Gesang zu "dünn" bzw. zu "eckig"

Erstellt 15 Antworten16 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich mache mit einem Freund zusammen Musik im Futurepop-Bereich, sprich Trancige Instrumentalspuren mit Gesang.... nun haben wir es hinbekommen dass die Instrumentalteile vom Sound her einen guten Gesamteindruck machen, jedoch die Stimme bringen wir nicht dicht genug hin....es klingt zwar intonationsmässig richtig aber zu dünn....Wir haben bisher experimentiert mit Flanger, einem EQ plus Tape Delay....
hat jemand gute Tipps wie man eine männliche Stimme mit eher hohem Frequenzanteil dichter machen kann?

Danke im Voraus,
Jan Moser
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Antwort#2
Hi -
als (Amateur-)Sänger würd ich mal sagen (in dieser Reihenfolge):
1. Stimmbildung, Kraft und "Strahlen" der Stimme entwickeln; auch emotionale/ausdrucksmäßige Spannkraft entwickeln.
Das dauert etwas, aber lohnt. Dadurch kriegt die Stimme mehr Druck und Wärme. Druck und Wärme sind nicht nur technisch zu sehen - die emotionale Kraft ist hier sehr wichtig (man hört das,z.B. ob jemand "lasch" oder "mit Esprit" singt!), aber die will trainiert sein.
und in der Zwischenzeit, wenn das Üben zu lang dauert:
2. Kompressor
3. weitere Effekte
nur so meine Gedanken
Michael
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Antwort#3
Hallo Michael Koeppen,
deine Gedanken sind goldrichtig. Nur ist der Wunsch immer andersherum.
Welches Plug-In macht meine Stimme satt und phat.
Welches Gerät macht am besten, dass ich genau tonal richtig singe.
Welches Gerät macht druckvollen Sound.
Wie mache ich einen Hit, den alle kaufen.
Ich habe eine Naturstimme, das muss doch genügen, den Rest muss doch die kaufbare Technik machen können.
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Antwort#4
Naja, prinzipiell hast du ja recht. Nur ist - vor allem wenn man sich diese Frage stellt - das Kind schon in den Brunnen gefallen.
Die Band in der alle sehr gute Musiker und Sänger sind, gibt es so gut wie gar nicht. Also ist diese Frage durchaus berechtigt.
Zum OP:
Versuch mal die Stimme zu doppeln. Die zweite Stimme extrem komprimieren und leicht dahinter zu legen. Eventuell tiefer pitchen oder tiefer singen (lassen).
Notfalls von einem anderen Sänger.
Was früher gut ging mit analogen Bandmaschinen: schneller abspielen, damit schneller aufnehmen und langsamer wiedergeben. Kann man ja mit 48kHz vs. 44.1kHz wieder recyclen. Allerdings reicht oft ein Halbton völlig aus.
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Antwort#5
Ich habe seit nunmehr 6 Jahren Gesangsunterricht...daran sollte es nicht liegen....auch in früheren Produktionen eines leider verstorbenen Bandkollegen klang die Stimme immer gut bis sehr gut....nun sind wir leider auf uns selber gestellt mit kleinem Projektstudio.
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Antwort#6
vielen Dank für den Tipp Thomas..ich werds mal versuchen...
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Antwort#7
Wenn Jan Moser schreibt, dass bei früheren Produktionen mit einem anderen Sänger bei gleichem Equipment, die Stimme immer gut bis sehr gut klang, dann ist doch wohl eindeutig klar, wo das Problem zu finden ist.
Jupp
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Antwort#8
Hallo,
folgende Möglichkeiten kenne ich (einige sind schon genannt worden):
+ Stimmbildung
+ Doppeln durch
... mehrfaches Einsingen
... Early Reflections
... modulierte Delayeffekte (z.B. Chorus)
... unmodulierte Delayeffekte (z.B. 30ms)
+ Komprimieren
+ Ausdünnen der Transspuren, ggf. nur im stimmlich interessanten Frequenzbereich (2-3kHz)
Wer weiß noch etwas?
Wolfgang
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Antwort#9
Weitere Vorschläge zur Klangverbesserung der Stimme:
Nahbesprechungseffekt bei einem Druckgradientenempänger (Niere, Hyperniere) als Klangfärbung ausnutzen.
Geringe Plop-Neigung bei einem Druckempfänger (Kugel) ausnutzen.
Telefonartigen Effekt herstellen, damit die nicht ideale Stimme des Sängers weniger auffällt; zum Beispiel in ein Megaphon singen.
Mikrofon auf die Brust richten.
Sänger beim Aufnehmen (!) nicht in einen schalltoten Raum singen lassen.
Den Sänger bitten, seinen Kopfhörer doch nur auf ein Ohr zu legen und mit dem anderen Ohr seine eigene Stimme besser zu kontrollieren.
Jens
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Antwort#10
öööhm nein das Equipment war ein anderes.....Das Studio damals hatte einen Wert von ca 500'000 Euro....von Tontechniker eingerichtet und bedient...
unserers ist etwas kleiner....sprich wohl aufs Minimum beschränkt...

