Einmessen eines Studer 169 Mischers

Erstellt 28 Antworten29 Beiträge
Startbeitrag#1
Hat jemand Erfahrung aus eigener Praxis wie ein Studer 169 Mischpult richtig eingemessen wird? Die Anleitung die ich habe ist unklar und recht unuebersichtlich.
Mir stehen alle Messmittel zur Verfuegung.
Danke Hendrik
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Antwort#2
Hallo Hendrik,
ich verstehe nicht ganz, was Du an dem Pult "einmessen" willst? Kannst Du das bitte mal näher erklären. Tonbandmaschinen werden "eingemessen" (z.B. auf eine bestimmte Bandsorte). Aber Mischpulte?

MfG
Rainer
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Antwort#3
Vielleicht will er das Studer-Pult mit der amtlichen Rundfunknorm von +6dBu = 100% analoger Aussteuerung auf die schicke amerikanische Norm mit +4 dBu ummessen oder sogar auf die so beliebte Norm der Amateure von -10 dBu.
Sonst fällt mir dazu auch nichts ein.
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Antwort#4
Sorry, war wohl ein bischen zu allgemein ;-)
Im Detail, der Mixer ist voellig ausser Kalibrierung. 0 dBu an den Leitungseingaengen ergeben -8 bis +4 dBu an den Ausgaengen, wobei noch jedes Vu Meter dazu etwas anderes anzeigt. Es muessen wohl alle Leitungs und Summeneinheiten, sowie die Vu Meter neu eingestellt werden. Ich beabsichtige dabei dann auch auf +4dBu US Norm umzustellen.
Danke Hendrik
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Antwort#5
Dann müssen in erster Linie die VU-Meter justiert werden. Meß doch mal, was an den Ausgängen ankommt bei definiertem Eingangspegel. Dann stelle die VU-Meter entsprechend ein. Warum willst Du unbedingt die amerikanische Peglnorm einstellen? Die deutsche Studionorm ist +6 dBu.

MfG
Rainer
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Antwort#6
Hallo Hendrik,
solltest du wirklich diese unsäglichen trägen "VU"-Meter als Anzeige an deinem Mischpult haben, dann denke daran, einen bestimmten Pegelwert als "Vorlauf" = "lead" einzustellen, also bei einer Eingangsspannnung von 0,7746 Volt entsprechend 0 dBu sollte das VU-Meter (wenn es 6 dB Vorlauf gegenüber dem Studio-Vollaussteuerungspegel von +6 dBu haben soll) schon auf der Anzeige 0 VU (100%) stehen.
Auch ich wiederhole Rainers Frage:
Warum willst Du unbedingt die amerikanische Pegelnorm einstellen? Die deutsche Studionorm für analoge Vollaussteuerung ist immer noch +6 dBu.
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Antwort#7
VU-Meter?? Was is'n das? :-))

MfG
Rainer
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Antwort#8
VU-Meter sind doch diese ganz billigen Taiwan-Drehspul-Instrumente als Aussteuerungsmesser, die besonders Tontechnik-Anfänger für ganz besonders professionell halten, weil das die überlegene USA-Technik symbolisiert, mit der all die großartige Pop-Musik aufgenommen wird. :-)
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Antwort#9
Moin, Rainer.
Du fragst: "Warum willst Du unbedingt die amerikanische Peglnorm einstellen? Die deutsche Studionorm ist +6 dBu."
Deutsche Studionorm - wo gibt's die? AFAIK gibt es diesbezüglich "nur" eine Rundfunknorm.
Und solange genug Headroom da ist, ist es doch erstmal völlig egal, wo die "0dB"-Marke liegt. Es ist nur etwas Umrechnerei beim Übergang zwischen verschiedenen Systemen.
Mittlerweile ist sämtliches mir bekannte, aktuell verfügbare Outboard-Equipment vom Wandler über Kompressoren, Channelstrips bis hin zu Effekten überwiegend bzw. ausschließlich in der +4dBu-Norm erhältlich (evtl. noch schaltbar auf "Hobby-Pegel").
