Surround-Aufnahmen? Meinungen?!

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich hatte auf der TMT in Leipzig erstmals das Vergnügen, mir den Tannhäuser von Ebs Sengpiel in der Surround-Fassung anzuhören: wunderbar! Habe noch nie erlebt, dass bei einer Wiedergabe das Orchester VOR der vorderen Basis platziert werden konnte. (Was ja im übrigen auch die WFS eklatant vermissen lässt.)
Krasses Gegenteil war die Vorführung der sogenannten "Direct-Cut-SACD" mit dem Titel "Surrounded by Horns", die angeblich kritischen Hifi-Hörern gerecht wird, indem sie vier bessere Stützen (Gefell UM75) "pur", also unverhallt und ohne Hauptmikrofon auf die vier Hauptkanäle pannt, mit alle den Nachteilen einer, um mal Sengpiel leicht abgewandelt zu zitieren, "Prügel"-Surround-Mikrofonierung:
Brüllend direkte Saxofone, von charmantem Schmelz keine Spur, und sobald der Akteur auch nur einen Schritt vom Mikrofon wegtritt, deutlicher Pegelverlust und unnatürliche Wiedergabe all seiner Nebengeräusche wie Klatschen, Zwischenrufe etc.- Unschön. Aber "pur".
Es handelte sich wohlgemerkt um eine Club-Liveaufnahme einer Jazzband, nicht um Kunstpop. Die Krönung ist das Booklet, in dem man vier Saxofonisten nebeneinander stehen sieht, während man in der Wiedergabe von den Horns "surrounded" wird.
Hat sich mir die Frage gestellt: Wie finde ich bei all dem Plunder und Effektzeug die Perlen? Sengpiels Aufnahme macht Lust auf mehr, aber woher nehmen? Deshalb meine Frage an euch: Postet doch mal eure Surround-Lieblingsaufnahmen! Medium egal, also gerne auch DVD-Vs mit besonders gutem Ton!
Danke und schöne Grüße aus Berlin
Rolf
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Antwort#2
Hallo,
überzeugen muß nach wie vor die Musik. Um so mehr Spaß macht es natürlich in Mehrkanal. Es gibt einige alte Qauadroplatten (welche ich hier nicht weiter erwähne), die auch beide Qualitäten bieten. Dieses Jahr war ich nicht auf der TMT, so daß ich die Bsp. keinesfals vergleichend meine.
Bei mir waren u.a. (ohr-)auffällig:
BELA FLECK-blue grass session (DVD-A, man sitzt mitten drin, wer das nicht
PAT METHENY GROUP-imaginary day (DVD-A, der mix ist gut "sortiert")
GUANO APES-don't give me names(sacd_seinerzeit TMT-vorführung bei
BILLY COBHAM-spectrum (DVD-A, über 30 jahre alte aufnahme, bei
JERRY GOLDSMITH-movie medlays (sacd_ebenfals seinerzeit TMT-vorführung bei
Mein Herz Brennt/torsten rasch (sacd_neue musik-neues medium-wunderbar,
möchte-kann ja stereo hören ;-), istrumente klingen toll, groovt wunderbar)
sony/phillips, tolle effektmischung)
entsprechender anlage sitzt man begeistert vor'm schlagzeug !!)
sony/phillips, "riesen" klang, technik im web zu "ergründen" unter:
http://www.opticaldisc-systems.com/2001JanFeb/DSD%20(SACD)%20RECORDING74.htm)
typisch vorsichtige "vornemischung", prima scheibe)
...das muß erst 'mal genügen.
Ich werde nicht müde den "2-Ohrenmenschen" zu erklären das, wenn z.Bsp. plötzlich ein Fahrzeug von hinten(!!) naht, man erschrocken zur Seite springt. Diese lebensrettende Maßnahme wäre bei reinem "vornehören" nicht möglich - also was soll der unsinnige Hinweis mancher "Stereoverteidiger", daß Menschen nur zwei Ohren haben.