Danke für all euere Tipps wir werden diese mal ausprobieren!
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Antwort#11
"hat jemand gute Tipps wie man eine männliche Stimme mit eher hohem Frequenzanteil dichter machen kann?"
Das Problem ist sicher nicht, daß die Stimme einen "hohen Frequenzanteil" hat- dann genau wäre sie ja "dicht". Allerdings denke ich, daß Du sagen wolltest "eine Stimme mit ausgeprägtem Höhenanteil". Dies wäre jedoch auch nicht der Fall, da dieser Obertonanteil genau der ist, der bei ausgebildeten Stimmen hinzu kommt. Tenöre haben hier ihre Stärken.
Ich fürchte, in Deinem Fall ist die Stimme einfach dünn, weil sie kein Fundament hat (keine Tiefen, Bauchanteil) die Höhen , also Oberwellen (Gaumen- und Zahnrefelxionen) dürften ihr ohnehin fehlen. (s.o).
Geh' mal zum Gesangsleher und lasse Dir erklären wo es fehlt. Was man tontechnisch hinschmnieren kann, um das auszugleichen ... keine Ahnung.
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Antwort#12
Nachdem der Stil nicht wirklich offenbart wurde, kann ich auch nur wage Tips geben:
- Vergleichhören: ihr werdet sicher Vorbilder haben. Mal bewusst hören, mit welchen Stilmitteln da gearbeitet wird. Wenn ihr in der Lage seid, das rauszuhören - nachmachen (oder nachempfinden)
- Selbstkritik: was hat die "gute" Stimme, was meine nicht hat? Begriffe wie Wärme, Dichte, etc. bringen dich/euch/uns nicht viel weiter. Also definieren wo es fehlt (Frequenzen, Effekte, Dynamik, Ausdruck, nicht zu vergessen Artikulation)
- die retten-was-zuretten-ist-Variante: eine Spur so lassen wie sie ist, die zweite als Effektspur verwenden; z.B. mit bandpass, extrem-Autotune und kurzem Delay dazufahren (gibt zusätzlich nen Chorus bis FlangeFX), oder nen Verzerrer drauf (ganz leichte Cruncheffekte geben der Stimme den Eindruck untenrum potenter zu sein, mehr Fülle zu haben, darf auch ein längeres Delay drauf; Distortion - allerdings leiser dazugefahren - bringt die Stimme nach vorne und lässt sie aggressiver, durchdringender wirken)
Beste Grüße, Noelch
P.S.: wenn mir ein techniker erzählen würde, daß bei dem Take die Gaumenreflexion nicht ok war... tztz... dann sag ich ihm, er soll die grünen Kabel nehmen, weil die mehr Obertöne haben! Dann klingts auch. Also wirklich! Keiner hier hat den Track gehört und schon will man wieder wissen können, was der Sänger falsch macht.
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Antwort#13
Hmmm ich bin kein Tontechniker sondern eben Sänger daher kann ich die Effekte wie es mich dünkt leider nur vage umschreiben....an der Stimme liegt es meiner Meinung nach eher nicht, da wie gesagt 6 Jahre klassischer Gesangsunterricht als Tenor, Mitwirkungen in zahlreichen grossen klassischen Projekten,Musicals, JAzzproduktionen kaum zustande gekommen wären wenn der Stimmumfang nicht genügen würde......
Mein Eindruck vom Gesamtmix ist einfach dass die Intrumentalspuren mehr tiefe frequenzen aufweisen, dh. die stimme zwar rein und richtig klingt aber ihr irgendwie die kernigen tiefen frequenzen fehlen....sie klingt eben zu dünn....ohne instrumentalspuren alleine klingt es ganz OK....
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Antwort#14
Also ein Mixproblem.
Schalte mal Schritt für Schritt die einzelnen Instrumente weg und zu und höre ab wann die Stimme wieder ok bzw. ab wann sie dünn klingt.
Dieses Instrument dann bearbeiten mit EQ.
Mix um die Stimme drumrum, nicht erst Instrumente mischen und Stimme dann dazufahren.
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Antwort#15
Ich würde erstmal mit dem Aufnahmemikrofon rumprobieren.
Oft genügt schon eine andere Position -wenn der Gesang zu dünn klingt ist die Ursache meistens einfach zu weit weg vom Mikrofon gesungen zu haben-
Ansonsten: Welches Mikrofon benutzt du ? Wenn deine Stimme in Ordnung ist
und du ein vernünftiges Mikrofon (das zu deiner Stimme passt: musst du ausprobieren!) benutzt sollte eigentlich alles o.k. sein.
Wenn andere Instrumente tiefer klingen muß es nicht ein Fehler der anderen
Instrumente sein ( Probiers ruhig mal aus, so wie Thomas schreibt ).
Ich denke jedoch daß eher ein Problem mit der Gesangsaufnahme vorliegt, wie beschrieben.




PowerStation Studio
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Antwort#16
Multibandkompressor falls ihr singen könnt, ansonsten noch nen Voice Processor davor.
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