Symmetrischer Spannungsteiler

Erstellt 7 Antworten8 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich habe ein leichtes Verständnissproblem und vielleicht kann jemand von Euch mir dabei helfen.
Fallbeispiel: Ich nehme einen Rundfunk Sammelschienenverstärker. Laut Handbuch "muss" ich jeweils an der + und - Phase des symmetrischen Signals einen 5,1 KOhm Widerstand setzen bevor ich dieses Signal auf den Summenverstärker gebe. Damit erreiche ich somit eine "Verstärkung" von 0dbu.
Nun möchte ich aber das Signal um 3 dbu dämpfen. Das bedeutet, dass ich die Spannung von 0.775 Veff auf 0.548 Veff reduzieren muss.
Diese sammelschienenverstärker haben ja einen sehr geringen Eingangswiderstand, sodass ich davon ausgehen kann, dass mein Eingangswiderstand bei 2 * 5,1 kOhm liegt, also 10,2KOhm.
Ist das soweit richtig gedacht?
Wenn ich meine "Werte" nun in das "Sengpielsche Formular zur Errechnung eines belasteten Spannungsteilers" eingebe und für R2 als Beispiel 150 Ohm angebe erhalte ich für R1 den Wert 61.2346 Ohm.
Nun meine Fragen.
1. Ist mein Gedanke soweit überhaupt richtig, oder mache ich irgendetwas vollkommen falsch?
2. Wie mache ich es nun bei symmetrischen Signalen. Halbiere ich dort den Wert R1 und gehe einfach von der "anderen Seite" mit einem dritten Widerstand "ran"?
Wer kann mir helfen?
Danke im Voraus.
Hendrik


"Sengpielsche Formular zur Errechnung eines belasteten Spannungsteilers"
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Antwort#2
Ist dein Sammelschienenverstärker etwa ein Knotenpunktverstärker oder 0-Ohm Verstärker? Das ist anzunehmen.
Die Verstärkung wird dann durch den Gegenkopplungswiderstand RG eingestellt, der zusammen mit dem Vorschaltwiderstand 1/2 RE die Verstärkung bestimmt.
Ein Spannungsteiler wird dazu nicht benötigt.
Siehe: Michael Dickreiter, Handbuch der Tonstudiotechnik, Band 2 (!) Seite 131.




Suche im Dickreiter das Thema Knotenpunktverstärker.
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Antwort#3
Hallo Hendirk,
wenn bei einem angenommenen Knotenpunktverstärker 475-2B - mit der 0-Ohm-Technik - die beiden Vorwiderstände RE je 5,11 Kilo-Ohm sind, dann ist für 0 dB Verstärkung ein Gegenkopplungswiderstand von 10,3 Kilo-Ohm nötig. Möchtest du eine Dämpfung der Verstärkung von 3 dB haben, so musst du allein den Gegenkopplungswiderstand RG auf 5,6 Kilo-Ohm verkleinern. So einfach ist das.

Gruß
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


Berechnungen in der Tonstudiotechnik
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Antwort#4
Hallo Hendrik,
etwas Nachdenken hat dazu geführt, dass ich meine, man könne auch die beiden Vorwiderstände am Eingang von je 5110 Ohm vergrößern auf je 7225 Ohm, dann müsste sich auch eine 3 dB Dämpfung ergeben. Da das ja ein 0-Ohm Verstärker ist, kann man einfach die Vorwiderstände um Wurzel 2 vergrößern. Dann kannst du deinen Gegenkopplungswiderstand so lassen wie er ist, falls du ihn nicht findest.
Wer anderer Meinung ist, oder bedenken hat, bitte vortreten.
Viele Grüße
Eberhard Sengpiel
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Antwort#5
Hallo Herr Sengpiel,
der Gegenkopplungswiderstand RG regelt ja die Verstärkung des V472-2b und somit die Verstärkung aller an der Sammelschiene liegender Signale. Ich möchte aber nur einen Eingang um 3 db dämpfen.
Somit nehme ich mal die Vergrößerung von Re um Wurzel 2. Nur: Warum?...:-)
Könnten Sie mir das bitte erklären?
2. Wäre es auch schön, wenn mir jemand mal einen Symmetrischen Spannungsteiler erklären könnte...
Danke schon einmal im Voraus.
Gruß
Hendrik
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Antwort#6
"Wäre es auch schön, wenn mir jemand mal einen Symmetrischen Spannungsteiler erklären könnte..."
Man berechnet immer unsymmetrische Spannungsteiler und macht sie dann symmetrisch, indem man den Vorwiderstand R1 halbiert.
Hier bei dem 0-Ohm-Vertärker liegt ein Sonderfall eines Spannungsteilers vor.
Nehmen wir mal einen Quer-Widerstand von R2 = 1 Ohm an und als Vorwiderstand R1 = 10000 Ohm. Die Formel für die Spannungsteilerdämpfung sieht man oben.
Als Spannung am Eingang kann man sich irgend was ausdenken, vielleicht 1 Volt. Dann wird Sengpiels Rechner irgend eine Dämpfung (100% = 0 dB) als Spannung ausrechnen, die beim Beispiel jeweils unten auf 70,1 % = (-) 3 dB mehr gedämpft ist.
Viele Grüße
ebs
http://www.sengpielaudio.com



Spannungsteiler
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Antwort#7
Hallo Hendrik,

die ganzen 0-Ohm-Knotenpunkt-Verstärker kann man direkt behandeln wie ein OP-Verstärker. Sie sind nach außenhin gesehen STROMgesteuert. Somit ist also der Eingangsstrom direkt abhängig von den angeschlossenen Widerständen. Werden diese um einen Faktor "n" vergößert/verkleinert, so verkleinert sich auch die Verstärkung (linear! nicht dB!) um den selben Faktor.
Vergrößere also wie ebs schon sagte, jeden der beiden Eingangswiderstände um den Faktor 1,41, und die Verstärkung sinkt um 3 dB ab. Die Widerstände der anderen Eingänge lasse unverändert. Da der Eingangswiderstand des eigentlichen Verstärkers ja 0 Ohm beträgt, beeinflussen sich die einzelnen Eingänge nicht, weil ja eine Stromaddition statt findet.
Der gesamte Eingangswiderstand eines jeden Eingangs beträgt dann 2R.

Grüße
Rainer
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Antwort#8
Ich danke Euch beiden (ebs & Rainer)! Ihr wart eine große Hilfe!
Gruß
Hendrik
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