20-38 Hz bei Pop/Rockmusik

Erstellt 11 Antworten12 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
im Beitrag http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/36367.htm wurde empfohlen, bei der Aufnahme von Klassik die Frequenzen unterhalb 50-60 Hz zu beschneiden bzw. zu reduzieren.
Wie sieht es bei modernen Pop/Rock-Produktionen aus? Zwischen 40 und 60 Hz passiert eine Menge (E-Baß, Kick-Bass). Doch in der untersten hörbaren Oktave passiert eigentlich nichts, außer etwas subjektivem Druck.
Meine Frage: könnte man den Bereich zwischen 20 und 38 Hz reduzieren?
(Zugunsten kleinerer Membranauslenkungen und somit fehlender FM-Verzerrung)
Was meint ihr? Kann man den Bereich gefahrlos beschneiden?
(auch im Hinblick auf die Residualtongeschichte http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/36293.htm )
Freundliche Grüße
Bernd


http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/36293.htm
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Antwort#2
Meine Frage: könnte man den Bereich zwischen 20 und 38 Hz reduzieren?
(Zugunsten kleinerer Membranauslenkungen und somit fehlender FM-Verzerrung)

Was meint ihr? Kann man den Bereich gefahrlos beschneiden?
Die erste Raumresonanz tritt bei Lamba/4 auf. Darunter ist kein Ton reproduzierbar.
Für eine musikalsich sinnvolle Wiedergabe sollte die (größte) Kantenlänge des Raumes = Lambda sein,
damit der Raum genügend eng beieinander liegende Resonanzen aufweist. Bei 30 Hz sind das etwa 11 Meter.
Wenn die Endabnehmer Deiner Aufnahmen genügend große Räume haben, brauchst Du den Baß nicht
zu beschneiden. Andernfalls hören nur die Nachbarn diesen Baß.
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Antwort#3
Ich schau mir den Bereich auf dem Analyzer an.
Wenn da nicht viel passiert (d.h. weniger als bei 40-50Hz) lasse ich es so.
Kommen starke Frequenzen in dem Bereich vor (synthie oder was weiss ich)
dann senke ich entsprechend ab. Aber meistens mache ich das schon bei Mix.
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Antwort#4
Hallo,
und was ist bei Wiedergabe über Kopfhörer?
Freundliche Grüße
Bernd
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Antwort#5
Hallo Bernd,
wenn man einen akustischen Hochpaß setzt, verschlechtert man das Impulsverhalten, das sollte man im Hinterkopf behalten. Der Lautsprecher hat meist einen zusätzlichen akustischen Hochpaß (Baßreflexsysteme 4. Ordnung, geschlossene Systeme 2. Ordnung), so daß die aus dem akustischen Hochpaß des LS in Verbindung mit dem elektrischen Hochpaß zum Schutz des LS resultierenden Laufzeitverzerrungen hörbar sein können.
Als "Schreckensszenario" nehmen wir eine auf 40Hz getunte Reflexbox an (akustischer Hochpaß 4. Ordnung), die herstellerseitig mit einem elektrischen Hochpaß 2. Ordnung vor Überlastung unterhalb der Tuningfrequenz geschützt ist. Dann kommt noch Dein aufnahmeseitiger Hochpaß (2. Ordnung?) dazu und schon sind wir bei einem Gesamt-Hochpaß 8. Ordnung mit 80ms group delay, was dann doch sehr schleppend klingt.
Bei Klassik bin ich nicht unbedingt für einen Hochpaß, da der Content im Tieftonbereich ohnehin gering ist (ausgenommen Pfeiffenorgel). Der geringe Content ist allerdings nützlich, er sorgt für eine empfundene "Größe". Mit Hochpaß klingt es aus meiner Erfahrung oft irgendwie "zu klein".
Bei Pop kenne ich mich nicht aus, ich besitze nur wenige Produktionen, darunter Madonna "ray of light" und "music". Musikalisch aus meiner Sicht belanglos, aber die Mischung gefällt mir. Die vorhandenen (nachgemessen) elektronischen Tiefbässe um 25Hz empfinde ich als sehr angenehmen Effekt.
Die Wiedergabe tiefster Frequenzen im Raum ist nicht so problematisch, da ein Übergang von der geometrischen Akustik über die Eigenfrequenzen bis zum Druckkammereffekt erfolgt. Ich erfreue mich in meinem 12m2-Raum einer sehr überzeugenden Tiefstbaßwiedergabe, weil unterhalb des Bereichs der Eigenfrequenzen des Raumes.
Gruß
Andreas
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Antwort#6
