ich habe mal eine frage wegen meinem mischpult zwecks phantomspeisung

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Antwort#21
Mischpulte mit nur globaler +48V-Schaltung
...
oder gar das Netzteil eines Röhrenmikros
HOPPLA!
Wenn der Entwickler eines solchen Netzteiles nicht einmal diesen "selbstverständlichen Problemfall" berücksichtigt hat, ist die Frage erlaubt, welche weiteren möglichen Probleme nicht abgefangen werden können.
Ein Röhrenmikrofonnetzteil, das nicht mit eingeschalteter Phantomspeisung betrieben werden darf, gehört in die Tonne.
Ansonsten sei angemerkt, daß die meisten Röhrenmikrofone einen Übertrager haben, dessen Ausgang frei von jeglichen Spannungspotentialen ist. Denj Übertrager interessiert die angelegte Phantomspannung in keiner Weise.
Einzige Firma, die das mit Penetranz anders gemacht hat, ist AKG. Dort wird das Signal unsymmetrisch zum Netzteil übertragen; der Ausgangsübertrager ist hier im Netzteil unter gebracht.
Aktuell ist mir nur Neumann M 1xx tube bekannt, das übertragerlos arbeitet. Neumann gibt in den Spezifikationen an, daß eingeschaltete Phantomspeisung keinerlei Probleme verursacht - was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.
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Antwort#22
""Mischpulte mit nur globaler +48V-Schaltung sind in vielen (Live-)Situationen unbrauchbar und somit unprofessionell""

Da muß ich Dir mal gehörig widersprechen. Da ich aus der Projektierung/Entwicklung großer Studioanlagen des Rundfunks komme (Fa. Lawo, Rastatt), müßten ja Deiner Theorie nach deren Produkte alle "unbrauchbar" und "unprofessionell" sein, weil dort die P-Spannung ständig aufliegt. Das sind sie aber nicht! Wer einen Baßamp oder ein Keyboardmixer - womöglich noch mit unsymmetrischem Ausgang - an einen Mikrofoneingang anschließt, ist ein Stümper. ER handelt UNPROFESSIONELL und ist für den Beruf in der Tontechnik UNBRAUCHBAR!
In der Röhrentechnik gibt es einen Spruch, der eine solche Situation treffend beschreibt:
"Wer positive Spannung an ein Steuergitter legt, macht auch kleine Kinder tot!"

Mir läuft es immer kalt dem Rücken herunter, wenn ich etwas unsymmetrisches nur schon in die Hände nehme. Wenn es schon nicht anders geht, daß man ein o.g. Gerät an einen Mikrofoneingang anschließen muß, dann nehme ich einen Abschwächer dazwischen mit einer Dämpfung von mindestens 40 dB und setze vor den Abschwächer in jedem Fall einen Symmetrierübertrager. Alles andere ist Amateurgemurkse.
Und wer wie AKG einen Eingangsübertrager direkt in einen Netzteilkasten setzt, tritt die physikalischen Gesetze mit Füßen.

