Von Kunden, Diven und dem Geizkragensyndrom

Erstellt 35 Antworten36 Beiträge
Startbeitrag#1
Derzeit häufen sich wieder die Anfragen nach Tonaufnahmen. Herr Star-Tenor X und Frau Sopran-Diva Y geruhen, ein Demo in Auftrag geben zu wollen, um sich an der Oper oder wenigstens am Theater bewerben zu können. Der Neueste Schrei:
Der Tonmann solle doch mal eben rausfahren, um die Örtlichkeiten zu besichtigen, dann könne man gleich mal ein kleines Demo machen und schauen, ob das klappt und man miteinander auskommt. Dann gibt es - nach allseitiger Zufriedenheit versteht sich - auch möglicherweise einen Auftrag, bzw das Entgegenkommen lohne sich, da man ja dann eine Referenz habe. Angeblich kennt Frau H. mindestens 5 weitere Sopranessen, die nur darauf warten, auch mal sowas zu machen - allesamt gegen Bezahlung versteht sich. Das hiesse also Rausfahren, um eine kostenlose Demo zu erstellen und sich sozusagen um den Auftrag zu bewerben. (?)
Ich verbringe also einen geschlagenen Tag damit, alles zusammenzupacken, hizufahren, aufzubauen, einen Soundcheck zu machen, eine kurze Aufnahme zu fertigen, heimzufahren, das Auto wieder auszuräumen, einen Schnitt zu machen, Demos zu versenden, um dann (gfs !!!) dasselbe nochmal gegen Bezahlung tun zu dürfen. -> Stundenlohn / 2 !
Wer kennt das auch ? Ist das das Ergebnis der allgemeinen "Geiz-ist-Geil"-Mentalität oder schlägt da der open-source-Gedanke auf die Dienstleister durch. Sind gar die Tontechnikschulen schuld, die kostenfreie Demos anfertigen ?
Bei den Fragern handelt es sich natürlich NICHT um Ableger von Domingo oder Fleming, sondern um weitgehend Unbekannte mit einem Auftragsvolumen deutlich < 500,- ! Ganz konkret geruhen Frau Sopran H. (die ganz gerne ein Koloratur wäre - den bereits im Internet erhältlichen Demos zufolge alledings wohl eher ein Mezzo ist) sage und schreibe 250,- Ocken in ein erstklassiges Demo zu investieren.
Klar, man könnte ohne Weiteres kostenlose Demos anfertigen, um eine gute Referenz zu haben, aber dann müsste es im Bereich Sopran schon die Flemming selber sein, oder noch besser die Netrebko. Für letztere könnte man einiges für umsonst machen :-).
Bei der anfragenden Dame von vergangener Woche habe ich mir die Zeit genommen, die Problematik in aller Sachlichkeit zu erörtern und wies auf den Umstand hin, daß sich der Aufwand lohnen müsse, meine Preise moderat seien und weit unter dem liegen, was Ingenieure sonst in der Industrie kriegen und sich die Tonmacherei im Prinzip garnicht lohne. Auch sei ja die Demo-Dumping-Politik kontraproduktiv, weil ja im Folgenden ein jeder Kunde wieder auf andere kostenlose Demos zurückgreifen werde, statt beim zweiten Auftrag zu bezahlen.
Bislang kam keine Reaktion mehr.
Bei der Dame von dieser Woche hingegen setzte ich noch eins drauf und verkündete, daß mit Hinblick auf die Kosten und Profitsituation ja im Grunde ICH derjnige bin, der seine unwirtschafltichen und somit zahlenmässig begrenzten Stunden zu verteilen habe und mir damit genau aussuchen müsse, mit wem es sich lohnt, in die Kälte rauszufahren um im Bereich Tonaufnahme zu arbeiten, statt im warmen Kämmerlein für effektiv den doppelten Stundensatz Programme zu schreiben. Daher stünde ich eigentlich kurz davor, den Spiess umzudrehen und die Diven zum Vorsingen antanzen zu lassen, um dann der Besten die Gelegenheit zu geben, bei mir preiswert zu produzieren. Ebenfalls keine Antwort mehr :-)
Was haltet ihr davon ? Demos machen und / oder Preise weiter senken, sodass dem Preisverfall Vorschub geleistet wird und die, welche davon Leben müssen noch mehr Probleme kriegen ? Oder sich zurückziehen und die Szene den Dumpinganbietern überlassen ?
