Copyright gesampelte Impulse

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Moin,
in einem kürzlichen Thread fragte ein Kollege nach Impulsantworten. Da kam bei mir die Frage nach dem Copyright auf. Wenn ich also mit z.B. einem Lexicon 960L einen Raumimpuls sample oder mir einen entsprechenden Impuls aus dem Netz sauge um ihn dann später statt einem Lexicon Hall mit z.B. Acoustic Mirror oder S.I.R verwende, verletze ich dann ein Lexicon Copyright ? Oder liegt das Copyright bei demjenigen, der diese Impulsantwort "geschaffen" hat ? Oder gibt es hier nichts geschütztes ?
Man könnte sich ja folgendes Szenario vorstellen: Man nehme einen dieser neuen Barebone PC's mit SPDIF I/O, packe hier unter einem optimierten Linux (wegen der Performance) alle so im Netz herumirrenden Impulsantworten drauf und fertig ist die Super Hallmaschine die sowohl Lexicon als auch EMT oder TC Hall usw. drauf hat. Darüberhinaus könnte man natürlich alles was gut und teuer ist, angefangen von Kompressoren über EQ's bis hin zu Mikrophonen damit modellieren. Also ein Sintefex für Arme !
Viele Grüsse
GerhardS
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Antwort#2
Wer sagt Dir, daß sowas nicht schon irgendwo steht? :D (Für Linux gibt es übrigens einen Patch, der die Latenz für Audio rapide herabsetzt. Schau' mal bei sourceforge im linaudio-project.) Ich sehe kein Problem darin, gesamplete Impulse für eigene Sachen zu verwenden und sie in eigene Produktionen reinzustopfen. Das ist dasselbe, wie Samples selber. Es gab mal eine Diskussion um die Samples, die mit einem VA-Synth erzeugt wurden, und ob man die vertreiben darf. (Access hatte nix dagegen)
Auch der Vertrieb eines solchen Systemes sollte kein Problem sein, wenn man die Impulse selbst angefertigt hat. Es sein denn, es sei ein patentierter darunter. (???). Was auch nicht geht, ist der Vetrieb unter Werbung mit diesen Marken, da wird einem der Hersteller aufs Dach steigen.
Andere Einschätzungen?
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Antwort#3
Equalizer und Hall wären möglich. Aber die FX haben ja nicht eine Impulsantwort (IPA) sondern (fast) unendlich verschiedene, je nach Paramtern. Und da wären für ein Reverb ja schon tausende IPA nötig.
Bei Verzerrern und dynamischen Effekten (Compressoren) kann man nicht mit einer Impulsantwort arbeiten. Diese Geräte sind nichtlinear. Die Impulsantwort ist abhängig vom reinkommenden Signal. Eine einfache Faltung Signal mit Impulsantwort ist nicht möglich. Dazu kommt das zeitliche Verhalten (Attack, Release).
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Antwort#4
... im Surround- Sound Forum wird über die Copyright- Geschichte für Impulsantworten ja schon länger heiß diskutiert - einheitliche rechtliche Grundlagen anzusetzen wird nicht wirklich leicht sein. Oft kommt der Vergleich mit der Fotografie. Aber hier gibt es ja auch das "Recht am eigenen Bild"... Man sollte vielleicht auch natürliche IRs und durch Sampling aus bestehenden Elektronikgeräten gewonnene IRs in der Betrachtung trennen, was den ganzen Sachverhalt wohl eher noch verkompliziert.
Manche Hersteller von Effektgeräten haben wohl wirklich ein Problem mit der ganzen Sache, wobei andere auffallend cool bleiben. Wir werden sehen, was in der nahen Zukunft passiert (und passieren muß wohl was...). Vertreiben die "kommerziellen" Hersteller von Faltungs- Plugins (z.B. Waves) eigentlich ihre IRs frei (und / oder in einem offenen Format) ?
Um gute "Natur"- IRs aufzunehmen, bedarf es einem recht hohen technischen Aufwand, ähnlich wie bei einer hochwertigen Tonaufnahme, vielleicht noch mehr. Diese will ja sicher auch niemand "für nass" machen, oder ?!
Wenn jemand ein Effektgerät hat, und mit einer einfachen Anregung einen IR aufnimmt und vielleicht über das Internet vertreibt, tut er sicher vielen Usern einen Gefallen. Der Aufwand dafür ist ja auch vertretbar gering. Ob dies aber das Maß der Dinge ist, bleibt für jeden selbst zu entscheiden. Allerdings sehe ICH darin schon einen "Diebstahl" von geistigem Eigentum der Entwickler.

