Mittels Tontechnikrechner via Sengpielaudio.com können die stehenden Wellen in leeren Räumen berechnet werden. Wie muß ich die dabei berechneten Frequenzen interpretieren? Spaltenweise, Zeilenweise oder bezieht sich die mögliche Forderung von der "möglichst gleichförmigen Verteilung" auf die Gesamtheit der angebenen Frequenzen, sodaß ich sie der größe nach sortiere und die Schrittweite der Frequenzen betrachte? Dank für INfo Jörg
Störende stehende Wellen treffen wir nicht in großen Konzertsälen, sondern in unseren typischen kleinen Räumen an. Das sind die Aufnahmeräume und die Abhörräume. Wir haben dabei nur die tiefen Frequenzen unter 300 Hz zu betrachten. Stehende Wellen können wir nicht vermeiden. Sie sollen nicht gehäuft um bestimmten Frequenzen auftreten. Daher gibt es Computerberechnungen für leere Räume mit guter statistischer Verteilung dieser "Raummmoden". Sowie aber in den Raum ein Mischpult, die Geräte-Racks und die gemütliche Leder-Couch eingebracht sind, stimmen die berechneten Frequnzverteilungen nicht mehr. Eine schlechte Raummodenverteilung erkennt man am hörbaren Bass-Dröhnen unter 300 Hz bei bestimmten Frequenzen; sei es bei der Lautsprecher-Wiedergabe oder vom Instrumenten und Gesang in diesem Raum. Höhere Frequnzen werden von unseren beiden Ohren nicht erkannt, weil wir ja unseren Kopf bewegen. Bei tiefen Frequenzen hilft das eben nicht mehr. Ein Koinzidenzmikrofone kann schon mal genau an so einer Dröhnstelle stehen. Zwei AB-Mikrofone tun das weit seltener.
Hi! Du hast auf ebs Seiten zuerst die Axialen, dann die tangentialen, dann die obliquen(schräg, schief, indirekt...keine Ahnung wie man das am besten Übersetzt) Moden. Die Trennung ist deshalb von Vorteil, weil sich diese Resonanzen unterschiedlich stark auswirken. Die Axialen werden pro hin und her nur an zwei Wänden reflektiert, die tangentialen an 4, die obliquen an 6. Somit wird unterschiedlich viel Energie absorbiert. Die axialen wirken sich am stärksten aus. Trage die Frequenzen, die sich für Deine Raumgröße ergeben auf einer "Frequenzachse" ein und schau nach, wo Löcher und Anhäufungen solcher Moden entstehen. Du kannst dabei wertend vorgehen in dem Du die axialen stärker, höher, bunter...einzeichnest. Grüße Andi
Um uns herum sind überall "Kammfilter". Oh schreck! Also Auslöschungen und Maxima. Damit leben wir aber problemlos. Das kennt unser zweiohriges Gehör, hält das aber für normal und blendet das daher aus. Wir merken das gar nicht. Erst wenn wir ein Ohr zuhalten, das heißt, nur mit einem Ohr hören, dann wird das eher auffällig. Auch können die Raummoden für höhere Frequenzen mit *einem* Mikrofon gemessen werden, nur sind diese psychoakustisch nicht von Wert. Daher die Angabe eines Posters, dass nur die Raummoden unter 300 Hz relevant sein können. Beide Ohren liegen eben in der Wellenlänge von tiefen Frequenzen. Gruß Jonas
Ich weiß nicht ob das die beste Art ist zu erklären, warum tiefe Frequenzen störende Raummoden verursachen , hohe aber nicht (Kammfilter?). Es hat schon mit der Wellenlänge zu tun. Druckmaxima/minima sich aufschaukelnder Frequenzen im tiefen Frequenzbereich liegen räumlich weiter auseinander und sind damit "einzeln wahrnehmbar". Die Nachhallzeit ist zB bei 100Hz 1.5 sec bei 85Hz wesentlich kürzer. Je kleiner die Wellenlänge wird, desto enger und statistisch gleichmäßiger verteilt sind die Moden. Weiters kommt es, durch die verminderte Beugung um Einrichtungsgegenstände, zu einer höheren Diffusität, womit Raumresonanzen zw. Wänden überhaupt vermindert werden. Die Grenzfrequenz ergibt sich also nicht aus unserem Ohrabstand, sondern aus Raumvolumen und Nachhallzeit. Die Wellenlänge ist der Schlüssel, das haben wir beide erkannt. beste grüße Andi
Das Wort Raummoden bezeichnet Reflexionen, die zwischen zwei parallelen Wänden reflektiert werden. Sie ergeben Resonanzen, wenn der Abstand zwischen den Wänden gleich der Hälfte oder einem Vielfachen der Wellenlänge des Schalls ist. Diese "normalen Moden" oder "stehenden Wellen" bezeichnet man als Resonanzmoden. Dadurch wird der Klang des Raums verfärbt, weil bestimmte Töne aus verschiedenen Ursachen hörbar hervortreten und eine ungleichförmige Energieverteilung innerhalb des Raums bewirken. Treten bestimmte Resonanzenfrequenzen dicht beieinander auf, so ist dieses hörbar auffälliger, als wenn mehrere Resonanzen gleichmäßig im Spektrum verteilt erscheinen. Eine bestimmte Resonanzenfrequenzverteilung ist eine physikalische Eigenschaft des bestimmten Raumes, die von seinen Abmessungen abhängig ist. Diese Frequenzen werden nur angeregt. Bei der Resonanzfrequenz spielt sowohl die Zunahme des Pegels eine Rolle, als auch die zeitlich andauernde Dominanz des Tons. Oberhalb 300 Hz verursachen stehende Wellen keine wahrnehmbare Störung mehr, weil der Diffushallanteil im Raum überwiegt. Jedoch können unterhalb 300 Hz lokale oder zusammentreffende Moden recht leicht wahrnehmbare Verfärbungen (!) verursachen. (Dröhn) Durch die Verteilung (!) aller stehenden Wellen in diesem Raum wird der Grad der Verfärbung bestimmt. Gleichmäßig über den Frequenzbereich verteilte Moden sind weit weniger auffällig, als verdichtet auftretende Moden. Das kann man akustisch zur Korrektur der tiefen Frequenzen anwenden, wenn es stört.
Ja, Du hast recht, es ist raumabhängig wo die Grenzfrequenz liegt...nein, Du hast nicht recht wenn Du 300Hz pauschal als Grenzfq angibst. Ja, es gibt axiale,tangentiale,schräge Moden...nein es entstehen nicht alle Moden zwischen genau 2Wänden. Interessant finde ich das Wort Wohnraumakustik. Ist das absichtlich gewählt? Es ist in Klassenzimmern, Regieräumen, Konverenzräumen etc. nicht anders. Vielleicht sollte man Wikipedia mal genauer unter die Lupe nehmen. Beste Grüße Andi
Du hast nicht recht wenn Du 300Hz pauschal als obere Grenzfrequenz angibst.
Wie das? Man könnte auch sagen, die Raummoden sind sogar erst unterhalb 200 Hz störend hörbar. Die 300 Hz sind "auf alle Fälle" wohl so gewählt. In vielen Büchern wird diese obere Grenze gar nicht angegeben und so wird häufig falsch angenommen, das würde für alle Frequenzen so gelten. Raummoden können nur bei tiefen Frequenzen zu störenden Resonanzen führen. Urs
danke für die Ausführungen! Nun, meine Sorge wegen der niedrigen Deckenhöhe von nur 206cm hat sich nach Auftragen der Frequenzen etwas gelegt. Bin gespannt wie der erste Höreindruck sein wird.