(Pseudo-) Symmetrie?

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Antwort#21
AFAIR schreibt das Pflichtenheft auch für Mikpreamps einen Tiefpass bei 15kHz vor. Im Rundfunkt macht das auch Sinn. Aber ansonsten gilt auch hier: nicht einfach übernehmen, sondern kritisch hinterfragen.
Deweiteren sind im Rundfunksender ganz andere Bedinungen als im kleinen Studio wo z.B. bei mir keine Linestrippe länger als 3m ist. Nur das Mikro-Multicore ist länger ca. 10m.
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Antwort#22
hallo,
vielen Dank für eure zahlreiche Teilnahme. Ich denke, ich weiß nun endgültig, was eine symmetrische Verbindung ist. Wenn ich auch noch nicht ganz kapiere, wie man mittels eines Übertragers ein entsprechendes Signal "herstellen" kann.
- Aber ich möchte ja keine solchen Schaltungen bauen.
Zum anscheinend notorischen Thema professionelle Technik oder nicht noch so viel:
Mit Brüllwürfeln kann man mich in die Flucht schlagen, und ich habe einen ausgeprägten Hang zu +4 dBu. Außerdem hatte ich ja gesagt, daß meine Monitore XLR-Eingänge haben, sollte mich auch wundern, wenn Dynaudio Acoustics etwas anderes nehmen würde :-o
Trotzdem hat meine Prodif Plus nun mal Klinkenstecker, und da beide Kanäle auf einer Stereo-Klinke liegen, kann man die Karte wohl mit Recht als halbprofessionell bezeichnen.
Aber auch eine Firma wie RME hat nicht nur symmetrische Ausgänge an ihren Soundkarten, denn es ist schließlich ein Problem mangelnden Platzes oder (im Falle einer Kabelpeitsche) eines der zusätzlichen Kosten.
Und zusätzlich stehen wohl in beinahe _jedem_ Studio so'ne und solche Geräte, denn wer kauft sich, nur um mal ein paar CDs einzuspielen (oder Cassetten), extra einen Player mit symmetrischen Ausgängen.
(Und was macht man, wenn jemand ein Gerät mitbringt?)
Ich denke, man sollte das nicht zur Glaubensfrage machen.
Noch mal Danke,
CJB
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Antwort#23
Hallo,
die "Hochspannungs"-Mikrofone von DPA z.B. besitzen einen Impedanzwandler, dessen Ausgang nur das Signal, Masse und eine spannungsführende Leitung bereitstellt (der 4-pin XLR-Stecker dient zum Auseinanderhalten der Typen).
Als Beispiele sind also die DPA 4003 (Druck) bzw. 4012 (Niere) zu nennen, welche die 130V Version der 4006 bzw. 4011 (für 48V Phantom) sind.
Daneben gibt es verschiedene Personen, die Modifikationen an bestehenden Typen anbieten.
Sonodore ist z.B. die Firma des Niederländers Rens Heijnis, der seit einiger Zeit auch eigene Typen Mikrofone anbietet (im Grunde Ableitungen einer B&K Messmikrofonkapsel) die höhere Spannungen benötigen und eine unsymmetrische Ausgangsstufe besitzen.
Gruss,
Dirk
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Antwort#24
Hallo,
diese 130 Volt Hochspannungsmikrofone von DPA sind Sondermikrofone, die zumindest den Nachteil haben, dass sie nicht an die bequeme vorhandene genormte 48 Volt Phantompeisung angeschlossen werden können, sondern dass man extra dafür spezielle Netzgeräte braucht, die wiederum eine Netzzuführung brauchen. Das ist manchmal recht unpraktisch.
Der unübliche Sonder-4 Pol-Stecker an den Mikrofonen (!) soll verhindern, dass diese Mikrofone in normale Mikrofoneingänge gesteckt werden können.
Alle dieses Sondersachen sind beim normalen Studiobetrieb anstrengend.
