GEMA wer blickt durch....

Erstellt 16 Antworten17 Beiträge
Startbeitrag#1
hi alls!
ich wühle mich grad durch die GEMA seiten und verstehs nicht... :-(
deshalb einige fragen: die gema unterscheidet in ihren vergütungssätzen zwischen "handelsüblichen tonträgern" und multimedia (CDroms). ist nun eine reine audioCD auf CDR automatisch "multimedia"?? bzw. sind handelübliche tonträger nur gepreßte CD´s?
kennt sich von euch jemand mit der ganzen lizenzierungsthematik aus? wenn ja, könnte man sich da mal telefonisch unterhalten? (es geht vor allem um 8cm Mini-CD´s in absoluter kleinauflage!)
lg matthias
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Antwort#2
Ruf bei der GEMA an. Die erklären das eigentlich ganz gut. Diesen Service kann man schliesslich für 10% der Einnahmen erwarten.
Wenn keine GEMA pflichtigen Stücke drauf sind, musst du gar nichts zahlen.
Nur anmelden, wenn du es korrekt machen willst.
(ansonsten: wo kein Kläger...)
Wenn GEMA pflichtige Stücke drauf sind, dann musst du anteilig und in Abhängigkeit vom Verkaufspreis Lizenzgebüren zahlen. Für Promoexemplare etc.
gibt es ein Mindestvergütung, um die 30Cent glaub ich.
90% dieser Lizenzgebühren wird in üblicher Weise auf die Komponisten, Texter
aufgeteilt. Eine Eigenproduktion eines GEMA-Mitglieds bedeutet praktisch 10%
der Gebühren an die GEMA abzudrücken.
Das macht alles Sinn in Zeiten als nur Plattenfirmen gepresst haben.
Im Zeitalter zunehmender Eigenproduktion ist es mehr oder weniger
eine Abzocke.
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Antwort#3
Moin...
"Ruf bei der GEMA an. Die erklären das eigentlich ganz gut. Diesen Service kann man schliesslich für 10% der Einnahmen erwarten."
Dem kann ich nur zustimmen.
Ansonsten: Im Sinne der GEMA sind hier wirklich nur Daten-CD-ROMs gemeint, die in irgendeiner Form multimediale Inhalte beinhalten (also z.B. ein GEMA-Titel als Hintergrundmusik für eine Diashow oder ähnliches).
Bei einer Audio-(=RedBook)-CD ist es egal, ob die gepresst oder auf einen Rohling gebrannt ist, das bleibt eine Audio-CD im Sinne der GEMA.
Oder anders gesagt: hier ist wirklich das Format CD-ROM gemeint, nicht CD-R(ecordable).
Jens
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Antwort#4
danke erstmal für eure beiträge. ja, es geht um eigenproduktion-da ich als komponist angemeldet bin, ist das das problem....
ich kann deshalb auch aus erster hand sagen, daß die gema nur fleißig eintreibt, aber nix auszahlt!!!
bei auflagen unter 100 stück ist das alles sowieso irgendwie schwachsinn, aber die gema ist als kläger eben doch sehr schnell... :-)
werd mal anrufen.
lg matthias
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Antwort#5
"....daß die gema nur fleißig eintreibt, aber nix auszahlt!!!"
Dem kann ich voll zustimmen! Bin seit einigen Jahren Gema-Mitglied und habe NOCH NIE (!) ein korrekte Abrechnung bekommen. Dehalb erstelle ich jedes Jahr aufs neue eine Liste mit allen mir bekannten Aufführungen und CD-Produktionen meiner Stücke, um diese dann an die Gema zu schicken (immer per Einschreiben mit Rückschein) mit der alljährlichen Frage:
"Warum wurde das nicht abgerechnet!?"
Ein echter Skandal, wie ich finde. Und bin nicht der einzige Komponiste, dem es so ergeht. Ganz im Gegenteil!
Zum Glück kann ich über´s Internet und persönliche Kontakte ganz gut recherchiern wie oft und wann meine Stücke aufgeführt wurden, aber es gibt natürlich immernoch eine Dunkelziffer an Aufführungen, von denen ich nichts weiß und wo die Einnahmen zu 100 Prozent in die Tasche der Gema fließen.
Ich könnte noch tauende Geschichten erzählen, wie die Gema Ihr Monopol ausnutzt. Und leider sitzen die immer am längeren Hebel. Einen Rechtsstreit mit der Gema wird wohl kaum eine Komponist wagen. Die haben schließlich Kohle ohne Ende und nur die besten Anwälte.
Es mag sein, dass die Gema gerne Auskünfte für Kunden-Anfragen erteilt. Bei telefonischen Beschwerden von Mitgliedern will aber keiner für irgendwas verantwortlich sein. Echt traurig.
P.s.: Gibt es eigentlich ein Forum für Gema-Mitgleider?