MfG
Rainer
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Antwort#23
Hallo Alex,
Deine Argumente kann man nicht ohne Widerspruch hinnehmen.
Du schreibst:
"lol, die elektret mikrophone gehen manchmal besser als manch andere."
Kannst Du das mal ausführlicher begründen? und was meinst Du mit "gehen"?
"ich könnte es ja auch umbauen so dass ich sie mit 48v phantomspeisung betreiben kann."
laß es besser sein, wenn Du Dich mit den Dingen nicht fundiert auskennst! Soooo einfach ist es auch wieder nicht!
""dynamische mikrophone taugen eh nix, die eignen sich eh nur für liveauftritte aber nicht für studio aufnahmen. ""
Das ist mit Verlaub gesagt nicht nur physikalischer Unfug, sondern auch ein unqualifizierte Äußerung, die nur von jemanden stammt, der keine Erfahrung hat mit der gezielten Anwendung von Mikrofonen. Es kommt immer darauf an, um welches dyn. Mikrofon es sich handelt und für welchen Zwecke es gedacht ist.
Die MD 441 von Sennheiser sind doch nun wirklich gute dynamische Mikrofone und wenn Du Dich mal umsiehst, werden die auch bei Studioproduktionen eingesetzt.
Ausgesprochen "schlechte" Mikrofone gibt es im professionellen Bereich nicht, sondern es gibt nur Mikrofone die für bestimmte Zwecke geeignet oder weniger geeignet sind. Dynamische Mikrofone pauschal als "taugen nichts" hinzustellen, zeugt nicht gerade von fachmännischen Kenntnissen.
""mir ging es nur darum ob man phantomgespeiste mikros mit dynamischen anschließen kann, diese frage habt ihr mir ja jetzt beantwortet.""
Das geht immer, wenn man vorher die technischen Voraussetzungen genau prüft. Das setzt allerdings ein gewisses physikalisches und technisches Grundlagenwissen voraus. Ich stelle immer wieder fest, daß gerade bei dem Thema "Phantomspeisung" bei vielen Anwendern es immer noch eine ganze Menge Unklarheiten gibt, obwohl schon oftmals darüber ellenlange Threads geführt wurden. Und auch manche Mischpulthersteller scheinen nicht so recht zu wissen, wie eine korrekte und vorschriftsmäßige Phantomspeisung aufgebaut wird.
Ich jedenfalls, habe noch niemals Probleme gehabt mit Phantomspeisung.

Lies mal in Jörg Wuttkes Mikrofonaufsätzen den Aufsatz durch über die Phantomspeisung.

MfG
Rainer
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Antwort#24
"Die MD 441 von Sennheiser sind doch nun wirklich gute dynamische Mikrofone "
Gilt das auch für die alten 421 ?
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Antwort#25
Schlecht ist das MD 421 bestimmt nicht, aber für Musikaufnahmen ungeeignet, zumindest wo es auf Baß ankommt. Es hat einen relativ starken Baßabfall.

MfG
Rainer
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Antwort#26
Rainer,
man merkt deutlich das Deine Praxis nicht die Praxis der Beschallungsinnung
widerspiegelt. Deine Erfahrungen in Ehren, aber Dein Statement contra kanalgetrennter Phantom-Schalter ist vollkommen abstrus und praxisfremd,
wenn das bei LAWO anders gemacht wird hat das sicher seinen Grund, aber solche Installationen müssen offenbar auch nicht allen Anwendungen entsprechen, sondern nur denen einer perfekten Studio-Umgebung, wo es vor Übertagern und "Hivis", die dann solche zu verkabeln haben nur so wimmelt.
In der Beschallung geht es (leider) zumeist immer um Tempo, nicht um Grundlagenforschung! Wenn sich der trafolose, symetrische Submixerausgang (das ist die Regel zu 90%!) via XLR direkt ans Pult klemmen lässt, ohne störanfällige DI-Boxen (oder "Symetrieeinheiten", wie Du sie nennst), dann ist das ein Vorteil, den ich mir nicht durch schlecht/billig designte Pulte mit nur globaler 48V-Schaltung nehmen lassen will.
In einer perfekten Welt wäre das anders,
aber schon allein "Trafosymetrie" am Pultausgang ist bei fast allen Beschallern ein Fremdwort - leider! Da kannst Du widersprechen was das Zeug hält: ALLE wirklich professionellen Live-Konsolen haben seperate Schalter - und das ist gut so!
MfG,
Christopher
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Antwort#27
""Schlecht ist das MD 421 bestimmt nicht, aber für Musikaufnahmen ungeeignet, zumindest wo es auf Baß ankommt. Es hat einen relativ starken Baßabfall.""
Dennoch ist das MD421 ein immer noch sehr beliebtes Mikro gerade für Bassbetonte Signale: Bassdrum, Bassamp, Toms - live wie im Studio. Das mit dem Bassabfall
ist mir zudem ziemlich neu - wo setzt der denn wie ein - oder hast Du den Frequenzverlauf bei aktiviertem S-(Sprach)Filter gemeint?
Auch hier zeugt sich ansonsten : Theorie und Praxis gehen oft getrennte Wege.
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Antwort#28
Wenn man das MD 421 in einer BD einsetzt, dann wird es im Nahfeld betrieben und der Nachbesprechungseffekt tritt auf - das geht ohne weiters. Aber bei normalem Betrieb ist das Mikrofon ziemlich baßschwach, auch in Stellung "M". Das zeigt sich auch an der Frequenzkurve.

