Liebe Kollegen! Es geht um eine Orchesteraufnahme, die mit einem AB-Hauptsystem (Basis ca. 40cm) und zusätzlichen 6 Stützmikrofonen gemacht wurde (die alle unterschiedlichen Abstand zum Hauptsystem haben). Ist hier eine Verzögerung des Hauptsystems erforderlich (Stützen sind ca. 4-6m entfernt). Wie handhabt Ihr das? Danke für jede Meinung. T
Ist eine Verzögerung des Hauptsystems erforderlich? Die Stützen sind ca. 4 - 6 Meter entfernt.
Was hast du denn da für eine neue Erfindung. Du möchtest das Hautmikrofon gegenüber den Stützmikrofonen verzögern? Huh? Was soll denn das bringen? Denke noch einmal scharf nach und poste uns hier im Forum deine theoretischen Gedanken dazu. Oder wo hast du denn das gehört? Aber ganz gewiss falsch verstanden.
Ich habe schon öfter Aufnahmen dieser Art gemacht. Über Sinn und Unsinn von Laufzeitausgleich sind die Meinungen kontrovers. Eines kann man sicher sagen: Der erzielte Effekt ist längst nicht so groß wie man es zunächst erwartet. Im Umschaltvergleich ist es minimal. Lediglich der Pegel der Stützmikrofone kann etwas höher gewählt werden als ohne Verzögerung. Verhallung der einzelnen Stützen bringt weitaus mehr. Die Verhallung darf allerdings nicht übertrieben werden.
Lediglich der Pegel der Stützmikrofone kann etwas höher gewählt werden als ohne Verzögerung.
Hallo Rainer! Danke für die Antwort.. ich fürchte, dann kann ich mir das Delay getrost sparen, denn beim ersten Kontrollhören wure schon klar, dass die Stützen nicht viel Pegel brauchen, teilweise sogar ganz weggelassen werden... Gruss Tom
..sorry, ich meinte natürlich eine Verzögerung der Stützen :-)
Das ist ein kleiner aber wesentlicher Unterschied. Erst wenn man die normale Aufnahmetechnik gut beherrscht, sollte man als Tüpfelchen auf dem i, sich auch einmal versuchsweise mit der verzögerten Stützmikrofontechnik befassen und kann dann von Fall zu Fall entscheiden. Aber nicht früher. Wie Rainer schon sagte: Lass' es lieber.
Das ist ein kleiner aber wesentlicher Unterschied.
Das ist wohl wahr.. aber nach ganz scharfem Nachdenken hab ich meine falsche Formulierung des richtigen Gedankens bemerkt. ...Erst wenn man die normale Aufnahmetechnik gut beherrscht, .... Aber nicht früher. Ich glaube, das tue ich...
Ganz liebe Grüsse von Tom
(.. nicht immer gleich auf Angriff schalten, gelle ?!?)
DirkF postet > Vielleicht kann man es auch so ausdrücken: die Pegel der verzögerten Stützen *muessen* höher gewählt werden. Eine Frage kann sich dazu stellen: Will ich denn unbedingt mehr "Pegel" von Stützmikrofonen hinzufügen, oder möchte ich gerade man so wenig Pegel hinzufügen, dass das gestützte Instrument leicht präsenter wird. Wenn ich letzteres möchte, dann brauche ich keine Verzögerung des Stützmikrofons. Michi
Eigentlich ist zur Sache alles gesagt, was auf den Nägeln brennt. Ein Detail jedoch fehlt mir. Man muss sich immer klar machen, was man mit einer Technik für das Ohr und die -zumindest in diesem Falle- zweikanalige Stereofonie anstellt. Dafür ist auch in die Betrachtung einzubeziehen, was man denn eigentlich braucht, also wollen sollte... Verzögert man über (tolle Terminologie), baut man im Grunde eine frühe Reflexion in das Signal des Hauptmikrofones ein, mit allen Folgen, die so eine Hinzufügung hat. Das heißt, dass eine Verschärfung der Lokalisierung bestenfalls eingeschränkt möglich ist, man sie also auch nicht erwarten sollte. Das geht mit unverzögerten Stützen besser, weil das Signal früher -im Grunde zu früh- beim Ohr einfällt. Verzögert man, kommen dem Hauptmikrofon und seiner angemessenen Positionierung, sowie den Raumqualitäten aber auch größere Bedeutungen zu, weil man eben das Signal des Raumes und der Hauptgruppe nur auf der Ebene der Reflexionen beeinflussen kann. Dafür ist es oft nicht ganz daneben, wenn man das Verhalten des Raumes, z.B. also seine Impulsantwort kennt, um die Refelxion mit Sinn und Verstand einzubauen. Damit aber fängt man sich in Gestalt der mehr oder minder sorgfältigen Vermessung eines Raumes wieder ein neues und zusätzliches Problem ein... Steht das dafür? Eine exakte Verzögerung der Distanzen Hauptmkrofon/Stützen ist nach meiner Erfahrung ungünstig, weil allein die Bewegungen der Musiker beim Spiel hinreichen, um kammfilterartige Effekte auszulösen, die einem die einschlägigen Aktivitäten schnell verleiden. Um eine genaue Analyse, "was ist da, was brauche ich, wie erreiche ich das", kommt man also auch in diesem Falle nicht herum. Hans-Joachim