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Antwort#7
Hallo zusammen,
muss jetzt aber doch auch mal was positives für die GEMA schreiben.
Ich weis, auch aus eigener Erfahrung, das es immer wieder zu Problemen kommen kann, aber was wäre denn wenns die GEMA nicht gäbe. Es gibt zwar bei der derzeitigen Situation einiges zu verbessern, aber immerhin gibt es die GEMA und sie funktioniert Weltweit gesehen doch mit ambesten. Man denke nur an die USA oder GB oder die ganze Länder die gar solche Gesellschaft haben.
Ich kenne auch genügend Beispiele, wo Komponisten aus anderen Ländern sich über die Genauigkeit der GEMA wundern ("Wahnsinn die haben mir wirklich 20 Euro 56 überwiesen, dass hätts beim mir zuhause nie gegeben.").
Also nicht immer nur schimpfen, sondern sich manchmal auch einfach nur freuen, dass man als Komponist überhaupt leben kann....
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Antwort#8
Man kann über die Gema streiten und viele beschimpfen sie sogar als "Lumpen". Aber es muß auch mal eine Lanze gebrochen werden:
ich kenne einen Branchenkollegen, der nicht nur als Toningenieur tätig war sondern darüber hinaus auch als Komponist. Er ist heute längst im Ruhestand und bezieht von der Gema seine Rente und lebt von den Tantiemen die er von der Gema bekommt. Und das alles zusammen ist mehr als er von seiner gesetzlichen Rente hat.

MfG
Rainer
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Antwort#9
Das mag sein. Aber wer sind die Einzahler?
Die Sache ist doch die, dass sie Sparte U-Musik die Sparte E-Musik
finanziert. Der neue Verteilschlüssel ist durch die Zusammenlegung
von Bezirksdirektionen auch mehr als ungerecht. Dazu kommt noch
dass mehr und mehr Musiker Eigenproduktionen machen also die GEMA
Gebüren für die Produktion selber tragen müssen.
Als ungefähren Vergleich ist es doch so, als wenn ein Kneiper einen
Haufen Geld für das Bier bezahlen müsste, von dem nur ein Bruchtteil
an die eigl. Brauerei geht und der Rest an Warsteiner z.B. weil sie
ja auch liefern könnten.
Die einzige Existenzberechtigung der GEMA ist - um bei der Biermethaper
zu bleiben - dass die kleine Brauerei überhaupt was bekommt.
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Antwort#10
mag sein, daß einige was von der gema bekommen haben-ich noch nicht. ich habe aber keine lust, stundenlang zu recherchieren, wann und wo meine stücke aufgeführt werden!!!! eigentlich müßte man das berechnen.
für alle gemapro: was wenn es keine gema gäbe????? nun, ich bin am überlegen auszusteigen. dann klärt man eben die rechte persönlich ab. in meinem fall (also bei relativ wenig aufführungen oder kleinstcd-auflagen, kämen alle besser weg!
das isses doch. die gema spielt sich als schutzpatron auf, doch schützt sie nur komponisten, die auch so anerkannt sind und relativ eingeführt am markt. aber alle die auf kleinem level fahren kacken ab :(
und die kleinen offtheater etc. können dann keine konzerte o.s.ä. veranstalten, weil allein die gemagebühr die einnahmen verschlingt! das ist oberfaul und ungerecht. und so jemand wie hans werner henze, der seinen müll dann durch die gema vergolden läßt (sorry, aber das mußte jetzt mal raus)lebt de facto auf kosten vieler kleiner veranstalter, denen finanziell die puste ausgeht und wo die musiker dannn nur noch für nasse spielen.
lg matthias
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Antwort#11
für alle gemapro: was wenn es keine gema gäbe????? nun, ich bin am überlegen auszusteigen.
Me too. Zur Zeit hält es sich ungefähr die Waage.
Ich hoffe, dass es besser wird.
Aber die Abrechnungen kapiert doch so gut wie niemand.
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Antwort#12
"für alle gemapro: was wenn es keine gema gäbe????? nun, ich bin am überlegen auszusteigen. "
Das ist ja das Problem. Aussteigen ist oft auch keine Lösung. Die meisten Konzertveranstalter und vor allem die Radio und Fernseh-Stationen zahlen jährliche Pauschalbeiträge an die Gema, weil das ein paar Prozent günstiger für sie ist und weniger Aufwand bedeutet. Nun will sich aber sicher kein Veranstalter zusätzlich mit deinen persönlichen Aufführungsrechten "herumärgern".
Was ist die Folge? Deine Stücke werden halt nicht gespiel/gesendet.
Ich habe da schon ein paar Geschichten von "Aussteigern" gehört, die genau das von einer Radiostationen gesagt bekommen haben: "Du bist nicht Mitglied bei der Gema und willst direkt mit uns abrechnen? Ok! Dann werden wir zukünftig deine Stücke nicht mehr sende!"