Wer also an einer Hand abzählen kann, wie oft er denn wohl eine Analogverbindung zu einem ARD-Pult ziehen wird, der ist IMHO gar nicht schlecht beraten, auf +4dBu umzustellen. Das einzige Gegenargument bei einem (auf Analog-Ebene) isoliert arbeitenden Studio wären evtl. noch alte "deutsche" Bandmaschinen.
Gegenfrage: warum sollte ein nicht dem Rundfunk nahestehendes Studio unbedingt bei +6dBu bleiben? Doch wohl nicht "weil nicht sein kann was nicht sein darf", oder "weil wir das in Deutschland schon immer so gemacht haben", oder? Etwas Pragmatismus schadet manchmal nicht.
Jens
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Antwort#10
Lieber Hendrik,
einige Hinweise eines Zeitgenossen, der über fast 15 Jahre 269-Nutzer war...:
Befindet sich der offiszielle Studer-Ordner für 169/269 in deinem Besitz? Wenn ja, dann verwundert mich deine Mängelrüge der 'Unklarheit', denn schönere Anleitungen als diejenigen, die uns unser Jaguar verehrender Willi aus Nassenwil spendiert hat, kenne ich eigentlich nicht. Darin finden sich ja u.a. sowohl Pegeldiagramm mit Verstärkungsfaktoren als auch Hinweise für alle betrieblichen Justagen, deren es -den Aussagen hier im Forum zum Trotz- doch einige gibt.
Die Eingänge des üblichen Kombieinganges Mic/Line (1.169.210 bis 241) besitzen in den drei Line-Stufen die Grundempfindlichkeiten +4, -9, -22 dBu, der zusätzliche Feinsteller hatte -wenn ich mich recht erinnere- einen Arbeitsbereich von 15 dB. Hier lässt sich also mit einem halbwegs kalibrierten Ozillator jede Eingangsempfindlichkeit bis hinauf zu + 18 dBu einstellen.
Das Pult weist bei + 22 dBu/40 Hz einen K3 von 1 % auf. Hier dürfte es für dich also keine Probleme geben.
Ich hatte bei meinem 269 die interne Schaltungskonfiguration insofern geändert, als ich den Kanalfader nebst Aufholverstärker hinter die Filter gelegt hatte, was allein durch das Umstecken entsprechend vorgesehener Brücken möglich ist. Als Folge davon trat bei einigen Kanälen ein leichtes Geräusch beim Muten des Kanals auf, das nicht nur durch die entsprechenden Schalter, sondern auch durch einen Reglerendkontakt ausgelöst wird. Dieses leichte Geräusch war zu beseitigen, indem man den Gegenkopplungstrimmer R47 entsprechend einstellte. Dann stimmte übrigens auch der Verstärkungsfaktor des Aufholverstärkers hinter dem Fader mit + 10 dB.
Mehr gibt es in den Vorstufen nicht einzuregulieren. Im Master hingegen fallen drei Dinge an, die neben dem Verstärkungsfaktor der Ausgangsstufe (R30) die Mitkopplung im Ausgang (zur Verbesserung der Übertragung tiefer Frequenzen durch den Trafo) vor allem die Einstellung des übrigens durchaus ernst zu nehmenden Limiters betreffen. Für den Limiter gibt es eine schöne Einstellanweisung im Studer-Ordner, die ich heute noch in Kopie besitze, obgleich ich nach dem Diebstahl meines 269 (1997) jenen Ordner verkauft habe.
Studer sah für die Endstufe eine Verstärkung von 15 dB vor, wobei der Ausgangsübertrager 1.022.352 zu 0dB, +5 dB und +9 dB betrieben werden kann, ohne dass man über R30 seine Ansteuerspannung verändert. In der üblicherweise gelieferten Version sind primär die Anschlüsse 1 und 5, sekundär 6 und 10 aktiv, womit man das Ding mit 5 dB arbeiten lässt, die Regulärverstärkung der Endstufe ohne den Übertrager also 10 dB beträgt.
