Stundensatz

Erstellt 15 Antworten16 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Ich mache ab und zu bei div. Veranstaltungen die Tontechnik. Was kann ich da für einen Stundenlohn verlangen?
Ich bin Elektrotechniker und habe keine Tontechnik Ausbildung. Ich mache das weil es mich interessiert.
Gruß
Ralph
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Antwort#2
Hallo Ralph!
Deine Ausbildung ist nicht wichtig sondern Dein Können! Wenn Du sehr gut bist, und Bekannt, dann kannst Du mehr verlangen. Bist Du Anfänger und noch in der Lehrnphase, dann halte den Ball flach! Geht der Job in die Hose, dann ist das schon schlimm genug, aber wenn Du dann auch noch einen Hohen Verdienst ausgehandelt hast, kann es sein dass Du nie wieder einen Job bekommst. Denn wer billig ist, dem werden Fehler eher verziehen. Wer viel bekommt, der muss auch 120% Leistung bringen.
Halte Dich als Anhaltspunkt an die Gage der Künstler. Sie sind ein guter Messwert für das Buget der Veranstaltung. Mit einen festen Stundenlohn bist Du in dieser Branche falsch! Hier ist alles Verhandlungssache und das Veranstalterrisiko ist grösser geworden. In Endeffekt verdienst Du weniger als zu DM-Zeiten. Wenn Du als fester Techniker bei einem PA-Verleih arbeitest, dann kann ich Dir auch nicht helfen. Das sind Gehaltsverhandlungen mit denen ich noch nichts zu tun hatte. Ich zahle meinen Roadys Festbeträge, egal wie lange Sie arbeiten müssen. Sie machen das aus Spass und nicht um Geld verdienen zu müssen.
Gruss
Petra
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Antwort#3
Sie machen das aus Spass und nicht um Geld verdienen zu müssen.
;-) der war gut!
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Antwort#4
Zitat von Petra: Roadies machen das aus Spass und nicht um Geld verdienen zu müssen.
Ja, so etwas gibt es - und nicht nur bei Roadies. Wenn das Team stimmt, dann wird nicht scharf auf die Zeit geschaut.
Wer heute einen Job angeboten bekommt und nicht seinem zukünftigen Arbeitgeber deutlich klarmachen kann, wie wahnsinnig nützlich er ist, sondern gleich nach der Länge des Urlaubs und der Höhe des Urlaubsgeldes fragt und ob er den Urlaub denn gleich nehmen könnte, der hat sicher voll verloren.
Slavko
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Antwort#5
Stimmt doch! Oder kann man sich einen Festen Angestellten heute noch leisten? Die Jungs sind gerne Unterwegs und trinken gerne Freibier! (Besaufen dürfen sie sich erst nach der Arbeit!)
Petra
PS: Alleine kann ich die Boxen und den anderen Krempel nicht schleppen!
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Antwort#6
Man verlangt keine Stundensätze, sondern Tagessätze (zzgl. Anfahrt, Hotel, bei Touren 50% an day offs).
Welche Veranstaltungen betreust Du? Industrie, Konzert, Theater ? Größe der Veranstaltungen? Wer ist Auftraggeber? Kofferjob oder inkl. Auf-und Abbau? Bringst Du eigenes Equipment mit? Schreibst Du Rechnungen oder willst das Geld schwarz (nennen wir es ruhig mal so) haben?
Das braucht man alles als Anhaltspunkt, dann nenne ich Dir eine Zahl.
Gruß
Martin
P.S. ich habe während meiner Schul- und Ausbildungszeit jede Menge kleinerer Live-Jobs für lau gemacht. Was zählt ist Erfahrung, Erfahrung und Erfahrung.
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Antwort#7
Roadies machen das aus Spass und nicht um Geld verdienen zu müssen
Das heißt für mich, sie würden es auch umsonst machen....
Ich kenne mich im Roadiebereich nicht aus, arbeite nur frei in Studios... bei mir gibt`s also weder Urlaub noch Weihnachtsgeld.
Es ist mein Traumjob seit jeher und macht mir meistens sehr viel Spaß.