Ich glaube, das Thema ist wieder mal einen Grundsatzartikel auf meiner Webseite wert. Wenn es so weiter geht, wandert der Artikel dann gleich auf die derzeit in Arbeit befindliche Historienseite - und zwar als Abgesang: Im kommenden Jahr wird das Studio so in dieser Form 10 Jahre alt. Es könnte wohl das Letzte sein!
Irgenwann melde ich das Ding dann ab und verlose 4x im Jahr einen kostenlosen , kompletten Aufnahmetermin - allerdings nur für schlanke und gut gebaute Musikerinnen
ZitierenPost melden
Antwort#2
weis gar nicht was du hast, ich mach das nur noch für 49,90. ich mein, wozu hab ich denn das samson c01usb mikrofon und den 599,- laptop ?
ironische grüsse

dB
ZitierenPost melden
Antwort#3
Man kann auch auf eine andere Art des Tonstudios umsteigen:


Tonstudio von Siegfried Z.
ZitierenPost melden
Antwort#4
"Sind gar die Tontechnikschulen schuld, die kostenfreie Demos anfertigen ?"
Natuerlich sind auch die Schulen schuld. Das wird auch so solange so bleiben, bis du einen Service lieferst, der ueber Schulniveau hinausgeht.
Viel Erfolg,
Rudi
ZitierenPost melden
Antwort#5
Auch wenn's von der Grunddiskussion wegführt:
Welchen Service soll man liefern, den der Kunde bereit wäre zu zahlen ?
Wie macht man es / ihr es dem Kunden plausibel, daß er mehr bekommt, als von der Schlue, wo er doch "an der Quelle sitzt" und kein Risiko eingeht, da er nix bezahlen muss ?
ZitierenPost melden
Antwort#6
ich glaube, diese Fragen sind der zentrale Punkt bei dem Problem.
Wenn sich die Kunden direkt an eine TT-Schule für Gratisaufnahmen wenden, kann man wohl nicht viel machen, die fragen erst gar nicht an. Aber wenn sie verschiedene Tonstudios im Visier haben und diese gegenseitig auszuspielen versuchen, kann man mit Argumenten kommen. Das Zauberwort heisst PROFFESSIONALITÄT.
und hier, weil es so unterhaltsam ist, die Hitliste der beliebtesten Vergleiche:
1. Ich kann mir von einem Friseurlehrling billig die Haare schneiden lassen, gehe aber ein Risiko ein, weil ich nicht weiss, ob ich auch hinterher zufrieden bin. Wenn der Ausbilder Fehler korrigieren kann, hab ich Glück gehabt. Sicher ist aber: Ich muss mehr Zeit aufwenden und Sonderwünsche sind ausgeschlossen.
2. Ich kann Onkel Heini mit seiner neuen Digicam als Fotograf an meine Hochzeit einladen, das kommt auch günstiger, als ein Profi. Nur weil seine Kamera 8Megapixel hat, hab ich sicher noch keine Garantie, dass ich gute Bilder bekomme. Weder vom bildgeschstalterischen Aspekt, noch vom technischen.
3. Ich sage zum Handwerker: "tapezieren Sie mir mal probehalber mein Wohnzimmer. Wenns mir gefällt, bekommen Sie den Auftrag für den Rest der Wohnung."
Was stellen sich die Leute vor? Qualität ist nicht gratis! Und kein Profi nimmt einen Auftrag an, bei dem er draufzahlt. Es kommt darauf an, dem Kunden seine professionelle Leistung zu vermitteln, mit der er später für sein individuelles Anliegen ein Resultat in den Händen hält, das überzeugt. Mehr kann man dem Kunden nicht sagen, ausser ihm noch Referenzen zum Hören geben. Musiker, die vor einer Aufnahme kein Qualitätsbewusstsein in diesem Sinne haben, verhalten sich derart unprofessionell, so dass man sie guten Gewissens mit den entsprechenden Hinweisen zum Gratisanbieter verweisen kann. Vermutlich wird man sie auch mit einem Billigangebot nie zufriedenstellen können.
