Gerade lese ich etwas Interessantes: Ein Asiate studiert in Deutschland Tontechnik und Elektronik und macht dann in seinem Heimatland eine Firma für Mikrofone auf, die wiederum die deutschen Hersteller in Bedrängnis bringen. Das paradoxe ist aus meiner Sicht, daß Deutschland auch noch das Studium bezahlt, das dann der eigenen Wirtschaft das Wasser abgrät. Wo ist da eigentlich der Sinn?
Hallo Herrmann, der Ansatz ist wirklich vollkommen daneben. Er impliziert, das die "freie Marktwirtschaft" nur für die westliche Welt gelten solle. Andersherum beuten westliche "1.Welt"-Staaten seit Jahrhunderten die "Dritte" bis aufs Blut aus. Auch heute noch: Alles wird abgezogen - Rohstoffe, Arbeitskraft (von solchen Billiglöhnern profitiert einzig allein "unsere" Industrie und ein paar korrupte Bananen-Politiker!) und sogar geistiges Potenzial - siehe z.B. Lizensierungen von traditionellen Pflanzenheilstoffen an Großkonzerne - all das ist traurige Realität und lässt das Beispiel des studierenden "Sozialschmarotzers" der "deutsches" Wissen in seine Heimat "exportiert" so unglaublich menschenverachtend, dumm und arrogant erscheinen. Dieser "Knowhowtransfer" ruiniert hier nicht einen Arbeitsplatz. Dies geschieht vielmehr durch die Verkörperer der Globalisierung: Den Unternehmen, den es nur noch um Gewinnmaximierung geht - ohne jedes soziales Gewissen (selbst die Hitler-Unterstützer Thyssen und Krupp hatten da wohl mehr). Die Exportieren seit Jahrzehnten Arbeitsplätze nach China, Südamerika und Co. Wer das immer noch nicht in seine Runkelrübe (Verzeihung für dieses böse Wort...) bekommen hat kann sich ja weiter in Stammmtischmanier über die bösen Auslands-Spionage-Studies aufregen. Wenn es nur nicht so traurig wär... MFG, Christopher
Die Sache ist komplexer und vorallem psychologisch aufgeladen. Es gibt kein _wir Deutschen_. Das eine sind Grosskonzernen die die armen Länder ausbeuten. Das andere sind wir normalen Bürgen. Wir müssen uns nicht dafür rechtfertigen und schon gar nicht aus Soldarität damit einverstanden erklären wenn es uns schlechter gehen soll. Bevölkerung von armen Land gegen Bevölkerung von reichen Land: divede et impera per excellance. Und die Grosskonzerne reiben sich die Hände...
Richtig! Nur sollte man doch in der Lage sein, Dinge richtig zu bewerten. Wenn in Asien eine Mikrofonfirma sehr gute Produkte herstellen kann (*auch* weil da mal einer in Deutschland (Musik) studiert hat - Skandalös!) und damit sicher auch auf den westlichen Markt will ist das ihr gutes Recht. Ist mir doch piepegal, ob sich dann Manager von Sennheiser, Harman oder irgendwelche Asiaten den Gewinn in die vollen Taschen stecken: Die Arbeitskraft ist längst zum größten Teil ausgewandert. Und warum sollte es die Audio-Branche auf lange Sicht besser gehen als z.B. der Auto oder Textilindustrie? Und kommen die besten Autos nicht längst aus Fernost?
"Und kommen die besten Autos nicht längst aus Fernost? " Das ist interessanterweise sehr richtig. Der Grund liegt u.a. darin, daß die einst so ruhmreiche deutsche Ingenieurskunst heute immer mehr ausgeremst und behindert wird. Sieht man sich deutsche Grossfirmen an, so haben da nicht selten einzig die BWler das Sagen. Gute Ideen werden kaputtgemanaged oder gar nictht erst begonnen, weil Schmalspurheinis Ideen aus den Abteilungen nicht an sich vorbei lassen. Ich brenne jetzt gerade darauf, Beispiele aus einer gewissen Firma zu nennen, für die ich mal tätig war. Ein Entwicklungsleiter, der selber noch neu ist, sich etbalieren will, und keine Lust hat, daß ein gerade erst eingesteelter Ingenieur eine paar Ideen ausser der Reihe etabliert und ihn möglicherweise in den Schatten stellet. Ich weiss es auch von zahllosen Kollegen, gerade aus der Autobranche: Vieles wird aus Investitionsgründen nicht gemacht und vor sich hergeschoben. Bis es dann die Konkurenz anpackt: Dann rennen alles los und wollen was Gleichwertiges - in Rekordzeit natürlich. Ich weiss nicht, wie die Japaner arbeiten, aber irgendwie scheinen da andere Mechanismen am Werk zu sein.