MfG
Rainer
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Antwort#29
Hallo Christopher,
""aber schon allein "Trafosymetrie" am Pultausgang ist bei fast allen Beschallern ein Fremdwort - leider! Da kannst Du widersprechen was das Zeug hält: ALLE wirklich professionellen Live-Konsolen haben seperate Schalter - und das ist gut so!""
Wenn ich mir die Beschallungsbranche so ansehe - oder besser gesagt "anhöre" - dann geht mir manchmal der Hut hoch, wie da gepfuscht und geschludert wird. Und wenn ich manches Gelumpe sehe, was da an Kabel und Käbelchen und Adaptern und Adäpterchen im Spiel ist wundert es mich nicht, wenn das Hörergebnis entsprechend schlecht ist. In 90% aller Fälle wo ich von einer Beschallungsanlage betönt wurde (als Zuhörer) habe ich so ziemlich alles gehört was man unter dem Terminus "Störgeräusche" einordnet. Vom Netzbrumm angefangen, Brasseln von Phasenanschnittsteuerungen von Lichtsteueranlagen, Knacken, bis hin zum ungewollten Rundfunkempfang.
Bei Rundfunkübertragungen habe ich derartiges äußerst selten vernommen - egal ob vom Ü-Wagen aus, oder vom stationären Studio aus.
Das bräuchte nicht zu sein, wenn die Beschaller, einschließlich Hersteller von Beschallungsequipment mal sich an physikalischen Sachverhalten orientieren würden, anstatt nur am Preis!