Das produzierte Demo kann dem Sänger durchaus dazu verhelfen, dass er zum Vorsingen eingeladen wird, das sollte ihm klar sein. Genau so klar aber, dass ihm das noch keine Mucke garantiert.
ZitierenPost melden
Antwort#7
ähnliche dinge kenne ich auch!
was mir dabei auffällt ist, das genau dieses verhalten von leuten an den tag gelegt wird, die sich eine produktion "locker" leisten könnten!
das kleinere "bands" oder einzelmukker versuchen zu feilschen kann ich nachvollziehen, dazu ist man ja selbst immer auch gerne bereit, zumindest bis zu einem gewissen punkt.
das problem an der geschichte ist ja eigentlich auch folgendes:
denkt mal 10 jahre zurück, als man für ein ordentliches demo etc noch diverse studios anfahren musste.
sicher hier wurde einiges geboten, ordentliche räume, technik etc. dann wurde die ganze sache komplett in die rechner verlegt. das heisst also, weniger technik, viele dinge könne simuliert weden, im mp3 zeitalter merkt das der konsument eh nicht mehr!
wenn ich mir in diesem zusammenhang anschaue, wieviele gestandene studios gerade im hamburger raum den löffel abgeben, uah, erschreckend!
hierbei wird jetzt aber vergessen, das ein professioneller audiorechner immer noch profesionelles geld kostet.
ich habe schon desöfteren gehört, die technik, die ihr hier habt haben wir auch im proberaum.
da liegt ja genau das problem. jeder arsch hat heute irgendeinen aldi rechner mit nem logic oder cubase crack am laufen und denkt er wäre mit seinem 2 euro 50 firewire interface der grosse produzent!
diese hirnis machen dann auch noch werbung um für ´nen 5er die stunde, am finanzamt vorbei, demos zu produzieren, was natürlich völlig in die hose geht, weil eben die kenne fehlt. damit wird der kunde natürlich extrem abgeschreckt!
dieses ganze sieht der durch "geiz ist geil" parolen geschädigte kunde und macht es sich zu eigen!
hauptsache billig, herkunft egal und mir das meiste!
das ist das problem, will jetzt nicht sagen ami-prinzip, aber daher wurde es aufdiktiert!
für den einzelnen heisst das ganz klar, gürtel enger schnallen und sich auch mal rausnehmen, auf unseren bereich umgemünzt, mal ganz dreist zu fragen, ob diese damen und herren auch für lau arbeiten würden! man könne ja nach einer probeaufführung auch mal schauen, das man noch einige gigs bestreiten kann, dann natürlich mit gage!
jaja, musik und geld, das sind so sachen!
jeder hat kohle um zu seinem fussballabend zu stiefeln oder seinem karnickelzuchtverein die kohle abzulatzen, ebenso dem fliesenleger, der mal eben nach feiserabend schwarz den keller fliest, aber wehe, du sollst einem studierten toning. seine arbeit bezahlen, dann gehts los!!
genug geschwafelt:
unendgeltliche arbeit kommt nicht mehr in frage, soviel mal sicher! also stell wenigstens teile in rechnung, das macht jeder andere laden auch! wenn´s nix wird, bewarst du wenigstens dein gesicht und machst dich nicht zum kaspar!!
Inti
ZitierenPost melden
Antwort#8
Hallo Jürgen,
ist ja wohl der Hammer. Wenn deine Sängerin wiederkommt, darfst du mich zitieren:
Ich arbeite oft vergebens, aber niemals umsonst.
Viele Grüsse und ein schönes Wochenende
Gerhard
ZitierenPost melden
Antwort#9
Hi Jürgen,
die Preise noch weiter senken halte ich für den absolut falschen Weg!!!
