nur das beste...

Erstellt 32 Antworten33 Beiträge
Antwort#21
Hallo Micha,
ich finde es gar nicht polemisch, wie du es siehst. Aufnahmen in "One-Point = Zweimikrofone"-Technik gelingen doch nur ausnahmsweise lehrbuchhaft, wenn die Klangquelle recht klein ist, wie zum Beispiel bei einem Cello-Solo und wenn die akustischen Verhältnise dazu ideal sind.
Da dieser Fall so gut wie nie zutrifft, möchte ich besonders den hier mitlesenden Anfängern sagen: Macht euch nichts vor, dass man einfach mit zwei Mikrofonen und ohne Mischpult direkt auf den Stereoeingang des Rekorders gehen kann. Auch wird eine CD nicht mehr verkauft, wenn auf dem Cover steht: Nur mit zwei Mikrofonen billigst aufgenommen.
Bei einer Aufnahme mit Orchester und Chor braucht man überhaupt nicht den Versuch zu machen, mit zwei Mikrofonen allein klarzukommen.
Nicht vergessen: Viele CD-Aufnahmen, die auf dem Markt sind und die erklären nur mit zwei Mikrofonen aufgenommen worden zu sein, sind eben doch mit mehr Mikrofonen aufgenommen. (Dennon-Serie)
Ich mache hier nichts "dogmarisch nieder", wie Michas seltsame Meinung ist. Was ich hier sage ist eindeutig konstruktiv eine Warnung an Einsteiger. Die anderen im Aufnahme-Business wissen das eh.
Urs
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Antwort#22
"Cosmic Gate - The Truth" - Nee, nicht wirklich, oder?
"Peter Gabriel - UP" - Einverstanden!
"Gong - PRE-MODERNIST WIRELESS" - von denen kenne ich einen, werde mich man informieren, wie die das produziert haben.
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Antwort#23
... dann haette er erstens verstanden, dass ich nicht gesagt habe, 'wer gegen Aufnahmen in Zweimikrophontechnik ist, ist ein Dogmatiker', sondern einfach:
'Bevor man sich trocken auf jemanden einschiesst, sollte man zumindest mal die angesprochene Aufnahme anhoeren.'
Ich habe auch nicht gesagt, dass ich ein Anhaenger der Zweimikrophontechnik bin - Stuetzen und Solistenmikrophone haben unbedingt ihren Sinn.
Aber nun zum eigentlichen Thema der Diskussion:
Meiner Ansicht nach sind die Tracks auf der 'Cantate Domino' nicht in einfacher Zweimikrophontechnik aufgezeichtet worden, egal was die Beschreibung auf dem Cover sagt - da war eher ein Hauptmikrophonsystem a la Blumlein und ein Satz Stuetzen im Einsatz - das Ganze sieht jedenfalls auf dem Goniometer recht interessant aus... trotzdem sollte man die CD einmal anhoeren.
Aber es ist ja zuviel verlangt, ein posting zu lesen - man schiesst lieber gleich aus der Huefte - und sei es ein Eigentor.
Gruss
Micha
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Antwort#24
Christian (22.12.) tönt laut, dass man bei der CD "Cantate Domino", hören kann, wie man mit nur zwei Mikrofonen eindrucksvoll gute Aufnahmen bekommen kann :-)
Michael mb (23.12.) hat die Ansicht, dass die Tracks auf der 'Cantate Domino' nicht in einfacher Zweimikrofontechnik aufgezeichtet worden sind, egal was die Beschreibung auf dem Cover sagt - da war eher ein Hauptmikrofonsystem à la Blumlein und einige Stützen im Einsatz - das Ganze sieht jedenfalls auf dem Goniometer recht interessant aus...
Eigenartige Polemik.
Ein schönes Eigentor, das man im Goniometer-Monitor betrachten kann.
Aua - aua. Musik die schön aussieht muss ja wohl auch so klingen. Oder?
Friedemann
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Antwort#25
danke für den link!
ich suchte aber schon auch nach hinweisen auf gute aufnahmen. also cd empfehlungen.
güße
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Antwort#26
Hallo Friedemann,
hier geht es uns allen wohl nur noch um Sophisterei, und nicht um den Inhalt.