""...wo es vor Übertagern und "Hivis", die dann solche zu verkabeln haben nur so wimmelt.""
Wenn man Anlagen zu bedienen hat - einschließlich deren Verkabelung - braucht man schon etwas qualifiziertere Leute als "Hivis"!
Und von wegen "müssen nicht allen Anforderungen entsprechen..." Da scheinst Du aber den Runfunk und Fernsehen schlecht zu kennen. Oder wer testet denn schon seine Beschallungsanlage im Nahfeld eines 500kW-Mittelwellensender? Den Ü-Wagen den wir für den SDR gebaut haben wurde in solcher Umgebung auf HF-Einstrahlfestigkeit getestet - und bestand diesen Test. Aber das ist nur 1 Beispiel. Die Anforderungen sind gewiß noch weitreichender.
Ich betone es nochmals: Ich habe selten mal eine Beschallungsanlage gehört (wenn man von fest installierten mal absieht, die wirklich professionell ausgeführt sind [z.B. in Theatern]), die frei war von Störgeräuschen!
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Antwort#30
Lieber Rainer...
Deine Kritik in allen Ehren, so berechtigt sie auch sein mag. Nur greift sie in einigen Punkten etwas daneben.
Dass Brumm- und Störgeräusche auftreten, dass die rauhe Praxis leider nicht immer Idealbedingungen liefert usw., ist wahr.
Aber das ist nicht Schuld der Hersteller von Livekonsolen, noch der Beschaller.
Zumindest, solange wir nicht über das Schülerbandkonzert im örtlichen Jugendclub reden.
Das geht los bei der angetroffenen Stromversorgung und damit, dass auch etliches an "schwerem Gerät" (elektrisch gesehen - angefangen von Bierkühlungen, Traversenmotoren, Hydraulikpumpen etc.) mitversorgt werden will. Und das lässt sich aus Lastgründen nicht immer ganz sauber trennen von Ton und Licht.
Zudem kommen (im Gegensatz zum Rundfunk) die Dienstleistungen Ton, Licht etc. fast nie aus einer Hand, sondern von verschiedenen Anbietern. Zudem noch in täglich wechselnder Umgebung und Infrastruktur, wo ARD und Co. fast alles Relevante selbst mitbringen und durch ihre strengen Hausnormen natürlich die Interoperabilität eher sicherstellen können als in einer heterogenen Umgebung.
Weiter geht es damit, dass der "kritische" Bereich (Mischpult etc.) nicht schön weit weg draussen vor der Tür im Ü-Wagen stehen darf, in sich fertig verkabelt und gegen alle Einflüsse abgeschirmt, sondern gezwungenermassen "mitten im Geschehen" - wie will man sonst beurteilen, was man mischt? Einhergehend mit täglichem Auf- und Abbau (nicht ein "Studio auf Rädern"). Es sind schon recht rauhe Anforderungen - die der Rundfunk auch hat, aber eben ganz anders gelagert.
Den Tontechnikern vor Ort, die bei rund 15 Stunden Arbeit täglich (über Wochen mit einer Handvoll freier Tage zwischendurch), wenig Schlaf im Nightliner etc. jeden Abend in einer fremden Halle eine Show stemmen, Stümperei zu unterstellen, geht mir einfach etwas zu weit.
Gerade du, der immer so sehr auf "Praxisnähe" plädiert, sollte wirklich mal einen ganzen Tag auf so einer "Rock'n'Roll-Baustelle" arbeiten bzw. den Leuten zumindest mal von morgens 6 Uhr bis nachts um 3 (typischer Tour-Arbeitstag) über die Schulter schauen, bevor du allzu harte Kritik fällst. Manch einem (auch erfahrenen "Rundfunkern" oder Studio-Tonmeistern) ist gar nicht so recht klar, was da alles dranhängt.
Und zum Thema Preissparen: Das geht nicht auf die Kappe der Beschallungsfirmen, sondern an deren Auftraggeber. Sprich die Plattenfirmen, die zwar Millionen für Marketing raushauen, aber im Tourbetrieb auf die Mark schauen, so dass dann der gesamte Aufbau von "Local Crews" bestritten wird (unter der Regie der ein, zwei festen Tonleute der Tour), die von sagen wir mal wechselnder Qualität sind.
Dagegen ist auch der von dir gern zitierte "rauhe Alltag des Rundfunks" ein wahrhaft paradiesischer Sonntagsspaziergang (glaube mir, ich kenne beides)...
Jens
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Antwort#31
Hallo Rainer,
Dein Rückzugsgefecht finde ich schon sehr amüsant ;-)
Wobei wir uns in einem einig sind: Die Zustände der Beschallungsinnung
sind nicht selten katastrophal - und ich muß es wissen.
Wenn ich mir allerdings anhöre was der Rundfunk mit seinen LAWO-Pulten auf höchstem technischen Niveau (egal ob mit Phantom auf allen Kanälem oder nicht...) zu veranstaltet: Au weia! Wozu zahl ich eigendlich Radio-Gebühren?
MfG,
Christopher
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Antwort#32
Aber auf Distanz verhält sich ein MD441 doch nicht grundlegend anders, oder?
Abgesehen davon würde ich beide Mikros nur als Stützen verwenden, denn die Empfindlichkeit fast aller "Dynamischen" ist doch eher nicht optimal.
MfG,
Christopher
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Antwort#33
Soweit ich im Kopf habe, ist der Frequenzgang des 441 im Baßbereich weniger abfallend als beim 421.

