China-Mikrofone - mal ein paar Punkte zum nachdenken...

Erstellt 98 Antworten99 Beiträge
Antwort#21
Zum Thema "Generationswechsel":
Firmen die wirklich verantwortungsbewußt planen, berücksichtigen dieses Problem auch bei ihrer Personalplanung. D.h. sie stellen nicht erst dann einen neuen Entwickler ein wenn der alte schon in Rente gegangen ist, sondern ein paar Jahre vorher, damit der Nachfolger sich gründlich einarbeiten und das Know-How vom Vorgänger übernehmen kann.

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#22
Das gilt in kleineren Unternehmen wo die Chefs noch selber Ahnung haben.
Manager in Vorstandsetagen und ihre Weisungen sind dagegen oft weltfremd.
Ach, das Projekt braucht 5000 Manntage? Dann nehmen wir doch 5000 Mann und machen das an einem Tag...
ZitierenPost melden
Antwort#23
Hallo,
da hast Du recht, und das kann man bei manchen Firmen auch beobachten. Ich glaube, die DPA's sind da recht "modern" im Fertigungsprozess, auch wenn ich weiss, dass da mannigfaltige Neuentwicklungen existieren, die einfach nicht auf den Markt gebracht werden.
Schoeps und vor allem Neumann jedoch basieren auf Kapselentwuerfen, die sich in den letzten 30 / 40 Jahren nicht wesentlich geaendert haben. Der Impedanzwandler hat sich zwar "der Zeit angepasst", die eigentliche Kapsel aber dachte ich nicht.
Ich wollte damit nur sagen, dass alt nicht gleich minderwertig bedeuten muss (manchmal sogar andersherum, man betrachte den Heim-/HiFi-markt!).
Gr.
Dirk
ZitierenPost melden
Antwort#24
Hallo DeJong,
ist es aber nicht so, dass immer das komplette Signal durch den Filter geschickt wird im Mikrofon? Wie Du ja richtig sagst, ist es dem Druckempfaenger ja eigentlich wurscht woher der Schall kommt, solange der Drum sich aendert.
Gerade weil der von hinten einfallende Schall konstant veraendert wird durch die Schattenwirkung des Mikrofonkoerpers anedert sich der hierauf bezuegliche Frequenzgang beim Veraendern des Hoehenfilters im Mikrofon. Demnach ist nicht nur der 0-Grad Frequenzgang des Mikros beeinflusst, sondern der komplette (jeder Richtung).
Gr.
Dirk
ZitierenPost melden
Antwort#25
Hallo DirkF,
ist es aber nicht so, dass immer das komplette Signal durch den Filter
geschickt wird im Mikrofon? Wie Du ja richtig sagst, ist es dem
Druckempfaenger ja eigentlich egal, woher der Schall kommt.
Genau so sehe ich das. Es ist auch egal, ob ein akustisches Filter oder ein elektrisches Filter benutzt wird.
ZitierenPost melden
Antwort#26
BEGIN ZITAT {
Zum Thema "Generationswechsel":
Firmen die wirklich verantwortungsbewußt planen, berücksichtigen dieses Problem auch bei ihrer Personalplanung. D.h. sie stellen nicht erst dann einen neuen Entwickler ein wenn der alte schon in Rente gegangen ist, sondern ein paar Jahre vorher, damit der Nachfolger sich gründlich einarbeiten und das Know-How vom Vorgänger übernehmen kann.
} END ZITAT;
===> Den guten Willen könnte man so oder so ähnlich beschreiben. Leider klaffen Theorie und Praxis oft gerade in diesem Punkten auseinander. Zumindest in der Branche, wo ich arbeite.
ZitierenPost melden
Antwort#27
BEGIN ZITAT {
Zum Thema "Generationswechsel":
Firmen die wirklich verantwortungsbewußt planen, berücksichtigen dieses Problem auch bei ihrer Personalplanung. D.h. sie stellen nicht erst dann einen neuen Entwickler ein wenn der alte schon in Rente gegangen ist, sondern ein paar Jahre vorher, damit der Nachfolger sich gründlich einarbeiten und das Know-How vom Vorgänger übernehmen kann.
} END ZITAT;
Erdie kann ich zustimmen.
Wenn ein Fachmann in Rente geht, dann wird aus Kostengründen frühestens einen Moant vorher jemand zur Einarbeitung besorgt - wenn überhaupt.
Aber dann wird der alte Fachmann krank.
Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht.
ZitierenPost melden
Antwort#28
Hallo Dirk,

was will man auch da groß ändern? Die Physik bleibt nach wie vor gleich. Das einzige was verbessert wurde, sind die Membranen. Nahm man früher Nickelmembranen, so nimmt man heute Kunststoff.
Eine wesentliche Neuerung war z.B. bei Neuman der Kapselaufbau des U89. Hier ist von der mittengeschraubten Konstruktion abgegangen worden. Auch das Problem des Eindringens von Feuchte ist bei dieser Konstruktion verbessert worden.
Grundsätzliches aber läßt sich nicht ändern.

MfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#29
Hallo Rainer,
ich habe doch keine Kritik geaeussert? Gerade die Neumann Kleinmembran-Kapseln sind wirklich fantastische Entwuerfe, und mit angepassten Impedanzwandlern ist das noch besser zu merken (vor allem KK83).
Es gibt auf dem Gebiet der "Flexibilitaet" aber doch schon einiges, was sehr brauchbar waere, den Markt aber nie erreicht. Ich denke da an verschiedene Grids (Helmholtz) fuer Mikrofone, Aufsetzstuecke, unterschiedliche Impedanzwandler (mit/ohne trafo) usw.
Gr.
Dirk
ZitierenPost melden
Antwort#30
"Firmen die wirklich verantwortungsbewußt planen, berücksichtigen dieses Problem auch bei ihrer Personalplanung. D.h. sie stellen nicht erst dann einen neuen Entwickler ein wenn der alte schon in Rente gegangen ist, sondern ein paar Jahre vorher"
Das kann ich defintiv NICHT bestätigen! Auch Grossfirmen, die auf das Knowhow angewiesen sind, haben einen harten Stellenschlüssel und stellen Entwickler DANN ein, wenn einer geht. Überlappung kann sich kaum einer leisten. Ich selber habe gerade ein Angebot aus der Industrie zu exakt einem bestimmten Termin einzusteigen, weil der Übergangsmann genau dann aussteigt. Mein Vorschlag, doch einen Monat früher anzufangen, wurde abgelehnt, weil die Personalabteilung da nicht mitspielt.
Ich bleibe dabei: Die Kostenoptimierer in den Personalabteilungen bestimmen die Qualität der Produkte. So mancher Entwicklungsleiter tut mir fast schon leid. Im konkreten Fall hat der sich ebenfalls bei mir ausgeheult, daß er nicht so agieren kann, wie er gern würde. Rabiat wird es, wenn einem die Gehaltserhöhungen gestrichen werden und dann gleich 2 Dipl.Ing. abspringen. Dann tauchen auf der Webseite gleich 2 neue Stellen zum 1.4. auf. Man riskiert also lieber etwas Knowhowverlust und Bedarf zum Wiedereinarbeiten eines Neuen- Hauptsache, man hat sich ein bissl was gespart.
So ist das heute ...
ZitierenPost melden
Antwort#31
Du gibst genau den Zustand wieder, wie es halt leider so läuft. Hauptsache es wird gespart. Danke.
Juri
ZitierenPost melden
Antwort#32
"Da hat sich einer sehr vorsichtig und zurückhaltend geäußert."
Ich kann diese Ablehnung nicht verstehen. Die, welche die Mikros getestet haben, sind sehr zufreiden. Kann sein, daß ich ein paar Diagramme vertauscht habe, aber ich habe kaum Zeit.