Das Mitkopplungspoti R35 am primärseitigen Fußpunkt des Ausgangsübertragers ist so einzustellen, dass der Ausgang nicht zu pumpen beginnt. Wenn dies auftritt, ist der Trimmer sofort in die andere Richtung zu drehen, weil die Endstufe allerlei an Dampf bereitzustellen in der Lage ist, was das Trimmpoti nicht allzulange übersteht.
Solltest du die Einstellanweisung für den Limiter nicht besitzen, gib Laut, ich kann damit aushelfen. Für die Einstellungen am Master benötigt man einen Verlängerungsprint, andernfalls wird das nichts rechtes.
Sämtliche 169/269, die ich je kennen lernte (und das waren nicht wenige), besaßen allein PPMs. Das VU-Meter gab es auch, jedoch scheint dies zumindest hier sehr selten gewesen zu sein, ich wenigstens sah nie eines. Hast du wirklich VU-Meter in deinem Gerät? Dies würde dies durchaus schöne Pult (sieht man einmal von den recht großen Toleranzen der Preh-Standard-Potis in den Filtern, Panstellern, Panoramapots und bei FB und REV ab) doch etwas entwerten. Die PPMs waren zwar unter zweikanalig stereofonen Bedingungen schlecht abzulesen (galt auch für 961/962), dennoch waren sie Spitzenspannungsmesser, die weitgehend 'amtlich' maßen und daher in der analogen Aufnahme (10 ms) sehr brauchbar waren.
Die VUs sind simpelst einzustellen, weil allein für die Empfindlichkeit ein Pot (Lastwiderstand für den Übertrager) zur Verfügung steht. Ihr 'Vorteil' bestünde darin, dass man -wie ich dies bald nach meinem Umstieg in die digitale Sphäre tat- zwei RTW-1109 (eines fest auf dem Summenzug, das andere parallel zum Monitorzug) mit dem 169 arbeiten lässt, da deren Ablesequalität erheblich höher liegt und zusätzlich die Einmessung von Bandgeräten -auch ich fing mal analog an-, DOLBY- bzw. Telcom-Prozessoren und sonstiger Peripherie zum Kinderspiel machten. All dies lief ja zunächst neben der digitalen Ebene weiter.
Etwas komplizierter als bei den VUs fällt die Justage der 169-PPMs aus, weil vermittels eines geeichten Abschwächers die Anzeige von 0, -30 und -40 dB einzuregulieren ist und zusätzlich die Rücklaufzeit und -linearität abgeglichen werden muss. Dafür macht sich ein Spiegel nützlich, weil man hinter dem Pult hantiert und vorne unter lotrechtem Winkel auf die Skale blicken sollte.
Im Monitorzug besteht die Möglichkeit, den Abhörpegel an zwei Stellen zu verändern, wobei ich -auch- im Monitor teilweise erhebliche Änderungen in der Schaltungstopologie vorgenommen habe, weil mich in diesem z.B. die einseitige Wiedergabe der Pfl-Signale störte. Zusätzlich wurde der Identoszillator zum ordentlichen, hochstabilen und klirrarmen Tongenerator mit (ich glaube) fünf Festfrequenzen aufgewertet etc. pp.
Verfügst du über die Schaltungssammlung? Ich erhielt weiland von EMT sowohl das Schaltungsbuch als auch den sattsam bekannten, roten Ordner, wobei dieser eine Schaltungsvariante wiedergab, die mein Gerät schon hinter sich gelassen hatte. Im Buch begegneten ein paar Unstimmigkeiten, die aber leicht korrigiert werden konnten. Der Ordner existiert nicht mehr, das Buch ist noch immer vorhanden. Insofern könnte ich allerlei an Fragen beantworten; --- so Bedarf besteht.
Das Pult hält die bekannten Spezifikationen -auch bezüglich des ungewöhnlich niedrigen Klirrfaktors- tatsächlich ein, weshalb ein Nachmessen oftmals auf die Fährte interner Gebrechen führt und daher lohnt.

Hans-Joachim
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Antwort#11
Hallo Hans-Joachim,
danke fuer Deine ausfuehrliche Antwort.
