esotherik und warmen Röhrenklang zu tun. Bestimmte ICs klingen wirklich "verzerrt".
Micha
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Antwort#14
Hallo Axel,
so wie in der Ueberschrift gesagt.
Nimm Dir die neueren LAWO-Mikrophonverstaerker nach IRT-Spezifikation (972/18...) - kein Neve oder anderer High-End-Kram ist wirklich besser.
Auf die Gefahr hin, mit dieser Aussage eine Diskussion loszutreten:
Einen guten Mikrophon-Pre hoert man nicht.
Wenn man etwas hoeren kann, dann sind es durch ihn verursachte Dreckeffekte...
Gruss
Micha
---
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Antwort#15
...jetzt würde mich mal interessieren, warum selbst das kleine Midas Venice, das ja wirklich sonst eher Behringerqualität (natürlich nur von der mechanischen Qualität und Verarbeitung) hat, diskret aufgebaute Eingangsstufen besitzt. Haben diese Jungs keine Ahnung, oder was?
Viele Grüße
Axel
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Antwort#16
Hi,
das was die Kollegen schon sagten, "gute Mikrofonvorverstärker hört man nicht", dem kann ich nur total zustimmen. Eine gute Vorstufe sollte sich so wie ein Stück Draht, nur mit einem Bestimmten Verstärkungsfaktor versehen, verhalten. Sobald man z. B. einen Vorhang zwischen den Musikern und dem Zuhörer im Blind - AB- Vergleich wahrnimmt, oder sich gar Störungen bemerkbar machen, ist dieses nicht erfüllt. Wie man es nun realisiert, ob diskret oder mit entsprechenden IC's das sei den Entwickler und dessen Know - How überlassen. Mehrere Wege führen zum Ziel. Was die Wahl der Symmetrierung des Einganges der Mikrovorstufe anbelangt, so ist man mit einem Hochwertigen Übertrager gut bedient. Um ähnliche Ergebnisse mit einem elektronisch symmetrierten Eingang zu erzielen (Störfestigkeit), muß man sich schon ein paare Gedanken machen.


mobile Tonaufnahmen
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Antwort#17
Da gibt es gewaltige Verzerrungsprobleme besonders bei den Op-Amps.
Siehe unter: http://www.ndh.net/home/kboehm/DISTORT.HTM (htm muss hier wirklich mit goßen Buchtaben geschrieben werden.)
Ich entsinne mich der ersten µA 709 und der der Nachfolge Chips. Die Messwerte waren passabel, aber der Klang rau(h) (ohne h ist neues Deutsch!) und schrecklich.
Gegenkopplung über alles ist nicht die Lösung.
Das vereinfachte Bild stimmt nicht, dass Opamps nur die räumliche Verdichtung von diskreten Transistorschaltungen sind.
Zarah
http://www.ndh.net/home/kboehm/DISTORT.HTM


Etwas zu den Verzerrungsproblemen.
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Antwort#18
Hallo Georg
Schau dir mal die Micpreamp-Schaltungen von
Studer 169 (1975)
Studer 961 (1985)
Studer 928-B (1992)
etc.... an - da sind überall opamps drinnen.
Also beim 169/269 muß ich dir wiedersprechen, da sind nach meinen Unterlagen erst einmal zwei diskrete Stufen ( mit je drei Transistoren ) drin, erst nach dem Fader geht?s mit opamps weiter.
Oder hast du ein modifiziertes 169'er Pult?
Gruß, Gerhard
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Antwort#19
Hi Holger,
das war endlich mal eine ernste Antwort mit mehr Weitblick. Ich hatte mich nur gewundert, daß ich bei den ganzen Pulten, die ich seit ca. 20 Jahren repariere, bisher nur absolute Billigpulte mit OPV-Eingängen gesehen hatte. Ansonsten sind sie alle in der Eingangsstufe diskret aufgebaut. Mag sein, daß es ja gute OPV gibt, die bei einer hohen Verstärkung keine Schweinereien machen, mir ist aber bei einer Reparatur leider bisher noch keines untergekommen. Allerdings haben auch hochwertige Pulte die billigen TL071/72 für die Klangregelung verarbeitet. Bei höheren Pegeln mit einem Verstärkungsfaktor von ca. 1 scheint das ja wohl zu funktionieren.
Viele Grüße
Axel


http://www.ohrwurm-showtechnik.de
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Antwort#20
Hallo,
AFAIK haben die TL 071 auch Open-Collector-Ausgänge statt der Gegentaktendstufe. Deshalb gibts da auch keine Übernahmeverzerrungen (siehe den anderen Zweig dieses Threads).
Gruß Jörg
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