TDM versus VST

Erstellt 17 Antworten18 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Zusammen,
mache gerade einen Workshop in Berlin und wurde mit folgenden, angeblichen "Tatsachen" konfrontiert:
1) Pro-Tools sei das einzig wahre und professionelle HD-System für Filmmusik etc, wegen
a) der höheren Rechentiefe des TDM Busses, dadurch angeblich weniger Truncate von Bits in den Summierungsprozessen (wie funktionieren die eigentlich, wo kann ich mich da informieren?)
b) TDM Busse würden eine höhere Qualität der Plug-Ins bedeuten.
c) Auf meine kritische Frage, warum Merging Technologies und Nuendo explizit schlechter wären, gab es obige Antwort (siehe 1)
d) In Amerika wäre der Qualitäts-Standart wesentlich höher und man würde gar nicht anzweifeln, daß Pro-Tools der einzig wahre und professionelle Standart sei.
Frage 1: Bietet ProTools TDM Bus tatsächlich eine höhere Qualität im TDM Bus (40 bit fixed point (versus zB VST, 32 bit floating point) ?
Frage 2: Sind TDM Plug-Ins den VST Plug-Ins überlegen, messtechnisch bzw. klanglich?
Frage 3: Ist das Truncating bei anderen Systemen ein klanglich/messtechnisches wirkliches Problem?
Zu meiner Person: bin Musiker, Komponist und Tonmann im weiteren Sinn und habe vor Musik aufzunehmen und Filmmusik zu produzieren.
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Antwort#2
Naja, was erwartest Du Dir was Dir die erzählen?
Witzig und einige interessante meinungen gibts u.a. hier: http://marsh.prosoundweb.com/index.php/t/3257/
generell ist zu sagen dass der Qualitätsstandard in den USA nicht so ist wie er hier hochgelobt wird - was dort in 90% der Fälle über den Äther läuft würde bei uns nichtmal als ausgeleierte Arbeitskopie durchgehen. Es gibt einige sehr sehr gute Produktionen, aber die Masse ist eher von zweifelhafter Qualität
Zum Thema Plugins: Völliger Quatsch; es ist vollkommen egal über welchen Bus ich ein Plugin anspreche. Es kommt auf die Algorithmen an, die dahinterstehen.
Demnächst wird wohl noch behauptet, ein Mac G3 klinge schlechter als ein G5....
Übrigens, ich (und auch viele Kollegen in AT und auch in USA) sind der Meinung, dass der Summenbus in Protools ein wirklicher Schwachpunkt ist, klanglich gesehen. Nuendo oder Sadie klingen (für uns) besser, mehr tiefe und Auflösung...
Auch punkto Zuverlässigkeit habe ich bisher eher schlechte Erfahrungen mit Protools gemacht - sadie ist da viel stabiler (kann allerdings auch weniger...)
Zugegeben aber, Protools ist der defakto-standard im Filmtonbereich - wenn Du kompatibel sein musst, dann muss es Protools sein.
Wenn Du nicht kompatibel sein musst, dann such Dir das System, das für Dich, Deinen Anwendungsbereich am besten passt. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile, genauso wie seine Stärken und Schwächen...
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Antwort#3
Hi,
ich bin schon seit Jahren Pyramix-user. Davor habe ich lange, lange Zeit mit Cubase und Logic gearbeitet. Dem Argument, ProTools sei eindeutig das qualitativ beste System kann ich nur entgegnen: so ein Blödsinn.
Es gibt auf dem Musikmarkt kaum ein überschätzteres System als ProTools. Nahezu ALLE engineers, die ich kenne, arbeiten "gezwungenen" mit dieser software.
Die Qualität des Plug-In processings will ich jetzt gar nicht mal direkt bewerten, jedoch ist eindeutig Pyramix mindestens ebenbürtig. Die Bearbeitung von Audiofiles mittels (cross-)fades etc. geschieht beim Pyramix aber mit deutlich höherer Auflösung.
Ein wesentlicher Nachteil früherer ProTools-Systeme war die beschränkte Wahl von A/D-Wandlern, und gerade diese klangen vor den HD-Versionen (welche übrigens dachte ich Wandler von Ed Meitner sind) wirklich erbärmlich.
Was nun wirklich praktisch an dem TDM-System ist sind die DSP-farms, was dem starken Gebrauch von Plug-Ins sehr entgegenkommt.
Gr.
Dirk
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Antwort#4
danke für die Antwort,
wieso muss ich als Filmmusikkomponist kompatibel zu Pro-Tools sein? Ich liefere doch eine stereo-file als wav oder aiff ab. Das kann doch ohne Probleme von einer AVID-Cutterin importiert werden. Präzise Schnittdaten (mit TC im Pro-Tools-File) sind sekundär, weil Bildschnitte manchmal noch geändert werden und dadurch die Position der Musik am TC sich noch ändern können.
Freue mich auf Antwort,
Bastian
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Antwort#5
Hallo Bastian,
ich fürchte - vor allem im Filmbereich - dass man nicht Dir als Komponist die Verantwortung über die Endabmischung anvertrauen wird.