Leider bin ich (noch) nicht im Besitz des Ordners, den muss ich mir erst besorgen. Ich habe den Mixer von einem Bekannten in Schweden bekommen - nebst spaerlicher Unterlagen in schwedisch. Daher auch meine Aussage bezueglich der Klarheit der Beschreibung...
Die Einstellungen sind alle ziemlich verkurbelt, jeder Kanal hat eine andere Verstaerkung, sogar die VUs - ja es handelt sich tatsaechlich um VUs, nicht PPMs - sind verkurbelt.
Ich muss erst einen Vollabgleich vornehmen, bevor ich das Teil einsetzen kann. Zum Glueck stehen mir saemtliche Messmittel zur Verfuegung, somit sollte es kein Problem sein.
Vom Aufbau der 169 bin ich beeindruckt, wirklich professionell und robust.
Danke und Gruss,
Hendrik
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Antwort#12
Einmessen wird es in der Anleitung genannt, die ich habe.
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Antwort#13
Hallo Hendrik,
wie die anderen Kollegen empfehle ich Dir, sich den roten Studer-Ordner zu besorgen, da hier bis ins Detail wirklich alles erklärt ist. Habe darin gerade nochmal geblättert.
Das 169 hat ein paar potentielle Schwachpunkte. Zum einen können sich mit Vorliebe einige der verwendeten Elkos verabschieden, da diese etwas knapp ausgelegt sind. Dies kann zur Folge haben, daß im Umfeld davon einiges "mitstirbt". Hier lohnt sich evtl. ein Tausch.
Ein sehr beliebter Wackelpunkt ist der eingebaute Limiter in diesem Pult, der kann schon mal zu netten Überraschungen führen.
Wenn Du tatsächlich das Pult mit VU-Metern hast, laß das Umkalibrieren auf +4dBU sein. VU-Meter und Digitaltechnik sind ein Widerspruch in sich, da diese einfach zu träge sind, um vernünftig aussteuern zu können. Da muß man eh soviel Luft lassen, daß die 2dB mehr oder weniger den "Kohl auch nicht fett machen".
Wenn Du die eingebauten Limiter abundzu benutzt, rate ich erst recht vom Umkalibieren ab, da es dann einen ordentlichen "Rattenschwanz" nach sich zieht, damit alles wieder stimmt.
Irgendwie kräuseln sich bei mir bei dem Gedanken Studer-Pult und VU mit +4dBU die Nackenhaare....
Laß dem guten 169 viel Pflege angedeihen, es ist ein schönes Stück Pult.
Gruß
Markus Przybilla
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Antwort#14
Ich benutzte das Teil nicht in einer deutschen Rundfunkstation... ;-)
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Antwort#15
Ich benutzte das Teil nicht in einer deutschen Rundfunkstation... ;-)
Das ist keine Aussage, die ein Abweichen von der Studionorm zwingend notwendig macht. 100% Aussteuerung analog entspricht +6dBu Spannungspegel = 1,55 Volt effektiv, oder wie man heute auch gerne sagt RMS.
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Antwort#16
Hallo Jens,
Die deutschen Studionormen gehen direkt aus den Rundfunknormen hervor. Und Du wirst Studiogeräte von deutschen Herstellern immer in der 6dBu-Kalibrierung vorfinden. Beispiel: die RTW-Aussteuerungsmesser. Auch Studer hält sich an die 6dBu-Kalibrierung. Ich weiß nicht, wie die Amis überhaupt auf diesen komischen Wert von 4 dBu kommen.
Zu Deiner letzten Frage: Laß bitte diesen Satz "weil nicht sein kann was nicht sein darf", ich kann diesen Schwachsinn nicht mehr hören, denn es ist der Standardausredesatz der Hifi-Freaks und Pseudowissenschaftler. Wenn ein Studio für den Rundfunk produziert, sollte man sich generell an deren Normen halten. Den Vorteil merkt man dann, wenn man sich mal direkt an deren Anlagen (z.B. Ü-Wagen) hängen muß, wie ich dies bei mir schon einige Male hatte.