Zunaechtst - mir gefaellt die 'Cantate Domino'-Aufnahme eigentlich sehr gut.
Andererseits konnte ich das sehr gute und praesente Klangbild mit der angeblich benutzten Zweimikrophontechnik nicht ganz nachvollziehen, und habe dann mal auf das Goniometer geschaut - und das Bild sieht einfach nicht nach Blumlein-Hauptmikrophonpaar alleine aus...
Aber Ende der 1970iger verkauften sich Aufnahmen mit dem Argument 'Zweimikrophontechnik' einfach besser...
Wo ist da das Eigentor?
Gruss
Micha
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Antwort#27
Noch mal als Hintergrund.
Ende der 1970iger hat auch Opus 3 in Schweden Choraufnahmen in Kirchenraeumen aufgezeichnet, die aber ('for good or for bad') in echter Zweimikrophontechnik (Bluemlein mit SM69 und spaeter Eigenbauten) - und die klingen ganz anders als die Proprius-Aufnahme - zwar schoen raeumlich, aber nicht so praesent und praezise wie die Cantat Domino.
Habe die dann die Aufnahmen mit dem Goniometer vergleichend betrachtet und meine oben abgegebenen Schluesse gezogen...
Gruss
Micha
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PS: Aus Anlass des Threads weiter oben ueber Korrelationsgradzeiger: Die Proprius-Aufnahme hat Korrelationskoeffizienten im positiven Bereich, die Opus3-Aufnahmen liegen im Mittel eher auf Null... angezeigt mit NTP 477-410A...
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Antwort#28
"Macht euch nichts vor, dass man einfach mit zwei Mikrofonen und ohne Mischpult direkt auf den Stereoeingang des Rekorders gehen kann."
Ich gehöre durchaus zu denen, die glauben, daß man mit 2 Mikrofonen auskommen kann, die ohne Mischpult direkt in den (AD-Wandler) gehen. Man kann es z.B. dann, wenn eine hohe Homogenität gefordert ist, und eine besondere Präsenz sogar hinderlich ist. (Chor) Insbesondere kann man es dann, wenn dem Kunden angebotene Vergleichsaufnahmen MIT Stützen weniger gefallen.
"Auch wird eine CD nicht mehr verkauft, wenn auf dem Cover steht: Nur mit zwei Mikrofonen billigst aufgenommen."
Richtig. Sie verkauft sich aber besser, wenn darauf steht "Mit optimiertem Stereosystem authentisch aufgenommen", auch wenn es inhaltlich (Zweifachsystem, billiger) dasselbe ist. Andererseits würde ich hier einflechten, ob eine Aufnahme mit mehreren Mikros tatsächlich teurer ist, bzw sein muss: Der Aufbau einiger mehr Kabel und Ständer kann es wohl nicht sein, und mit dabei hab ich sowieso immer mehr Mikros, als ich brauche, auch wenn ich einen direkten 2-Kanalmix mache.
"Bei einer Aufnahme mit Orchester und Chor braucht man überhaupt nicht den Versuch zu machen, mit zwei Mikrofonen allein klarzukommen."
Nun, einen Versuch kann man schon machen, wenn der Chor klein ist und das Orchester aus 6 Leuten besteht, die man günstig plaziert: Im konkreten Beispiel stand ein Kugel-AB-System genau zwischen Chor und Orchester und beide wurden prima abgebildet. Das Orchester sass real zwischen Miks und Zuschauer, rklang aufgrunde der leicht erhöhten Distanz zu den Mikros aber etwas weiter hinten.
