Wenn wir mal keinen Markt mehr für Tonregieanlagen haben sollten, dann bauen wir Hörgeräte - da haben wir eine sichere Zukunft!
Bist Du dir dessen heute noch so sicher? Mag zwar sein, daß die "alte Generation" heute mehr Geld denn je zur Verfügung hat; aber ich denke, daß dies nicht für die große Mehrheit der Alten gilt. In Zeiten größerer Selbstbeteiligung oder gar Streichungen von Hilfsmitteln wird mancher eine Neuanschaffung solcher Hilfmittel (dazu gehören auch Brillen u.ä.) hinauszögern. Vielleicht gibt es bald auch Fielmann für Hörgeschädigte? Einziger Trost: Sollte mein Gehör so nachlassen, daß ich nicht mehr in diesem Metier arbeiten kann, dürften aus dem Verkaufserlös meiner Mikrofone einige erstklassige Hörgeräte finanzierbar sein. Wenn das nicht das ko-Argument gegen China-Mikrofone ist!
Gibt es bestimmt jetzt schon. Schau dir nur das breite Angebot mancher Kapselhersteller an, da ist sicher auch der passende Wandler für Hörgeräte dabei. Finden wir uns nur schon mit der Vorstellung ab, daß man künftig häufiger pfeifende und rückkoppelnde Hörgeräte trifft.
es gibt auch China-Hörgeräte - haha!! BTW: ich mache mindestens alle 2 Jahre ein Audiogramm beim HNO-Arzt. Hörverluste kommen schleichend und nicht von heute auf morgen.
Zahnersatz aus China, verarbeitet von deutschen Zahnärzten, gibt es schon länger. Wieso nicht auch Hörgeräte kopiert werden können sollten, wo aufwändige und komplizierte Industrieanlagen und Fertigungsmaschinen - von Mikrofonen einmal zu schweigen - kann ich nicht eisehen.
aber mal ernsthaft: Ich habe mal China-Hörgeräte gesehen. Die sind so konzipiert, dass sie im Blisterpack im Supermarktregal hängen. Simpler Verstärker mit Laut/Leise. 'Richtige' Hörgeräte haben eine Signalverarbeitung wie in einem Mastering-Prozessor - naja halt auf audiologische Bedürfnisse zugeschnitten. Dazu nimmt sich der Akustiker sehr viel Zeit, das Teil anzupassen (sollte er zumindest :)
Dieser Diskussionszweig hatte - so meine ich - nie den Anspruch einer ernsthaften Diskussion. Auch wenn der Ausgangspunkt - Streichung von (medizinischen) Hilfsmitteln - für die Betroffenen durchaus sehr ernsthaft ist. Beim Zahnersatz (Inlays, Kronen etc.) dürfte dies schon bei manchem der hier Schreibenden ein Thema sein. Vor ein paar Jahren hatte ich einen Schlüsselbeinbruch. Da bekommt man einen (!) Rucksackverband, mit dem der gebrochene Knochen in Form gehalten wird. Das Ding geht direkt unter den Achselhöhlen entlang, nach einer Woche ist der Geruch unerträglich, und wenn man diesen Verband wäscht, verkrumpelt er zur Unbrauchbarkeit. Einen neuen hat mir der Arzt mit Hinweis auf den Leistungskatalog der Krankenkassen nicht gegönnt. ich fürchte, es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Leistungskatalog der Krankenkassen nur noch wenig mehr als eín billiges Hörgerät vorsieht. Alles bessere wird bald aus der Tasche des Patienten zu zahlen sein.
...das ist der Grund, warum die Hörgerätehersteller besonders um Marktanteile im unteren Marktsegment kämpfen. Dort macht man die Gewinne und weniger bei den Hochpreis-Geräten. Bei den Low-Cost Geräten ist mittlerweile DSP auch schon Standard. In der Regel ist es so, dass dort auch der Chipsatz der High-End Geräte verbaut werden. Allerdings sorgt die Firmware für reduzierte Features. Aber solche Tendenzen sind in allen Bereichen der Elektronik zu beobachten. übrigens ist es fatal, dass die Kasse nur die Versorgung eines Ohrs bezahlt, dabei wissen wir alle, wie wichtig binaurales Hören ist. Besonders mit einem Hörschaden.