Moin Rainer...
"Zu Deiner Frage ob ich die Geräte umrüste: Die Cinch-Verbindungen benutze ich - sofern vorhanden - überhaupt nicht. Ich benutze überhaupt keine unsymmetrischen Verbindungen. Andererseits kaufe ich auch keine Consumer-Geräte wenn es ein professionelles Pendant dazu gibt. Oder ich rüste mir die auf XLR symmetrisch um und calibriere sie dann auf 6 dBu."
Gut, ein Punkt für dich. Das hätte ich nicht erwartet - aber dann immerhin konsequent.
Zu deiner Begründung der +6dBu: Nun sind ja die historisch gewachsenen 600Ohm auch relativ willkürlich... Der Physik wegen (je mehr Pegel, umso besser) sollte man eigentlich erwarten, dass man sich am sinnvollsten in die Gegend von 5V bewegt - oder auch noch mehr. Das nehmen alle üblichen OPs noch locker im linearen Bereich mit, und der Störabstand wird nochmal besser.
"Gewiß verteufle ich nicht alles - bei weitem nicht alles - was die Amis hervorbringen. Aber ich wehre mich gegen diese "Vergötterung" oder "Vergötzung" der Amis wie man landesweit beobachten kann und wo unreflektiert alles was die Amis hervorbringen unreflektiert als "heilig" angesehen wird, angefangen bei den Anglizismen."
Den Satz könnte man völlig gleichwertig umschreiben, wenn man "Amis" durch "deutsche (Ingenieure)" ersetzt. Ich sag doch: Warum nicht "best of both worlds" - oder einfach nur im Einzelfall das passendere?
"Ich finde den alten DIN-Stecker im Prinzip gar nicht mal soooo schlecht, verhindert er zumindest mal eine Kanalvertauschung und/oder er ermöglicht zweiadrige Verbindungen in Form von symmetrischen Verbindungen."
Letzteres ist aber nirgendwo implementiert, und ersteres möchte man vielleicht mal absichtlich machen. Ich bin da lieber flexibel, als ein "1diotensicheres" (Wortsperre) System zu haben.
Ich weiß auch, dass beide Systeme ihre Schwachpunkte haben, das mit dem "hot first" habe ich ja schon erwähnt. Bei einer Hifi-Anlage steckt man aber normalerweise im laufenden Betrieb nicht um. Da finde ich die schwache mechanische Ausführung der DIN-Stecker, wo der Schirm wegen der meist zweigeteilten Schale selten gut kontaktiert und andere mechanische Aspekte bei DIN nerviger. Was nützt mir eine Zugentlastung, wenn sich DIN-Stecker schon beim verrutschen des Geräts im Schrank mit der Zeit losruckeln (ist mir bei RCA noch nie passiert), und wenn bei schräg aufs Kabel gehendem Zug die Buchse auseinanderbröselt oder noch schlimmer die halbe Platine wegbricht?
Ich wär ja für eine Durchsetzung von XLR (von mir aus auch 5-pol) bei Hifi. Da würde die Hifi-Jünger mal was vernünftiges (symmetrische Signalführung) propagieren können.
"Aber hier haben wir typisch etwas was aus Amerika "importiert" wurde und ohne nachzudenken wurde es bei uns auf den Markt geschmissen."
Nichts für ungut, aber der weltweite "Siegeszug" von RCA ging AFAIK doch eher von Japan aus...
"Zu Deinem Vorwurf mit "Esoterikern" und "Pseudowissenschaflern": Wenn man sich mal landauf landab so umhört, was alles für ein Mist erzählt wird - und nicht nur in der Hifi-Szene - da geht einem der Hut hoch. Man denke nur mal an diese ganzen Diskussionen über das Thema "Mobilfunk" - Esoterik ist da noch beschönigend! - es ist schon fast eine neue Religion mit okkultem Charakter! Ich könnte sogar aus dem Hochschulbereich so einiges berichten, was an pseudowissenschaftlichem Unfug alles grassiert, was ich aber hier an dieser Stelle nicht tun möchte.... "
Da möchte ich dir gar nicht widersprechen. Du solltest aber nicht gleich jeden, der eine andere Meinung vertritt, in diese Ecke stopfen. Und das tust du - mit Verlaub - doch recht gerne.
