Hallo zusammen Ich habe wieder mal eine etwas amateurhafte Frage. Ich benutze für die Aufnahmen der Vocals ein TLM-103 (manchmal auch ein U87). Dieses geht direkt in mein Mackie 8-Bus. Ich benutze keinen Mic Preamp. Bevor ich mir einen kaufe, möchte ich von euch wissen: ist der Unterschied vom Mackie zu z.B. einem Channel One von SPL wirklich so enorm hoch oder hört man klanglich fast keine Unterschiede? Vielen Dank für Eure Antworten. Gruss Mark
Die Frage ist durchaus berechtigt, schließlich ist ein Channel One ja nicht ganz billig. Ich kann dir nur empfehlen, dir das Teil mal zum Testen mitgeben zu lassen. Und bei der Gelegenheit auch mit anderen Geräten wie z.B. dem Mindprint Envoice zu vergleichen, der imho in einem ähnlichen Preissegment liegt. Du solltest aber in beiden Fällen deutliche Unterschiede ausmachen können. Janko
Die Mackie-Preamps sind nicht schlecht. Bei Mackie gilt, je kleiner das Pult und je kürzer der Weg raus desto besser. Vermutlich wird bei dem TLM kein grosser Unterschied zu hören sein. Bei einem SM57 aber schon. (alles im normalbetrieb) Der SPL (goldmike) hat aber eine Effektschaltung (Röhreneffekt), die das Signal brillianter macht. Ein Bekannter der das Teil hat, sagt er nimmt es immer mit dieser Schaltung auf. Der Channel One wie auch die EnVoices (ich empfehle den neueren) habe aber noch gute EQs und Compressor.
Ich glaube ich muss hier mal was zum Channel One loswerden: Ich habe mir den Signalfluss dieses Gerätes mal genauestens unter die Lupe genommen: Nach dem Elko und einer aufwendigen und guten Diodenschaltung zum Schutz vor großen Spannungen (z.B. 48V und statische Aufladungen) geht es direkt in den INA 163 (früher SSM2017, wird nicht mehr hergestellt). Ab hier geht es über einen Entkoppel-Elko in die weiteren Stufen wie Phasenumkehr und Hochpass etc. Erst dann passiert das Singal die eine Hälfte der ECC83-Röhre. Dann kommen die restlichen zuschaltbaren Effekte wie Kompressor und EQ. Am Schluss geht's nochmal durch die zweite Hälfte der ECC83. _Sämtliche_ aktive Schaltungen sind auf Basis des Tl072 (überwiegend Tl074 is klar) realisiert, auch die symmetrischen Ein- und Ausgänge. (Ok, der Instrumenteneingang ist ein besserer NE5532A). Dieser mysteriöse Air-Band-Filter ist nix anderes als ein Glockenfilter mit 17,5 kHz Centerfrequenz. Alle EQs des Channel One arbeiten so. Steht sogar alles in der Anleitung. Ich habe mal den Vorverstärker bis zum Elko hinter dem INA 163 nachgebaut, und beim A/B Test mit dem kompletten Kanalzug (natürlich alles auf 0) höre ich keinen Unterschied. Fortschritte hat der Channel One nur mit dem Lundahl-Übertrager gemacht (da hört man dann plötzlich wie unterschiedlich verschiedene Mikros übertragen). Der empirisch optimierte Austausch einiger TL072 mit OPA2604 hat einiges geschafft. Sofort für jeden deutlich hörbar: der Kopfhörerausgang. Für mich brach natürlich eine Welt zusammen, als ich beim ersten Aufschrauben sah, dass tatsächlich alles so gemacht wird wie in der Elektrotechnik-Vorlesung im ersten Semester. Seitdem baue ich meine Amps selber.
Moin, also ich benutze für solo-aufnahmen immer den Envoice und ziehe ihn meinen Vorverstärkern im Pult vor, da er Wärme und Brillianz besser durchkriegt. Mommentan benutze ich ein Soundcraft Ghost zum Recorden. gruuhs
... ging mir fast genauso. Ich habe zuerst mal einen kleinen Lundahl- Eingangstrafo eingebaut, so kann man mit dem Gerät zunächst mal arbeiten. Danach eine ordentliche Röhre (NOS Tesla E83CC). Den EQ mag ich sowieso nicht sehr, der bleibt aus. OPVs tauschen war mir zu blöde. Alles in allem mache ich öfters Sprecheraufnahmen mit dem Teil (oft mit TLM 193) und bin nun ganz zufrieden. Ich will ja auch nicht meckern, hab den Channel gebraucht gekauft und so "saubillig" gekriegt.
