Ruiniert der Knowhowtransfer die deutschen Audiofirmen ?

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Antwort#21
Dir ist aber schon klar, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland im selben Massstab zu hoch sind, wie die Löhne im Vergleich?
Warum sollen Löhne gekürzt werden aber andere Preise nicht?
Ebenso ist dir sicherlich klar, dass Strom, Wasser etc. im Osten z.T. teurer ist als im Westen?
Lebenstandard drückt sich nicht im absoluten Betrag der Löhne aus, sondern in dem Warenkorb den man dafür kaufen kann.
Globalisierung heisst Anpassung nach unten!
Ich bin für Kleinstaaterei inklusive Regionalwährungen und Zölle für Billigimporte. Wenn der Lebensstandard anders wo angeglichen ist, erst dann sollte man die Grenzen aufmachen. Das Tor einer Schleuse wird auch dann erst aufgemacht, wenn der Wasserstand angeglichen ist.
Die dümmsten Schafe wählen ihre Metzger selber und tauschen für ein aufoktroiertes Ideal einer heilen globalisierten Welt ihren Lebensstandard ein.
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Antwort#22
... ich sehe einen anderen Aspekt:
Internatioale Konzerne produzieren in "Billiglohnländern", um die Produkte hier teuer zu verkaufen. Das Problem: Durch steigende Arbeitslosigkeit und höhere Soziallasten schwindet jedoch die Kaufkraft in den Hochlohn- und Hochpreis-Ländern ...
Dagegen arbeiten die Näherinnen in den chinesischen Provinzen zu Löhnen, von denen sie gerade ihren Lebensunterhalt bestreiten können - als Käufer der von Ihnen genähten Luxustextilien a la lacoste scheiden sie aus ...
Allenfalls in einigen osteuropäischen Landern sehe ich die Möglichkeit, daß die Arbeiter nach langem Sparen z.B. ihre Autos auch kaufen können.
Bemerkenswert auch, daß es möglich ist, in den osteuropäischen Ländern Autos für den dortigen Markt für 5000 ? zu bauen. Werden diese Autos hier importiert, so werden sie um ein paar Features aufgemotzt und wesentlich teuerer verkauft.
Eine bewußte Kaufkraftabschöpfung?
Es bleibt abzuwarten, wie sich die globalen Märkte entwickeln.
Wie schnell sich technisches know how erwerben läßt, sieht man an der Türkei. Ein Land, das auch für anatolisches Bauerntum und (noch) rückständigen Umgang mit den Menschenrechten steht, ist heute in der Lage, selbständig Computerbaugruppen in einer Qualität zu produzieren, wie es hier scheinbar nicht mehr möglich ist.
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Antwort#23
Ein Problem dabei ist eben, dass wir von Billiglohnländern kaufen.
Eigentlich könnten wir nur von dem leben was wir produzieren.
Und das gilt Weltweit. Allein die Produktivität erhöht unseren Lebensstandard.
So wäre es im eingeschwungenen Zustand auch weltweit.
D.h. unsere Lebenstandard muss sinken, da wir ihn auf Kosten von Billiglohnländern
haben. Also bitte AKG, Gefell und Neumann und nicht Chinakram kaufen...
Zweitens: Binnenachfrage: das ist auch so ein Märchen.
Höhere Binnennachfrage erhöht eben nicht die Profite der Industrie!
Denn das wäre eine Art Perpetuum Mobile...rechne es durch...
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Antwort#24
Höhere Binnennachfrage erhöht eben nicht die Profite der Industrie!
Denn das wäre eine Art Perpetuum Mobile...rechne es durch...
Also bitte AKG, Gefell und Neumann und nicht Chinakram kaufen ...
Dies ist bereits seit den 60er Jahren bakannt - s. "Club of Rome", der ein Ende des Wirtschaftswachstums spätestens zum Jahrtausendwechsel vorausgesagt hat.