Unsere Arbeit ist genauso ihres Geldes wert wie die eines Ings aus einem anderen Gewerkes oder eines Handwerksmeisters. Wenn jemand sein Studio im Nebenerwerb betreibt, aber eine professionelle Qualität abliefert, so soll er bitte auch professionelle Preise nehmen !
Die Dumper haben meist eine schlechtere Qualität am Bord, nur merkt man es, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Letztendlich zahlt der Musiker doppelt: für die schlechte Dumper-Aufnahme und die Aufnahme beim seriösen Kollegen. Sollten wir uns nicht vielleicht zusammentun, um diesen Verfall entgegenzutreten?
Holger



mobile Tonaufnahmen
ZitierenPost melden
Antwort#10
ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen.
Schliesslich gibts den guten alten Spruch "ohne Geld keine Musik", und ehrlich gesagt bin ich sogar geneigt, die Preise eher höher anzusetzen je "unprofessioneller" die Gruppe ist - denn schliesslich bedeutet das auch einen erheblichen Mehraufwand (wobei ich stets pauschal, kaum nach Stunden abrechne).
Natürlich werden keine Mondpreise verlangt, nur ich bemühe mich, mich nicht mehr unter meinem Wert zu verkaufen. WEnn jemand sagt "aber XY macht das um Z billiger", dann wünsche ich ihm viel Vergnügen mit XY. Ich lasse mich auf keine Preiskämpfe mehr ein, das bringt nichts ausser dass man sich gegenseitig in den Boden lizitiert.
Gratis gearbeitet wird nicht mehr, alles hat seinen Preis, selbst der Tod, der kostet das Leben.
Einziges "MItleid" habe ich für junge Studenten - aber auch hier gibt es zumindest eine Aufwandsentschädigung.
Tja... mal sehen wie lange ich durchhalte...


Tonzauber - einfach klassisch!
ZitierenPost melden
Antwort#11
Wie Umsonst?
es gibt mit Sicherheit immer Sonderfälle, wie beschriebene Studenten oder was weiß ich.
Aber du mußt ja nur mal für dich selber Rechnen.
Angenommen du nimmt 3% vom Einkaufpreis der Geräte, die du mitschleppst, dann ein wenig fürs Auto und Benzin ohne einen Cent an Arbeitslohn selbst dann hast du ja schon einen Betrag xy, bei dem du immernoch kräftig drauflegst.
Frag doch mal die Diven etc. ob sie an deinem nächsten Geburtstag mit dem Orchester nicht mal eben bei dir vorbei kommt ein Ständchen singen.
Natürlich kostenlos.
Ich bin in der glücklichen Lage finanziell auf solche Sachen nicht angewiesen zu sein. Bei mir gibbet sowas nicht. Ich lasse gerne mit mir verhandeln aber das Zeug war alles Teuer und ich fahre nicht zu dumpingpreisen durch die Weltgeschichte, dann sollen sich andere ärgern und ich lege mich lieber in die Badewanne, dabei hab ich mehr verdient.
ZitierenPost melden
Antwort#12
Wenn man´s genau betrachtet machen die , die vorgeben eine Ausbildung zu schaffen - nämlich die diversen privaten "Institute" ( die früher oftmals selbst Studios waren ) den Markt kaputt ! Wenn man Musikern für Umsonst anbietet ein Demo zu machen und auch noch engagierte Studenten sich bemühen, dies möglichst gut zu machen (und dafür benotet werden !), dann ist das schon eine Konkurrenz zu "professionellen" Studios, die so einen Job mal unter ferner liefen abwickeln. Das heisst, die vielen inzwischen am Markt vertretenen und vom Arbeitsamt geförderten "Ausbildungsstätten" machen letztendlich den Markt auf dem ihre Auszubildenden später mal arbeiten sollen selbst kaputt. Wer braucht denn die vielen "Soundengineers", die mit ihrem "Diplom" jährlich diese "Bildungsstätten" verlassen (und teuer Geld bezahlt haben...) wirklich ??
- Keine Sau, denn die , die die (kostenlosen) Jobs dann machen, sitzen wieder in den Bildungsstätten und machen´s umsonst !
