Audio Operationsverstärker IC

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Antwort#21
Der µA 741 ist ja auch als Mikrofonverstärker denkbar schlecht geeignet. Aber die Zeiten sind doch heute vorbei, wo mit IC-bestückte Mischpulte schlechte Ergebnisse lieferten. Außerdem haben die Schaltungsentwickler ja auch aus ihren anfänglichen Fehler gelernt und konsequent weiter verbessert, sodaß die von Dir genannten Schwächen heute nicht mehr auftreten. Es gibt heute keinen physikalisch/technischen Grund, diskret aufzubauen und auf IC's zu verzichten, zumal ja auch die Schaltungen mit IC's leichter zu dimensionieren sind als diskret aufgebaute. Man denke nur mal an aktive Filter.

MfG
Rainer
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Antwort#22
Nein, die TL071 haben keine Open-Kollektorausgänge, sondern ganz normale Gegentaktausgänge
MfG
Rainer
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Antwort#23
Hallo Zarah,
da hast Du eine schoene Referenz gewaehlt - namentlich die eines dieser Leute,
welche Halbwissen schoen verpacken und damit plausibel erscheinen lassen.
Leute wie der Autor der genannten Seite rufen dann Kommentare wie die von
Rainer G. ueber die Hifi-Szene hervor - und das zu Recht.
Gruss
Micha
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PS: Ich stelle nicht in Abrede, dass man mit ungeeigneten oder schlecht genuzten Integrierten Schaltungen (OPV, etc.) zu einer deutlichen Klang-
verschlechterung kommt. Kompetent eingesetzt sind sie diskreten Schaltungen
ebenbuertig bis ueberlegen...
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Antwort#24
Hallo Axel,
viele der in Mischpulten eingesezten Schaltungen folgen nicht nur dem Ziel, fuer
ihren Zweck technisch optimal zu sein, sondern auch dem, Marktwuenschen zu
entsprechen, und/oder billig zu sein.
Oft kupfert ein Entwickler vom anderen ab - statt etwas Neues zu probieren,
nimmt man etwas, dass schon besteht, und variiert es nur hinreichend, um
die Schutrechte des urspruenglichen Herstellers nicht zu verletzen. Man ist
damit auf der sicheren Seite...
Im Markt haelt sich hartnaeckig das Geruecht, dass diskrete Schaltungen immer
besser sind als integrierte. Folglich wird das oft vom Kaeufer als Qualitaets-
merkmal gesehen, und die Schaltungen auch in Billiggereaeten werden 'diskret'
aufgebaut.
Wenn man sich die Muehe macht, einen guten Mikrophonpre durchzuentwickeln,
findet man, dass ein Trafo am Eingang das Leben bezueglich Symmetrie sehr stark
vereinfacht - nur kosten gute Uebertrager Geld - und daher findet man sie in
preiswerten Pulten nicht.
Eingangsstufen mit diskreten Transistoren sind oft marginal besser als solche
mit unggeigneten ICs. Wenn man passend entwickelt, oder hochwertige ICs mit
guten Eigenschaften (siehe z. B. die Instrumentation Amps von TI/BB oder AD)
in Standardschaltungen benutzt, bekommt man zumindest gleichwertige Ergebnisse.
Man verbaut weniger Komponenten, und damit wird es am Ende wirtschaftlich.
Gruss
Micha
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PS: Ich habe in meinem Pult Telefunken V676a (diskret) und Eigenbau-Verstaerker
mit BB ICs verbaut - mit trafosymmetrischem Eingang. Double-blind A/B erlaubt
kein eindeutiges Erkennen derselben - auch die im portablen System benutzten
V676b und V676c (ANT) sind in A/B nicht zu unterscheiden. Setzt man einige
der heute ueblichen industriellen PREs daneben (Allen&Heath, Soundcraft, etc.),
so hoert man deutliche Unterschiede im A/B-Vergleich. Ich bleibe bei den V676
als Referenz fuer meinen Eigenbau. Habe auch den beruehmten Dr. Corint-Micpre
erprobt - der liegt aufdemselben Niveau - nur waren mir die Trafos zu komplex,
und ich habe deswegen auf derselben Philosophie einen Eigenbau entwickelt.
Fuer die Leute, welche ueber alte Eingaenge mit dem 709 hergezogen sind, sollte
es sich lohnen, mal einen Semrau-Kanalstreifen aus den 1970igern auszuprobieren.
Da ist nichts harsch oder unsauber....
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Antwort#25
Hallo Zarah,
Ich muß da mb recht geben! Ich habe mir den Artikel in dem von Dir angegebenen Link gelesen und festgestellt: Immer wieder wird der selbe Schmarren erzählt. Ich greife jetzt DAS typische Beispiel heraus und zwar die Aussagen über den AB-Betrieb eines Verstärkers. A-Betrieb ist klar, der Arbeitspunkt liegt in der Kennlinienmitte auf dem geradlinigen Teil. B-Betrieb ist auch klar, der Arbeitspunkt liegt theoretisch so, daß gerade kein Ruhestrom fließt.
Aber bei AB-Betrieb... hier findet man häufig die Definition, daß der Arbeitspunkt zwischen dem A und dem B-Punkt liegt. Genau das aber ist falsch.
Lies mal nach was im "Telefunken-Laborbuch 1" über den AB-Betrieb steht. Dort ist auch eine Gegentaktschaltung mit 2 Röhren EL 156 angegeben mit Dimensionierung. Und es ist dort klar ausgesagt was ein AB-Betrieb wirklich ist: Bei kleiner Aussteuerung arbeitet die Stufe im A-Betrieb und geht bei größer werdender Aussteuerung in den B-Betrieb über! DAS ist AB-Betrieb und nichts anderes - ist also ein dynamischer Arbeitspunkt. Leider ist dieser Sachverhalt nur den wenigsten bekannt, selbst bei Profs. an der Hochschule herrscht hier oftmals Unklarheit.