Es sind nicht allein diese Nieschenprodukte. Das größere Problem sind die Consumerartikel, die in Massen hergestellt und verkauft werden. Und was ist mit den vielen (amerikanischen) Mikrofonherstellern, die mindestens die die Kapseln in China einkaufen? 979 bejing audio tönt auf seiner Homepage, für viele namhafte Hersteller zu fertigen ...
Diese Entwicklung ist nicht neu. Schon vor zwanzig Jahren hat man in Geräten von DUAL oder Grundig japanische Halbleiter gefunden, häufig waren die Platinen auch mit dem Aufdruck "Made in Japan" versehen.
Ich habe kürzlich für's Kinderzimmer einen "AEG"-Brüllwürfel gekauft - und im Nachhinein festgestellt, daß dies umgelabelter China-Dreck ist. Es macht heute fast keinen Sinn mehr, Produkte europäischer Hersteller zu kaufen.
"Geilheit von Geizhälsen" und sonst die Intelligenz sonst "nicht Blöder" kann nur mit Produkten befriedigt werden, die unter drei Bedingungen hergestellt werden können: Billige Arbeitskräfte, hohe Produktionsmengen, Kalkulation mit dem Rotstift - auch zu Lasten der Qualität.
(Diese Entwicklung sehen wir auch bei einigen namhaften und etablierten Herstellern von Studio-Equipment. Bei einem B-5 Mikrofon für 85 ? ist mangelnde Qualität, ungewisse Betriebssicherheit und fehlender Service egal, bei einem TASCAM-Gerät für 3.000 ? und mehr nicht ...)
Aber erinnern wir uns dreißig Jahre zurück: Damals stand Italien an der Schwelle, auf der heute China steht. Ich habe mich als Kind über das billige Blechspielzeug geärgert, und dies nahm seine Fortsetzung in der elektrischen Eisenbahn von Lima. Heute beklagt sich keiner mehr über die Qualität italienischer Produkte und Italien ist (schon lange) in der EG ...
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Antwort#25
Die Kaufkraft sinkt natürlich entsprechend zu niedrigeren Löhnen und der Lebensstandard auch. Kurzfristig, aber langfristig gesehen profitieren alle Volkswirtschaften von einer Globalisierung und einer Spezialisierung. Das jetzt hier volkswirtschaftlich zu belegen würde sicher zu weit führen. Für alle die es interessiert: Blanchard, O.; Illing, G. "Makroökonomie" und Mankiw, N.G. "Makroökonomik".
Wer hier von Kleinstaaten mit eigenen Währungen und dem Aufbau von Handelshemmnissen spricht hat leider gar nichts davon gelesen...
Hätte jede Volkswirtschaft in der Vergangenheit diese Strategie gefahren und sich nach außen komplett abgeschottet, wäre keine Wohlfahrtssteigerung in diesem Maße entstanden.
Ich bleibe dabei: Wir müssen wieder wettbewerbsfähig werden und das funktioniert nur über eine Anpassung der Löhne und einer kurzfristigen Wohlfahrtsminderung.
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Antwort#26
Hallo Martin,
mit dem Schaltplan ist es wie mit der Partitur: Sie enthält nur die Spielvorschrift. Die Interpretation muß der Dirigent selbst finden!
Karajan hat mal gesagt: "Die Partitur ist das Unvollkommenste was es gibt"!.
Genauso sehe ich es mit dem Schaltplan.
Grüße
Rainer
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Antwort#27
Ja genau...und wir brauchen mehr Wachstum...*gähn*
Warum muss die Wirtschaft wachsen?
Reicht es nicht auf dem Stand von 2000 stehenzubleiben?
0%-Wachstum heisst, es wird genauso viel produziert wie vorher.
Aber warum jammern dann alle?
Und "wir müssen wieder wettbewerbsfähiger werden" und "wir müssen wieder mehr arbeiten" klingt doch auch besser als "So, nun wollen wir euch mal die Löhne kürzen. Und wenn ihr nicht mitspielt dann gehen wir halt."