In Japan ist die Gesellschaftsstruktur prinzipiell anders. Die Rangunterschiede sind viel deutlicher, werden viel deutlicher zur Schau getragen. Daher ist es fuer den einzelnen weniger wichtig, sich zusaetzlich noch profilieren zu muessen, und es gibt in einem gewissen Sinne weniger Eitelkeit. Dafuer herrschen in Japan aber ganz andere psychologische Zwaenge. Jedes Ding hat nun mal zwei Seiten.
Ich sehe in diesem Fall gar nicht mal ein soooo großes Problem und Gefahr. Glaubt denn wirklich jemand, daß man ein Know How, was sich Firmen wie Neumann, Schoeps, Sennheiser, Microtech Gefell und wie sie alle heißen mögen (Reihenfolge stellt keine Wertung dar) in einem Zeitraum von 50...>70 Jahren erarbeitet haben, in einer Zeitspanne von 1-3 Jahren erarbeiten und den genannten Herstellern ernsthaft Konkurrenz machen könne? Preislich vieleicht - aber nicht in Puncto Qualität. Nichts gegen die Japaner, aber angeblich hätten da schon welche Mikrofone von Neumann nachgebaut, aber das Ergebnis war schlechter als sonst die eigenen japanischen Mikrofone haben. Daß wir uns hier mit unserer verbohrten Bürokratie und Umweltwahnsinn, sowie dem Steuerurwald den Garaus machen bleibt natürlich unbestritten. Die Spötter sagen ja heute schon, daß im Jahr 2020 in Amerika und Japan die Entwicklung gemacht wird, in China die Fertigung und in Deutschland die Verwaltung.
Vor die Firma SE-Electronics wird ebenfalls so ein "Super-Chinese" mit europäischer Ausbildung gestellt, um deren besonders hohen Qualitätsstandard zu unterstreichen. Ein Vergleichstest, bei dem auch ein Exemplar dieser Firma teilnahm hat mit dazu geführt, dass der damalige SE-Vertrieb "Mega Audio" den Vertrieb aufgrund von diversen weiteren Qualitätsproblemen wieder eingestellt hat.... ...noch Fragen? Als ich mich vor einigen Jahen bei der Recherche nach einem U87 Schaltplan bei der Firma Neumann über deren freizügigie Handhabung dieses Dokuments gewundert habe wurde mir gesagt: "Um ein gutes Mikrofon nachbauen zu können, benötigt man weit mehr als den Schaltplan." Ich kann dieses Zitat nur bestätigen, muss aber dazu bemerken, dass es schon sehr gute Zufallstreffer gibt, bei der Exemplargleichheit fängt es aber meist schon an zu hapern. Gruß Martin
Ob planmässig oder ob nicht ist weniger die Frage. Was zur Zeit abgeht, läuft praktisch in die ähnliche Richtung. Lies mal z.B. auf http://www.bwl-bote.de ein bisschen rum, da wird dir schlecht. Und mittlerweile triffst auch die Musiker. Ein Bekannter (Musiker, Musiklehrer) darf jetzt den selben Job für 1Euro/h machen, den er sonst für mind. 20Euro/h freiberuflich gemacht hat... Bzw. er nimmt so einem regulären Musiklehrer die Stelle weg.
nee thomas dass iss aber jetz nich der punkt. wichtig iss ja , dadurch kriegt er überhaupt was zu fressen vom staat eben, das hätte er sonst eben nicht. der staat kann ja nicht für alle sorgen (ich meine wenn mal es mal zu ende denkt). ich denke da werden neue ideen populär werden wie z.b. geld kriegen ohne arbeiten und sowas ... muss man mal überlegen.
also ich mach das ja vor allem weils mir spass macht und das mach ich auch für 1 euro wenn mir jemand garantiertes unterhaltgeld gibt MIT ordentlichem Grund. und den grund tja den erfahren wir gerade..... WIR SIND MITTENDRIN!! IM WEG!!! fangt an zu denken!!!!!!!!
nee thomas dass iss aber jetz nich der punkt. geld kriegen ohne arbeiten und sowas
Doch. Ein-Euro-Jobber nehmen indirekt regulären Jobbern die Jobs weg. Oder glaubst du die werden wirklich nur dort eingesetzt, wo ansonsten gar keiner eingesetzt wird? In Sinne eines mathematischen Limes gibts bald nur noch 1-Euro-Jobber. Sachsen-Anhalt hat sogar schon signalisiert, 1-Euro-Jobs auch in der regulären Wirtschaft zu erlauben. Das gehört alles nicht hierher, deswegen sei an dieser Stelle Schluss. Aber es erreicht eben auch die Audiobranche. Das gibts schon. Heisst Rendite oder Zins...