MfG
Rainer
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Antwort#26
viele der in Mischpulten eingesezten Schaltungen folgen nicht nur dem Ziel, fuer ihren Zweck technisch optimal zu sein,
sondern auch dem, Marktwuenschen zu
Vielleicht in einer Liga in der Qualität wirklich wichtig ist. In Firmen die von ihrem Ruf leben und wo die Produkte an Leute verkauft werden, die auch nachmessen.
entsprechen, und/oder billig zu sein.
Fast ausschliesslich. Die Mär von dem primären Anreiz der Wirtschaft, Bedürfnisse zu befriedigen hält sich immer noch. Das primäre Ziel ist Geld zu verdienen.
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Antwort#27
Ich habe lange Zeit mit einem Hochpegelmischer (Eignebau) einige gute Aufnahmen gemacht. Dieser Hochpegelmischer war durchweg mit 741 bestückt. Später habe ich eine Neuversion des Hochpegelmischers entwickelt mit TL 136 und NE 5534. Ein Klangunterschied ist mir nicht aufgefallen. Lediglich das Rauschen des letzteren ist besser geworden. Also soooo schlecht ist der 741 in Hochpegelschaltungen auch wiederum nicht. Nur als Mikrofonverstärker würde ich ihn wegen seines Rauschverhaltens nicht einsetzen. Da kann man keine weltbewegenden Qualitäten erwarten.