Warum können die größeren weltweit operierenden Konzernen mit Weggang drohen?
Gottgegebenes Naturgesetz?
Die meisten Menschen von HIV-Empfänger bis zum Mittelständler sind Globalisierungsverlierer!
Belege mir das Gegenteil.
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Antwort#28
"HIV-Empfänger".... hat sich jemand eigentlich schon mal über diese Abkürzung gedanken gemacht...?


Tonzauber - einfach klassisch!
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Antwort#29
Klar.
HIV - und du bist angearscht...so oder so.
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Antwort#30
""Ich bleibe dabei: Wir müssen wieder wettbewerbsfähig werden und das funktioniert nur über eine Anpassung der Löhne und einer kurzfristigen Wohlfahrtsminderung.""
Kurzfristige Wohlfahrtsminderung?? Kleiner Tip: Wir leben bereits im 21. Jahrhundet. Das hat bereits stattgefunden, nicht kurzfristig, sondern wohl für immer. Das Ergebniss: Jeden Euro, die die Industrie nicht nur dadurch in den Arsch (huch-keine Wortsperre - na sowas...)geschoben bekommt, wandert weg oder auf die Konten der sog. "Top-Manager",
denen durch ihre Profitsucht kein Risiko zu groß zu sein scheint - ist ja nicht ihres, sonders das der Firma = ihrer Mitarbeiter.
Kein Versprechen wurde eingehalten, Arbeitsplätze werden immer weiter abgebaut.
Während wir immer noch Wachstum haben - i.d.T. ein Irrweg, das Wachstum um des Wachstums willen. Hat jedenfalls nichts mit "wettbewerbsfähigkeit" zu tun. Es gibt genug Europäische Firmen, die das ohne weiteres sind. Aber ein bißchen Jammern kann ja nicht schaden: Es gibt immer noch genug Dumpfbacken, die daraufhin die Gängelung der Arbeitnehmer fordern, die ja angeblich alle zuviel verdienen (nur die Forderer selbst - Manager, Politiker, Forumsteilnehmer)verdienen nie zuviel!!).
Wach doch mal auf.
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Antwort#31
Hi,
um wettbewerbsfähiger zu werden, müssten wirklich A L L E !!! Kosten wie Miete, Lebensmittel etc gesenkt werden, nicht nur der Lohn der Arbeitnehmer, welche ja in aller Regel das Geld was sie haben, auch wieder ausgeben. Aber es ist ja einfacher für die Konzerne, einfach nur die Löhne und Gehälter abzurasieren, als sich mit dem Markt auseinanderzusetzen und den W´Mittbewerbern in Form von besseren Produkten oder auch anderen USP's die Stirn zu bieten. Und vor allem die Manager, die sich dasd Geld nur vollstopfen, Heute für Audiofirmen arbeiten, und Morgen für einen Gummistiefelhersteller. Diese Spezie wird niemals die langfristigkeit in eine gute Produktentwicklung legen wie mal früher die Gründer der Unternehmen, die z. B. Ingenieure oder Naturwissenschaftler waren, un eine Vision für ihr Unternehmen hatten. Diese Leute sind doch die eigentlichen Abzocker, die auch die Globalisierung mit angeschoben haben, vor allem auch den Privatisierungswahn. Weil sich sonst jene nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Geld. Dann lieber Volksvermögen kaufen und auspressen, und nicht investieren. Mit der Globalisierung haben wir uns keinen Gefallen getan ! Genauso mit der Euro-Umstelleung, wo die Preise massiv erhöht wurden. Gut, das ist jetzt off topic, aber ich musste es mal loswerden.
