Gitarre aufnehmen&Pegel allgemein, Anfängerfrage

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
demnächst möchte ich mal wieder mein Marshall Top-Teil (resp. Peavey für den Bass) zum Einsatz bringen, nachdem ich in den letzten Monaten ausschließlich über den VST Warp ins Cubase geschrammelt habe. Nun habe ich mir meine Gedanken gemacht, wie ich das am besten mache.
Erste Möglichkeit: Ich nehme via Mikro von der Box ab (Marshall 4x12 Zoll Vintage). Welchen Abstand nehme ich zur Box ? Brauche ich ein zweites Mikro um ein wenig Raumklang (Hall) drauf zu bekommen ? Wenn ja, wo steht dieses Mikro "idealerweise" ?
Zweite Möglichkeit: Ich nehme direkt am Top-Teil (Marshall Valvestate 100, Röhren-Vorstufe, Transsistor-Endstufe) ab. Dummerweise hat mein Top-Teil keinen Line-Ausgang, sondern nur den Ausgang zur Box und einen Kopfhörer-Ausgang. Gibt es da ne Möglichkeit ein halbwegs ordentliches Signal zu bekommen ? Brauche ich vielleicht nen Wandler oder Adapter um ein Line oder Mic.-Signal zu bekommen?
Außerdem: Beim Aufnehmen von Synth-Spuren fiel mir folgendes auf: Obwohl die Spuren im MIDI-Track-Mixer ordentlich ausschlagen, ist der Pegel bei der Aufnahme als Audio eher sehr bescheiden. Dass MIDI nicht mit Audio vergleichbar ist, leuchtet mir ein. Aber ist dieses "Verhalten" von Cubase normal ? Ist der Pegel (unterhalb von 35 %) noch in Ordnung? Muss ich das Verstärken (z.B. im EQ des Kanals)? Oder vielleicht normalisieren ? Oder brauche ich noch einen speziellen Vorverstärker für Aufnahmen vom Synth ?
Ich danke jetzt schon mal allen, die sich meinen Anfänger-Fragen annehmen.
Christian
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Antwort#2
Hi Kapitän !
Zur ersten Frage: Du kannst für diese Zwecke die "Red Box (Pro)" von Hughes & Kettner benutzen, gibt es bei ebay recht günstig & klingt meiner Meinung nach recht gut. Das Teil hängst Du zwischen den normalen Boxen-Ausgang und Dein Recording-Equipment. Ist im Übrigen auch sehr gut geeignet, um eine cleane Gitarre direkt in´s Pult zu spielen.
Off Topic, aber auch eine gute Sache: Der Tubeman von Hughes & Kettner. Ein Recording-Preamp, den man mal ausprobiert haben sollte.
Zur zweiten Frage: Das "Midi-Volume" hat nur bedingt was mit der Lautstärke der (Soft-)Synths zu tun. Die Lautstärke des Synths muss direkt dort eingestellt werden (Output oder Level).... um welches Instrument habdelt es sich denn ?
Bzw. ist es ein VSTi oder ein externer Synth ?
Viele Grüße !
-michael-
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Antwort#3
Hallo Cpt. Haddock,
hier ein paar Tipps. Generell gilt: probieren geht über studieren.