MfG
Rainer
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Antwort#28
Hallo zusammen,
Rainer schrieb:
"...Aber bei AB-Betrieb... hier findet man häufig die Definition, daß der Arbeitspunkt zwischen dem A und dem B-Punkt liegt. Genau das aber ist falsch.
Lies mal nach was im "Telefunken-Laborbuch 1" über den AB-Betrieb steht. Dort ist auch eine Gegentaktschaltung mit 2 Röhren EL 156 angegeben mit Dimensionierung. Und es ist dort klar ausgesagt was ein AB-Betrieb wirklich ist: Bei kleiner Aussteuerung arbeitet die Stufe im A-Betrieb und geht bei größer werdender Aussteuerung in den B-Betrieb über! DAS ist AB-Betrieb und nichts anderes - ist also ein dynamischer Arbeitspunkt. Leider ist dieser Sachverhalt nur den wenigsten bekannt, selbst bei Profs. an der Hochschule herrscht hier oftmals Unklarheit."
Dies ist nicht immer korrekt, in einfacheren Schaltungen wird der Arbeitspunkt konstant gehalten und nicht der Aussteuerung entsprechend verändert (siehe Link, übrigens viele interessante Schaltungen dort). Im angegebenen Beispiel liegt der AP der Endstufenröhren fest bei 36 mA. Das ist genug, daß sich die Endstufe für kleine Aussteuerungen in der Tat wie ein A-Verstärker verhält (beide Systeme stromführend). Für große Aussteuerungen wird jedoch je Halbwelle eine Röhre komplett gesperrt sein, entsprechend B-Betrieb. Im Schaltbild erkennt man deutlich, daß der Ruhestrom ganz konventionell mittels Kathodenwiderstand eingestellt wird und in keiner Weise geregelt wird.
HTH Jörg


Röhren-Gegentaktendstufe
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Antwort#29
Hallo,
Dies ist nicht immer korrekt, in einfacheren Schaltungen wird der Arbeitspunkt konstant gehalten und nicht der Aussteuerung entsprechend verändert (siehe Link, übrigens viele interessante Schaltungen dort).
Im angegebenen Beispiel liegt der AP der Endstufenröhren fest bei 36 mA. Das ist genug, daß sich die Endstufe für kleine Aussteuerungen in der Tat wie ein A-Verstärker verhält (beide Systeme stromführend). Für große Aussteuerungen wird jedoch je Halbwelle eine Röhre komplett gesperrt sein, entsprechend B-Betrieb.
Im Schaltbild erkennt man deutlich, daß der Ruhestrom ganz konventionell mittels Kathodenwiderstand eingestellt wird und in keiner Weise geregelt wird.
Doch, er ändert sich auch dort. Wart's ab :-)

Bei großer Aussteuerung fließt mehr Strom durch die Röhren, der Spannungsabfall am Katodenwiderstand wächst, der Arbeitspunktz sinkt Richtung B-Betrieb.

Das macht die Stromzunahme von selbst. Es gibt aber Schaltungen, bei denen der Arbeitspunkt zwischen A- und B- Betrieb mittels fester Gittervorspannung (oder über Z-Dioden in den Katodenleitungen) eingestellt wird. Dieser Arbeitspunkt sinkt bei großer Aussteuerung nicht ab. Das nennt man dann D-Betrieb.
In englischsprachiger Literatur handhabt man das etwas laxer und vermantscht das alles unter AB.
MfG
DB
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Antwort#30
Hallo DB,
in der modernen Literatur definiert sich die Betriebsart ueber den Stromflusswinkel:
A-Betrieb: Stromflusswinkel gleich 360 Grad
AB-Betrieb: Stromflusswinkel groesser 180 Grad
B-Betrieb: Stromflusswinkel gleich 180 Grad
C-Betrieb: Stromflusswinkel kleiner 180 Grad
Beim AB-Betrieb liegt der Stromflusswinkel bei kleinen Signalen bei 360Grad, um
dann bei steigenden Signalen progressiv abzunehmen.
Fester oder gleitender Arbeitspunkt fallen meist beide unter AB...
D-Betrieb meint normalerweise Impulsbetrieb mit PFM oder PWM(Digitalendstufen im
modernen Wortlaut...
Das wurde schon in den 1970igern in deutschsprachiger Literatur so gemacht
(Daten- und Applikationshandbuecher von ITT und Siemens - fuer Halbleiter...).
Gruss
Micha
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