zur Faltung selbst: Ich bezweifle, daß man mit einem "herkömmlichen" PC, von der Latenzgeschichte mal komplett abgesehen, eine (lineare) Faltung entsprechender Qualität nicht in Realtime hinbekommen kann, um die ganze Geschichte dann als "Quasi- Effektmaschine" (für live- Effektzumischung im herkömmlichen Sinne) zu benutzen. Die Rechenzeit ist dafür noch viel, viel zu groß. Nicht umsonst packen Sony oder Yamaha ein oder mehrere Dutzend Hochleistungs- DSPs in ihre "Kisten". Ein Ansatzpunkt wäre derzeit vielleicht die Faltung in einem schnellen FPGA zu realisieren, und die restliche Bearbeitung ein einem passenden DSP. Jedoch würde man da (nach meiner "Milchmädchenrechnung") trotzdem auf eine Laufzeit von vielleicht 15, 20 mS kommen, die unter manch kritischen Umständen vielleicht auch nicht zu tolerieren ist.
Als "Spaß" ist das Projekt ja dann auch nicht mehr anzusehen. Schon der Hardwareaufwand katapultiert das Ding (wenn es denn überhaupt zufriedenstellend arbeiten würde) mit Sicherheit weit in den PRO- Bereich, von einer vernünftigen (Hardware-) Benutzeroberfläche oder einem Frontend mal ganz abgesehen.
Vielleicht hat schon jemand andere Erfahrungen, vielleicht auch in der Entwicklung von derartiger Hard- und Software gemacht und kann mich korrigieren, wenn ich falsch liege.

Swen
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Antwort#5
Ich habe auch in letzter Zeit viel mit dem Raumsimulator in Samplitude gearbeitet. Die Qualität ist meines Erachtens erstaunlich hoch, wobei es hier stark auf die Hall-Samples ankommt. Die frei im Internet zugänglichen, entsprechen sehr oft nicht meinen Vorstellungen. Die Rechenleistung ist momentan auch noch zu gross, um ausschliesslich damit zu arbeiten.
Der grösste Minuspunkt sind allerdings die Fehlenden Parameter, den Raum so einzustellen, wie dies z.B. an einem TC5000 möglich ist.
Trotzdem arbeite ich sehr gerne mit dieser "Erfindung".
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Antwort#6
Hast du Details über dieses Linaudio Projekt ? Souceforge gibt unter Linaudio nichts her, ebensowenig Google Ich kenne zwar das ALSA Projekt recht gut, auch die 2.4 er Low Latency Implementation ist mir geläufig. Aber man lernt ja nie aus.
Mit der Low Latency Implemantation und einem von allem Ballast befreiten Kernel (eigener make) lassen sich Latenzzeiten von ~ 2-2.5 ms erreichen. Hier ist sicherlich die Soundkarte der Flaschenhals.
Unter diesem Blickwinkel ist auch die Idee des dedizierten, Low-Cost Hallprozessors zu sehen. Unter Windows kann man das sicherlich aus Performancegründen vergessen. So kommt z.B. Acoustic Mirror von Sonic Foundry mir einem guten, etwas komplexeren 24 Bit Impuls bei einer mittleren Qualitätseinstellung (3 von 5 Stufen)zu CPU Auslastungen von > 100% d.h Real-Time ist absolut zu vergessen. SIR ist deutlich performanter als Acoustic Mirror aber klanglich auch nur dritte Wahl.
Viel Grüsse
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Antwort#7
Ich meinte mit Lixuxaudio eigentlich die Summe der linux-spezifischen Audioprogramme und Projekte. Konkret lohnt für den Unkundigen ein Blick auf AUDACITY.