"Wieso hört man nichts mehr von TomTom? "
Weil TomTom auf der Messe ist und auch sonst viel zu tun hat...
ZitierenPost melden
Antwort#33
Wie steht es mit den Exemplarstreuungen hinsichtlich: Frequenzgang
Übertragungsfaktor, Rauschen, Richtcharakteristik etc.?
Unsere einheimischen Mikrofonhersteller garantieren da sehr enge Toleranzen
Wie sieht es mit dem Service aus wenn mal ein Defekt auftritt ?
Wie sieht es mit dem Langzeitservice aus?
... wenn ich bei Neumann, Schoeps, Sennheiser, Gefell und wie sie alle heißen ein mehrfaches bezahle
Die goldene Serie hat ganz hervorragende Toleranzen, da sie nur selektriert ausgeliefert werden, was bei Stereopaaren immens wichtig ist. Bei Mono halte ich das nicht für so bedeutsam. Ich habe im Übrigen noch nie eine Toleranzangabe bei Mikroherstellern gesehen.
Genauso, wenn ich ein Mikro vom Thomann oder dem Händler vorort kaufe: Dort gibt es auch keine Reparatur. Das Mikro muss schon eingeschickt werden. Das muss ich bei Neumamn ja auch.
Das wird gerade geklärt.
... dann erhalten Sie bei genau einer der obigen Firma exakt dieselben Kapseln wie in den SS-gold. Das ist in etwa so, wie sie bei ALDI exakt denselben Joghurt bekommen, der im Laden "Schwälbchen" heisst und 30% mehr kostet.
Im Übrigen darf man China nicht mit Billig gleichsetzen. Gerade die besseren Mikros sind nicht nur um Klassen besser als die einfachen Typen von AKG, sie kosten ja auch mehr!
ZitierenPost melden
Antwort#34
"Die goldene Serie hat ganz hervorragende Toleranzen, da sie nur selektriert ausgeliefert werden, was bei Stereopaaren immens wichtig ist."
Ich kann ein Schoeps aus 1985 und ein Schoeps aus 2005 vergleichen und werde keine nennenswerten Unterschiede feststellen können (wenn die Micros ordentlich behandelt worden sind, selbstverständlich). Bei Qualitätsherstellern brauch ich nicht zu selektieren...
"Ich habe im Übrigen noch nie eine Toleranzangabe bei Mikroherstellern gesehen."
Bei DPA (ehemals Brüel und Kjaer) gibt's dieses. Da wird der Durchschnittswert und die maximale Abweichung nach oben und nach unten davon angegeben.
"Wie sieht es mit dem Service aus wenn mal ein Defekt auftritt ?
Genauso, wenn ich ein Mikro vom Thomann oder dem Händler vorort kaufe: Dort gibt es auch keine Reparatur. Das Mikro muss schon eingeschickt werden. Das muss ich bei Neumamn ja auch."
Ja aber wie sieht es mit den Wartezeiten aus? Beispiel DPA: in spätestens 5 Werktagen habe ich mein Mikrofon wieder retour.
"... wenn ich bei Neumann, Schoeps, Sennheiser, Gefell und wie sie alle heißen ein mehrfaches bezahle
... dann erhalten Sie bei genau einer der obigen Firma exakt dieselben Kapseln wie in den SS-gold."
Natürlich....denn Neumann, Schoeps, DPA, AKG etc. kaufen die Kapseln auch in China bei Ihrerm Hersteller...
Bei so viel Marketing-Lüge geht einem doch das Messer in der Tasche auf...
"Gerade die besseren Mikros sind nicht nur um Klassen besser als die einfachen Typen von AKG, sie kosten ja auch mehr!"
Dann bitte auch mit ebendiesen Mikros vergleichen und nicht Äpfel mit Birnen...
ZitierenPost melden
Antwort#35
Die goldene Serie hat ganz hervorragende Toleranzen, da sie nur
selektriert ausgeliefert werden, was bei Stereopaaren immens wichtig ist.
Bei Mono halte ich das nicht für so bedeutsam.
Ich habe im Übrigen noch nie eine Toleranzangabe bei Mikroherstellern gesehen.
Das Mikro muss schon eingeschickt werden. Das muss ich bei Neumamn ja auch.
dann erhalten Sie bei genau einer der obigen Firma exakt dieselben Kapseln wie in den SS-gold
Im Übrigen darf man China nicht mit Billig gleichsetzen.
Es gibt auch Situationen, in denen ich zwei Paare einsetzen muß, wobei dann
alle vier Mikrofone sehr ähnlich sein sollten. Zwischen meinen SCHOEPS CMC54-
Pärchen höre ich keine Unterschiede
Zwei gleiche Instrumente klingen auf der Aufnahme unterschiedlich, weil zwei
Monomikrofone eingesetzt werden. Dies ist ein Feature, daß eine Aufnahme z.B.
mit zwei Flügeln "durchhörbarer machen kann.
Ich gebe zu, bei allen Herstellern ist es aus der Mode gekommen, ein Toleranz-
feld anzugeben.
In dringenden Fällen könnte ich persönlich zu SCHOEPS fahren und kann am nächsten
Tag weiter arbeiten - sei es mit einem gewarteten Mikrofon oder einen Leihgerät.
Nach China werde ich wohl kaum reisen können.
Jetzt bin ich aber neugierig!
1. Welche Firma?
2. Bekommt diese Firma die ausselektíerten Kapseln, die den Ansprüchen an die
Gold-Serie und der billigeren Serien nicht genügen - oder ist es umgekehrt? >:->
Was ich persönlich gerne vermeide. Allerdings habe ich z.B. noch nie ein Klavier oder
einen Flügel aus China gefunden, der nicht billig im Sinne von schlecht ist.
Yung Chang ist ein hervorragendes Beispiel: Nicht intoniert, die Mechanikböden bestehen
aus ungehobelten (!) Latten, wie sie im Baumarkt verkauft werden. Man kann einen
Klavierbauer beauftragen, das Instrument zu bearbeiten und zu verbessern, aber letztlich
wird es immer ein billiger Yung Chang bleiben.
Die Erfahrung mit China-Produkten führt zur Bildung des (Vor)Urteils
China = billig = schlecht.
ZitierenPost melden
Antwort#36
dann erhalten Sie bei genau einer der obigen Firma exakt dieselben Kapseln wie in den SS-gold
Es scheint eine beliebte Argumentation mancher chinesischen Hersteller zu sein, daß sie
für namhafte europäische Hersteller produzieren. TomTom steht damit nicht allein.
Auch 797 Audio führt solche Argumente ins Feld und hatte früher einige Mikrofone aus
der Internetseite, die bekannten europäischen Produkten mehr als nur ähnelten.
Kopieren und dann zu erzählen, man baue die Kopien auch für die Originale, ist schon ein
dreistes Marketing.
ZitierenPost melden
Antwort#37
Ich glaube, da haben wir wieder mal ein startup, das hemmungslos abkupfert. Sicher wurden einfach ein paar Spitzenkapseln eingekauft und nachgebaut. Ich habe nun keine Vorstellung davon, wie einfach dies sein mag- da im Mikrofonbereich aber Handarbeit grossgeschreiben wird, mag es schon sein, daß die dann bei gleicher Qualität billiger sind.
Da fällt mir ein: Lässt AKG nicht demnächst in Ungarn fertigen? Was wäre denn, wenn die ungarischen Mikrofonbastler nach ihrer Einarbeitung eine eigene Fertigung aufmachen?
ZitierenPost melden
Antwort#38
"">... wenn ich bei Neumann, Schoeps, Sennheiser, Gefell und wie sie alle heißen ein mehrfaches bezahle
... dann erhalten Sie bei genau einer der obigen Firma exakt dieselben Kapseln wie in den SS-gold. Das ist in etwa so, wie sie bei ALDI exakt denselben Joghurt bekommen, der im Laden "Schwälbchen" heisst und 30% mehr kostet.""