Holger


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Antwort#32
hier wird sehr viel aneinander vorbei geredet. anstatt ideologische standpunkte zu vertreten, wuerde es meiner meinung nach sinn machen, die problematik an unserem eigentlichen thema, naemlich der tontechnik festzunageln.
da haben wir einerseits die hochqualitativen deutschen firmen im obersten preissegment, und auch eine zunehmende auswahl asiatischer - haeufig minderwertiger- alternativen. es stellt sich selten die frage, ob man sich ein neumann teil, oder eine chinesische kopie kauft. vielmehr geht es darum, sich eine asiatische kopie, oder eben gar nichts zu kaufen...denn fuer mehr reichts zum anfang nun mal nicht. wenn mehr geld da ist, werden neumann & co. immer das geschaeft machen.
behringer, mackie, tc electronics, digidesign, blue sky, focusrite und viele andere prodizieren in asien, und wenn sie das nicht taeten, waeren sie weg vom fenster, d.h. viele mitarbeiter auch hier auf der strasse. und genau so ist es auch im richtigen leben. preise senken sich nur durch konkurrenz, und genau die kommt, ob man es will oder nicht. man darf dabei nicht vergessen, dass genau diese konkurrenz auch eine chance fuer die armen laender ist, wie will man sonst armut (und nicht zuletzt auch terrorismus) begegnen?
der abgeschottete kleinstaat hat in der regel eben nicht alles, was seine buerger benoetigen. folglich muss importiert werden, und das kostet zoll ( = schutzgebuehr gegen arbeitsplatzverlust) ich moechte mal wissen, wer hier mit neumann, sennheiser und schoeps alleine seinen job ausueben kann?!? auf den computer muesste man in diesem fall vollends verzichten. seit dem verkauf von steinberg und emagic auch auf die software.
wir sind mitten drin in der globalisierung, wir nehmen die vorteile gelassen hin und fahren ideoligische geschuetze gegen die gefahren auf. dabei wissen wir alle ganz genau, dass wir gegen das gehaltsniveau der chinesen in der herstellung nicht ankaempfen koennen. was wir aber sehr wohl koennen, ist mindestens einen schritt voraus zu bleiben, bessere ausbildung und den fortschritt zu foerdern, die ideen fuer die industrie von morgen zu liefern. china wird sich - wie damals auch japan - selbst im gestrupp des wachstums verheddern und dann seinen eigenen weg finden muessen. der blick fuer uns muss nach vorne gehen, ohne besitzansprueche oder schuldzuweisungen.
mit pragmatischem gruss,
rudi
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Antwort#33
bessere ausbildung und den fortschritt zu foerdern
Das wäre gut, scheint aber nicht wirklich gewünscht zu sein.
"An den Taten sollt ihr sie erkennen..."
Kiddies blöd wie noch nie.
Studiengebüren damit nur die Reicheren studieren können.
Was das bedeutet ist vielleicht den wenigsten klar. Es bedeutet
nicht nur soziale Ungerechtigkeit sondern einen steigenden Anteil
an Medizinern, Juristen, Wirtschaftlern und einen sinkenden
Anteil an ingenieurswissenschaftlichen Fächern.
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Antwort#34
Hi Thomas,
das sehe ich vollkommen genauso. Wenn dann die Firmen auch nicht mehr bereit sind, in junge Hochschulabsolventen zu investieren, sonden lieber noch ein weiteres 3/4 Jah5r die Nadel im Heuhaufen suchen, haben die Absolventen auch kaum eine Chance. Es sei denn, sie haben überall eine eins im Zeugnis und können Englisch und Französisch fliessend. Gut, das mag vielleicht etwas übertrieben sein, aber leider ist es derzeitig der Fall.
Wenn die Firmen wieder bereit wären, die Leute einzuarbeiten, denn die Leute WOLLEN !!! ja arbeiten, dann hätte man auch den qualifizierten Nachwuchs. Aber lieber wird auf die Ausbildung geschimpft und gesagt, wir brauchen Greencards.
Nun, Ausbildungen haben aber nun mal die Aufgabe, die grundsätzlichkeiten zu vermitten, das firmenspezifische/branchenspezifische müssen die Firmen bringen.
Holger


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Antwort#35
Hallo Rudi!
