Ein gutes Chormikrofon

Erstellt 27 Antworten28 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo
Bin auf der Suche nach einem guten und trotzdem erschwinglichen Mikrofon zur Chorabnahme (z.T. Kinderchor d.h. nicht so stimmgewaltig).
Da es hier um Livebeschallung in z.T. kleinen oder akustisch problematischen Räumen geht suche ich ein Mikrofon mit einem klaren warmen Sound, dass sehr rückkopplungsfest ist.
Habe schon das ein oder andere von Shure, Sennheiser, Haun... gestet (bisher war das AKG C2000D das beste...)
Hat hier jemand Erfahrung was hier gut geeignet ist ??
Vielleicht gibt es ja auch welche, die recht universell einsetzbar sind, so dass man diese auch mal als Drum Overhead oder zur Abnahme von klassischen Instrumenten nutzen kann.
Verlange ich hier zu viel, oder komme ich da in Preiskategorien, die meinem Geldbeutel nicht so gut gefallen dürften?
Danke für Hinweise!!
Matthias
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Antwort#2
Behringer B-5.
Trotz geringen Preises zu empfehlen.
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Antwort#3
Hallo lob01,
du hast ja hier schon mehrmals die Behringer B-5 empfohlen, und ich kann deine positiven Erfahrungen mit diesen Mikros zumindest teilweise nachvollziehen. Es würde mich allerdings interessieren ob die relativ starken Unterschiede im Frequenzgang zwischen meinen beiden Exemplaren "normal" sind (ca. 3-5dB im Bereich 7-10kHz, gemessen mit weißem Rauschen).
Vor einiger Zeit hab ich schon mal was dazu geschrieben, aber leider keine Antwort bekommen:
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/35980.htm
Grüße
Stefan
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Antwort#4
vieleicht könnte ich meine beiden b5´s mal messen und wir tauschen, so dass jeder von uns ein mehr oder weniger gleiches pärchen besitzt...
gruuhs

dB
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Antwort#5
ach, man bekommt bei behringer gegen einen kleinen aufpreis keine selektierten pärchen?
=:-)
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Antwort#6
Hallo dB,
danke für das Angebot - ich kann meine B-5 zwar nicht als Pärchen verwenden, aber das hatte ich eigentlich eh nicht vor und ich glaube auch nicht, dass ein Tausch daran was ändern könnte. Deine Meßergebnisse würden mich trotzdem interessieren.
Gruß
der Stefan mit dem großen S ;)
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Antwort#7
Als selektiertes Pärchen gibts die Studio Projects C4 - angeblich von der selben chinesischen Firma (797 Audio) produziert wie die B-5, mit den gleichen technischen Daten und auch mit wechselbaren Kapseln (Niere und Kugel), aber zum doppelten Preis. Wäre interessant zu erfahren wie groß die Unterschiede bzw. Ähnlichkeiten zwischen den SP C4 und Behringer B-5 wirklich sind.
Stefan
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Antwort#8
Moin...
SP lässt bei 797 Audio fertigen, das ist auch auf den Bildern gut zu erkennen, deren Logo steht mit drauf. Optisch sind sich die Dinger schon verdammt ähnlich:
http://www.behringer.com//B-5/B-5_big.jpg
http://www.studioprojectsusa.com/images/c4/c4_large.jpg
...und wie gesagt auch die technischen Daten.
http://www.behringer.com/B-5/index.cfm?lang=ger
http://www.studioprojectsusa.com/c4.html
BTW: Bei SP-Mikrofonen hält sich das Gerücht, dass SP die Lieferungen von 797 nochmal selektiert und die "durchgefallenen" unter anderen Labels weiterverramscht.
Ein Schelm, wer jetzt denkt, Behringer fungiere da als "Kröpfchen"... ;-)
Jens
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Antwort#9
Ein B5 zur Aufnahme klassischer Musik ?
+#;?*> !
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Antwort#10
Die hinteren Schalleinlaßöffnungen des Behrimgers sind anders ...
Aber bei manchen Billig-Teilen habe ich das Gefühl, daß man nicht die Geräte, sondern nur die Datenblätter kopiert ...