Soll ich zum Spaß mal Herrn Peus oder Herrn Wuttke fragen? - Habe ich keine Hemmungen, denn wir kennen uns gut!
Eher konvertiert der (zukünftige) Papst zum evangelischen Glauben, als daß Neumann in China ihre Kapseln bauen läßt.
Also bitte: DAS glaube ich keinem!
MfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#39
studio96 schrieb: "Was wäre denn, wenn die ungarischen Mikrofonbastler nach ihrer Einarbeitung eine eigene Fertigung aufmachen?"
Genau das passiert im Maschinenbau schon (siehe Spiegel-Artikel unten): Der deutsche Mittelstand kommt nicht um China herum, der Markt ist einfach zu groß und hat ein enormes Potential. Die Chinesischen Partner, mit denen man notgedrungen arbeiten muß, kopieren dann nach einiger Zeit, seilen sich ab und vertreiben die Maschinen als "Made in Germany", manchmal noch mit dem deutschen Firmenlogo. Anders als bei klassischen Rolex-Kopien ist auch die Qualität identisch mit dem Original, wodurch es für die Beklauten extrem bedrohlich wird.
Sehr düstere Aussichten, zum Glück müssen die deutschen Firmen der Audiobranche nicht unbedingt in China fertigen, Anzahl und Größe der Produkte sind ja vergleichsweise klein, Exporte kein Problem. Hoffen wir, daß sie dem Preisdruck widerstehen!


Spiegel-Artikel (kopiert)
ZitierenPost melden
Antwort#40
Ich glaube, da haben wir wieder mal ein startup, das hemmungslos abkupfert.
Ist jetzt TomTom oder Supersone gemeint?
Ich fürchte, TomTom bewegt sich auf gefährlichem Boden
und dürfte ein guter Kandidat für Abmahnungen sein.
Allein seine Internetseite bietet einen guten Anlaß.
Andererseits wird es Neumann, Schoeps, etc wenig
aufregen, daß ihre Kapseln aus China kommen sollen.
Da keine Domainregistrierung bei Denic vorliegen kann,
hat der abmahnende Anwalt richtig Arbeit, die Adresse
von Herrn Ritter ausfindig zu machen und den Eintrag
im Handelsregister sowie Ust-ID zu überprüfen ...
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.