Nun, daß die Stuhlreihen im Konzertsaal zur Bühne ausgerichtet sind, hat gute alte Gründe. Aber wer bitte will festlegen, daß das immer so bleiben muß, bzw. Musik immer in dieser Art komponiert und dargeboten werden muß ?
Bitte akzeptiert, daß ich mich an Endlosdiskussionen nicht beteiligen werde.
MfG bluesound
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Antwort#3
Hallo Bluesound,
interessant ist deine Meinung zum Quadrophonie- bzw. Surround-Sound.
Ich bin auch ein Befürworter der Surround-Technik, jedoch muss die Surround-Aufnahme überzeugend und sinnvoll sein.
Unbedingt authentischer Klang sollte nicht angestrebt werden. Es sollte eher gestaltet werden.
Bei der Tonmeistertagung in Leipzig habe ich geeignete und ungeeigne Surround-Produktionen gehört.
Im "Talkback", Raum11, konnte ich im Vergleich Aufnahmen als Sourround-Mischung und als Stereo-Mischung hören. Es waren kleine Jazz-Ensembles. Auch wenn ich dem Surround-Sound zuneige, musste ich zugeben, dass ich bei diesem Vergleich hier, in Stereo mehr von der Musik hatte. Die wenigen Instrumente im üblichen Stereo vorne waren besser zu verfolgen und angenehmer auf die Dauer zu hören, als überall im Raum verteilt.
Es wurde eine Umfrage gemacht, wie die 25 Zuhörer das empfinden und bewerten. Alle waren sich einig, dass in diesem Falle die Stereomischungen mehr von der Musik rüberbrachten, als die Surround-Sound-Fassungen.
Es kommt also auch auf die Musikart, die Anzahl der Instrumente und die bisherigen Hörgewohnheiten an.
Also Schlagzeug "breit" muss nicht automatisch angenehmer klingen. Manchmal macht das auch nervös und lenkt unnötig ab. Bunter Wirbel ist nicht immer das bessere.
Manchmal frage ich mich, warum eine Streichquetett-Aufnahme in Surround sein muss, besonders, wenn man die hinteren Lautsprecher mal abschaltete und dann findet, dass das dann viel klarer und angenehmer klingt.
Wohlbemerkt, ich bin ein starker Befürworter der Surround-Sound-Technik, aber ich bin ein kritischer Zuhörer.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Antwort#4
Hallo,
Manchmal frage ich mich, warum eine Streichquetett-Aufnahme in Surround sein muss, besonders, wenn man die hinteren Lautsprecher mal abschaltete und dann findet, dass das dann viel klarer und angenehmer klingt.
Ähnliches habe ich auch schon oft empfunden. Dabei stelle ich aber nicht eine Berechtigung von z.B. Kammermusik in Frage, um in Surround aufgenommen zu werden. Die Vorteile der Wiedergabe sprechen für sich.
Ich glaube da ist wesentlich mehr im Spiel. Vergleichbares ist auch mit hochauflösenden (stereo) Aufnahmen festzustellen, bei denen sehr viel Wert gelegt wurde auf eine einwandfreie Übertragungskette. Der leicht verzerrte Klang von z.B. Neumann Steicherstützen im Orchester ist irgendwie schon Teil geworden von der Interpretation, was bei tadelloser Aufnahme plötzlich fehlt.
Dieses "abstrakte", nicht realistische, habe wir noch nicht gefunden bei Surroundaufnahmen. Der anfangs überwältigende Eindruck von Räumlichkeit, Durchsichtigkeit und korrektem Timbre lässt nach einiger Zeit nach. Wir müssen noch einen Weg finden, die Musik und ihre Interpretation über das Mehrkanalsmedium zu übertragen.
Gruss,
Dirk
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Antwort#5
" Der leicht verzerrte Klang von z.B. Neumann Steicherstützen im Orchester"
Ich danke für diese Aussage und Argumentationshilfe. :-)
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