Derzeit häufen sich wieder die Anfragen nach Tonaufnahmen. Herr Star-Tenor X und Frau Sopran-Diva Y geruhen, ein Demo in Auftrag geben zu wollen, um sich an der Oper oder wenigstens am Theater bewerben zu können. Der Neueste Schrei:
Der Tonmann solle doch mal eben rausfahren, um die Örtlichkeiten zu besichtigen, dann könne man gleich mal ein kleines Demo machen und schauen, ob das klappt und man miteinander auskommt. Dann gibt es - nach allseitiger Zufriedenheit versteht sich - auch möglicherweise einen Auftrag, bzw das Entgegenkommen lohne sich, da man ja dann eine Referenz habe. Angeblich kennt Frau H. mindestens 5 weitere Sopranessen, die nur darauf warten, auch mal sowas zu machen - allesamt gegen Bezahlung versteht sich. Das hiesse also Rausfahren, um eine kostenlose Demo zu erstellen und sich sozusagen um den Auftrag zu bewerben. (?)
Ich verbringe also einen geschlagenen Tag damit, alles zusammenzupacken, hizufahren, aufzubauen, einen Soundcheck zu machen, eine kurze Aufnahme zu fertigen, heimzufahren, das Auto wieder auszuräumen, einen Schnitt zu machen, Demos zu versenden, um dann (gfs !!!) dasselbe nochmal gegen Bezahlung tun zu dürfen. -> Stundenlohn / 2 !
Wer kennt das auch ? Ist das das Ergebnis der allgemeinen "Geiz-ist-Geil"-Mentalität oder schlägt da der open-source-Gedanke auf die Dienstleister durch. Sind gar die Tontechnikschulen schuld, die kostenfreie Demos anfertigen ?
Bei den Fragern handelt es sich natürlich NICHT um Ableger von Domingo oder Fleming, sondern um weitgehend Unbekannte mit einem Auftragsvolumen deutlich < 500,- ! Ganz konkret geruhen Frau Sopran H. (die ganz gerne ein Koloratur wäre - den bereits im Internet erhältlichen Demos zufolge alledings wohl eher ein Mezzo ist) sage und schreibe 250,- Ocken in ein erstklassiges Demo zu investieren.
Klar, man könnte ohne Weiteres kostenlose Demos anfertigen, um eine gute Referenz zu haben, aber dann müsste es im Bereich Sopran schon die Flemming selber sein, oder noch besser die Netrebko. Für letztere könnte man einiges für umsonst machen :-).
Bei der anfragenden Dame von vergangener Woche habe ich mir die Zeit genommen, die Problematik in aller Sachlichkeit zu erörtern und wies auf den Umstand hin, daß sich der Aufwand lohnen müsse, meine Preise moderat seien und weit unter dem liegen, was Ingenieure sonst in der Industrie kriegen und sich die Tonmacherei im Prinzip garnicht lohne. Auch sei ja die Demo-Dumping-Politik kontraproduktiv, weil ja im Folgenden ein jeder Kunde wieder auf andere kostenlose Demos zurückgreifen werde, statt beim zweiten Auftrag zu bezahlen.
Bislang kam keine Reaktion mehr.
Bei der Dame von dieser Woche hingegen setzte ich noch eins drauf und verkündete, daß mit Hinblick auf die Kosten und Profitsituation ja im Grunde ICH derjnige bin, der seine unwirtschafltichen und somit zahlenmässig begrenzten Stunden zu verteilen habe und mir damit genau aussuchen müsse, mit wem es sich lohnt, in die Kälte rauszufahren um im Bereich Tonaufnahme zu arbeiten, statt im warmen Kämmerlein für effektiv den doppelten Stundensatz Programme zu schreiben. Daher stünde ich eigentlich kurz davor, den Spiess umzudrehen und die Diven zum Vorsingen antanzen zu lassen, um dann der Besten die Gelegenheit zu geben, bei mir preiswert zu produzieren. Ebenfalls keine Antwort mehr :-)
Was haltet ihr davon ? Demos machen und / oder Preise weiter senken, sodass dem Preisverfall Vorschub geleistet wird und die, welche davon Leben müssen noch mehr Probleme kriegen ? Oder sich zurückziehen und die Szene den Dumpinganbietern überlassen ?
Ich glaube, das Thema ist wieder mal einen Grundsatzartikel auf meiner Webseite wert. Wenn es so weiter geht, wandert der Artikel dann gleich auf die derzeit in Arbeit befindliche Historienseite - und zwar als Abgesang: Im kommenden Jahr wird das Studio so in dieser Form 10 Jahre alt. Es könnte wohl das Letzte sein!