MfG
Rainer
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Antwort#34
Wo habe ich Rückzugsgefecht gefochten?
Es ist mir einfach mit menschlichen Maßstäben nicht nachvollziehbar, wenn die Beschallungsbranche um die Probleme wie sie .Jens beschreibt weiß und nichts gegen die Verbesserung tut.
Wenn doch bekannt ist, daß es nicht immer vermeidbar ist, Ton und Licht auf verschiedene Phasen des Netzes zu legen, dann sollte man als Hersteller von Beschallungspulten doch an Netzfiltermaßnahmen nicht sparen. Ebenso bei der HF-Sicherheit der Mikrofoneingänge. Wenn im stationären Studio "geordnete" Verhältnisse herrschen, dann müßte die Beschallungsbranche doch eigentlich noch anspruchsvoller und konsequenter sein was das Problem "Störungen" betrifft. Genau das Gegenteil aber ist der Fall.
Und letzlich die Vermeidung von Brummschleifen: Auch hier scheint die ganze Branche einfach nichts aus der Vergangenheit gerlernt zu haben. Ich habe noch niemals Problem mit Brumm gehabt, selbst zu der Zeit, als ich noch unsymmetrische Technik hatte.
Wer abschaltbare Phantomspeisungen braucht, egal ob global oder lokal, arbeitet unkorrekt. Die ganzen Probleme die es mit Phantomspeisungen gibt, sind hausgemacht und keine Grundsatzprobleme.
Ich kann ebenso nicht verstehen, daß es überhaupt einem Konstrukteur einfällt, unsymmetrische Tonverbindungen zu bauen. Kein Mensch käme auf die Idee, vom Stromversorgungsnetz einen Pol zu erden und den anderen Pol als einadrige Leitung durch die Landschaft/Haus oder sonstwo zu führen.
Ein Kabelschirm soll als "SCHIRM" dienen und nicht als Signalrückleitung.
Selbst die von mir oftmals so belächelte Hifi-Technik hat inzwischen begriffen, daß symmetrische Technik besser ist.

""Wenn ich mir allerdings anhöre was der Rundfunk mit seinen LAWO-Pulten auf höchstem technischen Niveau (egal ob mit Phantom auf allen Kanälem oder nicht...) zu veranstaltet: Au weia! Wozu zahl ich eigendlich Radio-Gebühren?""
Was willst Du damit sagen? oder willst Du nur provozieren? Es scheint bei vielen Leuten als "chic" zu gelten auf den Rundfunk zu schimpfen und dessen technische Qualtität zu bemängeln. Wenn etwas schlecht ist, dann ist es das Programm selbt. Wenn die große Masse der Bevölkerung (ich sage immer "das blöde Volk") nur bis auf 3 dB Dynamik herunter komprimierte Bumm-Bumm-Musik hören will und nur den Sender auswählt der am lautesten ist, dann hat es das nicht besser verdient. Die Programmacher beim Rundfunk wissen genau, was die Leute wollen, und sie machen eigentlich nur das, was jeder vernünftige Kaufmann macht: Sie erfüllen Kundenwünsche! Solange das Volk nur Dreck fressen will - entschuldige meine derbe Ausdrucksweise - ist es nicht mehr als richtig, daß man ihm Dreck vorsetzt. Im Fernsehen ist es genauso. Ich kann das abendliche TV-Programm schon lange nicht mehr sehen. Fast nur noch Mord und Totschlag, nur noch Polizeifilme und sonstigen Scheiß. In welcher Welt leben wir eigentlich?
Ich sehe mir die Tagesnachrichten an, und dann kommt bei mir die Flimmerkiste aus.