(Moment- Datenblatt ist etwas anderes, als man heute zu flockigen Image-Sprüchen hinzugereicht bekommt) :-((
Aber bei B.P.M. kann ich mich nicht gegen den Eindruck verwehren, daß deren Mikrofone von 797 kommen. Das nicht mehr erhältliche CR-4N gleicht bis ins Detail dem 797 CR1-4 ...
Die CR-4N hatten damals etwa 700 DM gekostet. Für den Preis gab es sogar 6 dB unterschied zwischen zwei Exemplaren aus gleicher Produktionsmarge und auf einander folgenden Seriennummern. 6 dB klingt allerdings nach Produktionsfehler, ich vermute im Nachhinein, daß zwischen Membran und Gegenelektrode zwei Isolations-/Distanzringe gerutscht sind ...
Es ist wohl blauäugig, bei einem Mikro für 100 ? zu erwarten, daß ein tolranzfeld von +/- 1 dB eingehalten werden kann. Schaut man sich die Schaltung der SCHOEPS Colette-Mikrofone an, findet man zwei Widerstände, die für jedes Mikrofon ausgemessen werden müssen, und zwei Abgleichpunkte. Diesen Aufwand kann Behringer für`s Geld nicht bieten ...
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Antwort#11
traut zunächst mal euren ohren und wenn die gut geschult sind, kann man da schon zuverlässig beurteilen. und es ist ja immer so: eine verbesserung in der performance lässt den preis in der regel exponentiell ansteigen...
eine kleine anmerkung noch zum thema messergebnisse und b-ware und so:
wenn ihr behringer mics messt (so das übliche: frequenzgang, polar, rauschen, etc), kann es durchaus sein, dass die werte mit anderen namhaften herstellern mithalten können. im qualitätstest gibts jedoch auch noch andere kriterien, wie z.b. einhalten der werte unter veränderten umgebungsbedingungen, wie temperatur, feuchtigkeit und so. hier könnte dann ein mikro rausfallen, unter einem anderen namen blliger verramscht werden und der kunde kann auf anhieb nicht feststellen, wieso das so ist.
die langzeitstabilität von solchen billigteilen würd mich auch mal interessieren...

gruss
stefan
(mit dem kleinen 's' und dem hang zur kleinschreibung)
____________________________________
behringer-free [TM] recordings since 1995
=:-)
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Antwort#12
Da Du ja nicht angibst, wann Dein Geldbeutel bockig wird, hier noch ein
paar Vorschläge zu "seriöseren" Mikrofonen:
Rode NT5 (so man den vielen Kollegen glaubt...)
Audio Technica AT3031
Microtech Gefell M300
Die sind IMHO in ihrer Preisklasse jeweils "Best Buy"
Es gibt noch etwas anderes als Behringer&Co. und Schoeps.
Nämlich Mikrofone, die wirklich "Preis-Wert" sind und nicht "billig" oder
unbezahlbar/überteuert.
Gruß,
Christopher
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Antwort#13
....die frage ist, kann ich das ausmessen, und dann das teil zurückschicken, wenn es mehr toleranz hat, weil es ja anders beworben wird?
gruuhs

dB
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Antwort#14
Gekinffen:
1. Bei dem Objekt, das in dieser Diskussion immer wieder benannt wird,
wird kein Toleranzfeld angegeben.
2. In (fast) jedem Datenblatt steht die Phrase
"Änderungen, die dem ... diene, vorbehalten".
Damit ist der Hersteller fein raus, denn es handelt sich nicht um
eine zugesicherte Eigenschaft. Das Datenblatt dient damit nur noch
zur Unterscheidung von anderen Produkten.
Der Versuch, den Spieß umzudrehen und die Angaben als Bestandteil des Kaufvertrages im Sinne der zugesicherten Eigenschaften zu machen, führt bei mir dazu, daß diese Geräte nicht gekauft werden.
Mir persönlich gefällt es überhaupt nicht, daß man als Käufer keinerlei Serviceunterlagen, Prüf- oder Meßprotokolle erhält. Vertriebsfirmen wissen nicht, was sie überhaupt verkaufen.