Letzendlich profitieren von dem Szenario nur die "Künstler" , die quasi umsonst ihre Aufnahmen bekommen - und ich verstehe Sie. Ich würde es genauso machen.
Ich frage hier mal in die Runde: Wer kann denn wirklich noch selbstständig davon leben ? Ich habe den Beruf auch 10 Jahre lang gemacht und gut davon leben können ( das war allerdings schon 8 Jahre her...). Meiener Meinung nach ist es inzwischen ein reines Hobby geworden - oder bestenfalls Nebenerwerb.
Oder liege ich da falsch ?
ZitierenPost melden
Antwort#13
Wenn man jetzt Holgers Gedanken weiterspinnt, könnte man durchaus auch auf regionaler Ebene (z.B. Grossraum Köln oder München...) mal die Kollegen an einen Tisch bringen und dann mal offen über die Preise, Arbeitsfelder usw. reden. Was die Ölfirmen oder die Zementindustrie kann, sollte auch in unserem Umfeld möglich sein. Warum sollte man sich gegenseitig auf Teufel komm raus die Preise kaputtmachen?
Sicherlich, gegen die Laptopschlepper mit T-Bone Mikro's und Soundblaster kannst du nichts machen. Aber es gibt sicherlich eine Menge kleine und mittlere Studio's, die sich vom Equipment und Know-How her durchaus mit den Grossen der Branche messen können, Halt ein paar Kanäle weniger und keine 10 Angestellten. Ich könnte mir durchaus vorstellen, mit anderen Kollegen in einer Art 'Arbeitsgemeinschaft' zusammenzuarbeiten. Warum kann man sich mit Equipment nicht auch mal gegenseitig aushelfen? Warum kann ich Hardmetal Leute nicht mal zu einem Kollegen schicken?
Dies ist sicher kein fertiges Konzept, sondern eher ein spontaner Gedanke den ich einfach mal zur Diskussion stellen möchte.
(Aber erzählt mir bitte nicht alle warum das überhaupt nicht funktionieren kann. Die Kinken und Probleme kenne ich aus meinem Hauptjob zur Genüge)
Gruss an Alle
Gerhard
ZitierenPost melden
Antwort#14
Hallo Bernd,
auch ich habe vor Jahren mit meiner Band in einer privaten Schule für Tontechnik die Möglichkeit wahrgenommen, im Rahmen einer Abschlussarbeit eines Schülers eine Aufnahme zu machen. Da standen ein dickes Neve-Pult und viele andere dicke Sachen. Im Endeffekt konnte man aber das, was nach den sechs Stunden zur Verfügung stehenden Aufnahmezeit hinten raus kam, direkt in die Tonne treten. Jeder, mit dem ich darüber gesprochen habe und der das auch mal gemacht hatte, erzählt das Gleiche.
Dass sich da ein ganzes ordentliches Demo produzieren lässt wage ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall bestätigen sich die Aussagen der Vorredner und ich rate jedem, die Finger von sowas zu lassen.
Gruß
Claus
ZitierenPost melden
Antwort#15
lol!
Lest doch dort mal unter "Technik" ueber den "Atomstromfilter"...
Gruss,
Mathematiker
ZitierenPost melden
Antwort#16
Hallo Gerhard,
Deine Ideen von Arbeitsgemeinschaften sind gut und wurden in den letzten
Jahren verstaerkt von Handwerkern aufgegriffen. Leute, die frueher einzelne
Tischler, Glaser, Zimmerleute etc. waren haben sich zusammengetan und bieten
"alles aus einer Hand".
Gegen dumping gaebe es an sich Gesetze, die "Liebhaberei" verbieten; es faellt
irgendwo in den Bereich der Wirtschaftskriminalitaet.
Solange es aber keine Regulierungsbehoerde oder Marktaufsicht gibt, ist es
schwierig, als Einzelunternehmer gegen Dumping vorzugehen und Marktschutzmechanismen
aufzubauen.