Ich nutzte eine solche "faltende Anordnung" inzwischen sogar bei Liveaufnahmen von FLügel + Gesang: Da ist es eine modifizierte tale-end-Anordnung, die den Flügel in der üblichen Weise an der gegenüberliegenden Seite des Abspielers nimmt. Das den Zuschauern nähere Mikro (->R) hat aber eine etwas geringere Distanz, sodaß der Flügel leicht rechts steht. Der begleitete Gesang oder das Instrument steht folglich leicht links. Vor die Mikros kommt ein Absorber. Dieser ist dekorativ und schirmt die Mikros optisch und akustisch gegen die Zuschauer ab, zudem stehen die Mikros so deutlich weiter von den Zuschauern weg. Resultat: Die gehörte Position der Instrumente kann beliebig breit eingestellt werden, die Mikros sind optisch weg und die Zuschauerstörgeräusche sind praktisch unhörbar. Einzig der Applaus kommt komplett von der Seite und muss später Post abgeändert werden. (Neuabmischung oder zumindest einkanalige Verzögerung bis zum Ausgleich der Laufzeit). Verschiebt man nun die Mikros nach links und rechts, ist eine einfache Balance der Stimmen einzustellen. Das geht mit gestützten Miks und Hauptssystem keinesfalls einfacher! Positiver Beieffekt: Die Explosivlaute, die in die Zuschauer wandern, werden beim Geang weniger stark aufgezeichnet, die Stimme klingt runder. Eine Viline hingegen ist trotzdem hell zu hören.
Falls also tatsächlich Anfänger hier mitlesen, wie oben angenommen, so können die durchaus mit nur 2 Mikros taugliche Aufnahmen machen. Man braucht eben etwas Imagination. Ausserdem: Versteckte Mikros und wenig Zuschauerstörung bedeuten dem Kunden immer noch mehr, als der Tontechnisch optimale Klang.


http://www.studio96.de
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Antwort#29
Ich nutzte eine solche "faltende Anordnung" inzwischen sogar bei Liveaufnahmen von Flügel + Gesang:
Da ist es eine modifizierte tale-end-Anordnung, die den Flügel in der üblichen Weise an der gegenüberliegenden
Seite des Abspielers nimmt. Das den Zuschauern nähere Mikro (->R) hat aber eine etwas geringere Distanz,
sodass der Flügel leicht rechts steht. Der begleitete Gesang oder das Instrument steht folglich leicht links.

Damit entfällt das notwenige Regeln des Sängersolisten bei Auftakten und zu leisen Gesangsstellen. Das wird dann mit dem Unwort "authentisch" wohlwollend zugedeckt. Naja.
Gruß
Murkel
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Antwort#30
(authentisch zugedeckt) Richtig. Ich will hoffen, daß der zynische Unterton in meinem Satz diesmal richtig rübergekommen ist.
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Antwort#31
...kommt mal auf den punkt Jungs, was ist euer Problem ? Wenn Techniker das versuchen wollen, sollen sie es halt machen, ob das gut oder schlecht wird iss dann eh erst hinterher zu bewerten... und dann sollte man üger das produkt diskutieren und nicht über Eventualitäten. Das bringt doch rein gaaa nixx!
GRuuhs

dB
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Antwort#32
juergen meint: Ich gehöre durchaus zu denen, die glauben, daß man mit 2 Mikrofonen auskommen kann, die ohne Mischpult direkt in den (AD-Wandler) gehen.
Gegen Glauben ist man machtlos. :-)
Die Carmina Burana Aufnahme aus dem Mozarteum in Salzburg, die ich hören konnte, war die schlechteste Aufnahme dieses Werkes überhaupt. Man hatte es mal mit zwei Mikrofonen (und mit Glauben) versucht und diese Mikrofone waren in einem Kugelflächenmikrofon KFM 6.
So etwas darf man gar nicht erst versuchen, besonders, wenn es schon ausgezeichnete Aufnahmen dieses Werkes davon gibt. Letztere sind natürlich nur in Multimikrofonie.
Warnung besonders an Anfänger vor dem "Überheben", also vor Aufnahmen, die für zwei Mikrofone einfach zu groß sind.
Man muss auch die Einsicht haben, diese für eine 250 Euro Pauschale zu machende Aufnahme abzulehnen. Von nichts - kommt auch nichts.
Dirk
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Antwort#33
Dein Beispiel von Orff steht natürlich ausser Frage. Ausgerechnet C.B. kommt ja mit fast allen Instrumentengattungen und u.a auch mit Schlagwerk und Chor. Ich bezog mich in meinem Beitrag aber auch auf eine Szene Flügel+Instrument, also 4mx2m oder so und sprach im Weiteren von reinen Choraufnahmen, wo jeweils ganz andere Anforderungen vorliegen. Ich würde also weiterhin meine Darstellung aufrecht erhalten, daß man in bestimmten Situationen mit 2 Miks durchaus am Besten fährt- und zwar rein klanglich bereits.
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