Zu deiner ersten Möglichkeit. Ich habe schon recht gute Ergebnisse erzielt, indem ich die Box mit einem dynamischen Mikrofon wie dem SM 57 sehr nah abgenommen habe. Sehr nah heißt unmittelbar am Schutzgitter. Klanglich hat der Winkel großen Einfluss, und auch die Stelle auf der Lautsprechermembran, auf die das Mikro "zeigt". Manche Autoren schreiben von einem "göttlichen Winkel", aber wie gesagt kommst du meiner Meinung nach nur durch Ausprobieren weiter. Im Live-Bereich werden die Amps gewöhnlich mit nur einem, sehr nah abnehmenden Mikro versehen. Ein zweites Mikro aufzustellen kann klanglich sehr nett klingen, hier hatte ich schon gute Ergebnisse mit nahezu allen Mikro-Positionen, auch HINTER der Box, wenn sie hinten offen ist. Zu beachten ist aber, dass du mit zwei Mikros fast unweigerlicht Laufzeitdifferenzen zwischen den beiden Kanälen auffängst, und die musst du ggf. im Computer wieder ausgleichen, falls es sch... klingt. Hierzu lohnt es sich, beim Anhören mal im Cubase die Phase eines der Kanäle umzukehren und zu hören, was passiert. Auch das Millisekunden- oder sogar Samplegenaue Verschieben der einen gegen die andere Spur wirkt sich auf den Klang aus. Als "Raum"-Mikro empfehle ich dir ein "besseres" Mikro, zum Beispiel ein Großmembranmikrofon. Insgesamt ist der Effekt eines zweiten Mikros aber oft nicht sehr groß, ich habe schon oft mit zweien aufgenommen und dann doch nur eine Spur im Mix verwendet.
Zu deiner zweiten Variante. Evtl. hat dein Topteil vor der Endstufe sowas wie einen Effekt-(FX-)Ausgang oder einen Insert-Eingang? Beide geben dir ein Linesignal (ob vor oder nach der Klangbearbeitung des Topteils steht entweder dran oder du musst es einfach durch Herumschrauben an den Reglern herausfinden. Der Kopfhörer-Ausgang geht auch; falls er Stereo ist (kann ich mir nicht vorstellen), brauchst du einen kleinen Adapter von Stereo auf Mono, oder du nimmst halt Stereo auf und mischt es dir im PC wieder zusammen, wenn du es nicht Stereo brauchst.
Evtl. hast du auch einen sehr ordentlich klingenden Raum, dann lohnt es sich auch manchmal, die Box hinein zu stellen und mit zwei entfernt aufgestellten Mikrofonen eine echte Stereo-Aufnahme zu machen. Siehe www.sengpielaudio.com, da findest du alles, was du zu Stereophonie-Aufnahmen wissen musst.
Natürlich sind auch Kombinationen von Direkt- also Line-Signal und Mikro-Signal möglich, Achtung wieder wegen der Laufzeitdifferenzen.
Ich kann dir abschließend Uli Eisners "Mixing Workshop" empfehlen (bald ist ja Weihnachten... :), da steht recht humorig beschrieben, wie man auf diesem Niveau zu ordentlichen Ergebnissen kommt. Sind auch viele Klangbeispiele auf CD dabei.
Hope this helps
Yoda


http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3932275020/qid=1068730400/sr=2-1/ref=sr_aps_prod_1_1/302-3157493-8404055
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Antwort#4
was auch gut klingt ist, wenn man den amp wirklich laut aufdreht und das mikro in ca 1m - 1,5m abstand vor die box stellt, dann klingt der amp meistens ein bischen besser. welches mikro ist ein bischen geschmacksfrage, ich habe sowohl
mit sm57 / sm58 als auch mit einem rode nt1 gute ergebnisse erzielt.
die lösung mit mikro direkt am speaker ist auf jeden fall brauchbar und meistens die "zuverlässigste", und hier kann man auch schnell, wie in den anderen antworten erwähnt, den sound durch anderes ausrichten des mikros ändern.
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Antwort#5
Der Synth ist ein externes Hardware-Gerät, ein Yahama Cs1x. Den Pegel (Volume) habe ich voll aufgedreht. Die Aussteuerung des Mischers (RME Multiface) liegt bei rund 85 %. Daher wundere ich mich, dass die Aufnahme so dünn kommt, weil im Fenster der RME steuert das Signal halt sehr gut aus. Nur bei der Aufnahme im Cubase zeigt der Mixer dann ein bescheidenes Ergebnis. Falls es was bedeuten könnte: Der Synth geht direkt mit zwei 6,3mm Kabeln in die RME. Cubase spielt ne MIDI-Spur ab und nimmt diese gleichsam als Audio auf. So mache ich das. Bin echt ratlos!
Viele Grüße
Christian
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