""behringer, mackie, tc electronics, digidesign, blue sky, focusrite und viele andere prodizieren in asien, und wenn sie das nicht taeten, waeren sie weg vom fenster, d.h. viele mitarbeiter auch hier auf der strasse.""
Das ist absoluter Unsinn! Diesen Firmen ging es bis Mitte der neunziger gut.
Bis auf Mackie, deren klassisches Marktsegment "Studiopulte" rapide geschrumpft ist, hätten alle Firmen auch heute noch ein stabiles Marktsegment im High-Level-Bereich (wer weiß was aus Behringer geworden wäre, deren alte Produkte waren
durchaus gut). Aber es mußte ja zwingend der Massenmarkt werden: Bei Behringer sowieso,
nur noch Wegwerfware, bei Focusrite die Platinum-Serie, die qualitativ hart an der Legende scheuern (die eigentlichen ISA/Red-Produkte werden wohl noch nicht in Fernost gebaut...) bei TC Billig-Produkte wie M300&Co, Digidesign lassen wir als Softwarehersteller mal außen vor (außerdem sind die gehypt wie nix).
Aber man mußte ja immer größer werden um vom großen Kuchen abzustauben.
Also nix weg vom Fenster - das Kerngeschäft wäre geblieben. Und das solche
Expansionen deutsche Arbeitsplätze sichern, ist ein naives Märchen. Man vergleiche mal die Zahl der Arbeitsplätze bei Behringer als extremstes Beispiel:
Das meiste ist "outgesourcest". Ein paar Billig-Telefonjobs sind entstanden.
Das wars.
Gegenbeispiel SPL Niederkrüchten: Die haben genauso angefangen. Sind sehr erfolgreich und produzieren (noch) in Deutschland. Und die haben ein sehr gesundes Preis/Leistungsverhältniss, anders als meinetwegen Neumann.
Man sieht: es geht auch so. Und zwar gut.

""man darf dabei nicht vergessen, dass genau diese konkurrenz auch eine chance fuer die armen laender ist, wie will man sonst armut (und nicht zuletzt auch terrorismus) begegnen?""
Wie naiv bist Du eigentlich (kopfschüttel)?? Es sind nicht die "armen Länder" die Profitieren, sondern es sind die "armen Länder", die weiter Ausgebeutet werden. Die satten Gewinne wandern ab. Die Hungerlöhne, die da bezahlt werden sind ein einziger Skandal! Bestes Beispiel: Kinderarbeit bei Sportartikelfirmen
wie Adidas & Nike & Co. Zwar werden in Behringer-Fabriken keine Kinder arbeiten,
aber realisier doch mal, wie die ihre VK_Preise zustande kriegen. Das ist Turbo-Kapatalismus auf dem Rücken derjeniger, die keine andere Wahl haben, außer zu verhungern. Und falls dir diese Darstellung zu "idiologisch" erscheint solltest Du Dein Weltbild mal der Realität anpassen. Wir sind nicht die Samariter, die mit unserem Arbeitsplatz-Export ein paar Chinesen glücklich machen. Die hätten mehr verdient, als mit Billigprodukten irgendwelche Europäer glücklich zu machen.
Und wenn das alles doch so toll wäre:
Warum sterben am Tag 30.000 Kinder??
Ja, dreizigtausend, d.h. in einer Woche mehr als bei der Tsunami-Katasstrophe!
Aber das interessiert ja keinen, und ist sogar "Off-Topic" = böse!
""der abgeschottete kleinstaat hat in der regel eben nicht alles, was seine buerger benoetigen. folglich muss importiert werden, und das kostet zoll ( = schutzgebuehr gegen arbeitsplatzverlust) ich moechte mal wissen, wer hier mit neumann, sennheiser und schoeps alleine seinen job ausueben kann?!? auf den computer muesste man in diesem fall vollends verzichten. seit dem verkauf von steinberg und emagic auch auf die software.""