Genau das selbe machen die übrigens auch mit CDs, die keinen LC-Code haben (also alle kleineren Produktionen ohne Verlag). Kein LC-Code heißt mehr Aufwand, also ist man raus aus der Playlist!
Theroetisch kann man sein Recht selbst in die Hand nehme, praktisch ist es aber leider unmöglich!!!
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Antwort#13
Da scheint er eine glückliche Ausnahme zu bilden. Sicher gibt es immer Leute die auch ganz gut von den Gema-Gebühren leben könne, aber das ist halt nur die Spitze des Eisberges. Die große Masse muss um jeden Cent kämpfen und viel bekommen nicht mal die Jahresgebühren der Gema wieder rein.
Übrigens: Eine Rente von der Gema bekommt längst nicht jeder. Soweit ich weiß(aber ich lasse mich auch gerne korrigieren) bekommt man sie nur dann, wenn man im Alter mehr oder weniger Mittellos ist. Also kein oder nur sehr wenig Geld von der Gesetzlichen bekommt. Also hat man da als nebenberuflicher Komponist eigentlich keine Chance. Höchstens als hauptberuflicher Komponist. Aber wer ist das schon? Da sind wir dann wieder bei der Spitze des Eisberges!
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Antwort#14
" Die Sache ist doch die, dass sie Sparte U-Musik die Sparte E-Musik
finanziert. "
Das kann ich nicht ganz unterschreiben. Erstens muss ein Veranstalter für ein Konzert mit klassischer Musik auch deutlich mehr Gema-Gebühren zahlen. Und zweites ist es nun mal so, dass sich mit U-Musik auch viel mehr Geld machen lässt als mit E-Musik.
Wer geht denn heute noch in ein Konzert von einem unbekanntem zeitgenössischen Komponisten. Wieviel Konzerte gibt es denn überhaupt noch mit E-Musik (mal abgesehen von den großen Namen: Bach, Beethoven, Mozart etc). Wie verkaufen sich denn CDs mit zeitgenössischr Musik?
In jedem Fall können E-Komponisten von den Besucherzahlen, dem Konzertangebot und den CD-Auflagen der U-Komponisten nur Träumen.
Auch wenn ich es nachvollziehen kann, dass man es als ungerecht ansehen kann, finde ich, dass es berechtigt ist E-Musik mehr zu fördern.
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Antwort#15
Auch wenn ich es nachvollziehen kann, dass man es als ungerecht ansehen kann, finde ich, dass es berechtigt ist E-Musik mehr zu fördern.
Nichts gegen Kunstförderung.
Nichts gegen Föderung von Kunst die kommerziell nicht bestehen kann.
Aber warum einseitig die Art von Musik, die bei der GEMA E-Musik heisst?
Dient die nicht auch zur Unterhaltung?
Ist "U-Musik" nicht auch anspruchsvoll und ernst?
Das regt mich auf, dass hier elitär mit zweierlei Maß gemessen wird.
Diese Teilung merkt man doch schon hier im Forum.
Die ewigen Diskussionen Klassik vs. Rockmusik.
Dass eine Anfänger-Punk-Schrammel-Combo nicht auf dem selben Niveau
spielt wie ein klassischer Komponist ist doch allen klar. Deswegen
sollte hier auch ein anderes Kriterium gefunden werden. Aber nicht
diese elitäre Trennung.
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Antwort#16
...ein Modell, bei dem tendenziell die "Kleinen" relativ zu den "Großen" begünstigt werden (anstatt umgekehrt) wäre auf jeden Fall nicht nur gerechter, sondern - auf nationaler Ebene durchgeführt - auch ein wesentlich sinnvollerer Beitrag zur Förderung "einheimischer" Musik als die immer wieder diskutierte Radioquote...
Jens
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Antwort#17
Hast Recht!
Das ist tatsächlich ungerecht. Bei der Gema entscheidet ja auch ein Gremium über die Einstufung der Musik in E oder U. Aber das geschieht nach keinen festgelegten Kriterien, und es gibt auch keine kontrollierende Instanz!
Ein Konkurenzunternehmen würde die alten Gemäuer der Gema wahrscheinlich endlich mal durchrüttel, aber wie ich aus dem Link von "ThomasT" gelesene habe, hat "...das für die Genehmigung zuständige deutsche Patentamt (...) bisher alle Anträge auf Gründung einer GEMA-Konkurrenz" unterbunden!!!
Also ist es leider so, dass man eigentlich gar nicht darüber diskutieren brauch, was man besser machen könnte, weil die Gema ja sowieso machen kann was sie will. Sie hat halt das Monopol.
Hier nochmal der Link:


Hinter den Türen der Gema
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