Die Amerikanisierungs-Tendenz ist da. Vielleicht sollte man einen Blick nach Amerika werfen,
und sich ansehen, wie die dortigen Studios betriebswirtschaftlich konzipiert sind?
Beruhen sie rein auf Qualitaetsfuehrerschaft?
Zusaetzlich sollte sich jeder einzelne ueberlegen, in welchem Marktbereich er aktiv
sein will. Im untersten Segment ist ein professionelles Arbeiten wirtschaftlich kaum mehr
moeglich, weil es durch die billige Technik eben Privatpersonen ermoeglicht, das fuer dieses
Segment gewuenschte Produkt zusammenzustellen. Qualitaet ist dort das falsche Wort!
Das Wort dort ist "billig und ausreichend".
Gruss,
Mathematiker
ZitierenPost melden
Antwort#17
Ich nhem ne Stereo-Nagra, meine DPAs als AB (oder doch besser Blumlein mit einem C422?) und verkaufe ab sofort nur noch "audiophile High End Single-Point Analogaufnahmen" zu völlig surrealen Preisen.
Vielleicht funktioniert das kaufmännisch, auch wenns mir tontechnisch den Magen umdreht...


Tonzauber - vielleicht doch besser audiophil?
ZitierenPost melden
Antwort#18
Ich wuerde natuerlich Blumlein verwenden, das einzig wahre und originale Stereo-System vom Stereo-Erfinder selbst! :-)
Das faellt alles unter "marketing"...
Gruss,
Mathematiker
ZitierenPost melden
Antwort#19
Die Sache ist für mich ganz einfach:
Entweder man arbeitet wirklich professionell, dann ist man in der Lage, gegen 90% der
Hobbyisten, die auch mal für fast umsonst arbeiten "anstinken" zu können. 1. Durch Know-How, 2. durch professionelles Auftreten und Referenzen, 3. durch besseres Material (die unwichtigste Sache dabei!).
Wenn nicht, dann bin ich selber Hobbyist und habe mich nicht über die anderen zu beschweren. Wenn der potenzielle Kunde nur am Preis interessiert ist, dann wird er eben kaum ein professionelles Ergebniß bekommen, sondern i.d.R. Substandart, so z.B. auch von SAE-Schülern - ich kann nicht auf der einen Seite solche Institute kritisieren aber auf der anderen Seite dort eine Konkurenz ausmachen, wo mangelde Erfahrung gepaart mit Halbwissen (Schüler eben...) auf dem Plan steht. Genau wie bei der "Laptop/T-Bone"-Fraktion. Der Markt wurde nach unten geöffnet - zur Freude aller Amateure, sowohl vor als auch hinter dem Mikro - und das ist gut so. Wer sich als Profi dagegen ncht durchsetzen kann hat wohl einige Defizite, die es zu durchleuchten gilt.
Gruß,
Christopher
ZitierenPost melden
Antwort#20
Strikt nach "rational choice theory" ist Dein Magenbefinden voellig belanglos fuer den Markt,
der Wert des Produkts richtet sich nur nach seinem Preis, der dafuer bezahlt wird, also
nach den Praeferenzen der Kunden. Strikt nach "rational choice theory" muesstest Du nach
dem Praeferenzsystem Deiner Kunden produzieren. Wenn der Kunde Produkte will, bei denen
es Dir den Magen umdreht, musst Du (strikt nach "rational choice theory") in diesem Marktbereich
diese Produkte anbieten oder diesen Marktbereich verlassen, weil sich angeblich - strikt nach
"rational choice theory" - gemaess der Kunden-Praeferenzsysteme das Marktgleichgewicht einstellt
und Dein Angebot frueher oder spaeter ausserhalb des Gleichgewichts liegt...
Erziehungsmassnahmen (Erziehung zu Qualitaet) sind in "rational choice theory" nicht inbegriffen.
Aber "rational choice theory" ist das Konzept, nach dem in Amerika am meisten argumentiert wird,
das immer noch an Wirtschaftsuniversitaeten gelehrt wird, aber unter Wirtschaftswissenschaftlern
nicht unbedingt den besten Ruf hat.
Gruss,
Mathematiker
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.