Die Rundfunknormen erscheinen dem Außenstehenden oftmals geradzu abstrus und unverständlich (nach dem Motto: "Die Wege des Rundfunks sind unergründlich"). Wenn man aber mal selbst mit diesen Leuten zu tun hatte (und ich hatte lange genug mit ihnen zu tun, sowol als Gerätebauer als auch mit Aufnahmen) dann wird einem auch irgendwann bewußt, daß hinter all diesem Vorschriftenwust und Entscheidungen schon sehr sinnvolle Überlegungen stehen. Genauso ist es bei den Vorschriften der Post. Im Gegensatz zu dem übrigen deutschen Vorschriftenschwachsinn der Behörden und öffentlichen Verwaltung, die selbst nicht recht wissen warum, wieso, weshalb, und daher nach dem Motto handeln: ...haben wir schon immer so gemacht... haben wir noch nie so gemacht... können wir nicht ändern... da könnte ja jeder kommen... dafür bin ich nicht zuständig... Diese Leute denken nämlich nicht selbst, sondern lassen denken und wollen auch nichts ändern sondern weiter in ihrer verkrusteten Struktur verharren.
Man muß nicht in allem die Amerikaner als Maßstab nehmen. Es ist manchmal haaresträubend was gerade die Amis hervorbringen. Auf der einen Seite schießen sie Raketen zum Mond oder zum Mars, auf der anderen Seite pfuschen und schludern sie daß es einem graust.

MfG
Rainer
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Antwort#17
Lieber Hendrik,
aus deiner Antwort schließe ich, dass sich auch die Schaltungssammlung nicht in deinem Besitz befindet. Schicke mir in diesem Zusammenhang bitte ein Mail. Hinsichtlich des VU-Meters würde ich auf Abhilfe sinnen.
Ich hatte damals bei meinem 269 auch die Spannung auf dem Knotenpunkt auf 0,775 oder 1,55 V angehoben, um intern -also auch Insert- mit üblichem Spannungsniveau rechnen zu können. Weiterhin hatte ich zwei Kanalpaareingänge mit einer behelfsmäßigen Transformator-MS-Matrix aus den durchaus kritischen Beyer-Übertragern ausgestattet, die auf den drei Line-Positionen eingeschaltet wurden und im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Erwartungen bestens erfüllte, woraus auch zu schließen ist, dass der bekannt kritische Übertrager 'nach Wunsch' von einer sehr konstanten Impedanz abgeschlossen wird.
Besitzt du Verlängerungsprint und/oder passende externe Steckfassung?
Ich rechne mit deinem Mail.
Hans-Joachim
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Antwort#18
Hallo Rainer.
Und Du wirst Studiogeräte von deutschen Herstellern immer in der 6dBu-
Kalibrierung vorfinden. Beispiel: die RTW-Aussteuerungsmesser.
Zu Deiner letzten Frage: Laß bitte diesen Satz "weil nicht sein kann was
nicht sein darf", ich kann diesen Schwachsinn nicht mehr hören, denn es ist
der Standardausredesatz der Hifi-Freaks und Pseudowissenschaftler.
Wenn ein Studio für den Rundfunk produziert, sollte man sich generell an
deren Normen halten. Den Vorteil merkt man dann, wenn man sich mal direkt an
deren Anlagen (z.B. Ü-Wagen) hängen muß, wie ich dies bei mir schon einige
Male hatte.
Haben wir ausser RTW und Studer noch verbreitete Beispiele?
Was ist mit all dem Outboard- und Schnittstellen-Zeug? Angefangen vom "deutschen Hersteller" Behringer (sicher kein Argument, ich weiß) über T.C.Electronics, Lexicon, Klark, BSS, Drawmer, MOTU, RME usw... Klar sind fast alles Amis oder zumindest ausländische Hersteller, aber all das von den allermeisten Tonleuten hochgeschätzte Equipment läuft nunmal auf +4dBu.
"Ich weiß nicht, wie die Amis überhaupt auf diesen komischen Wert von 4 dBu kommen."
Ich auch nicht. Aber weißt du, wie man ausgerechnet auf 6dB kommt? Das ist genauso willkürlich wie die 4dB. Nachvollziehbar wäre sowas wie 0dBu oder 0dBV als Pegelmarke.
