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Prüfe mal (Ohmmeter) ob der Pin 1 mit dem Gehäuse Verbindung hat und prüfe auch das Mikrofonkabel, ob der Pin 1 beidseitig mit dem Schirm verbunden ist.
Ich bin gerade dabei, einige 5m-, 10m- u. 20m-Längen von Mikrofonkabeln zu konfektionieren. Die Pinbelegung der XLR-(fe)males (Neutrik) ist mir klar, nur bin ich nun im Zweifel, wie die Lötfahne des Steckergehäuses zu belegen ist. Lege ich eine kleine Drahtbrücke vom Pin1 dorthin oder nicht? Anders gefragt: Ist es sinnvoll oder überhaupt nötig, den Kabelschirm mit dem Steckergehäuse zu verbinden? Ich habe einmal fertig konfektionierte Kabel aufgemacht - dort gibt es diese Verbindung nicht; andererseits könnte man auf den Gedanken kommen, der Schirmwirkung mit dieser Verbindung was Gutes zu tun... Danke im Voraus! andee
lege ruhig die Stecker- und Kupplungshülse auf den Pin 1. Ich habe das bei meinen Mikrofonkabeln auch so gemacht. Auch Neumann macht das. Läßt man nämlich die Hülsen in der Luft hängen, kann es passieren, daß beim Berühren mit der Hand ein leichter Brumm entsteht. Ich habe das schon mehrfach erlebt, wo die Stecker-/Kupplungshülsen keine elektrische Verbindung zum Schirm hatten.
Ich hatte es früher auch nur auf der Kupplungsseite verbunden. Bin aber dann später dazu übergegangen auf beiden Seiten zu verbinden, da ich konsequente Maschenerdung mache.
...bliebe nur die Frage, ob sich auch alle Equipment-Hersteller an entsprechende Konventionen halten (Signalmasse = Gehäusemasse?)... Auf jeden Fall wäre es empfehlenswert, für den Fall der Fälle ein oder zwei (markierte) Kabel ohne Schirm-Gehäuseverbindung (dabei) zu haben. Jens
Wir haben es bei Lawo so gemacht, daß wir an jedem Gerät 3 Gewindebozen montiert haben: 0 Volt (Signalerde), Gehäuse, und Schutzleiter. Diese wurden dann außen mit Brücken verbunden. Für Servicezwecke konnte man dann die Brücken trennen und somit evt. Brummschleifen leicht ausmessen.
ZITAT ...bliebe nur die Frage, ob sich auch alle Equipment-Hersteller an entsprechende Konventionen halten (Signalmasse = Gehäusemasse?)... /ZITAT Tun sie nicht; deshalb ein guter Einwand. Bedenken sollte man ferner, dass mit solchen Kabeln ein Groundlift umgangen wird. Bei eine D.I,-Box kann man dann die Masseführung nicht mehr unterbrechen. Die Verbindung von Schirm und Gehäuse ist ein Unding welches mehr Probleme schafft als es löst!
Löblich, aber wohl eher die Ausnahme als die Regel. Zudem muss man daran denken, dass bei diversen Geräten die Signalmasse gar nicht auf der Gehäusemasse liegen kann - man denke mal an elektronisch-symmetrische Eingangsstufen in Geräten, die nur über eine unsymmetrische Spannungsversorgung besitzen - z.B. USB-Audiointerfaces, Laptops etc. Dort hat man Netzteilseitig 0 und +5V (oder +12V), die Signalmasse wird auf einen virtuellen Massepunkt gelegt, der "in der Mitte" liegt, also bezogen auf PE (Gehäusemasse!) in der Gegend von +2,5...+6V. Jens
Ja, aber wozu braucht man bei symmetrischen (auch wenn es elektronisch symmetrierte sind) Anschlüssen eine zusätzliche "Signalmasse"? Auch bei elektronisch symmetrierten Anschlüssen mit unsymmetrischer Betriebsspannung ist der Bezug die 0 Volt. Da sehe ich keine Probleme. Man kann ja durch einen entsprechend großen Kondensator die Signalerde auf die Funktionserde legen. So haben wir unsere Baugruppen intern auch aufgebaut ( 24 Volt unsymmetrische Betriebsspannung, Mittelspannung[=Signalerde] über einen Kondensator nach 0 Volt).