Trotzdem ist das Leben hart und wenn Du jemand aus M kennst, weißt Du auch, wie es hier mit den Mietpreisen aussieht.
Ich würde also niemals sagen, daß ich das nur aus Spaß und nicht wegen der Kohle mache.
Wenn irgendwie möglich, lehne ich unterbezahlte Jobs ab... mit Gedanken an die Zukunft.
Ander siehts bei Herz- und Kumpel-Projekten aus.
Ich habe schon viele Kurzfilme o.ä. mit Sounddesigns bedient.
Das war auch ein Spaß....
Nur würde ich nur sowas machen, könnte ich hier gar nicht posten, da ich mir kein Telefon leisten könnte.
Tom
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Antwort#8
Hallo Tom,
Roadies machen das aus Spass und nicht um Geld verdienen zu müssen.
> Das heißt für mich, sie würden es auch umsonst machen...
Diese Meinung hat weder Petra, noch ich vertreten. Das interpretierst du frei hinein.
Wenn die Arbeit als solche im Team Spaß macht, dann ist man mit seiner ausgehandelten Pauschale zufrieden und wenn es mal länger dauert, so ist das auch kein Problem. Und freie Getränke sind auch nicht zu unterschätzen.
Sicher werden Überstunden gemacht, aber nicht als solche empfunden.
Gruß
Slavko
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Antwort#9
Roadies machen das aus Spass und nicht um Geld verdienen zu müssen.
> Das heißt für mich, sie würden es auch umsonst machen...
Diese Meinung hat weder Petra, noch ich vertreten. Das interpretierst du frei hinein.
Da muss man nicht viel reininterpretieren - das steht so da.
Roadies haben mit den härtesten Job im Business überhaupt. Natürlich *wollen* sie den Job auch - aber die Vorstellung von umsonst arbeitenden professionellen Roadies (wir reden dabei ja nicht von den begeisterten Laienkumpels Horst und Pit, die mal eben mitanpacken, um ein bischen Showglanz abzubekommen, sondern von echten Fachleuten) ist schon etwas absurd. Petra hätte es also eindeutiger formulieren müssen, wenn sie meinte: Sie machen es nicht NUR des Geldes wegen - was in der Tat meist stimmt.
bye
Thomas
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Antwort#10
Tag Petra und Slavko !
ich kann Euch folgendes bestätigen.
1. Überstunden ( unbezahlt ) werden als als solche empfunden und führen langfristig (
bzw. sobald sich dem freien Mitarbeiter auch nur der Hauch einer besseren Chance bietet ) zum Beenden Eurer Zusammenarbeit.
2. Freigetränke sind branchenüblich und selbstverständlich !
3. viele Grüße
t
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Antwort#11
Hi Ralph!
9 Replys und keiner nennt Zahlen....
Also Butter bei die Fische...
Meine bisherige Strategie als ungelernter: 1/2 Profi-Satz als VHB!
Konkret: Eine Berliner CD- und Kassettenkopierbude bietet für Nachbearbeitungen Tonmeisterstunden für Eur 60 (!) an (komischerweise war es zu DM-Zeiten noch 144,-),
Also mein Basisansatz: für einfache Mucke (Equipment usw. vorhanden)30,-/Std.
Ganzer Abend (18-24) incl Auf-/Abbau, Soundcheck, Equipment: 200,-.
Masterfähige CD (60-80 min Konzertmitschnitt eigenen Equipment): live ab 500,-, Einspielung 1000,- bzw nach Auflage!
So ungefähr, alle Preise sind verhandelbar, habe aber diese Knete schon bekommen!! Bisherige Auftraggeber Kirchen, Schulen, Vereine (außer Karneval), Demos und 2x WDR (Choräle für die Morgenandacht ;-) ). Bei Produktionen immer Vertrag (wg. Gema, höherer Gewinn als erwartet, Rundfunkaustrahlung,...)
Jugendgruppen (außer TEN SING) frei verhandelbar.
Dazu kommen natürlich Spesen (bei Versanstaltungen mit Verköstigung sollte dieses FREI sein).