Irgenwann melde ich das Ding dann ab und verlose 4x im Jahr einen kostenlosen , kompletten Aufnahmetermin - allerdings nur für schlanke und gut gebaute Musikerinnen
Der Tonmann solle doch mal eben rausfahren, um die Örtlichkeiten zu besichtigen, dann könne man gleich mal ein kleines Demo machen und schauen, ob das klappt und man miteinander auskommt. Dann gibt es - nach allseitiger Zufriedenheit versteht sich - auch möglicherweise einen Auftrag, bzw das Entgegenkommen lohne sich, da man ja dann eine Referenz habe. Angeblich kennt Frau H. mindestens 5 weitere Sopranessen, die nur darauf warten, auch mal sowas zu machen - allesamt gegen Bezahlung versteht sich. Das hiesse also Rausfahren, um eine kostenlose Demo zu erstellen und sich sozusagen um den Auftrag zu bewerben. (?)
Ich verbringe also einen geschlagenen Tag damit, alles zusammenzupacken, hizufahren, aufzubauen, einen Soundcheck zu machen, eine kurze Aufnahme zu fertigen, heimzufahren, das Auto wieder auszuräumen, einen Schnitt zu machen, Demos zu versenden, um dann (gfs !!!) dasselbe nochmal gegen Bezahlung tun zu dürfen. -> Stundenlohn / 2 !
Wer kennt das auch ? Ist das das Ergebnis der allgemeinen "Geiz-ist-Geil"-Mentalität oder schlägt da der open-source-Gedanke auf die Dienstleister durch. Sind gar die Tontechnikschulen schuld, die kostenfreie Demos anfertigen ?
Bei den Fragern handelt es sich natürlich NICHT um Ableger von Domingo oder Fleming, sondern um weitgehend Unbekannte mit einem Auftragsvolumen deutlich < 500,- ! Ganz konkret geruhen Frau Sopran H. (die ganz gerne ein Koloratur wäre - den bereits im Internet erhältlichen Demos zufolge alledings wohl eher ein Mezzo ist) sage und schreibe 250,- Ocken in ein erstklassiges Demo zu investieren.
Klar, man könnte ohne Weiteres kostenlose Demos anfertigen, um eine gute Referenz zu haben, aber dann müsste es im Bereich Sopran schon die Flemming selber sein, oder noch besser die Netrebko. Für letztere könnte man einiges für umsonst machen :-).
Bei der anfragenden Dame von vergangener Woche habe ich mir die Zeit genommen, die Problematik in aller Sachlichkeit zu erörtern und wies auf den Umstand hin, daß sich der Aufwand lohnen müsse, meine Preise moderat seien und weit unter dem liegen, was Ingenieure sonst in der Industrie kriegen und sich die Tonmacherei im Prinzip garnicht lohne. Auch sei ja die Demo-Dumping-Politik kontraproduktiv, weil ja im Folgenden ein jeder Kunde wieder auf andere kostenlose Demos zurückgreifen werde, statt beim zweiten Auftrag zu bezahlen.
Bislang kam keine Reaktion mehr.
Bei der Dame von dieser Woche hingegen setzte ich noch eins drauf und verkündete, daß mit Hinblick auf die Kosten und Profitsituation ja im Grunde ICH derjnige bin, der seine unwirtschafltichen und somit zahlenmässig begrenzten Stunden zu verteilen habe und mir damit genau aussuchen müsse, mit wem es sich lohnt, in die Kälte rauszufahren um im Bereich Tonaufnahme zu arbeiten, statt im warmen Kämmerlein für effektiv den doppelten Stundensatz Programme zu schreiben. Daher stünde ich eigentlich kurz davor, den Spiess umzudrehen und die Diven zum Vorsingen antanzen zu lassen, um dann der Besten die Gelegenheit zu geben, bei mir preiswert zu produzieren. Ebenfalls keine Antwort mehr :-)
Was haltet ihr davon ? Demos machen und / oder Preise weiter senken, sodass dem Preisverfall Vorschub geleistet wird und die, welche davon Leben müssen noch mehr Probleme kriegen ? Oder sich zurückziehen und die Szene den Dumpinganbietern überlassen ?
Ich glaube, das Thema ist wieder mal einen Grundsatzartikel auf meiner Webseite wert. Wenn es so weiter geht, wandert der Artikel dann gleich auf die derzeit in Arbeit befindliche Historienseite - und zwar als Abgesang: Im kommenden Jahr wird das Studio so in dieser Form 10 Jahre alt. Es könnte wohl das Letzte sein!
Irgenwann melde ich das Ding dann ab und verlose 4x im Jahr einen kostenlosen , kompletten Aufnahmetermin - allerdings nur für schlanke und gut gebaute Musikerinnen