Der Satz war bewußt provozierend gemeint. Ich wollte ja von dir mehr hören als diesen Satz - ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der für dich Begründung ist. Aber, tut mir leid, du hast noch nicht ein Argument gebracht ausser "in Deutschland ist die Norm anders".
Und BTW: was ICH nicht mehr hören kann, ist die pauschale Abschiebung in die Amateurecke und unterschwellige Unterstellung, ein "Esoteriker" zu sein, sobald mal jemand nicht die IRT PH oder die Sengpiel-PDFS als "Bibel" ansieht oder mal jemand eine Lehrmeinung nicht unrefklektiert übernimmt, sondern mal genau hinschaut, ob das in der konkreten Situation nicht auch anders geht.
Du bist mit den beiden Worten "Hifi-Esoteriker" und "Pseudowissenschaftler" regelmäßig schnell dabei, wenn dir die Argumente ausgehen - schonmal aufgefallen?
Richtig, WENN ein Studio für den Rundfunk produziert, macht das Sinn. Wenn es das aber nicht tut, ist es sinnvoller, sich um das optimale Zusammenspiel aller Geräte IM Studio zu kümmern.
Normen sind ja nun keine gottgegebenen Gesetze, die auf überirdische Weise durch Mauern kriechen und auf Durchsetzung pochen. Normen sind Konventionen (ALLE willkürlich; die meisten mehr, manche weniger sinnvoll bzw. durchdacht), die ein reibungsloses Zusammenspiel von Geräten verschiedener Hersteller ermöglichen sollen.
Soll ein Pult mit ARD-Equipment zusammenarbeiten, bieten sich die IRT/ARD-Normen an, soll es dagegen mit überwiegend international zusammengewürfeltem Equipment zusammenarbeiten, dann bieten sich eben andere Standards an.
Wenn ich einen alten Ami-Schlitten restaurieren will und neue Radmuttern brauche, dann verlange ich im Baumarkt auch zöllige Muttern. Da kann der Verkäufer mir tausendmal erzählen, dass in Deutschland nach DIN metrische Muttern Norm sind. Sie werden nicht passen. Es sei denn, ich rüste die Radaufnahme (am besten alles andere bei der Gelegenheit gleich mit) auf metrisch um. Na, viel Spass.
Rainer, verrat mir eins: bist du wenigstens konsequent und rüstest _sämtliches_ Studioequipment, was nicht aus Deutschland kommt, dann wenigstens auch auf IRT-Norm um?
Oder schraubst du zuhause am DVD-Player oder Plattenspieler erstmal grundsätzlich die RCAs ab und ersetzt sie durch DIN-Stecker?
"Die Rundfunknormen erscheinen dem Außenstehenden oftmals geradzu abstrus und unverständlich (nach dem Motto: "Die Wege des Rundfunks sind unergründlich"). Wenn man aber mal selbst mit diesen Leuten zu tun hatte (und ich hatte lange genug mit ihnen zu tun, sowol als Gerätebauer als auch mit Aufnahmen) dann wird einem auch irgendwann bewußt, daß hinter all diesem Vorschriftenwust und Entscheidungen schon sehr sinnvolle Überlegungen stehen. "
Das bestreitet ja keiner. Nur haben sich andere Leute vielleicht auch Gedanken gemacht - andere, aber deswegen nicht zwingend schlechtere.
"Man muß nicht in allem die Amerikaner als Maßstab nehmen. Es ist manchmal haaresträubend was gerade die Amis hervorbringen. Auf der einen Seite schießen sie Raketen zum Mond oder zum Mars, auf der anderen Seite pfuschen und schludern sie daß es einem graust."
Man muss aber auch nicht alles, was die Amis hervorbringen, verteufeln - genausowenig, wie man in allem die Deutschen als Massstab nehmen muss.
Wo immer sich weltweit konkurrierende Normen entwickeln, sollte man über heutzutage auch über eine Vereinheitlichung nachdenken. Was im Einzelfall die "bessere" Norm ist, sei mal dahingestellt.