Moin... Wie gesagt: Ich halte auch die Verbindung von Schirm und Steckergehäuse nicht für grundsätzlich problematisch - wollte nur zu bedenken geben, dass man ein entsprechendes Kabel ohne diese besser im Gepäck hat. In einer Umgebung, in der ausschließlich Material der Kategorie Lawo und Co. steht, erwarte ich auch keine Probleme, ebensowenig in einer homogenen Rundfunk-Umgebung. In heterogenen Geräteparks, wo sich auch mal exotische Geräte und/oder ein oder zwei "Billigheimer" mit hereinverirren (also die typische Livesituation z.B.) bzw. vorher nicht genau bekannt ist, was dort alles zusammengestöpselt werden muss (Backline unbekannt z.B.), würde ich _ausschließlich_ mit solchen Kabeln nicht arbeiten wollen. Der Teufel ist bekanntlich ein Eichhörnchen. Zusätzlich eben die Problematik mit dem Groundlift... Es wird überdies schon seine Gründe haben, warum kein mir bekannter Hersteller von konfektionierten Kabeln diese Verbindung setzt - am Preis kann es bei zwei simplen Drahtbrücken nicht liegen. Ich vermute dahinter eher eine Norm (oder "Konvention"), nicht zu brücken. Daran halte wiederum ich mich und bin damit bislang ebenfalls gut gefahren. Mich würde allerdings ehrlich mal interessieren, was die IRT-Pflichtenhefte dazu sagen (nein, das soll keine Stichelei sein - ernstgemeinte Frage). Wenn die keine Brücke fordern, sehe ich keinen echten Grund, dort eine einzufügen. Zumal die minimale Schirmlücke, die da entsteht, für Audiofrequenzen völlig unproblematisch sein dürfte... Jens
Hallo Jens, die IRT-Pflichtenhefte geben m.W. keine Auskunft zum Thema "groundlift". Und wenn, dann im Heft "3/1-8/2 (ist 1 Heft) - muß ich bei Gelegenheit mal nachsehen. Denn die Pflichtenhefte des IRT gehen grundsätzlich von symmetrischen Schnittstellen aus und stellen es dem Hersteller anheim, wie er für maximalen Störabstand sorgt. Es herrscht ja auch in den Rundfunkanstalten unterschiedliche Meinung über das Erdungssystem. Z.B. hat der SWF und das ZDF jahrelang strenge Sternerdung gefordert, währen der SDR, der NDR und der WDR das Flächenerdeprinzip verfochten haben. Durch die digitalen Regieanlagen (zunächst die hybriden, also analoge Tonsignalverarbeitung und digitale Steuerung, wie sie Lawo in den 80-er bis 90-er Jahren baute) wurde auch von den strengen Verfechtern der Sternerde das Flächenerdeprinzip akzeptiert, weil sich herausgestellt hat, daß die HF-Dichtigkeit besser ist und bessere Störabstände erreichbar sind. Die Pflichtenhefte stehen beider Systeme neutral gegenüber.
Das sehe ich prinzipiell genauso. Allerdings sollte man bedenken, dass "ground lift" ja eher eine Workaround/Notfallkonzept bei ungünstigen "unprofessionellen" Situationen ist.
