Der Tipp von Thomas ist übrigens ziemlich gut, den EQ mal anheben und das Frequenzband durchfahren.
Die meisten Instrumente klingen übrigens in den sogenannten Resonanzpunkten am besten, bei einer Bassdrum (vernünftig gestimmt) liegt dieser meist irgendwo zwischen 60-90 Hz (kommt natürlich aufs Modell an...).
Den Anschlagklick einer Bassdrum findet man irgendwo im Bereich von 3000-5000 Hz (kommt ebenfalls auf Modell und auf die Abnahmetechnik an).
Daher werden an diesen Punkten die Instrumente auch meist per EQ angehoben und u.U. in anderen Bereichen, die nicht relevant für das Instrument sind, abgesenkt, um "Platz" für andere Instrumente zu schaffen.
Ein weiterer Punkt ist das menschliche Gehör.
Ganz interessant ist folgendes: Hör Dir mal eine Sendung mit Technomusik auf einem (billigen) Fernseher an oder spiel' soetwas auf einem kleinen Lautsprecher (Küchenradio) ohne großen Bassbereich ab.
Achte dabei besonders auf die Bassdrum, die ja bei dieser Musikrichtung besonders betont wird.
Das was Du hörst hat zwar eine Ähnlichkeit mit einer Bassdrum, aber so gut wie keinen Bassbereich (weil der einfach nicht übertragen wird).
Was will ich damit sagen? Dein Gehör bzw. dein Gehirn betrügt Dich! Dir wird zwar vorgegaukelt, dass Du eine Bassdrum hörst, in Wirklichkeit wird nichts an Bass übertragen, sondern Du hörst nur den Anschlag der Bassdrum.
Trotzdem meinst Du, eine Bassdrum zu hören, Dein Gehirn denkt sich sozusagen den Rest dazu.
Versuch' mal, Musik analytisch zu hören, d.h. nimm Dir ein Musikstück, das Du magst und kennst und konzentriere Dich beim Durchhören auf bestimmte Instrumente). Anschließend suchst Du Dir ein anderes Stück mit gleichen oder ähnlichen Instrumenten.
Versuch' dann mal die Unterschiede festzustellen.
Markant ist z.B. bei Rockmusik der Klang der Snaredrum, dieser geht von aggresiv über bauchig/topfig bis hin zu Rasseln-ähnlich (wenn das Schnarren hervorgehoben wird).
Auch der Anteil von Hall beim Mixen macht erheblich viel aus.
Beispiel Snaredrum: Bei einer älteren Phil Collins-Produktion (ich gaube es war "No Jacket required") hat ein Tontechniker sogenanntes Gated-Reverb bei der Snare eingesetzt, also die Hallfahne bewusst abgeschnitten, d.h. den Hall nicht ausklingen lassen. Klingt auf dieser Aufnahme ziemlich gut und passt zum Stil.
Dies sind Spezialeffekte, die den Klang erheblich beinflussen, aber u.U. sehr gut klingen, auch die Beatles haben mit diversen Sachen experimentiert, z.B. Rückwärts-Abspielen von bestimmten Sequenzen (Backward-Masking) und haben die Herren in den weissen Kitteln (z.B. Tonmeister, ohne hier jemandem zu nahe treten zu wollen) in den Wahnsinn getrieben (so die Legende).
Also, auch mal Sachen ausprobieren, die nicht "Standard" sind, aus solchen Experimenten entstehen u.U. ganz interessante Effekte.
Weiteres Beispiel: Der leidlich überstrapazierte Cher-Effekt mit Antares Autotune (Flangerartiger Effekt bei Gesangsaufnahmen, mittlerweile in vielen Pop-Dance-Produktionen verwendet), der ist wohl dadurch entstanden, dass bei der Aufnahme Autotune verwendet wurde und durch Zufall "falsche" Parameter, die nichts mit der Stimmenkorrektur (Autotune korrigiert schief gesungene Töne bzw. versucht es zumindest, so gut das geht) zu tun haben.
Dieser Effekt hat sich eine ganze Zeit als Standard in bestimmten Musikproduktionen etabliert und Antares wohl einiges an Umsatz beschert, obwohl das Tool überhaupt nicht dafür gedacht war.
Vielleicht hilft das etwas weiter...
http://www.sirencircle.de