Kommt natürlich auf den Autraggeber an (Wirtschaft zahlt schnell mehr, erwartet aber immer professionalität).
Beste Grüße
Hardy
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Antwort#12
Hallo Hardy,
im Thread "Kumpelbonus" (siehe den Link unten) hatte ich mal eine Zahl eingeworfen:
"Bei guten Freunde ist pro Stunde Arbeitsaufwand 20 Euro üblich, wenn man noch bei Muttern wohnt."
Daraufhin gab es die entrüstete Antwort: "Du spinnst doch! Das ist ein Brutto-Stundensatz (übliche Tagespauschale: 200 - 250 Euro) für einen Profi."
Ich verstehe die Antwort zwar nicht, aber man muss ja nicht alles verstehen.
Matscho



Thread: Kumpelbonus
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Antwort#13
Ja, ja, die Angst des Torwarts vorm Elfmeter oder die Angst des Tontechnikers, mal ehrlich seinen Studensatz in Euro zu nennen.
Und wenn dieser genannt wird, dann ist das wie mit der Penisgröße, da wird maßlos übertrieben (3 Inch).
Typisch!
Gruß Micha
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Antwort#14
Ja, das war ich !
Es ist zu berücksichtigen, dass bei Hardys Beitrag Beträge inkl. Equipment (!) genannt werden, so dass die Relation wieder stimmt (besser: stimmen könnte). Gefragt wurde aber der Arbeitslohn (!), und der schließt evtl. Mietpreise für Equipment zunächst nicht mit ein.
In der Regel, ich betone das nochmal, werden Tagespauschalen ausgehandelt und bei entsprechendem notwendigen Perfektionismus wird dadurch der effektive Stundenlohn niedriger sein.

Gruß
Martin
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Antwort#15
Also dann, hier ist meine "Butter":
40 Euronen die Stunde, BundlePreis für einen Produktionstag: 250,-. Das reicht für einen Konzertmitschnitt in CD-Länge, inkluse etwas Schnitt. Dabei ist einkalkuliert, daß ich 50% der Zeit im warmen Studio sitze und das dann machen kann, wenn ich Lust habe.
Was Profis an Studiopreisen nehmen, und inwieweit das eine Preisvorgabe ist, haängt davon ab, was sie bieten: Ein Studio hier um die Ecke kostet am Tag das Doppelte, dafür haben die eben auch 5mal mehr Outboard-Equipment, und drei große Regierräume. Zudem gibt es einen mittleren und einen sehr grossen Aufnahmeraum. Ich habe nur einen "mickrigen", weil ich für meine Produktionen nichts größeres Brauche. Dafür habe ich die passenden Mikros für Livemitschnitte. Gerade hat Haun wieder zwei geschickt :-)
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Antwort#16
So sieht es mit dem "Stundensatz" für aktive Musiker aus. Hier kommt wieder einmal die Sache mit dem preisdrückenden "Spaßfaktor":
Angebot:
Wir sind eine Full-Service-Agentur im Bereich der Musikindustrie. Nächste Woche, drehen wir das Video von der "Superstar"-Teilnehmerin Vanessa im Raum Berlin/Potsdam. Das Drehbuch hierfür sieht in einigen Szenen ein Streichquartett vor. Zu diesem Zweck möchte ich Sie bitten meine Anfrage unter den Lehrern und Schülern Ihrer Institution weiterzugeben. Ihr solltet Spaß daran haben an einem Musikvideo mitwirken zu können und Neugier und Geduld
mitbringen. Da wir gezwungen sind very low-budget zu produzieren, können wir neben Erfahrung, Transportkosten und Catering leider kein weiteres Honorar bieten. Aber ihr solltet euch dadurch nicht abschrecken lassen. Denn es macht auch gewaltig viel Spaß und ist eine tolle Erfahrung.
Alle sind gezwungen Geld zu sparen und können nur kostenlosen Spaßfaktor bieten.
Man sollte sich wohl doch bei ebay als "Sexpack" anbieten. :-)
Gruß
Dieter
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