Gruss,
Dirk
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Antwort#6
Protools hat genau zwei Vorteile:
- die Unterstützung mit sehr guten Plug-Ins vin Drittfirmen
- Standard zu sein
Und einen ganz, ganz grossen Nachteil: der Preis.
Die eigentliche Audio-Qualität ist nicht besser. 32bit floating point bietet mehr Dynamik als 40bit fixed point oder 32bit fixed point wie bei Creamware.
Es gibt Leute die schwören z.B. auf Creamware, Audioqualitätsmässig. Andere auf Nuendo. Manche sagen Protools ist das beste, andere sagen Protools ist gerade Schrott. Das deutete alles auf einen Fakt hin: Einbildung. Wäre wirklich eine Audioengine (die nichts anderes macht als zu multiplizieren und addieren) besser, wäre die Sachlage eindeutig. Nuendo und Cubase haben oder hatten die identische Audioengine z.B.
Wahr ist dass die digidesign Wandler nicht so gut sind wie manch andere.
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Antwort#7
Endabmischung von der Filmmusik oder vom gesamten Filmton?
Bastian
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Antwort#8
Nun, in erster Linie natürlich der Filmmusik.
Das Problem liegt darin, dass eine gute Musikmischung nicht notwendig auch im Zusammenhang mit der visuellen Information gut funktioniert. Somit ist es sehr wichtig, erst bei einer Endabmischung zusammen mit dem Dialog und am liebsten auch dem Foley etc. die Musikmischung zu machen.
Sicherlich können erfahrene Engineers schon im Voraus vieles erleichtern, da sie wissen, was funktioniert und was nicht. Aber ein bestimmtes Grad der Kontrolle sollte man sich immer bis zum Ende aufbewahren.
Gruss
Dirk
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Antwort#9
OK,
dann ist es eine Frage des Formats, mit dem ich in Nuendo das Projekt abspeichere, oder?
Bastian
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Antwort#10
Bezüglich der Formatkompatibilität möchte ich kurz auf die Software EDL Convert von CUI BONO hinweisen, mit der ein sehr reibungsloser Austausch zwischen verschiedenen Audio/DAW Formaten möglich ist.
Sicherlich gewährt dies keine 100 prozentige Kompatibilität, aber zumindest eine in der Praxis der Interoperabilität ausreichende.
WD


Info EDL Convert
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Antwort#11
In welchem Format speichere ich in Nuendo mein File ab, um es in Pro Tools incl. der Schnittdaten importieren zu können?
Bastian
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Antwort#12
Also, ich wollte nur mal anmerken:
TDM heißt Time Devided Multiplex. Die Technologie stammt aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Pyramix hat übrigens auch TDM. Wie Soundscape und mehrere Pulte, Kreuzschienen, und die Telekom. Toll, was, mein ISDN hat TDM und klingt trotzdem schlecht...:-))))(und keine PlugIns, als die vom Geheimdienst, aber die können nur Aux-Bus.
Pyramix zeichnet sich meiner Meinung nach aber gerade *nicht* durch die gute Integrierbarkeit von PlugIns aus. Der Trimedia hat ein anerkanntes Bandbreitenproblemm, und es gibt nur einen Programmierer, der gute PI dafür schreibt: Mr. Vincent Burel. Der schreibt aber auch VST PlugIns, die genausogut klingen. Und keine Latenz haben... Damit kann man sie genauso in nativen Programmen einsetzen. Ich finde das schon peinlich, dass man auf machen Karten ein Problem bekommt, wenn man auf jedem Kanal einen Filter öffnen will. Da brauch ich nicht teuer Trimedia kaufen. Macht der P4 besser.
Noch eins auf's Haupt von DIGI: im neuen Digizine steht ein langer Entschuldigungsartikel, warum es eigentlich nicht sein kann, dass ProTools so sch***** klingt wie alle behaupten: Der DSP sei doch 48Bit double precision, nur extern sei er 24 Bit. Ich habe mich sehr gefreut. Denn jetzt weiß ich, warum ProTools sch***** klingen muss, wie es tut: beim I/O jedes Signals vom/zum DSP muss qua Definition auf 24Bit trunkiert und gedithert werden. Wie oft ein Signal das über sich ergehen lassen muss, hängt vom Verteilen der DSP Last ab, die in PT dynamisch ist. Klang ist also Glücksache. Naja, haben ja auch 2 Casiostädte in der Nähe...
In einem durchgängig Float rechnenden System passiert das definitionsgemäß nicht. Die interne Auflösung hat eine Genauigkeit von bis zu mehreren 10T dB. Damit hängt der Klang nur von der Qualität der eingebundenen Algorithmen ab. Wie's geht macht Samplitude seit der Version 24/96 vor. Inzwischen oft kopiert. Ob erreicht, das diskutieren die Webforen....
TDM
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Antwort#14
als OMF Datei oder wenn Nuendo schon kann im AES31 Format
W.D.
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Antwort#16
Wirklich hammer!...
das ist mal n posting!
ich freu mich immer wenn PT auf n sack bekommt!
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Antwort#18
Das schöne ist, wenn sich DIGI selber auf den Sack haut. Ich hab das Digizine auch hier. TDM hat recht. Schreiben eigentlich selber rein, warum ihr Mixer so schlecht klingt.
Tonmaus
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