Vollkommen Unsinnig: Anstatt die Entwicklung zu beklagen kommst Du hier mit
einer vagen und z.T. falschen Beschreibung der Situation. Früher ging das auch ohne Fernost-Produkte (auch Compis kamen mal aus Deutschland, USA und Japan!) und so geht das auch noch heute. Frag mal Kollegen wie Rainer ob sie mehr als einen Kabeltester aus China für ihre Arbeit benötigen (wohlmöglich nicht mal den). Der kennt solche Fabrikate vermutlich nicht mal. Der Verweis auf die Software ist erst Recht falsch, die kommt auch heute noch nicht aus China-Fabriken.
""wir sind mitten drin in der globalisierung, wir nehmen die vorteile gelassen hin""
Was heißt "wir" - zunächst ja wohl DU!
""und fahren ideoligische geschuetze gegen die gefahren auf.""
Sollen wir die Verantwortlichen lieber alle nach Sibirien schicken?
Dann wird es da bald gemütlich eng.

""dabei wissen wir alle ganz genau, dass wir gegen das gehaltsniveau der chinesen in der herstellung nicht ankaempfen koennen.""
Darum geht es ja nicht, sondern: Wir können nicht, wir MÜSSEN aber auch nicht!!
Und ich sag Dir auch noch einmal warum: Weil das unserer Volkswirtschaft mehr schadet als nützt. Es nützt ein paar Aktionären und den Leuten, denen sowieso schon alles gehört.
""was wir aber sehr wohl koennen, ist mindestens einen schritt voraus zu bleiben, bessere ausbildung und den fortschritt zu foerdern, die ideen fuer die industrie von morgen zu liefern. china wird sich - wie damals auch japan - selbst im gestrupp des wachstums verheddern und dann seinen eigenen weg finden muessen. der blick fuer uns muss nach vorne gehen, ohne besitzansprueche oder schuldzuweisungen.""
Ach toll, alles wird gut. Bis Du Deinen Blick frei hast auf eine rosige Zukunft der dritten Welt bei gleichzeitiger Sicherung der Pfründe der Westlichen,
kann man ja schon mal die Zahl der verhungerten Kinder (vom Rest mal abgesehen, wer zählt die noch?) addieren: Im Jahr 360.000, in zehn Jahren 3.600.000. Aber bloß keine Schuldzuweisungen, das ist ja wohl Gottgegeben.
Soweit meine "idiologische" Stellungnahme.
Vielleicht gibt es ja noch einige
hier, die über den Themenbereich "Tontechnik" hinausdenken können + wollen.

MfG,
Christopher
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Antwort#36
Vielleicht sollte Rudi sich erstmal das
http://home.arcor.de/elias_erdmann/manipulation.htm
für den Anfang reinziehen und anfangen zu überlegen wieso er sich
a) für eine Idee begeistert die nicht von ihm stammt (Globalisierung)
b) sogar bereit ist massive persönliche Opfer dafür zu bringen
c) Übersieht, dass alles negative immer sofort kommt, aber die positiven
Dinge immer als _Chancen_ in der _Zukunft_.
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Antwort#37
Hallo Thomas,
habe ich mir grade mal runtergezogen.
Wobei ich noch betonen möchte, daß ich mich über Rudi (unbekannterweise)
gar nicht aufregen wollte, denn er meint es bestimmt erstmal auch gut,
sondern speziell über das, was man "Nischendenken" (man könnte auch sagen: Fachi*iotie, toll mal wieder, diese Wortsperre, "Arsch" durfte ich schreiben...) nennt und hier im Forum
ganz besonders stark ausgeprägt ist, sowie über die Meinungsmanipulation die
seit Jahren offensichtliche Fehler richtig erscheinen lässt - bezahlt von
denen, die es sich leisten können. Vermutlich lese ich da nun was von Herrn Erdmann drüber ;-)
Gruß,
Christopher
PS: Interessante Site - amerikanische Tontechniker/Musiker über amerikanische Politik (ja, so etwas gibt es auch!!): "The SSS Political Party"
http://www.musicplayer.com/cgi-bin/ultimatebb.cgi?ubb=forum;f=24;DaysPrune=30
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Antwort#38
Es geht nicht um Rudi. Der ist schliesslich immernoch Techniker und eher bereit und fähig rational zu denken. Da gibts ganz andere.