MfG
Rainer
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Antwort#35
Moin Rainer...
"Es ist mir einfach mit menschlichen Maßstäben nicht nachvollziehbar, wenn die Beschallungsbranche um die Probleme wie sie .Jens beschreibt weiß und nichts gegen die Verbesserung tut."
Wie schon gesagt: Geld, Zeitdruck usw. Die Kommunikationswege zwischen ENDanwender und Hersteller sind nicht so kurz wie beim Rundfunk...
Und schlussendlich darf man nicht vergessen: Ganz so hoch wie im Rundfunk oder Studiobereich sind auch die Anforderungen an solche Dinge wie Rausch-(oder brumm-)Abstand nicht. In der Halle ist es ohnehin laut, und ob da vor dem Konzert die Anlage lustig vor sich hinrauscht, fällt ausser "Berufsneurotikern" (nicht negativ gemeint) niemandem auf. Deswegen werden Entwicklungsgelder lieber in höhere "Leistungsdichte" (mehr dB pro kg und m³) gesteckt als in 2dB mehr Rauschabstand.
"Wenn doch bekannt ist, daß es nicht immer vermeidbar ist, Ton und Licht auf verschiedene Phasen des Netzes zu legen, dann sollte man als Hersteller von Beschallungspulten doch an Netzfiltermaßnahmen nicht sparen."
Die Pulte sind IMHO nicht das Problem. Mit einem großen MIDAS-Tisch wird man auch im Studio sicher glücklich werden, auch wenn die IRT-Pflichten evtl. nicht eingehalten werden. Dazu muss man sich nur mal Live-Aufnahmen anhören, die von solchen Pulten aus mitgeschnitten werden (kaufe beliebige Live-CD oder DVD eines namhaften Künstlers...). Brummen oder Rauschen im Übermaß sind mir da noch nicht untergekommen...
Meine leidvolle Erfahrung sagt mir: Brummen und Dimmerspitzen fangen sich die Amps direkt ein. Bzw. die Lautsprecherkabel. Und das ist so ganz einfach nicht konstruktiv zu lösen. Denn "Dimmer-City" und "Amp-Town" teilen sich i.d.R. den oft knappen Platz Side- oder Backstage, da stehen dann gerne mal auf 10m² einige -zig kW Ton und Licht dicht gedrängt am Gang.
Das Signal aus der Stagebox mag noch sauber sein, aber dann geht's los.
Zweites Problem: Die Lastleitungen für Ton und Licht gehen zu 90% in einem gemeinsamen Kabelbaum nach oben ins Rig (meist werden die LS ja geflogen). Das lässt sich oft nicht anders lösen.
Und lastseitig ist natürlich nichts mehr geschirmt, geschweige denn symmetrisch. Jetzt könnte man auf die Idee kommen, auch den Lastleistungen noch Schirme zu verpassen, aber da streikt der Rigger, weil dann plötzlich ein paar Zentner mehr Kupfer am Dach hängen, und der Beleuchter, weil der deshalb da oben auf eine Batterie Movingheads verzichten muss.
Und natürlich strahlt das nicht nur in die Nachbarleitung ein, sondern auch schön auf die Bühne (diese Räumliche Nähe ist ja nun erwünscht), wo ja nun nicht nur Studiotechnik steht, sondern auch ganz ordniäre Instrumente, die zumindest intern nicht zwingend nach Studionorm gebaut werden. Und teilweise gar nicht können: Ein Gitarrenpickup SOLL ja nun schwache elektromagnetische Wechselfelder einfangen. Wenn der Dimmer oder das Lastkabel streut, kriegt der Gitarrist das ab. Wenn du eine wirklich gute Idee hast, sowas zu vermeiden, kannst du in der Beschallerbranche viel Geld verdienen...

