Kugelaufsätze für Druckempfänger (Schoeps)

Erstellt 23 Antworten24 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
Schoeps bietet die KA40/50 Kugelaufsätze für Druckempfänger an. Schoeps schreibt:
Sie scheinen die Schallquellen ?näher heran zu holen?, wodurch größere Aufnahmeabstände möglich werden. Das wiederum setzt die Klang- und Pegelunterschiede, die durch unterschiedliche Abstände einzelner Schallquellen (z.B. in einem Chor oder Orchester) zum Mikrofon bedingt sind, herab. Die positive Beurteilung der KA 40/50 beruht weniger auf der geringen Veränderung des Richtdiagramms als auf dem angehobenem ?Plateau? bei unverändert starken Tiefen.
Ist da was dran ? Oder ist es der Versuch den Klang in Richtung des M50 zu trimmen - das ja auch ein KM Mikro in einer Sphäre ist?
Im Bastlerladen kosten solche Holzkugeln ca 1-2?. Lohnt sich die Investition?:-)
Gruss
GerhardS
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Antwort#2
Hallo,
die Kugelaufsätze sind ja schon lange bekannt und vor allem durch B&K geraume Zeit erhältlich. Bei KM83 hat es bei mir auch schon mal ein Schaumstoffring getan, ähnlich den Plastikringen der alten Schöps-stäbchen.
Mir bringen die Kugelaufsätze sehr viel und stellen für mich eine willkommene Ausbreitung der Arbeitswerkzeuge dar. Im richtigen Fall eingesetzt können Mikrofonaufsätze viel Probleme lösen.
Dirk
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Antwort#3
Mir bringen die Kugelaufsätze sehr viel und stellen für mich eine willkommene
Ausbreitung der Arbeitswerkzeuge dar. Im richtigen Fall eingesetzt können
Mikrofonaufsätze viel Probleme lösen.
Kannst Du das weiter erläutern?
Weder daß ich Erfahrung mit den Dingern habe noch daß ich aus den veröffentlichten Diagrammen irgend einen Nutzen erkennen kann - und die Beschreibung von SCHOEPS enthält außer blumigen Beschreibungen auch nicht viel Information.
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Antwort#4
Hallo Forum,
ich hab mir zum Thema Kugelaufsätze schon immer die Frage gestellt: Kann ich sowas für meine Gefell M93 / M69 - Kapseln selber bauen? Oder weiß jemand, ob es für diese Mikros soetwas gibt / gab?
Über Anregungen und Bauhinweise bin ich immer dankbar.
Viele Grüße
Torsten


http://www.conanima.info
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Antwort#5
"Sie scheinen die Schallquellen “näher heran zu holen”, wodurch größere Aufnahmeabstände möglich werden"
Das ist nicht blumig, sondern schwammig. Aber für die Beschreibung eines subjektiven Klangeindrucks sind Worte halt unzulänglich. Leider habe ich keine Erfahrung mit diesen Kugeln und wünschte mir mehr Zeit und vor allem geduldige Musiker, die Mikrofonexperimente über sich ergehen lassen.
Bei der Textstelle mit dem "Plateau" dachte ich vielleicht an eine Präsenzanhebung, die die Schallquelle virtuell näherbringt, mmhmm... Aber immerhin kann man an anderer Stelle lesen, dass es ein 'Zoom'-Mikrofon nicht gibt.
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Antwort#6
... Widerspruch, meine Herren. Die Kugeln erhöhen den Druckstaueffekt, der einen langsamen, kontinuierlichen Höhenanstieg für Wellenlängen im Bereich des Kugelradius aus der Haupteinfallsrichtung bedeuet. Der Effekt wird im uns allen "teuren" Neumann M50und seinen Nachfolgern verwendet und ist dort sehr effektiv.
Das ist sehr wirksam. Man kann es aber auch mit einem Filter machen, wenn man die Frequenzabhängige Richtcharakteristik einmal vernachlässigt.
Um es einfach zu sagen: es bringt Präsenz.
Man kann solche Kugeln selber basteln. Es ist eine Heidenarbeit und die einzuhaltenenden Toleranzen sind gering. Sonst fällt die Kugel runter, oder sie klemmt wie ein alter Ehering...
Also lieber Schöps ein bischen Geld für die liebevollen Acessoires geben. Sie haben es sich verdient.
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#7
Noch eine physikalische Frage: ich frag mich immer, was unter dem "Druckstau" verstanden wird. Ich habe mir das bisher so erklärt, dass der Schall von der Membran reflektiert wird, sobald die Wellenlänge des Schalls in die Größenordnung der Membran kommt. Durch die Reflektion erhält die Membran den doppelten Impuls.
Ist das falsch?
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Antwort#8
Hallo TobiH,
Du denkst schon richtig. Wenn der Schall in der Größenordnung der Membran rechtwinklig zur Fläche einfällt, dann wird diese Amplitude gleichphasig reflektiert und ergibt die maximale Pegelerhöhung von 6 dB an dieser kleinen "Grenzfläche". Bei schrägem Einfall nimmt dieser Druckstau ganz langsam (!) ab, bis er bei Einfall seitwärts auf die Membran nicht mehr wirksam ist und somit zu Null wird.
Gruß
Jens-Uwe
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Antwort#9
Das Problem ist genau das, des handlings. Was für das Schoepsmikro passt, klemmt auf den Gefell noch lange nicht exakt. Da es auch für die MBHO nichts Passendes gibt, muss mal wohl selber basteln. Ich habe bisher nur noch nichts Geeignetes gefunden.
Reines Holz ist mir irgendwie unsympathisch. Ich habe schon über Expoxydharztränkung nachgedacht, umd as richtig hart zu bekommen, aber mir fehlen immer noch die Bällchen in der passenden Größe. Bei uns isses mau mit Baselläden. Ich habe damals ja nicht mal eine runde Holzplatte gekreigt für meine Jecklintests und musste die Stichsäge bemühen (?)
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Antwort#10
Eine schallharte Holzgugel aus dem Bastelgeschäft halte ich für die ideale Selbstbaulösung, ein präzises Loch in der Grösse des Mikrofondurchmessers in die Mitte zu bohren, ist da aber etwas schwierig und dann darf das Teil ja weder festklemmen, noch abrutschen.
Wär ja mal ein Versuch wert...
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Antwort#11
ok, wenn jemand sagt: "Dieser Kugelaufsatz verbiegt den Frontfrequenzgang des Druckempfängers dahingehend, dass es zu einer Erhöhung im Präsenzbereich von bis zu 3 dB kommt..." dann verstehe ich das. Mit: "Es scheint die Schallquellen näher heranzuholen" kann ich nichts anfangen. Es gibt kein Mikrofon mit einer Zoomfunktion, wie beim Kameraobjektiv, die Akustische Welt ist also doch noch in Ordnung :)
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Antwort#12
Hast Du mal versucht, Polyamid zu bekommen? Das ist auch hart genug und läßt sich gut bearbeiten. Ich habe daraus Hänger für Mikrofone drehen lassen.