Interessant, aber ich sehe keine Vorteile.
Johnny
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Antwort#25
Hi,
ich bin natürlich kein Verkäufer von DPA oder einer anderen Firma, sondern habe nur Antwort auf eine Frage gegeben.
Man soll den Unterschied ja nicht sehen, sondern hören. Dieses lohnt sich sicher, denn es gibt einen.
Ein wichtiger ist z.B. dass der Inpedanzwandler des 4003 im Gegensatz zum 4006 keinen Transformator besitzt. Ob dass wirklich der Grund für die knackigere Basswiedergabe des 4003 ist, sei offen gelassen.
Wenn Dich der von den Herstellern angegebene Vorteil der höheren Spannung interessiert gibt es auf der Website von DPA einen Artikel darüber.
Übrigens scheint nicht jeder der Ansicht zu sein, dass 4-pin XLR's und seperate Spannungsversorgungen unpraktisch sind. In den Niederlanden nehmen die meisten klassische Musikstudios mit 4003 für Hauptmikrofone auf.
Grudd,
Dirk
P.S. Wen es interessiert - und eine lustige Anmerkung bezüglich höherer Spannung - die DPA's lassen sich ohne Probleme auch mit 60V betreiben.


Hi-voltage vs. Conventional Powering Methods
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Antwort#26
dir garnicht wiedersprechen aber wo wir schon beim kopfeinschalten sind...
wieviele konsumenten haben einen DVD audioplayer zuhause stehen der symetrierte +4dBu ausgibt?
wieviele konsumenten haben einen svcd player mit nem digitalausgang?
wieviele konsumenten haben vergoldete einstreuungen?
wieviele konsumenten höhren tatsächlich stereo?
wieviele davon haben einen tinitus?
wieviele kapputte patchcords hat ein durchschnitliches studio?
wieviele urei 1178 sind symetriert?
warum werden meine aufnahmen immer schlechter obwohl ein equipment immer teurer wird?
warum gibt es für voodoo keine DIN norm?
wo liegt der unterschied zwischen anspruch und wirklichkeit? und wo begann die resignation?
auf ein revival der symetrischen Din verbindung in der HIFI technick hoffend..
grüßt
jeff
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Antwort#27
Hi jeff,
Heimtechnik lässt grüßen, "Studiotechnik" verabschiedet sich.
Der Urei 1178 Compressor hat üblicherweise elektronisch symmetrischen Eingang und
übertragersymmetrischen Ausgang, ist also galvanisch getrennt, erdfrei.
Das ist gute Studiotechnik. Vielleicht besitzt du eine abgespeckte Günstigpreisversion.
Schau mal in die folgenden beiden Links. Da gibt es den Schaltplan in zwei Teilen.
http://www.celestial.com.au/~rosswood/data/1178-1.htm
http://www.celestial.com.au/~rosswood/data/1178-2.htm
Ich hoffe, dass hier noch andere Postings zu diesem Thema folgen.
Der Anfang des Nachdenkens ist schon gemacht.
Urs
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Antwort#28
Hi,
ich finde es problematisch, wenn sich immer Voodoo durchsetzt, ohne auch elektrotechnisch begründbar zu sein.
Insbesondere auch die Diskussion um die Abtastraten als solches. Gut, doppelte oder vierfache Abtastraten erleichern das Design der Anti-Aliasing-Filter und des Rekonstruktionfilters. Dieses sing jedoch gerätetechnische Realisierungen, die mit dem Format als solches nichts zu tun haben. Es lassen sich mit den "klassischen" Abtastraten auch sehr gute Systeme designen, man darf auch die analoge Beschaltung und den Jitter nicht außer acht lassen.
Der Analogsound von analogen Speichermedien basiert ja auch auf ein gewissen Klirrspektrum, der ja für diesen Klang maßgeblich ist.