Letztlich führt das dazu, daß ich bei Firmen wie SCHOEPS hängen bleibe, wo ich weiß, welcher Standard dort seit Jahren erfüllt wird.
Derzeit plane ich, mein Aufnahmeequipment umzustellen. Da ich von TASCAM & Co die Nase voll habe, ist es wahrscheinlich, daß mein küntiger AD-Wandler von einer Firma wie RTW kommt: Seit Jahren u.a. in Bereich Meßtechnik tätig, liefert RTW sauber designte Technik, die ohne Imageprospekte und Voodoo auskommt. Dafür werde ich auch in 10 Jahren noch Support - auch mit Ersatzteilen - bekommen, wo andere die Frage stellen: Das ist doch nicht von uns?
(Dagen lese man mal die Erklärung von Apogee zu deren Ditheralgorithmus, der dem Signal zur Verbesserung "hochfrequente Dreckklumpen" hinzu fügt. Auch wenn im Tonstudiobereich Märchen verpönt sind, die gute alte Sage ist auch hier beliebt!)
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Antwort#15
Es gibt noch etwas anderes als Behringer&Co. und Schoeps.
Nämlich Mikrofone, die wirklich "Preis-Wert" sind und nicht
"billig" oder unbezahlbar/überteuert.
SCHOEPS ist nicht überteuert!
In der Anschaffung vielleicht nicht gerade "billig", aber im Alltag absolut zuverlässig, durch das Zubehörprogramm sehr vielseitig in der Anwendung und in der Wartung wirklich preiswert. Darüber hinaus habe ich SCHOEPS immer als sehr kooperativ erlebt.
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Antwort#16
War ja klar, das die Gemeinde sich zu Wort meldet.
Ob ich Schoeps unbezahlbar oder überteuert finde habe ich nicht
genau gesagt. Wenn ich hier aber von solchen Spezialisten wie Rainer lese,
das die Unterschiede zwischen Neumann KM, Sennheiser MKH und Schoeps
im Direktvergleich (!) klanglich kaum wahrnehmbar seien, dann muß mir doch mal jemand erklären, warum er sich ein doppelt so teures "Collette" zulegt anstatt eines KMs. Tat bisher leider auch noch keiner. Vielleicht ja jetzt mal.
Mir ist ein kleines Traditionsunternehmen das maßgebliche Pionierarbeit geleistet hat auch symphatischer als der unsägliche Sennheiser+Neumann-Verein, der zusammen aber auch nicht Unmaßgeblicher war. Aber da gibt es auch noch andere deutsche Firmen wie Microtech Gefell oder wohl auch Haun, die handgefertigte Spitzenqualität zu *realistischen* Preisen anbieten wollen und auch können. Manchmal ist der Preis eben auch Politik, will meinen: Das teuerste Produkt (neben DPA) scheint eben das beste zu sein - das Ohr hört offenbar schon mal den Preis. Lasse mich gerne eines besseren Belehren.
Bis dahin ist Schoeps für mich zumindest eine Apotheke (der Vergleich ist nicht von mir...)
Gruß,
Christopher
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Antwort#17
1. Schau Dir die Zubehörpreise der von Dir aufgeführten Firmen am Beispiel der elastischen Aufhängungen an - SCHOEPS ist hier die "billigste" ...
Schau Dir auch die Preisentwicklung bei Neumann an: Inzwischen tauscht man in den alten Preislisten "DM" gegen "?" - und hat fast den aktuellen Preis. Ansonsten: die 2-kanalige Phantomspeisung, ebenso wie anderes Zubehör, war bei Neumann schon immer unverschämt teuer ...
SCHOEPS hält seit Jahren die Preise.
(Ein Neumann, noch zu alten Preisen gekauft,ist die bessere Kapitalanlage!)
2. Die Sennheiser kenne ich leider nur vom Papier - daher kein Kommentar.
Die Neumänner gefallen mir nicht, weder die hoch geliebten U87 noch die Kleinmembranen. (s.: "Neumann-Delle" in den Frequenzgängen!) Daß ich das M149tube noch nicht abgestoßen habe, liegt nur daran, daß viele Sprecher oder Sänger ihre Stimme damit schöner finden. Mag sein - hier zählt der Kundenwunsch; aber wenn ich eine Torres-Gitarre, einen schönen alten Blüthner- oder neuen Fazioli-Flügel oder - sollte es mal geschehen - eine Stradivari aufnehmen soll, möchte ich das Instrument und nicht ein wie auch immer Klang gestaltendes M149 hören ...