Auf politische Ideologen reagiere ich nun mal reflexmässig...
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Antwort#39
hallo christopher
ich weiss kaum, wo ich hier beginnen soll. vielleicht erst einmal ein paar worte zu mir selbst. ich arbeite seit 18 jahren in der audiobranche, habe seitdem in 10 verschiedenen laendern gelebt, (auch 3. welt) und bin deswegen in der luxurioesen lage, laengerfristige entwicklungen in unsere branche sowie einige auswirkungen der globalisierung selbst beurteilen zu koennen. man kann mir viel vorwerfen, aber sicher nicht 'naivitaet'.
ich heisse bestimmt nicht alles gut, was in dieser welt vor sich geht, aber man kann die globalisierung nicht fuer alles verantwortlich machen. hunger, elend und kriege hat es schon immer gegeben, und alternative, schluessige rezepte sind extreme mangelware. wir muessen uns den realitaeten stellen, die globalisierung ist ein fakt. der ursprung liegt in der proftgier des menschen, und die ist bekanntermassen fuer viel gutes, aber auch schlechtes verantwortlich. sich die gute alt zeit zurueckzuwuenschen hilft niemandem.
zu unserem eigentlichen thema:
du sagst, den zuvor genannten audio firmen ging es bis mitte der neunziger gut. das ist sicher richtig, aber es ist doch erstaunlich, dass sie alle mehr oder weniger den selben weg eingeschlagen haben. verbreiterung der produktpalette mit verwaltung und forschung zu hause und der produktion in billiglohnlaendern. digidesign kann man da nicht ausschliessen, viele teile der ICON kommen aus dem reich der mitte. softwarehersteller sind ebenfalls einzuschliessen, sie lassen viel in indien programmieren.
ich finde es sehr erstaunlich, dass du gerade behringer als beispiel heranziehst, wo doch ein blick auf deren website genuegt, um festzustellen, dass die ihren bedarf an mitarbeitern nicht stillen koennen. ( http://www.behringer.com/03_behringer/jobs.cfm?lang=ger ) hier kann man auch sehen, wo die jobs entstehen, fast alle in deutschland. in willch arbeiten ueber 200 leute, und sicher nicht als telefonisten.
du schreibst weiter: " Wie naiv bist Du eigentlich (kopfschüttel)?? Es sind nicht die "armen Länder" die Profitieren, sondern es sind die "armen Länder", die weiter Ausgebeutet werden. Die satten Gewinne wandern ab. Die Hungerlöhne, die da bezahlt werden sind ein einziger Skandal!"
wie oben schon erwaehnt, heisse ich bestimmt nich alles gut, was der kapitalismus an auswuechsen so mit sich bringt. aber man muss mal in unsere eigene europaeische geschichte schauen, um zu erkennen, dass auch bei uns am anfang der industriellen revolution kinderarbeit und ausbeutung standen. ueber die jahrzehnte haben wir es geschafft, daraus eine wohlstandsgesellschaft zu formen. ohne diesem kapitalismus waeren wir noch im mittelalter. nun obliegt es den chinesen und anderen billiglohnlaendern, ein soziales netzwerk aufzubauen, das geht nicht ohne kapital. die tigerstaaten haben das bereits hinter sich.
bedauerlicherweise sterben taeglich ca. 30.000 kinder (uebrigens auch schon vor der globalisierung) aber sicher nicht in china oder den laendern, die uns jetzt den status streitig machen. die sogenannten 'hungerloehne' relativieren sich uebrigens durch die geringen lebenshaltungskosten in solchen laendern. den leuten geht es in der regel besser als zuvor.