Ich finde es auch unsinnig, in Zoll, Fuss, Meilen, Unzen und Pfund zu rechnen, wo das mit dem SI-System viel einfacher und weniger fehleranfällig geht.
Aber bei z.B. Hifi-Steckverbindungen (s.o.) ist das RCA-System dem alten DIN doch IMHO überlegen. Getrennte Schirme für beide Kanäle, robustere Stecker und flexiblere Leitungen (typischerweise) usw. Gut, der vorstehende "heisse" Pin ist nicht das Gelbe vom Ei - es ist auch nicht perfekt. Vielleicht setzt sich ja in Zukunft noch was anderes durch...
Also nochmal meine Frage (unabhängig von der eher akademischen Frage nach der "besseren" Norm): Was spricht in der Praxis gegen +4dBu (gehe davon aus, dass analoge Zusammenarbeit mit dem Rundfunk nicht stattfindet)?
Jens
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Antwort#19
Hallo Jens,

die "4dBu"-Geräte werden hier meist mit 6dBu betrieben, weil die Aussteuerungsreserve groß genug ist. Zu Deiner Frage ob ich die Geräte umrüste: Die Cinch-Verbindungen benutze ich - sofern vorhanden - überhaupt nicht. Ich benutze überhaupt keine unsymmetrischen Verbindungen. Andererseits kaufe ich auch keine Consumer-Geräte wenn es ein professionelles Pendant dazu gibt. Oder ich rüste mir die auf XLR symmetrisch um und calibriere sie dann auf 6 dBu.
Und wenn ich mir ein neues Gerät kaufe was z.B. aus Japan kommt, lasse ich mir dies vom betreffenden Service-Zentrum auf die 6 dBu einmessen. So habe ich es beispielsweise mit dem Tascam DA 98HR gemacht. Aber ich sehe nicht ein, mein ganzes Equipment auf die 4 dB einzumessen, nur "weil es alle so machen".
Du fragtest außerdem wo die 6 dBu herstammen? Wir hatten diese Diskussion schon einmal, wenn ich mich recht erinnere. Das ist ganz einfach: Früher wurde mit Leistungsanpassung gearbeitet wobei der Bezugspegel 1 mW war. Da die Geräte alle auf Anpaßwiderstände von 600 Ohm gebaut waren (wahrscheinlich auch wegen der daraus resultierenden problemlosen Anpassung an die Postleitungen) ergab sich daraus eine Spannung von 775 mV, was dann als Leerlaufspannung die 1,55 Volt (entspr. +6 dBu) hatte. Später wurde die Leistungsanpassung abgeschaftt und mit Spannungsanpassung gearbeitet und die 1,55 Volt beibehalten. Es ist doch klar, daß je größer der Pegel ist, die Störanfälligkeit entsprechend geringer ist. Von daher sehe ich keinen Sinn in den 4 dBu, wenngleich der Unterschied auch gering ist. Aber rein von der Physik her erscheinen mir die 6 dBu logischer als dieser "krumme" Wert 4 dBu. Von den übrigen Pegeln wie es in der Konsumer-Technik gang und gäbe ist mit -10 dBV wollen wir gar nicht erst reden. Da sehe ich überhaupt keine logische Grundlage.
Gewiß verteufle ich nicht alles - bei weitem nicht alles - was die Amis hervorbringen. Aber ich wehre mich gegen diese "Vergötterung" oder "Vergötzung" der Amis wie man landesweit beobachten kann und wo unreflektiert alles was die Amis hervorbringen unreflektiert als "heilig" angesehen wird, angefangen bei den Anglizismen. Andererseits wehre ich mich auch gegen übertriebenen Patriotismus. Aber ein bißchen viel mehr Nationalstolz täte dem ganzen deutschen Volk ganz gut. Wobei ich mit dem Begriff "Nationalstolz" keinen "Nationalsozialismus" assoziiert wissen möchte!