Leider ist auch die die HiFi-Kultur ziemlich den Bach heruntergegangen. Diese Sourround-Effektanlagen mit den getarnten Tupperdosen sind in aller Regel nicht klassiktüchtig, womit ich meine, das das Hören einer klassischen Darbietung keine Freude macht. Dann lieber gutes Stereo, als Sourround-Quarkkästen. Zumal wird die Installation so einer Anlage im Wohnraum auch komplexer als die eines Stereosystems. Man sollte den Wohnraum dabei auch nicht vergessen.
Zurück zum Thema: Es hat seine guten Gründe, wenn bestimmte Forderungen in einem Pflichtenheft niedergelegt werden. Genauso halte ich es auch für sinnvoll, den Frequenzgang vor der ersten Eingangsstufe zu begrenzen, damit der Verstärker nicht noch unnützen "Schmutz" zu bearbeiten hat. 15 kHz halte ich selber auch für etwas niedrig, aber bei 40 kHz könnte das Filter so langsam greifen.
Holger


mobile Tonaufnahmen
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Antwort#29
15 kHz halte ich selber auch für etwas niedrig, aber bei 40 kHz könnte das Filter so langsam greifen.
Hättest du jetzt 20kHz gesagt wäre ich mitgegangen. Aber 40kHz ist wieder Voodoo.
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Antwort#30
Hi Thomas,
der Ansatz 20 kHz ist absolut plausibel. Jedoch wird auch bereits von der Mikrofonherstellerseite bereits eine "Frequenzgangerweiterung" betrieben.
Daher ist unter Umständen einer Diskussion wert. Legt man die derzeitig wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse zu grunde, macht ein leichtes Greifen des Filters ab 20-24 kHz Sinn.
Wenn ich mich recht entsinne, sagte mal jemand auf einen TMT-Vortrag, das der Einfluss von Frequenzen oberhalb 20 kHz wissenschaftlich untersucht werden müsste.
Leider wird ja gerade im Bereich Frequenzgang die Frequenzen oberhalb von 20 kHz sehr hochgehypt, gerade von der Vodoo-Presse, um neue Datenträgerformate ( Etablierung eines Kopierschutes) einzuführen. Viele Aufnahmen nutzen ja noch nicht mal das CD-Format voll aus.
16Bit/44,1 kHz ist als Übergabeformat an den Kunden beteits schon sehr sehr gut.
Holger


mobile Tonaufnahmen
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Antwort#31
Es ist eine Frage, ob man >20kHz noch was hört bzw. ob solche Frequenzen einen Einfluss haben. Ich möchte das nicht einfach negieren, denn z.B. durch die Nichtlinearitäten des Ohrs (und des Schädels) können Intermodulationseffekte auftreten und Diff-Frequenzen im Hörbaren Bereich gebildet werden.
Aber eine andere ist, on bei Musik und Sprache da überhaupt noch was ist.
Ich kann mich z.B. nicht erinnern wann ich das letzte man einen EQ bei >13kHz (Mittenfrequenz) sinnvoll angewendet hätte.
Ich sage immer als Faustregel bis ca. 8kHz sinnvolle musikalische Information, bis 13kHz noch Obertöne für klarheit und Präsenz. Darüber nur noch subtile Klarheit und "Air". Nicht unwichtig, aber eben kaum wirklich da.
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Antwort#32
Hallo Christian,
das Thema "Symmetrie" will anscheinend nicht verstummen, so oft auch schon darüber geschrieben wurde.
Du schreibst: ""Wenn ich auch noch nicht ganz kapiere, wie man mittels eines Übertragers ein entsprechendes Signal "herstellen" kann.""