auf meine anmerkung, dass man mit deutschen produkten alleine seinen job als tontechniker nicht mehr ausueben kann, schreibst du folgendes: " Vollkommen Unsinnig: Anstatt die Entwicklung zu beklagen kommst Du hier mit einer vagen und z.T. falschen Beschreibung der Situation. Früher ging das auch ohne Fernost-Produkte (auch Compis kamen mal aus Deutschland, USA und Japan!)"
wo faengt denn in deinen augen die globalisierung an? produkte aus den usa sind akzeptabel und japan ist nicht fernost? es drangt sich der verdacht auf, das besitzerhalt der alten welt die motivation fuer die antiglobalisierungs bewegung ist. damit hilft man erst recht keinen sterbenden kindern !
weiter im text: ich schrieb: "wir sind mitten drin in der globalisierung, wir nehmen die vorteile gelassen hin" deine antwort: 'Was heißt "wir" - zunächst ja wohl DU!'
nun, wir kommunizieren hier ueber eines der hauptmedien der globalisierung - das internet, verwenden asiatische computer und amerikanische software. nicht nur ich......!
ich sehe die globalisierung nicht als allheilmittel, aber sie schafft chancen fuer die dritte welt, den lebensstandart zu erhoehen und tiefe soziale graeben anzugleichen. ob sie es schaffen, und ob wir sie lassen, steht auf einem anderen blatt. zudem senkt eine komplexe, internationale witschaftliche abhaengigkeit deutlich die angriffslust einiger kandidaten (ein blick ins deutsche geschichtsbuch hilft, die gefahren der autarkie zu erkennen)
man muss ja die produkte der dritten welt nicht kaufen, das angebot hat sich eben verbeitert, und wer es sich leisten kann, kauft neumann & co. aber der erfolg der asiatischen billigangebote spricht eine andere sprache. man nimmt die guenstigen einstiegsvarianten gerne an, viele kaufen spaeter teure qualitaetsware made in germany. insofern erfuellen die importe aus china einen zweck, sie senken die einstiegshuerde und verbeitern die kundenbasis.
aufhalten laesst sich die entwicklung ohnehin nicht, und eswegen kann ich nur wiederholen, dass bildung und forschung fuer uns der einzige weg ist, vorn zu bleiben.
MFG, Rudi
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Antwort#40
hallo thomas
du schreibst er / ich sollte anfangen zu überlegen wieso er sich
a) für eine Idee begeistert die nicht von ihm stammt (Globalisierung)
b) sogar bereit ist massive persönliche Opfer dafür zu bringen
c) Übersieht, dass alles negative immer sofort kommt, aber die positiven
Dinge immer als _Chancen_ in der _Zukunft_.
ich glaube, hier liegt ein missverstaendnis vor.
a. ich begeistere mich nicht fuer die idee der globalisierung. ich erkenne die globbalisierung als einen unumkehrlichen fakt an und verweise auf gewisse chancen und auch vorteile, die ihr zu eigen sind. sie ist ein produkt einer langen entwicklung und wahrscheinlich weniger die kopfgeburt einiger profithaie. das system dahinter ist kapitalismus nach dem motto: lass uns die dinge dort machen, wo es am billigsten ist.
b. ich lasse mir nicht gerne worte in den mund legen. in keinem satz habe ich behauptet oder angedeutet, dass ich bereit bin "massive persoenliche opfer dafuer zu bringen'. wo sollten auch dieses opfer liegen? als tontechniker habe ich eine groessere auswahl an geraeten, als europaeer darf ich die laengste friedensperiode seit langem erleben, als mensch muss man zumindest die chancen in der dritten welt zur kenntnis nehmen, und als deutscher staatsbuerger nicht zuletzt erkennen, dass wir unsere gesellschaft schleunigst reformieren muessen, wenn wir in zukunft eine rolle spielen wollen.
c. man mus die positiven dinge eben auch sehen. in china sterben keine kinder mehr den hungerstot, seitdem kapital ins land fliesst. verlieren werden die, welche sich an alte besitztuemer klammern.
ich verweise auch auf mein posting an christopher.
gruss, rudi
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