Zum Steckersystem, speziell dem von Dir angesprochenen (Hifi)RCA-Stecksystem:
Ich halte den Cinch-Stecker für den übelsten Krampf den man sich je ausgedacht hat, sieht man mal von dem "Multimedia"-Gelumpe wie kleine Klinke oder ähnliches ab, sondern ich meine jetzt Stecker bei Hifi-Geräten. Der Stecker hat keine vernünftige Zugentlastung, und ist elektrisch geradzu hirnrissig: Der heiße Pol macht zuerst Kontakt und es brummt! Jedem Studenten der bei mir durch die Praktika geht sage ich: Erst die Erde, dann der heiße Pol. Getrennte Masse für beide Kanäle kann man mit dem DIN-Stecker auch machen, wenn man ihn anders beschaltet hätte. Von Prinzip her ist das ohne weiteres möglich. Ich finde den alten DIN-Stecker im Prinzip gar nicht mal soooo schlecht, verhindert er zumindest mal eine Kanalvertauschung und/oder er ermöglicht zweiadrige Verbindungen in Form von symmetrischen Verbindungen. Beim Cinch ist dies nur möglich durch Verwendung zweier Stecker - Verpolungen und der darauf folgende Ärger sind vorprogrammiert. Außerdem gibt es ja auch den verschraubbaren Tuchel-oder den verriegelbaren Bajonettstecker von Preh. Alle sind mir immer noch lieber als dieses Cinch-Gelumps. Ob sich da in Zukunft was besseres durchsetzt bezweifle ich, zumindest nicht im Billig- bis Mittelpreissegment. Aber hier haben wir typisch etwas was aus Amerika "importiert" wurde und ohne nachzudenken wurde es bei uns auf den Markt geschmissen.
Zu Deinem Vorwurf mit "Esoterikern" und "Pseudowissenschaflern": Wenn man sich mal landauf landab so umhört, was alles für ein Mist erzählt wird - und nicht nur in der Hifi-Szene - da geht einem der Hut hoch. Man denke nur mal an diese ganzen Diskussionen über das Thema "Mobilfunk" - Esoterik ist da noch beschönigend! - es ist schon fast eine neue Religion mit okkultem Charakter! Ich könnte sogar aus dem Hochschulbereich so einiges berichten, was an pseudowissenschaftlichem Unfug alles grassiert, was ich aber hier an dieser Stelle nicht tun möchte.... Und dann werden solche Argumente in den wissenschaftlichen "Deckmantel" gehüllt und es fallen dann solche Sprüche wie Du ihn genannt hast. WIR sind doch TECHNIKER die es besser wissen müßten/sollten, verdammtnochmal!!. Müssen wir denn diesen ganzen Quatsch nachplappern den das gemeine Volk plappert?
Zugegeben - wir sind jetzt etwas vom Thema abgekommen, aber ich denke Du verstehtst was ich meine.

MfG
Rainer
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Antwort#20
Zitat: ""was ICH nicht mehr hören kann, ist die pauschale Abschiebung in die Amateurecke und unterschwellige Unterstellung, ein "Esoteriker" zu sein,..."
Ich habe nicht DICH in diese Ecke eingeordnet, sondern ich will viel mehr damit sagen, daß WIR hier es alle nicht nötig haben mit dem Vokabular dieser Ecke zu argumentieren. Die Esoteriker- und Pseudowissenschaftler-Ecke weiß es eben nicht besser und kloppt diese Sprüche wenn sie mit dem Rücken zur Wand steht. Wir stehen doch da drüber, und brauchen uns dieser Sprüche nicht zu bedienen.
Andererseits: Sieh doch mal die Hifi-Szene an. Viele Probleme die diese Leute haben gäbe es nicht, würden sie sich mal konsequent an Normen halten. Ob diese immer mit den IRT-PflH oder Sengpielschen Empfehlungen sich decken müssen, ist noch nicht einmal von Belang. Aber solange es die Hifi- und Highend-Hersteller nicht schaffen ihre Geräte mal mit einheitlichen Schnittstellenpegeln und Quelle- und Lastwiderständen auszustatten, werden ewig diese Probleme bestehen worum sich die Freaks ständig zanken. Dann sind jeglicher (esoterischer) Scharlatanerie Tür und Tor geöffnet.

MfG
Rainer
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