3. SCHOEPS Colette-Ausgangsstufen haben seit den 70er Jahren echte symmetrische Ausgänge mit 35 Ohm Impendanz. Im Wanderzirkus, wo man nie weiß, ob man 25 oder 100 Meter Kabel am Mikrofon hat, brauche ich mir keine Gedanken über Aussteuerbarkeit und Übertragungsverhalten über den gesamten Frequenzbereich zu machen.
Andere Hersteller - dazu gehört mit "TLM" in den Typenbezeichnungen - arbeiten mit Zwangssymmetrierung, wo die "cold"-Phase mit einem Widerstand gegen Masse gelegt wird. Ich habe meine Zweifel, daß damit hohe Einstrahlsicherheit / CCMR erreichbar ist.
Auch zuvor haben die Entwickler von SCHOEPS eine geniale Schaltung entworfen: Das M221B: Mit nur einer Hand voll Bauteile ist es dem Entwickler durch geschickte Dimensionierung gelungen, physikalisch fast widersprüchliche Anforderungen zu erfüllen. In dieser Schaltung ist ein Hochpaß integriert, wie ihn kein anderer Hersteller hin bekommen hat. Das M221 kann man in eine U-Bahn stellen, wo der Infraschall andere Mikrofone und nachfolgende Verstärker zumüllt.
4. Gerade bei Konzertmitschnitten ist es mir aus ästhetischen Gründen wichtig, unauffällig mikrofonieren zu können. Dank der "aktiven Rohre", verbunden mit den Stativstangen und dem Bodenfuß, kann ich sehr elegant/diskrete Aufbauten vor die Solisten stellen, die den optischen Eindruck für das Publikum in keiner Weise beeinträchtigen.
5. Auch ich habe früher mit Mikrofonen "preiswerterer Hersteller" gearbeitet. Von Erfahrungen mit deren Produkten habe ich derart die Nase voll, daß ich einfach bei SCHOEPS hängen blieb.
6. Ich bin mit dem Service von SCHOEPS überaus zufrieden. Wartung und Überprüfung der Mikrofone ist preiswert und schnell. Und im Katastrophenfall während einer Produktion in meinem Umkreis wäre ich in drei Stunden in Karlsruhe, um selbst bei einem Exoten wie dem KFM6 rasche Hilfe in Anspruch nehmen zu können.
Nicht zu vergessen: Unmut über nicht mehr vorhandene Ersatzteile für ältere Modelle gibt es bei SCHOEPS nicht. Selbst von der inzwischen ebenfalls raren AC701k für das M221 liegen dort noch so viele Exemplare herum, daß man sich den Luxus leistet, einen Vorverstärker (M222) damit zu produzieren.

Ich hoffe nur, daß SCHOEPS seine bisherigen Standards hält. Einige Neuentwicklungen geben mir ein wenig zu denken, sei es das Fetischprodukt CMC6xt mit einem Übertragungsbereich bis 50 kHz oder das neue "digitalen CMC". Diese Ulknummer steht in völligem Widerspruch zu der alten Firmenphilosophie, wie Wuttke sie vertreten hat ...
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Antwort#18
PS:
Im Grunde gebe ich Dir unter einem Aspekt völlig Recht:
Letztlich ist nicht die Frage wichtig, womit, sondern nur wie und was aufgenommen wurde. Musiker, die "nichts zu sagen haben", klingen mit einem CMC genau bescheiden wie mit einem B5 oder SM58; ein MD421 oder gar Fame am richtigen Platz liefert sinnvolleres als ein B&K/DPA vor der Klotür ...
Wenn ich 10 Jahre alte Aufnahmen von mir höre, kann ich heute sagen, ob ich diese gut oder schön oder sonst was finde. Aber womit ich die gemacht habe, ist eigentlich unhörbar und völlig unwichtig ...
