Hallo Forum, kann mir jemand Tipps, oder Links geben dazu geben. Ich soll an Weihnachten einen Schülerchor abnehmen. Ich denke, daß ich da nicht so viel brauche. Bin über jeden Hinweis dankbar. Gruß Daniel
Das Wichtigste, was Du brauchst: Gute Nerven, robuste Kabel und viel Abstand zu dem Publikum, da dieses wohl aus Schülern besteht, die nicht stillsitzen, sondern rumlärmen und vor Beginn umhertoben und auf den Kabeln herumtrampeln. Stelle eine ORTF-Anordnung nahe an die Bühne, ziemlich hoch, sodaß (egal, ob einer vorn oder hinten umherwandelt) der effektive Abstand immer etwa 4-6 Meter ist. Die Mikros müssen auf jeden Falle schwingentkoppelt sein, sonst rumpelt es. Wenn Du abhörts, wirst Du feststellen, daß alles zu hell und zu direkt klingt. Pack' den Mix in Wavelab, nimm die Höhen passend weg und haue mindestens 50% Raumklang/Hall dazu -> das schafft wieder Distanz zum Chor. Das ist zwar tontechnisch nicht das Gelbe vom Ei, liefert aber die subjektiv Besten Ergebnisse, weil der Laie nichts auf vernünftigen Raumklang gibt, sondern sich von ordentlich Hall beeindrucken lässt und sich dagegen hauptsächlich an Störgeräuschen jeglicher Art stösst. Sieh' zu daß Du keinesfalss überpegelst, eher zu schwach- im Zuschauergeräusch geht alles unter.
Ich fürchte es handelt sich weniger um eine Aufnahme als um eine Beschallungssituation. Da Schülerchöre gerne mal rumsäuseln anstatt richtig zu singen, macht das die Sache nicht einfacher. Versuchs mit zwei oder drei möglichst stark richtenden Mikrofonen (ab Superniere aufwärts), die du möglichst nah am Chor positionierst. Jegliche Beschallungslautsprecher sollten möglichst weit von dieser Mikrofonie entfernt befinden. Es wird auch etwas Fummelei mit der Ausrichtung der Mikros geben, da eine so starke Richtcharakteristik kein vollständiges Abbild des Chores ermöglicht. Aber vermutlich gehts ja auch nur darum, mit aller Gewalt irgendwas vom Gesang auch für die hinteren Reihen hörbar zu machen. Also, etwas an der Ausrichtung basteln bis was annehmbares zu hören ist und zumindest einen 31 Band EQ in die PA hängen, um die ersten paar Feedbackfrequenzen abzufangen. Das kann funktionieren. Die todsichere Methode (manchmal die einzige, aber bei dir fällt das vermutlich aus Budgetgründen aus) ist, jedem Sänger ein Mikro in die Hand zu drücken. Dann kriegt man auch einen Vorschulchor über ne Band drüber. Janko
Hi, ich hätte statt Richtmikros Halbkugeln genommen, um möglichst viel draufzukriegen. Klar hätte ich dann evtl. mit Feedback kämpfen müssen. Ich werd den Tipp auf alle Fälle beherzigen. Gruß Daniel
Daniel, was sind denn Halbkugeln? Und die gegen Feedback beim Verstärken? Ich kenne die Madeburger Halbkugeln von dem Otto von Guericke. Ah und dann gibt's noch die durchgeschnittene Rumkugel, die ergibt auch zwei Halbugeln :-) Bei Mikrofonen hätten Grenzflächenmikrofone auf dem Bühnenboden noch ein Polardiagram (Richtcharakteristik), was man mit halbkugelförmig bezeichnen könnte. Halbkugel scheint zum Betreff Chor-"Abnahme" (?) zu passen. Was immer da auch wer wem abnimmt.
Hallo Daniel, du möchtest für die Saal-Beschallung Grenzflächenmikrofone vor den Chor auf den Bühnenboden legen. Richtig? Weil du den Vorschlag mit Nieren- oder Hypernieren-Richtmikrofonen nicht so gut findest. Da das Wort Schülerchor-Abnahme etwas seltsam klingt und eher nicht nach einer Aufnahme, kann ich schließen, dass du die Mikrofonierung sicher für eine Beschallung brauchst. Auch dann nimmt man keinen Chor ab. So etwas macht der TÜV, wenn er die Bremsen prüft oder den Öltank. Für eine Beschallung sind Mikrofone auf dem Boden sehr rückkopplungs-ungünstig. Bei Lautsprecherbeschallung muss man mit den Mikrofonen nah an die Schallquelle gehen, also über Kopfhöhe der Sänger und man muss Richtmikrofone so aufstellen, dass ihre Rückwärtsdämpfungsrichtung zum Lautsprecher zeigt. Vergiss dafür deine auf den Boden zu legenden Grenzflächenmikrofone mit den Halbkugeln. Nebenbei, es gibt auch "Breite Nieren", die fälschlicherweise hin und wieder als Halbkugeln bezeichnet werden. Du wirst 3 bis 4 Mikrofone für den Chor brauchen und natürlich dazu ein Mischpult. Gruß Johnny
HI, das kann sein, daß ich das evtl. verwechsle. Ich dachte eben daß es auch Halbkugeln in Form von aufstellbaren Mikros gäbe. Das mit den breiten Nieren kommt dem aber sehr nahe, was ich haben wollte. Grundsätzlich fand ich die Idee aber mit Nieren-Mikros nicht schlecht. Das war ja eben meine Frage, wie ich das am Besten mache. Ich bin halt noch etwas neu auf dem Gebiet Chöre u. ä. Deshalb bin ich eben für jeden Tipp dankbar. Natürlich werde ich da etwas herumprobieren müssen, aber bevor ich eben total daneben liege, dachte ich daß ich so manchen Ratschlag annehmen sollte. Grüße Daniel
Hallo Daniel, nimm mal für deine Beschallung Nierenmikrofone, etwas über und vor dem zu leise singenden Chor. Unser Schulchor hat nie mit Mikrofonen verstärkt singen müssen und es hat niemand gesagt, wir würden zu leise singen. Du weißt, was ein Tonabnehmer ist. So eine "Tondose", die den Ton aus der Rille kratzt oder die den Ton abnimmt. Wenn du ein Mikrofon vor "Elvis" stellst, dann sagen wir in der Branche nicht, dass du den Sänger abnimmst. Dir nimmt man dein Geld ab, wenn du ein Mikrofon zum Aufnehmen kaufen möchtest. Gruß Jürgen