Hallo, da ja mein 01v96 zuletzt (dank P48 am Main-Out) "abgeraucht" war, inzwischen aber wundersamerweise wieder tut (keine Ahnung, wieso :-) frag ich mich trotzdem noch, ob es nicht Sinn macht hinter den elektronisch symmetrierten Ausgang noch einen Übertrager zu schalten? Ein 1:1-Übertrager sollte es doch eigentlich tun, oder? Die Frage ist nur noch, wie ich die nötige Anzahl an Windungen berechne. Ist das eine triviale Aufgabe, oder müsste ich mich da in die Tiefen des Schaltplans einarbeiten, und nebenbei meine E-Technik-Kentnisse potenzieren? ;-) Gibt es Erfahrungswerte? Grüße, tobi
es kann sinnvoll sein, wenn zu erwarten ist, daß zwischen dem Pult und den folgenden Geräten Potentialdifferenzen auftreten. Bei dem O1V sowieso, da die Unsymmetriedämpfung (zumindest die Spannungssymmetrie) bei diesem Gerät absolut mangelhaft ist! Beim O2R habe ich schon zwischen a und Masse und b und Masse Spannungsdifferenzen von 1 Volt gemessen bei einer Gesamtausgangsspannung von 8 Volt. Außerdem ist der Pegel des Ausgangs derart hoch, daß es sich lohnt ihn herunter zu transformieren, womit auch gleichzeitig der Ausgangswiderstand herunter transformiert wird. Meines Wissens hat der Ausgang einen Quellwiderstand von 150 Ohm. Das kann ungüngstig sein. Transformiert man mit 2:1 abwärts (diese Übersetzung dürfte die günstigste sein, dann ist der Ausgangswiderstand nur noch 37,5 Ohm. Das erfüllt dann auch die Bedingung der IRT-Vorgabe nach Pflichtenheft 3/5, bei der der Ausgangswiderstand kleiner 40 Ohm sein soll. Du mußt nur dem Trafohersteller angeben, daß der Quellwiderstand 150 Ohm ist, weil der Trafo danach optimiert werden muß. Die Windungszahlen selbst berechnen laß besser sein, die Firmen wie Haufe und Pikatron haben da genügend Erfahrung. Das hängt von verschiedenen Parametern ab, wie: Blechsorte (Permeabilität), Pegel, untere Grenzfrequenz etc. Wenn Du den Herstellern angibst wie groß der Quellwiderstand des Ausgangs ist (und bei den Yamaha-Pulten dieser Reihe ist er 150 Ohm) und sagst, daß dann der Trafo nach IRT-Pflichtenheft 3/5 gefertigt werden soll, dann bekommst Du auch den richtigen Trafo mit der entsprechenden Symmetrie und Pegelfestigkeit.
Hi Rainer, nur zur Information: könnte man die untere Grenzfrequenz mit den folgenden Formeln ausrechnen? (Also mit entsprechendem Umformen ;-) X = omega * L L = (Windungen^2 * permeabilität * relative_permeabilität * Fläche) / (l*m) Wobei ich nicht verstehe, wofür das (l*m) im Nenner steht. Ich bin ja schon froh, dass ich weiß, wie du auf den (neuen) Ausgangswiderstand von 37.5 Ohm kommst ;-) Gruß, tobi
Nach einmal drüber schlafen, fehlt mir da irgendwie eine Exponentialfunktion in der Formel für die Impendanz. Die Formel stammt zwar eigentlich aus einer Formelsammlung (Internet), aber korrekter scheint mir diese komplexe Formel: X = j*omega*L
prinzipiell stimmt das, wobei aber das L für die untere Grenzfrequenz größer gemacht werden muß, damit auch bei der fu der induktive Querwiderstand noch groß ist gegen den Lastwiderstand. Genau das sind die Dinge die im Erfahrungsschatz der Trafohersteller verwurzelt sind. Auch die Wahl der richtigen Permeabilität ist eine Erfahrungssache. Noch viel schlimmer wird es, die Bauvorschrift (BV) zu gestalten. Es ist nicht einfach damit getan die Windunsgzahlen und den Drahtquerschnitt zu berechnen, sondern es kommt auch auf die Wicklungsgeometrie an. Denn letztere ist dafür verantwortlich, wie groß dann die Streuinduktivitäten werden und auch die Unsymmetriedämpfung. Es gehört also schon eine Menge Erfahrung dazu, NF-Übertrager zu entwickeln und zu bauen. Netztrafos berechne ich mir i.A. selbst und gebe dann dem Hersteller die Daten. Bei NF-Übertragern überlasse ich das den Erfahrungen des Herstellers. Zu den Formeln: das "l x m" im Nenner. Was das "m" sein soll weiß ich auch nicht Etwa "Meter"? dann steht es aber verkehrt. Das "l" ist die mittlere Eisenweglänge. Je länger der Eisenweg ist, den der magnetische Fluß durchlaufen muß, desto größer ist der magnetische Widerstand und damit umso kleiner die Induktivität. Denn die Induktivität hat ja einen magnetischen Widerstand als Dimension. Herauskommen muß ja "Henry" und dies hat die Dimension "Vs/A". Die Permeabilität hat die Dimension "V * s / A * m". Somit ist µ * A also (V*s/A*m)*m² und das gibt dann V*s*m/A. Damit das "m" wegfällt muß also die Weglänge im Nenner stehen. Zu der Impedanz: Ich weiß nicht was Du mit der e-Funktion hier meinst. Bei einer komplexen Zahl (in diesem Fall der komplexe Widerstand) ist die Schreibweise: (Re + jIm) = Z * exp(j phi). Und exp(j phi) = cos (phi) + j sin(phi). Den Realteil kann man i.A. dabei vernachlässigen, das er in erster Linie nur den ohmschen Anteil der Wicklung darstellt. Die Ummagnetisierungsverluste kann man ebenfalls vernachlässigen weil sie sehr klein sind.
"Denn die Induktivität hat ja einen magnetischen Widerstand als Dimension." Ist falsch: Es muß heißen "magnetischen Leitwert". Ein magnetischer Widerstand hat die Dimension A/Vs.
Hi Rainer, danke für deine Erklärung! Mit "mir fehlt eine e-Funktion" meinte ich, dass in der Formel im vorangegangenen Posting keine imaginäre Einheit vorkam. Das würde dazu führen, dass der Frequenzgang "linear ansteigt". Oder sehe ich das falsch? Grüße, tobi