MfG
Rainer
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Antwort#13
Nein, habe ich nicht. Ich will es nun mal mit Hartholzkugeln probieren. Wie groß kann man da sinnvollerweise gehen ?
Das mit den Hängern klingt interessant. Gibt es davon Photos?
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Antwort#14
Wegen der Befestigung habe ich weniger Bedenken - das kann man ganz exakt hinfeilen. (Am Holz natürlich, nicht am Mikro :-) ) Ausserdem kann man etwas Filz als Puffer benutzen. In den PZM-Platten von Haun wird das auch so gemacht. Das mikro klemmt von allein perfekt!
Ich habe eher Bedenken wegen der Befestigung! Die Klammern halten zwar prima, müssen aber oft durch Spinnen ersetzt werden. Das wird dann ein bissl eng ...
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Antwort#15
"Ich habe eher Bedenken wegen der Befestigung! Die Klammern halten zwar prima, müssen aber oft durch Spinnen ersetzt werden. Das wird dann ein bissl eng "

Wieso willst Du bei Kugeln Spinnen verwenden? Kugeln sind von Natur aus unempfindlich in Bezug auf Körperschall. Es gibt sogar Messreihen (ich weiss leider nicht mehr wo ich das gelesen habe), dass eine elastische Lagerung bei echten Druckwandlern keine oder keine nennenswerte Verbesserung im Aufnahmealltag bringt.
Beispiel aus dem Selbstversuch: Montiere zwei Kugel auf Stativ und stell sie knapp nebeneinander; dann schlage mit einem harten Gegenstand (Schraubenzieher o.ä.) auf eines der Stativ - du wirst zwischen den Mikrofonen und dem was sie aufnehmen kaum einen Unterschied hören. Es geht soweit dass selbst wenn Du den Mikrofonkörper selbst anschlägst, nur sehr geringe Störgeräusche entstehen.
(übrigens, das entstand nicht aus Jux und Tollerei, sondern ich versuchte einst zwei bereits verkabelte Mikros zu identifizieren....was sich als nicht ganz so einfach herausstellte...)
Ganz anders natürlich die Niere.....


Tonzauber - einfach klassisch!
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Antwort#16
Moin...
"Kugeln sind von Natur aus unempfindlich in Bezug auf Körperschall.
[...]
Ganz anders natürlich die Niere..... "
Ob das wirklich eine systeminhärente Eignschaft von Druckwandlern ist, wage ich mal zu bezweifeln. Eine physikalische Begründung dafür mag mir beim besten Willen nicht einfallen. Im Gegenteil: KÖRPERschall, der auf irgendeinem Wege in die Membran einkoppelt, tut das weder über den Druck noch über einen Gradienten. Es ist einfach die Gehäuseschwingung, die sich auf die Membran überträgt.
Ich möchte deinen Selbstversuch und auch andere Erfahrungen nicht anzweifeln. Es mag wohl sein, dass es bestimmte Konstruktionsmerkmale gibt, die typischerweise bei Nieren (Kugeln) zu finden sind, die Körperschallempfindlichkeit eher fördern (hemmen). Aber so ganz pauschal? Ich weiß ja nicht...
Jens
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Antwort#17
Die Abstimmung der Membran - Kugeln: hart aufgehängt; Nieren: weich aufgehängt.
---> dadurch: Membran der Niere wird leichter angeregt.
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Antwort#18
n.b: das gilt selbstverständlich nur für einmembranige Mikrofone....
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Antwort#20
Die konsruktionsbedingten Vorteile der Kugeln gegen die Nieren gegen Körperschall haben wir ja schon öftes diskutiert. Die zweite Geschichte ist die Lagerung der Kapsel. Da gibt es doch große Unterschiede. In der Tat ist es so, daß ich Kugeln in der Regel geklammert nutze - das Problem ist aber, daß ich z.T. auf Schwingböden aufnehme, wo doch recht viel getrammpelt wird. In einer Hatte ich mal tieffrequente Motorengeräusche. Die Störungen sind zwar nicht laut, ich will sie aber möglichst weghaben!
"Untersuchungen" habe ich dazu auch gemacht und finde absolut, daß Spinnen auch bei Kugeln sinnnig sind!
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