Unter diesem Aspekt besteht durchaus die Gefahr, statt Voodoo mit C37-Lacken und nach Mekka ausgerichteten Kabeln einen Kult um bestimmte Geräte zu machen.
Ich hoffe nur, daß ich habe darlegen und begründen können, warum meine nächte Mikrofonbestellung wieder bei dem selben Hersteller eingehen wird. Darüber hinaus macht es wenig Sinn, anstatt ein erweiterbares Modulsystem auszubauen dazu nicht kompatible Produkte mitsamt neuem Zubehör zu kaufen.
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Antwort#19
Danke Dir für Deinen sehr informativen Beitrag.
Das waren genau die Pro-Schoeps-Argumente, die mir gefehlt haben,
um gewisse Umstände richtig einzuordnen.
Ähnliche Erfahrungsberichte fehlen mir noch von überzeugten MKH/B&K bzw. DPA
Anwendern. Bis dahin halte ich mal meine C460-C480 Sammlung und das KM140.
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Antwort#20
Hallo Christopher,

Du schreibst hier : ""Wenn ich hier aber von solchen Spezialisten wie Rainer lese,
das die Unterschiede zwischen Neumann KM, Sennheiser MKH und Schoeps
im Direktvergleich (!) klanglich kaum wahrnehmbar seien, dann muß mir doch mal jemand erklären, warum er sich ein doppelt so teures "Collette" zulegt anstatt eines KMs. Tat bisher leider auch noch keiner. ""
Das scheint auf den ersten Blick eine berechtigte Frage zu sein. Aber bei genauerem Hinsehen, sieht es doch so aus, daß die Colette-Serie von Schoeps mit einem reichhaltigen Zubehör erhältlich ist, was bei Neumann mit der KM-Serie nicht so ist. Wenn man einen großen Teil des Zubehörs braucht wie es Schoeps anbietet, ist es klar daß die Wahl auf Schoeps fällt. Brauche ich dies nicht, dann komme ich mit einem Neumann KMxxx genausogut aus. Ein Sennheiser MKH 80 z.B., wäre dann angebracht wenn man die 5 wählbaren Richtcharakteristiken öfter braucht. Momentan vermisse ich aus dem Hause Neumann ein Nachfolgetyp des KM 86, also ein KLEINMEMBRANIGES Mikrofon MIT Richtcharakteristikumschaltung. Ich habe noch einige davon in meinem Equipment. Alternativ könnte man das Schoeps MK6 oder Sennheiser MKH 80 verwenden, aber das KM 86 hat eine Eigenschaft die beide Konkurrenztypen nicht haben, nämlich den Zweikapselaufbau. Dieser bewirkt nämlich in Stellung "acht" einen geringeren Baßabfall!
Von "Apotheker-Preise" bei Mikrofonen möchte ich bei keinem Mikrofonhersteller sprechen und auch nicht von ihrer Berechtigung und wenn es so weiter geht mit der Lohnentwicklung und mit dem Steuerurwald in Deutschland und dem von den Grünen propagierten Umweltfanatismus, dann brauchen wir uns über die Preisentwicklung nicht zu wundern, vor allem nicht in den alten Bundesländern. Andererseits hat Qualität UND Service nun mal seinen Preis. Und bei Neumann und bei Schoeps und mit Sicherheit auch bei Gefell und Sennheiser bekommt man sein Mikrofon auch noch nach 20 Jahren servitiert. Wie es bei anderen Mikrofonherstellern aussieht weiß ich nicht. Schwierig wird es nur bei der Beschaffung von Röhren aus der Vorkriegszeit oder die Röhren der V-Serie, wie die VF 14 beim U47. Die sind nur noch schwer erhältlich, weil sie nicht mehr gefertigt werden und die Lagerbestände auch aufgebraucht sind.
Überhaupt wird das mit dieser Vintage-Technik auch irgendwann mal wieder aufhören, nämlich dann, wenn die Lagerbestände an Röhren zur Neige gegangen sind und der Kunde begriffen hat daß diese Technik eigentlich nur ein technologischer Rückschritt, bestenfalls aber Stillstand ist.

MfG
Rainer
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