Nichts ist einfacher als das. Der Übertrager hat "von Natur aus" schon auf beiden Wicklungsenden gegenphasige Spannung. Um "Symmetrie" herzustellen, bedarf es aber mehr als nur gegenphasige Spannungen, sondern es bedarf dazu auch eine Widerstandssymmetrie, eine Ableitungssymmetrie gegen Erde und eine Symmetrie der Kapazitäten gegen Erde. Widerstandssymmetrie ist ohnehin gegeben. Die beiden anderen Paramter sind durch eine spezielle Wickeltechnik bzw. Wicklungsgeometrie zu erreichen. Dies ist eine Frage des Know-How des Übertragerherstellers. Auf jeden Fall leisten Übertrager immer noch bessere Symmetrieanforderungen als elektronische Lösungen.

MfG
Rainer
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Antwort#33
Hallo Dirk,
Zitat: ""Man sollte sich vor Augen halten, dass rein theoretisch eine symmetrische Verbindung eher suspekt ist als eine unsymmetrische, da das gegenphasige Signal so genau wie möglich wieder zusammengeführt werden muss, und wie genau das passiert, würde mich mal interessieren.""
Ich verstehe nicht, was da so kompliziert sein soll? Bez. Übertrager siehe mein Posting an Christian CJB.
Es gibt eine Spannungssymmetrie, eine Widerstandssymmetrie und eine Phasensymmetrie. Wie man die beiden gegenphasigen Spannungen wieder zusammensetzt, dazu verweise ich auf die einschlägige Literatur über Schaltungstechnik. Werden diese beiden gegenphasigen Spannungen nicht spannungsgenau zusammengefügt, ist die resultierende Spannung etwas geringer. Dazu gibt es in elektronischen (Gegentakt)lösungen ein "Symmetrierpotentionmeter, welches die Verstärkung der beiden Gegentaktzweige fein ableicht.
Bei Phasenunsymmetrie - die i.d.R. nur bei höheren Frequenzen auftritt, kann man dies mit einem Kondensatortrimmer erreichen. Erfolgt diese Phasensymmetrierung nicht genau, ist die resultierende Spannung ebenfalls etwas geringer und gegenüber der Quellenspannung geringfügig phasenverschoben.
Zu Deinem Kommentar zu den IRT-Pflichtenheften: Kennst Du denn die Inhalte genau? Ich kenne sie, denn ich habe alle Pflichtenhefte der 3-er Gruppe (die Gruppe "Tontechnik"). Diese Vorschriften sind nicht aus Langeweile von ein paar gelangweilten Beamten gemacht, sondern sie dienen dazu, die Übertragungsqualität in höchstmöglicher Form zu garantieren, denn diese Vorschriften gehen an die Grenzen des physikalisch möglichen. Werden diese nicht eingehalten - wie es ja heute von vielen Herstellern leider geschieht - dann braucht man sich nicht wundern, wenn ein Gerät einen "Eigenklang" produziert, oder bei einer Zusammenschaltung mehrerer Geräte zu einer ganzen Ü-Kette es zu hörbaren Verfälschungen kommt. Noch sind heutige Studiogeräte die nach dem IRT-Pflichtenheft 3/5 konzipiert sind, besser als unsere Ohren hören können. Wenn diese Qualität sichergestellt ist, dann können wir uns mit dem Hören nur auf das künstlerische konzentrieren und brauchen nicht noch mit den Ohren Geräte abzugleichen wie es mancher Hifi-Freak (vergeblich) versucht.

MfG
Rainer
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Antwort#34
Hallo Dirk,
das wußte ich nicht. Sind das Mikros für irgendwelche speziellen Meßaufgaben? Wenn es bis zum Meßgerät nur 1-2m Kabel sind, mag das ja gehen. Allerdings würde ich solche unsymmetrischen Teile nicht gern in einer Ü-Anlage haben wollen, von wegen Störungen und so.
MfG
DB
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Antwort#35
... die Vorschriften aus den Pflichtenheften machen eine Menge Sinn - speziell was die Uebertragung von Signalen in hoher Qualitaet angeht.
Lesen und Nachdenken.
Die Praxis beweist es.
Gruss
Micha
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