Hallo Hermann,
sicherlich werde ich mich dazu äußern, das Gerät korrigiert in gewisser Weise 'Gruppenlaufzeiten', der Begriff ist allerdings nicht korrekt gewählt, da sich Gruppenlaufzeiten mathematisch auf stationäre Signale (wenn ich micht recht erinnere) beziehen.
Das Gerät korrigiert in Wirklichkeit das transiente zeitliche Feinspektrum des Signals, auch im Bereich von Pikosekunden. Hervorgerufen durch minimale zeitliche Nichtlinearitäten in der transienten Anregungsphase des Systems.
Im stationären Fall sind, was auch von anderer Seite (Literatur, sorry ich erinnere micht nicht mehr wo) durch Untersuchungen bewiesen wurde, entsprechend resultierende Phasenverschiebungen nicht hörbar, auch in wesentlich größeren Zeitbereichen.
Die bereits erwähnte transiente Anregungsphase, die sich in den meisten Fällen im Bereich von (Nanosekunden bis Mikrosekunden) abspielen dürfte = Durchlaufzeit des Signals durch die elektrischen Verbindungen/Geräte des Systems
muß noch weiter zerlegt werden: Dort muß der informationstragende Teil des Signals betrachtet werden, dieser Teil ist der zeitliche 'Beginn' neuer Information, d.h. dieser Teil wird durch eine 'Änderung' eines beliebigen Teils des Spektrums eingeleitet. Information ist meiner Meinung nach immer eine Änderung eines beliebigen (Frequenzanteils) bezogen auf die Amplitude.
Bei extrem komplexen musikalischen Signalen sind diese "Informationen" exakt zeitlich festgelegt, bei der Aufnahme eines solchen Signals kommen die ersten Verfälschungen ins Spiel. Die Aufnahmeelektronik verändert diese informationstragenden Anteile im Signal, hervorgerufen durch entsprechende zeitliche Nichtlinearitäten in der Elektronik. Verzögerungen in Teilen des Spektrums drücken der Aufnahme ihre eigene Klangcharakteristik auf, hörbar sind erste Verfälschungen im wiedergegeben Signal. Es finden erste zeitliche Komprimierungen statt, einzelne Spektrale Anteile laufen schneller / oder langsamer durch das System. In den meisten Fällen laufen die tiefen Frequenzanteile langsamer durch das System, bei gleichbleibender Beaufschlagung des Systems kommt es zu einer Kompression = zeitliches Zusammenrücken der niedrigen informationstragenden Frequenzanteile. Dies führt bildlich gesehen zu einem 'Stau' der durch das System laufenden niedrigfrequenten Logonen. Logonen sind die gemäß Dennis Gabor postulierten kleinsten, nicht mehr weiter teilbaren Informationsbestandteile (time-frequency logons). Aus diesem Grunde habe ich mein Gerät GaborLink genannt.
Der GaborLink selbst verzögert die mittleren und hohen Frequenzanteile, herbeigeführt durch Ausnutzung des 'Skin-Effektes' und entsprechender Wahl der Außengeometrie des Leiters, diese Leitergeometrie ist in der Lage, Frequenzen im NF-Bereich definiert zu verzögern und mittlere / hohe Anteile mit einer gewünschten Verzögerung im Picosekundenbereich zu beaufschlagen.
Durch das definierte Verzögern der mittleren und hohen Spektralanteile werden die Gabor'schen Logonen entsprechend modifiziert (in Bezug auf die zeitlichen Abstände) in das System geleitet, das zeitliche Zusammenlaufen der niedrigfrequenten Logonen kann somit kompensiert werden, das Spektrum erscheint zumindest näherungsweise unbeeinflußt am Schallwandler.
Grüße
Ralf Heinrich
http://www.akustiklabor.de