"Und letzlich die Vermeidung von Brummschleifen: Auch hier scheint die ganze Branche einfach nichts aus der Vergangenheit gerlernt zu haben. Ich habe noch niemals Problem mit Brumm gehabt, selbst zu der Zeit, als ich noch unsymmetrische Technik hatte."
Also, Rainer: Die Beschaller arbeiten schon, wo es geht, durchweg symmetrisch. Und Brummschleifen fangen sich da dann auch wirklich nur Amateure ein. Nur kommt nicht jeder Brumm aus einer Schleife (s.o.).
"Wer abschaltbare Phantomspeisungen braucht, egal ob global oder lokal, arbeitet unkorrekt."
Nein, Rainer. Er arbeitet i.d.R. mit Material, was höchst flexibel sein muss. Nach Murphy passieren immer Dinge, mit denen man nicht rechnet. Beispiel: Durch "Fremdeinwirkung" Masseschluss auf einem Paar des MuCos. Keine Häme, das Kabel war sauber verlegt. Sowas passiert. Fehlersuche während des laufenden Gigs. Auf unbenutztes Aderpaar umsteigen (du weißt selbst, dass man bei eingeschalteter PP nicht stecken und bei aufgezogenem Fader PP nicht schalten sollte...). Wie jetzt? Mal eben allen noch funktionierenden Mikros den Saft abdrehen, um das Kabel zu tauschen?
Im Gegensatz zu einem kompletten Satz Übertrager für das Pult kosten Einzelschalter für die PP nun wirklich Peanuts, und das ist in der Praxis deutlich besser investiert.
Deine Häme gegen die "Un-Profis" klingt wie: "Wer einen Ersatzreifen und Wagenheber braucht, fährt unprofessionell. Und die Autohersteller sollten das Problem mit den anfälligen Reifen doch in Kenntnis der Problematik gefälligst mal lösen, dann braucht man solche Krücken nicht..."
"Die ganzen Probleme die es mit Phantomspeisungen gibt, sind hausgemacht und keine Grundsatzprobleme."
Welche Probleme meinst denn du?
"Ich kann ebenso nicht verstehen, daß es überhaupt einem Konstrukteur einfällt, unsymmetrische Tonverbindungen zu bauen."
Preis? "Vintage"-Technik, wo an "Studiotechnik" noch kaum gedacht war? Lieber Rainer, nicht jeder Konstrukteur teilt das Verngnügen, im Top-Preissegment konstruieren zu dürfen, wo der Preis keine (oder bestenfalls nachrangige) Rolle spielt. Wer LAWO-Pulte kauft, will allerhöchstes Niveau und ist bereit, entsprechend dafür zu bezahlen. Das ist aber nicht der Marktdurchschnitt.
"Kein Mensch käme auf die Idee, vom Stromversorgungsnetz einen Pol zu erden und den anderen Pol als einadrige Leitung durch die Landschaft/Haus oder sonstwo zu führen."
Das hat aber nun Sicherheitsgründe. Und "Genullte" Leitungen gibt es weltweit zuhauf, in D ist es noch nicht soooo lange her, und vereinzelt findet man sowas noch immer...
Deine Argumente in allen Ehren, aber manchmal tönt es doch da sehr vom Elfenbeinturm herunter...
Jens
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Antwort#36
Hallo.
Also mal zu Deiner zweiten Frage "...für was sind die Schalter PF-Playback & AF-REC an jedem Kanal?..."
PF Steht für Pre-Fader
AF Steht für After-Fader
Also einmal wird das Signal vor und einmal nach dem Fader abgegriffen. Wahrscheinlich kannst Du damit die Direkt-Outs am Kanal schalten. Kann aber auch was anderes sein (B-Kanäle, Aux-Weg, Solo-Schaltung ...). Ich kenne leider das Pult nicht. Wo sitzt denn der Schalter, oder sind es gar zwei Schalter (geht aus deinem Text nicht so hervor)?
Gruß,
Lars
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Antwort#37
Hallo Rainer,
das ist mal wieder ein "dicker Hund" :-)
Du hast offensichtlich kaum eine Idee a) unter welchen Bedingungen
und b) mit welchem Material in Live/Beschallungssituationen gearbeitet wird,
nimmst Dir hier aber Oberlehrerartig heraus, alles abzuqualifizieren und über den Kamm zu scheren (übrigens redet hier niemand außer Dir von UNsymetrischen Signalen...), kommst mit Vergleichen die Sinnlos sind und im rauhen "PA"-Alltag eher einen Lacher wert wären. All dies sei Dir verziehen, nicht jeder kann alles besser wissen - nicht mal Du - und das sage ich mit großem Respekt vor Deinem technischen Background.
Nur komm bitte mal vom Reitpferd herunter und verdächtige MICH nicht der Provokation, wenn ich auch meinerseits- und mit mehr als genug Wissen um darüber Urteilen zu können - manche Arbeitsweisen und Resultate in Frage stelle, die vermutlich mit LAWO-Pulten oder ähnlichem "High-End"-Zeuchs von Leuten verzapft
wurden, die trotz ihrer immensen Ausbildung eher den Eindruck erwecken am falschen Platz zu sein. Das hat nichts mit Rundfunkdisserei zu tun, obwohl da natürlich wegen des Kostendrucks (und der besteht z.T. sogar zurecht!) immer mehr Murks gemacht wird, trotz eines technischen Fortschritt der seinesgleichen sucht.
Wenn Du steif und fest behauptest Phantom individuell schaltbar zu machen wäre unnötig oder gar unprofessionell setzt Du Dich in genau das Fettnäpfchen, das Du bei anderen nur allzu gerne ausmachst - zu Recht, wenn diese nämlich keine Ahnung haben...