audacity
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Antwort#8
also ich persönlich finde dass es copyright so wie so nicht gibt, es gibt nur leute, die sich drum drücken für leistungen anderer auch annerkennung (sprich zahlung) zu leisten. überlegt euch mal folgendes: wenn impulsantworten copyrightsverletzungen sind, währe das blosse vorspielen eines Beatles-songs auf einer gitarre schon copyright verletzung(iss ja öffentlich auch gema pflichtig deswegen), da es eine abbildung unseres gedächtnisses ist.
worauf ich hinaus will ist folgendes: rechnerleistung hin oder her... es wird alles kommen was man sich vorstellen kan in dieser richtung: Plug ins die Analoge Bandmaschinen überflüssig machen und auch welche die Outboard Geräte überflüssig machen, ist nicht die akustische abbildung eines raumes als programm eines TC-Verbs schon copyrightsklau am architekt des raumes? es wird halt immer mehr einschränkungen im rechtssystem geben. zugegebenermassen blick ich auch nicht mehr durch, iss ja auch kein wunder. ich möcht ma einen sehen der die komplette rechtliche Lage im Kopf hat. Ausserdem Zolle ich den Ideen die ich für gut befinde Tribut in dem ich den Firmen die es auf dem Handelsweg vertreiben Geld dafür gebe.

Sorry wenn es einer nicht so richtig versteht fragt halt nochma nach, das musst ich einfach mal loswerden. Ich hasse Copyrights, da sie stehen und fallen mit der Motivation der Leute, Kopieren kann man IMMER und in ALLEN bereichen. Und auch noch Geld damit machen. Und Ideologisch kann man schon 2 mal das Rad erfinden und vor allem in der Musik würde ich dann die Lorberen Teilen, da für mich hier der Ideologische Wert vor dem Verdienstmöglichkeiten eines Ersterfinders steht.

gruuhs

dB
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Antwort#9
Ich teile Deine Ansicht, was z.B. das Patentwesen anbelangt, da geht es heute eigentlich nur noch ums Blocken und wirtschaftliche Sabotieren. Das Urheberecht wollen wir aber bitte nicht antasten. Immerhin gibt es erfunden Worttext und Kompositionen die geistiges Eigentum sind und geschützt werden müssen. Ich würde das von meiner Seite direkt auch auf Sounds übertragen (und rechtlich ist dem auch formell auch so). Wenn einer an einem Sythy einen Sound einstellt, dann hat er den designed und kann nicht einfach kopiert werden. (Es gibt ja massenhaft Leute, die Samples und Patches ENTGELDLICH KOPIEREN und VERTREIBEN, die von Dritten erzeugt wurden.) Das ist Schmarotzen an der Arbeitskraft eines anderen. Daran mache ich meine eigene Haltung fest.
Ich habe mal eine ganze Weile Sample-Cds verkauft, allesamt sleber produziert. Am Rechner und an Sythies und dann speziell zu Loops gemischt. Die sind dann nur deshalb nicht kopiert worden, weil die betreffenden DJs das Zeugs alleine haben wollten und von sich aus nichts rausgaben.
Trickreicher wird es mit Sounderzeugern: Ich habe mal den EMU Orbit und EMU Phatt gesampelt und Loops davon verkauft. EMU weiss davon, hat aber nichts dazu gesagt. Allerdings waren es komplette MIDI-Loops und entsprechend melodisierte Phrasen, gewisser massen kleine Musikstücke. Hätte mich schwer geärgert, wenn das einer kopiert hätte.
Zu den Hallgeräten: Du hast das Nutzungsrecht, und solange bei diesem Gerät kein ausdrücklicher Passus vermerkt ist, daß Du keine Analysesamples einspeisen darfs und das Ergebnis weiterveräussern, ist da auch nichts dagegen zu sagen. Du spielts ja quasi nur eine Musikstück rein, wendest das Gerät an und nimmst auf. Jeder andere nutzer könnte das ja auch selber machen!! Du verkaufst effektiv Deine eigene Arbeitsleistung, so wie der Tontechniker ja auch seine Mischarbeit auf der Master-Cd ausliefert und nur indirekt die Musik des ihm fremden Musikers, an der er nichts verdient.
Ich denke, man kann da schon klare Grenzen ziehen: Schwieirg wird es, wenn Du aus einer Hardware die Software rausziehst und kopierst: Theoretisch könnte man die meisten Mikrocontroller der Synthesizer (wie den Virus) auslesen, eine eigene Hardware bauen und diese vertreiben. Die Software müsste dazu einfach kopiert werden. Das genau geht eben nicht mehr. Virus anschalten und den Hall nutzen dagegen schon.
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