die 1 euro leute machen vorallem im sozialen secktor probleme. die berümten 1/2 stelle aber 40 stunden sozialarbeiter werden ihre jobs verlieren. man kann keine sozialeinrichtung führen wenn alle halbe jahre das komplette personal wechselt. das einkommen derer die dort arbeiten wird sich nicht ändern aber die flukuation wird erhöht. das führt nur zu einer minderung der qualität. denn eine halbe stelle kann man verlängern. bei 1 euro muss man den einstzort wechseln, sich neu einarbeiten ect. in dem bereich gibt es keine "reguläre" wirtschaft. die meisten sozialprojekte würde es nicht geben ohne ABM/KBM oder eben 1 euro. somit sind das auch keine arbeitsplätze die "weggenommen" werden. im gegenteil sie sichern den tonleuten die "freiberuflich" arbeiten ihre jobs, weil sie arbeitsleistung binden. und somit den kasten bier, kasten behringer dumper die zeit rauben. die lohnnebenkosten sind absolut irelevant, interessant sind die lohnstückkosten. bei denen sieht deutschland garnicht so schlecht aus. andernfals hätten wir nicht so ein imensen aussenhandelsüberschuss. die entscheidung ins aussland zu gehen fällt immer dann wenn man sowiso vor hat eine neue produktionsstätte aufzubauen. die natürlich automatisierter und rationalisierter arbeitet. dann lassen sich die lohnstückkosten noch weiter optimieren weil die löhne geringer sind. genau das treibt general motors an in D die fabrik wegen veralterung dicht zu machen und in tschechien eine neue zu errichten. das argument "wenn das alle machen können die in D keine auos mehr verkaufen, weil dann hier keiner mehr geld hat" ist GM mal voll egal, weil, wenn das alle machen haben die tschechen irgendwann genug gelt um die autos zu kaufen. aber der kurzfristige gewinn ist gemacht.
aber keine bange die nächste fabrik wird dann wieder in deutschland gebaut weil tschechien dann zu teuer ist. wenn das system oft genug um die welt gewandert ist hat sich das lohnniveau überall angepasst, weil für den kurzfristigen gewinn immer schneller umgezogen werden muss. allen gehts halbwegs gleich gut (oder schlecht) da haben wir dochmal eine moralisch saubere argumentation für die globalisierung ;), wird halt noch ein paar jahrzehnte dauern.
grüße *tschuldigung aber das ding ist schon soweit im OT*
im gegenteil sie sichern den tonleuten die "freiberuflich" arbeiten ihre jobs, weil sie arbeitsleistung binden. und somit den kasten bier, kasten behringer dumper die zeit rauben. aber keine bange die nächste fabrik wird dann wieder in deutschland gebaut weil tschechien dann zu teuer ist. wenn das system oft genug um die welt gewandert ist hat sich das lohnniveau überall angepasst, weil für den kurzfristigen gewinn immer schneller umgezogen werden muss. allen gehts halbwegs gleich gut (oder schlecht) da haben wir dochmal eine moralisch saubere argumentation für die globalisierung ;)
Eben nicht. Viele Kunden und Einrichtungen mit Festangestellten sind eben Musikschulen, Jugendclubs usw. Was ich deutlich machen wollte mit meinem Beispiel ist genau das. Dort verdrängen die 1-Euro-Profis (es gibt viele Musiker!) die regulären Freiberufler. Nö. Die Heuschrecken ziehen weiter. Im übrigen wird bei GM immer vergessen dass die Verlagerung vonArbeitsplätzen an den Lockhead-Rüstungsdieal gebunden ist. Man informiere sich. Auch dazu Einspruch. Die Bezahlung für Arbeitskraft richtet sich nach dem Markt. Wir haben ein Überangebot an Arbeitskräften weltweit! Die Lohndumper die du oben mit Behringer und Bierkästen vergleichst gibts in jeder Branche weltweit. Globalisierung heisst Anpassung am _untersten_ Niveau. Globalisierung klingt schön kosmopolitisch, weltoffen und tolerant. Die Realität ist anders.
Nö. Die Heuschrecken ziehen weiter. Im übrigen wird bei GM immer vergessen dass die Verlagerung vonArbeitsplätzen an den Lockhead-Rüstungsdieal gebunden ist. Globalisierung heisst Anpassung am _untersten_ Niveau. Die Realität ist anders.
irgendwan sind sie einmal rum. Man informiere sich. gerne link? das ist unlogisch. die leute die levis jeans zusammenkloppen können sich keine leisten. globale anpassung am untersten niveau hieße das sich keiner mehr levis jeans leisten könnte. da fragt man sich "wohin mit den dingern?" ach ne... ist das nicht immer eine frage des blickwinkels?