Übrigens: Was die Rundfunkinhalte angeht stimme ich Dir voll zu, auch ich habe keinen Fernseher. Nur Dein Resultat daraus ist furchterregend falsch:
Die Rundfunkanstalten vor allem haben die "Schuld" an dem Disaster, nicht der Konsument, denn der "konsumiert" nahezu Alternativlos das was er Vorgesetzt bekommt -
nämlich das schlimmste von allem: Formatradio. Aber das ist eben die beste Plattform für die Industrie, weil sie dort "exclusiv" für bestimmte Zielgruppen
werben kann - DARUM gibt es das und nicht weil es sich "das Volk" so gewünscht hätte. Von den musikalischen Inhalten und indiskutabel justierten Sendelimitern mal ganz abgesehen...
Mein Fernseh/Zeitungsersatz ist WDR 5, ist zwar auch Formatradio, aber wenigstens ohne Werbung und nennenswert Musik. Außerdem bekommt man da nicht alle 5 Minuten erzählt das "WDR5 der beste Sender" sei. Mal sehen wie lang noch...
MfG,
Christopher
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Antwort#38
... "auch ich habe keinen Fernseher. "
Ich auch nicht.
:-)
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Antwort#39
... "ich habe keinen Fernseher."
Ich auch nicht.
Kein Wunder, in diesem Forum sind überwiegend "Ohrenmenschen" versammelt.
Die überwiegende Menschheit besteht jedoch aus Glotzern. :-)
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Antwort#40
Hallo Christopher,
ohne jetzt auf alle Einzelheiten eingehen zu wollen:
Erkläre mir doch mal plausibel, wozu Du eine abschaltbare Phantomspeisung brauchst?! Ein Mikrofoneingang ist ausschließlich für Mikrofone gedacht und Hochpegelgeräte haben daran nichts zu suchen. Und für Hochpegelgeräte (Keyboards, Baßamps oder was auch immer) hat man entsprechende Hochpegeleingänge und die brauchen ohnehin keine Phantomspeisung.
Noch eines zum Thema Rundfunk: Ich möchte mal alle diejenigen sehen, die den Leuten im Rundfunk/Fernsehen irgenwelchen Murks unterstellen wenn sie selbst mal ein paar Tage am Sendepult oder sonst wo an einer verantwortlichen Stelle sitzen. Lästern ist einfach, es BESSER machen ist weit problematischer!
Zum anderen: Was wäre denn, wenn der Rundfunk mit billigen "Low-End" Equipment arbeiten würde? Dann wären Störungen aller Art von vornherein vorprogrammiert.

MfG
Rainer G
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