Andreas H schreibt: Die Wiedergabe tiefster Frequenzen im Raum ist nicht so problematisch, da ein Übergang von der geometrischen Akustik über die Eigenfrequenzen bis zum Druckkammereffekt erfolgt. Ich erfreue mich in meinem 12m2-Raum einer sehr überzeugenden Tiefstbaßwiedergabe, weil unterhalb des Bereichs der Eigenfrequenzen des Raumes.
Endlich mal jemand, der nicht immer falsch behauptet, die tiefste hörbare Frequenz habe mit den Raumabmessungen zu tun und in kleinen Wohnzimmern könne man nicht tiefere Frequenzen unter 50 Hz erzeugen.
Daher kommt auch die Meinung, man sollte bei Popaufnahmen alle Frequenzen unter 50 Hz einfach wegfiltern, weil man diese doch nicht in kleinen Wohnzimmern hören könne.
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Antwort#7
ich war etwas zu pessimistisch, der von mir "konstruierte" Hochpaß 8. Ordnung (elektrisch und akustisch) mit einer Eckfrequenz von 40Hz verursacht nur ca. 50ms group delay und nicht etwa 80ms, wie oben behauptet.
Zieht man z.B. die Arbeit von D. Leckschat heran (Verbesserung der Wiedergabequalität von Lautsprechern mit Digitalfiltern, Aachen, 1992), dann liegt die Hörschwelle für Laufzeitverzerrungen in diesem Frequenzbereich je nach Randbedingungen um 10ms bis 20ms, das Laufzeitverhalten eines Hochpasses 8. Ordnung bei solchen Frequenzen wäre daher hörbar.
Den Schutz des Wiedergabesystems vor tiefen Frequenzen sollte man aus meiner Sicht der Konstruktion eben dieses Systems überlassen. Prinzipiell "gefährdete" Baßreflexsysteme von technisch kompetenten hifi-Massenherstellern haben eine progressive Zentrierung, die dafür sorgt, daß der Übergang in den Überlastbereich schön gleitend erfolgt und der Tieftöner mechanisch nicht zerstört werden kann.
Tieftöner im geschlossenen Gehäuse schützen sich selbst vor zu großen Membranamplituden, da der Hub unterhalb der Resonanzfrequenz nicht weiter ansteigt. Geschlossene Tieftonsysteme ermöglichen im Raum übrigens eine sehr tiefe untere Grenzfrequenz aufgrund ihres günstigen Hochpaßverhaltens 2. Ordnung bzw. lassen sich auch gut auf den Aufstellort einmessen.
Gruß
Andreas
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Antwort#8
Hallo,
je nach Zielgruppe. Bei "normaler" U-Musik gehe ich davon aus, dass die meisten Käufer/Hörer "normale" Stereoanlagen haben, und da wird unterhalb von 50 Hz eh kaum etwas wieder gegeben. Und wenn, dann meist nur wummern. Ich gehe dort meist einen anderen Weg und suche mir den "Bumms" der BD z.B. im Bereich 80Hz und mache ihn mit dem Kick um 4kHz durchsetzungsfähiger. Den Bass bringe ich auch nicht unbedingt im Bereich
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Antwort#9
Den Bass bringe ich auch nicht unbedingt im Bereich
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Antwort#10
Hi Thomas,
mit Waves kenne ich mich nicht aus. Ich habe die Cubase-Standard-PlugIns und dann extern die Fx des 01V96 und ein PCM90.
Was genau macht eigentlich das MaxxBass-PlugIn? Wenn es nur ein EQ ist, dann wäre es vermutlich ja nicht von Waves, oder?
Viele Grüße
Wolfgang
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Antwort#11
Von Waves gibts doch auch normale EQs.
So wie ich den Maxxbass verstanden habe nimmt er unterhalt einer
einstellbaren Frequenz (z.B. 70Hz) die Bässe her und produziert
Obertöne im Bereich 100Hz-250Hz.
Durch Residuumhören wird wird so auch auf Plärrkisten der Eindruck
von mehr tieferen Bässen erzeugt.
Natürlich können wahre Tiefbässe nicht ersetzt werden wie ein
AB-Vergleich deutlich macht. Residuumhören ersetzt eben nicht die
tatsächlichen Frequenzen. Aber man kann eben etwas mehr Druck machen.
Anders und besser als gleich die 100-250Hz anzuheben.
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Antwort#12
Und wenn, dann meist nur wummern. Ich gehe dort meist einen anderen Weg und suche mir den "Bumms" der BD z.B. im Bereich 80Hz und mache ihn mit dem Kick um 4kHz durchsetzungsfähiger. Den Bass bringe ich auch nicht unbedingt im Bereich
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