Zum ersten: http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=608&sid=116 Zum zweiten: Du übersiehst dass es nicht um absoluten Reichtum geht, sondern um relativen. Klar wären die Reichen Fabrikbosse absolut noch reicher, könnten sie mehr Levis Hosen verkaufen. Aber wozu? Realtiv besser stellt sich die Weltelite wenn sie reich ist (d.h. absolut gut genug, zu reich heisst nicht mehr Lebensstandard) aber der Rest nur arme Sklaven. Das sichert die Macht. Wohlstand für alle schafft die Gefahr von Emporkömmlingen... Globalisierung ist das Gegenteil von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Schlimm, dass die potentiellen Globalisierungsverlierer auf die Propaganda reinfallen... fup to systemfehler...;-) ?
"Globalisierung ist das Gegenteil von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Schlimm, dass die potentiellen Globalisierungsverlierer auf die Propaganda reinfallen..." Globalisierung bedeutet nichts anderes, als die Welt am Markt teilhaben zu lassen. Und das nicht nur bei der Abnahme unserer Produkte, sondern auch beim Import derselben. Daran kann ich grundsaetzlich nichts falsches erkennen. Die Arbeitsplatze, die jetzt bei Mackie, Behringer, TC Electronics, SE Mics oder Blue Sky entstanden sind (oder auch erhalten wurden,) gaebe es im Zeitalter des Protekstionismus nicht. Wenn unsere Gesellschaft einen Vorsprung bewahren will, dann kann das nur ueber die Bildung und Forschung geschehen. Mit globalem Gruss, Rudi
Hallo, eigentlich gehört das Thema ja nicht in ein Tontechnikerforum, aber wenn hier schon darüber diskutiert wird, dann bitte doch etwas sachlicher... Zum Thema Globalisierung: Die weitverbreitete Abneigung gegen Globalisierung ist meist nur auf dem Vorurteil gegründet, dass wir hier dadurch Arbeitsplätze verlieren und uns relativ schlechter stellen. Was aber im Konstrukt der Internationalisierung und Globalisierung nur der Fall ist, weil eben entweder Preis oder Leistung im internationalen Vergleich nicht bestehen können. Wir Deutschen müssen endlich von unserem hohen Ross herunter, dass nur bei uns Qualität hergestellt wird. Die Zeiten sind vorbei. Der Grund für eine Verlagerung etwa der Produktion ins Ausland gründet nicht nur in komparativen Kostenvorteilen der Auslandsmärkte sondern auch darin, dass inzwischen beispielsweise in Osteuropa genauso gut ausgebildete Fachkräfte und auch Akademiker zu finden sind wie das hier in Deutschland der Fall ist, vielleicht sogar teils besser. Trotzdem liegt unser Lohnniveau weit über dem dortigen. Wir stellen uns eben selbst schlecht! Dass wir uns durch die zunehmende Globalisierung zumindest kurz- und mittelfristig gesehen schlechter stellen ist unvermeidbar und auch notwendig. Paradebeispiel für die unsere Überheblichkeit: Nach der Wiedervereinigung hätten sich Unternehmen darum gerissen in Ostdeutschland zu investieren: Niedrige LOhnkosten und direkter Zugang zu einer der größten Volkwirtschaften ohne tarifäre und nicht tarifäre Handelshemmnisse. Aber wir mussten ja innerhalb kürzester Zeit die Löhne im Osten an die im Westen anpassen, wodurch die günstigen Bedingungen für Investoren sich gleich wieder erledigt hatten. Stattdessen haben wir dann lieber mit staatlich Mitteln in Projekte investiert, die inzwischen zum großen Teil entweder nicht beendet werden konnten bzw. schon wieder aufgegeben werden mussten. Statt der versprochenen "blühenden Landschaften" liegen dort nun unsere größten Probleme. Hätten wir das nicht getan hätte es vielleicht zugegebenermaßen eine Abwanderung der Arbeitskräfte in den Westen gegeben. Bei einer freien Anpassung hätte das Überangebot aber schnell die Löhne gesenkt und somit den Ausgleich geschaffen. Allerdings hätten wir im Osten einen dermaßen kräftigen Schub an Investitionen und Arbeitsplätzen bekommen, dass das ganze jetzt wohl etwas anders aussehen würde. Fazit: Lasst uns nicht jammern, sondern aufbrechen!