"brach natürlich eine Welt zusammen, als ich beim ersten Aufschrauben sah, dass tatsächlich alles so gemacht wird wie in der Elektrotechnik-Vorlesung... " Nun muss ich schmunzeln :-) Was hattest du gedacht? So ein Gerät ist halt auch nur ein Consumerprodukt und da geht es immer auch um Kosten. Es gibt nicht viele Geräte, die an der technischen Grenze gebaut werden. Will man alles ausreizen, braucht man selektierte Bauteile, allemöglichen anti-drift Techniken und eine hochpräzise Fertigung. Auf jitter.de findest Du den Kontakt zu Charles Altmann: Der vertreibt einen DA-Wandler allererster Güte. Kostet etwa das 4-5fache einer Apogee. :-)
Jetzt bin ich einwenig verwirrt. Soll ich denn nun die Finger vom Channel One lassen (und wie bis anhin mein Mackie verwenden), oder ist er auf jedenfall empfehlenswert. Würdet ihr die Premium Version mit Lundahl-Übertragern empfehlen oder reicht die normale Version für einen guten Vocalsound (insbesondere sind für mich natürlich auch der Klang des EQ und die Qualität des Kompressors interessant). Danke für euer Feedback. Gruss Mark
Hi, ein Übertrager reagiert unterschiedlich auf verschiedene Qeulimpedanzen. Dieses äußert sich z. B. im Frequenzgang. Dieses tut eine elektronische Lösung nicht. Da nicht alle Mikros ein Zout von 200 Ohm haben, reagiert darauf natürlich ein Übertrager. Hier kommt es auf den Entwickler an, einen günstigen Abschluss zu finden, damit sowohl die 200 Ohm Mikros als jene mit 35 Ohm gut arbeiten. Wenn man vom Elektronik-Fach ist, und sich mit Preamp-Bau beschäftigt hat und nur 1 + 2 Kanäle braucht, kann man über einen Selbstbau nachdenken. Jedoch ist so einiges an Erfahrung und Know - How vonnöten, wenn man ihn gemäd desw IRT-Pflichtenheft 3 / 5, ohne daß man es klanglich mekrt (Ideal: Draht mit Verstärkungsfaktor), von nöten. Das schafft auch der SPL nicht, auch nicht der neue von SPL. Ich würde an Deine Stelle den Mackie verwenden, da er schon sehr gut ist. Will man ihn toppen, muss man sich schon bei Studer und Co. umsehen. Alle Röhrensachen in diesen Channelöstrips haben eher den Sinn einer Klangeffektbearbeitung, nicht unbedingt den des Drahtes mit Verstärkungsfaktor. Viele Grüße Holger
"...höre ich keinen Unterschied. Fortschritte hat der Channel One nur mit dem Lundahl-Übertrager gemacht (da hört man dann plötzlich wie unterschiedlich verschiedene Mikros übertragen). "" Es würde mich mal interessieren, wie groß der Eingangswiderstand des Verstärkers ohne Übertrager ist und wie groß die Übersetzung des Übertragers. Es kann da u.U. zu einer Fehlanpassung des Mikrofons kommen, wenn der Übertrager nicht für die Schaltung dimensioniert ist. Ein Übertrager kann noch so gut sein, er muß an die Schaltung angepaßt werden. Dann kann man auch beliebige Mikrofone zwischen 0 Ohm und 200 Ohm anschließen, ohne daß es zu hörbaren Beeinträchtigungen kommt. Irgendwo im Tagungsband der TMT 2000 steht da ein Artikel drüber. Bei diesen Versuchen wurden grundsätzliche Fakten der Vierpoltheorie nicht richtig beachtet, daher die Unterschiede.
Also, ich bin ein wenig skeptisch über den Satz "erst mit Lundahl Transformer höre ich endlich einen Unterschied". Welcher Transformer denn, mit welcher nachfolgenden Schaltung? Bei Lundahl auf der Seite gibts doch massenhaft verschiedene. Ich kann gut nachvollziehen, dass elektronische preamp-Schaltungen nur schwer per Gehör unterscheidbar sind. Die hörbaren Unterschiede zwischen verschiedenen Mikrofonen an einer trafosymmetrischen Vorstufe müssen aber kein Qualitätsmerkmal sein. Wenn man mal ganz einfach mit ner Audiokarte und software Klirrfaktoren von Übertragern und DI-Boxen misst, erlebt man manche Überraschung. Die Teile liefern mitunter Klirrfaktoren, die weit über denen von rein elektronischen Schaltungen liegen. (Auch wenn diese schon im Elektronik-Kindergarten gebastelt werden könnten). Gerade 1:1 Linetrafos (die ja theoretisch überall ohne groß zu denken eingefügt werden könnten) liefern schreckliche Werte. Wenn man so etwas hören will, sei es natürlich erlaubt, aber die These: "Erst mit Trafo wirds wirklich High-End" ist ,glaube ich, sehr zweifelhaft. Die Trafos sind in punkto Gleichtaktunterdrückung ungeschlagen die beste Wahl, lange Leitungen störunanfällig zu machen. Auch in Sachen Rauschen gibt es Ansätze, die Trafoschaltungen überlegen machen können, aber bei so "nachträglich reingedrückten" übertragern interessiert schon die genaue Machart der "Aufwertung". Und wenn so eine Vorstufe Unterschiede herausbildet, die mit keinem anderen Preamp erahnbar sind, macht mich das eher misstrauisch. Wie ist denn der Vergleich des gleichen Mikros an den verschiedenen Vorstufen? Gibt es da Tendenzen im Sound, die für alle Mikros gelten? interessant das ! schöne Grüße Opi