Jens
die "4dBu"-Geräte werden hier meist mit 6dBu betrieben, weil die Aussteuerungsreserve groß genug ist.Naja, spätestens ein Wandler, bei dem +4dBu = 0dBfs sind, dürfte damit Probleme kriegen. Und bei einem Limiter, der bei "0dB" (ohne Index) greifen soll, möchte ich nicht dauernd umrechnen müssen zwischen IRT und US. Aber jedem das Seine. Irgendwo geht man immer Kompromisse ein, fragt sich nur (je nach Tätigkeitsschwerpunkt), bei welchem System man öfter "frickelt".
"Zu Deiner Frage ob ich die Geräte umrüste: Die Cinch-Verbindungen benutze ich - sofern vorhanden - überhaupt nicht. Ich benutze überhaupt keine unsymmetrischen Verbindungen. Andererseits kaufe ich auch keine Consumer-Geräte wenn es ein professionelles Pendant dazu gibt. Oder ich rüste mir die auf XLR symmetrisch um und calibriere sie dann auf 6 dBu."
Gut, ein Punkt für dich. Das hätte ich nicht erwartet - aber dann immerhin konsequent.
Zu deiner Begründung der +6dBu: Nun sind ja die historisch gewachsenen 600Ohm auch relativ willkürlich... Der Physik wegen (je mehr Pegel, umso besser) sollte man eigentlich erwarten, dass man sich am sinnvollsten in die Gegend von 5V bewegt - oder auch noch mehr. Das nehmen alle üblichen OPs noch locker im linearen Bereich mit, und der Störabstand wird nochmal besser.
"Gewiß verteufle ich nicht alles - bei weitem nicht alles - was die Amis hervorbringen. Aber ich wehre mich gegen diese "Vergötterung" oder "Vergötzung" der Amis wie man landesweit beobachten kann und wo unreflektiert alles was die Amis hervorbringen unreflektiert als "heilig" angesehen wird, angefangen bei den Anglizismen."
Den Satz könnte man völlig gleichwertig umschreiben, wenn man "Amis" durch "deutsche (Ingenieure)" ersetzt. Ich sag doch: Warum nicht "best of both worlds" - oder einfach nur im Einzelfall das passendere?
"Ich finde den alten DIN-Stecker im Prinzip gar nicht mal soooo schlecht, verhindert er zumindest mal eine Kanalvertauschung und/oder er ermöglicht zweiadrige Verbindungen in Form von symmetrischen Verbindungen."
Letzteres ist aber nirgendwo implementiert, und ersteres möchte man vielleicht mal absichtlich machen. Ich bin da lieber flexibel, als ein "1diotensicheres" (Wortsperre) System zu haben.
Ich weiß auch, dass beide Systeme ihre Schwachpunkte haben, das mit dem "hot first" habe ich ja schon erwähnt. Bei einer Hifi-Anlage steckt man aber normalerweise im laufenden Betrieb nicht um. Da finde ich die schwache mechanische Ausführung der DIN-Stecker, wo der Schirm wegen der meist zweigeteilten Schale selten gut kontaktiert und andere mechanische Aspekte bei DIN nerviger. Was nützt mir eine Zugentlastung, wenn sich DIN-Stecker schon beim verrutschen des Geräts im Schrank mit der Zeit losruckeln (ist mir bei RCA noch nie passiert), und wenn bei schräg aufs Kabel gehendem Zug die Buchse auseinanderbröselt oder noch schlimmer die halbe Platine wegbricht?
Ich wär ja für eine Durchsetzung von XLR (von mir aus auch 5-pol) bei Hifi. Da würde die Hifi-Jünger mal was vernünftiges (symmetrische Signalführung) propagieren können.
"Aber hier haben wir typisch etwas was aus Amerika "importiert" wurde und ohne nachzudenken wurde es bei uns auf den Markt geschmissen."
Nichts für ungut, aber der weltweite "Siegeszug" von RCA ging AFAIK doch eher von Japan aus...
"Zu Deinem Vorwurf mit "Esoterikern" und "Pseudowissenschaflern": Wenn man sich mal landauf landab so umhört, was alles für ein Mist erzählt wird - und nicht nur in der Hifi-Szene - da geht einem der Hut hoch. Man denke nur mal an diese ganzen Diskussionen über das Thema "Mobilfunk" - Esoterik ist da noch beschönigend! - es ist schon fast eine neue Religion mit okkultem Charakter! Ich könnte sogar aus dem Hochschulbereich so einiges berichten, was an pseudowissenschaftlichem Unfug alles grassiert, was ich aber hier an dieser Stelle nicht tun möchte.... "
Da möchte ich dir gar nicht widersprechen. Du solltest aber nicht gleich jeden, der eine andere Meinung vertritt, in diese Ecke stopfen. Und das tust du - mit Verlaub - doch recht gerne.
Jens