Moin... Nochmal ein kurzer Gedankengang: In den meisten mir bekannten Geräten ist auf Seiten der Einbaubuchse(-stecker) die Signallmasse mit dem Buchsengehäuse verbunden. Vielleicht sollte man die Philosophie soherum aufziehen. Eine elektrische Verbindung zwischen Masse und Steckergehäuse macht sicher in vielen Fällen Sinn - in manchen wiederum nicht. Wenn der Hersteller des Gerätes (der ja die Masseführung im Gerät genauestens kennt) der Meinung ist, dass dort gebrückt werden soll, wird er das tun - und dann ist bei gestecktem Kabel ja auch unmittelbar das Steckergehäuse auf Massepotential. Wenn er Gründe dagegen hat, wird er es lassen oder ggf. (Beispiel DI-Box) diese Verbindung schaltbar ausführen. M.a.W.: Ich plädiere dafür, diese Brücke durchaus (wo machbar und sinnvoll) anzustreben, aber nicht KABELseitig auszuführen, sondern GERÄTEseitig. Vom Effekt kommt das aufs selbe heraus, und man "zwingt" einem Gerät nicht durch Nutzung eines "unkonventionellen" Kabels Masseverbindungen auf, die da nicht sein sollten. Jens
Hallo Jens, das geht, solange man zwischen den Geräten nur 1 Kabel benutzen braucht. Muß man aber verlängern, so wie ich das häufig bei größeren Entfernungen tun muß, muß auch die Stecker- bzw. Kupplungshülse angeschlossen sein. Sonst hängt die Stecker/Kupplung zwischen den Kabeln elektrisch in der Luft.
Hallo zusammen, das Problem ist, daß die Schirmung nicht an die Signalmasse gehört, sondern vielmehr an die Gehäusemasse. Viele Gerätehersteller machen das aber falsch: Nur die "C-Nase" (Lötfahne) der XLR-Buchse ans Gehäuse, Pin1=die Schirmung an die Signalmasse. Richtig wäre: Pin 1 an Gehäusemasse. Die "C-Nase" ist dann nicht von Bedeutung. Alternativ (bei sym. Hochpegelleitungen) ist es auch besser, die Masse am Empfänger gar nicht anliegen zu lassen ("Masse folgt Signal" oder "russische DI-Box" :-) Ein umfassender Artikel dazu (und zu zahlreuchen anderen Themen) findet sich beim Hersteller RANE: http://www.rane.com/note151.html
Moin... "Sonst hängt die Stecker/Kupplung zwischen den Kabeln elektrisch in der Luft" Frage ist: Was macht das aus? Denn der "ungeschirmte" Bereich eines üblichen Neutrik-Steckers wäre bei einer solchen Verlängerung nur einige wenige cm lang - im Audiobereich wird da nicht viel einstreuen können, weil der Schirm vor und nach der Lücke ja elektrisch verbunden ist. Müsste man mal messen, wieviel mehr an Störsicherheit ein Belegen der Steckerhülse bei so einer Verlängerung bringt. Ansonsten spricht ja nichts dagegen, bei Verlängerungskabeln zu brücken, bei den Enden, die an (aktiven) Geräten aufliegen, jedoch nicht... Jens
Warum denn nicht? Das ist doch jetzt auch schon so: verschiedene Längen (gekennzeichnet) etc. Dazu einen Adapterkoffer (20cm-Strippen, z.B. Groundlift, 2-3 vertauscht usw.) - da kann man natürlich auch ein paar "Schirmtrenner" unterbringen - oder eben andersrum "Schirmverbinder". Es sagt ja niemand, dass ich die "Extra"-Kabel in jeder Länge und zuhauf mitnehmen will... Jens
auch wenn der ungeschirmte Stecker/Kupplungsbereich sehr kurz ist, kann es trotzdem beim Berühren zu Brumm kommen. Es ist dann meist "hochfrequenter" Brumm, also nicht die 50 Hz selbst, sondern Harmonische davon. Ich habe das hin und wieder erlebt bei Kollegen die diesen Fehler machten. Gewiß - es soll auch eines nicht verschwiegen werden: Wenn die Steckverbindung mit dem Schirm verbunden ist und das ganze Gesteck zufällig auf einem Metallteil im Saal liegt (z.B. Lüftungsrost, Heizkörper) dann kann es auch zu Brumm kommen, wenn darüber eine Brummschleife entsteht. Ich hatte das zwar noch nicht, weiß es aber von anderen Kollegen.