technische Daten zu Mikrofonverstärker

Erstellt 5 Antworten6 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo zusammen,
ich habe mal eine Frage zum Rauschen von Mikrofonverstärkern. Ich weiß das da früher schon viel diskutiert wurde, habe aber leider keinen passenden Thread finden können.
Ein Bekannter hat mir einen Class-A-Mikrofonverstärker zum Kauf angeboten. Das beiliegende "Datenblatt" sagt zu den Rauschwerten folgendes Aus:
Noise (CCIR 468/2) @ Output +12 dBm
@V=20dB -86 dBm
@V=40dB -72 dBm
@V=60dB -55 dBm
Ist das nun gut oder eher nicht so toll? Ich habe das Teil gegen einen mir ebenfalls angebotenen SPL Channel1 mit eingebautem Lundahl- Trafo getestet und fand eigentlich, das der SPL mindestens genau so stark rauscht... Der andere Verstärker "klang" zudem irgendwie "offener", ist allerdings ein reiner Preamp.
Kann mir jemand einen Tipp geben bezüglich des Vergleiches von E.I.N. zum Rauschen nach CCIR? Kann man das überhaupt vergleichen?
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Antwort#2
... von Rainer Gutberlet, der auch hier im Forum posted, findet sich unter dem unten angegebenen URL.
Gruss
Micha
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PS: Um welchen Verstaerker handelt es sich bei dem Angebotenen - die Spezifikation klingt sehr nach einem Verstaerker nach IRT-Pflichtenheft...?!


Rainer G.'s Stage Aid Artikel ueber Mikrophonverstaerker und Messwerte:
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Antwort#3
Stimmt. Ein sehr guter Artikel. Einzig folgenden Part begreife ich nicht ganz:
"Über 25 dB Verstärkung verengt sich der Toleranzschlauch und ab einer Verstärkung von 42,5 dB darf der Störpegel am Ausgang -71,5 dBqp nicht unterschreiten ("unterschreiten" im Sinne des absoluten Zahlenwertes)."
Nach meiner Rechnung kann unter den angegebenen Grenzwerten -71,5 ja nicht mal annährend erreicht werden ?! Wahrscheinlich habe ich einen falschen Ansatz was den besagten "absoluten" Zahlenwert betrifft.
So gehe ich also davon aus, das der mir vorliegende Verstärker bei V=60dB einen "Rauschabstand" von -115 dB hat, was also gar nicht so weit vom theoretischen Grenzwert entfernt zu liegen scheint.
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Antwort#4
Hallo Friedrich,
"Über 25 dB Verstärkung verengt sich der Toleranzschlauch und ab einer Verstärkung von 42,5 dB darf der Störpegel am Ausgang -71,5 dBqp nicht unterschreiten ("unterschreiten" im Sinne des absoluten Zahlenwertes)."
Das bedeutet: der Störpegel darf nicht schlechter werden als -71,5 dB. Also beispielsweise wären -70 dB ein schlechterer Wert.
""Nach meiner Rechnung kann unter den angegebenen Grenzwerten -71,5 ja nicht mal annährend erreicht werden ?! Wahrscheinlich habe ich einen falschen Ansatz was den besagten "absoluten" Zahlenwert betrifft.""
""So gehe ich also davon aus, das der mir vorliegende Verstärker bei V=60dB einen "Rauschabstand" von -115 dB hat, was also gar nicht so weit vom theoretischen Grenzwert entfernt zu liegen scheint. ""
Man kann beim Eigenrauschen eines MV etwa so rechnen: -118 dB + Verstärkung in dB (vorzeichenrichtig addieren!) ergibt den Störabstand. D.h.: ein MV mit 60 dB Verstärkung kann theoretisch auf ein Ausgangsrauschen von -58 dBqp kommen. Setzt man den Nominal-Ausgangspegel auf + 6 dBu so sind dies dann 64 dB Störabstand. 115 dB Störabstand für einen 60 dB-Verstärker wäre völlig unrealistisch. Die "115 dB" die Du da nennst, sind das auf den Eingang umgerechnete Rauschen, d.h.: Man denke sich einen rauschfreien Verstärker der mit einer Rauschquelle am Eingang beschaltet ist, die mit -115 dBqp rauscht. Diese 60 dB verstärkt erscheint dann am Ausgang des MV mit -55 dBu und der Störabstand bezogen auf einen Nominalausgangspegel von + 6dBu wäre dann 61 dB.
Der Verstäker hätte dann eine RauschZAHL von 3 dB (die Differenz zum theoretischen Grenzwert).
Da die Werte alle auf einen Quellwiderstand von 200 Ohm bezogen sind, können sie sich noch geringfügig verbessern wenn man ein modernes Kondensatormikrofon verwendet, dessen Quellwiderstand weit unter 200 Ohm liegt. Z.B. haben die Schoeps-Mikrofone der Serie "Colette" Quellwiderstände von kleiner 35 Ohm.

MfG
Rainer Gutberlet
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Antwort#5
"Man kann beim Eigenrauschen eines MV etwa so rechnen: -118 dB + Verstärkung in dB (vorzeichenrichtig addieren!) ergibt den Störabstand. D.h.: ein MV mit 60 dB Verstärkung kann theoretisch auf ein Ausgangsrauschen von -58 dBqp kommen."
OK, soweit gehe ich mit. Die tech. Daten des betreffendes Verstärkers nennen da -55 dB. Also durchaus realistisch !?
"Setzt man den Nominal-Ausgangspegel auf + 6 dBu so sind dies dann 64 dB Störabstand. 115 dB Störabstand für einen 60 dB-Verstärker wäre völlig unrealistisch. Die "115 dB" die Du da nennst, sind das auf den Eingang umgerechnete Rauschen, d.h.: Man denke sich einen rauschfreien Verstärker der mit einer Rauschquelle am Eingang beschaltet ist, die mit -115 dBqp rauscht. Diese 60 dB verstärkt erscheint dann am Ausgang des MV mit -55 dBu und der Störabstand bezogen auf einen Nominalausgangspegel von + 6dBu wäre dann 61 dB.
Der Verstäker hätte dann eine RauschZAHL von 3 dB (die Differenz zum theoretischen Grenzwert)."
Ja, genau so ist es wohl.
Was aber mit den erwähnten -71,5 dB ??? Wie kommen diese rechnerisch zu Stande? Da nun dieser Verstärker bei V=60dB und +12 dBm (???) Ausgangspegel mit -55 dBm rauscht, liegt er also ausserhalb des besagten Toleranzbereiches ??? Sind das dann -67 dB ???
Tut mir leid wenn ich das nicht korrekt verstehe.
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Antwort#6
Hallo Friedrich,
noch ein kleiner Hinweis:
Die dBm-Angabe ist im hiesigen Kontext, auch wenn im Datenblatt noch verwendet, veraltet.
Angaben sollten in dBu gemacht und gelesen werden.
Der Bezugspegel ist 0 dBu = 775mV.
dBm ist eine Leistungsangabe, und die gilt nur bei einer festen Lastimpedanz,
die bei den Messungen aber nicht zur Answendung kommt (0 dBu an 600 Ohm Last ergeben 0 dBm = 1mW).
Im Falle Deines Datenblattes solltest Du einfach dBm als dBu lesen...
Gruss
Micha
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PS: Ich denke, dass der Schluessel zu Deiner Frage beim 'nicht unterschreitet' liegt - was besagt, dass der Stoerpegel physikalisch nicht geringer als diese -71,5 dBqp gegenueber Bezugspegel ausfallen kann...
PS: (2) Um welchen Verstaerker handelt es sich???
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