Bass abmischen!!! Melodic Death Metal

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo, könnt ihr mir ein paar Tipps zum Bass abmischen geben. Ich möchte gerne wissen wie ich den Bass richtig in die Gitarren einbetten kann. Damit sie richtig druck machen. Wir sind gerade dabei unsere neu CD einzuspielen und der Bass fügt sich nicht in die Gitarre ein. Würde mich sehr über Hilfe freuen. Falls ihr noch Fragen habt um mir besser zu helfen, stellt sie einfach.
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Antwort#2
Tja, das ist so eine Frage, die man nie vollständig und allgemeingültig beantworten kann, ohne selbst am Pult zu sitzen. Die sicherste Lösung für ein gutes Ergebnis wird also sein, jemanden das machen zu lassen, der es kann. Nicht vergessen dabei: Zuschauen/-hören und Lernen. Ohne eine genaue Klangvorstellung und die Erfahrungswerte, wie man zu einem Klang kommt, der der Vorstellung nahekommt, wird nie ein aus professioneller Sicht wirklich gutes Ergebnis rauskommen.
Aber: jeder hat mal klein angefangen, und vielleicht können ja ein paar Anmerkungen vor den schlimmsten Fehlern bewahren. Alles, was ich hier schreibe, sind grobe Richtwerte und keine fertigen Kochrezepte (denn die helfen meistens doch nicht).
Wenn ich die Frage richtig verstanden habe, habt ihr den Bass schon aufgenommen. Das war dann schon der größte Fehler überhaupt, denn mit der Aufnahme entscheidet man schon über den grundlegenden Sound. Nach der Aufnahme kann man Aufnahmefehler nicht mehr retten, sondern höchstens Schadensbegrenzung betreiben. Der geringste Schaden entsteht normalerweise, wenn man den Bass per DI aufnimmt - dann kann man ihn sogar nochmal durch den Amp jagen, wenns sein muß. Mit Mikro vorm Amp klingt es manchmal fetter und v.a. fast immer "dreckiger" und "rotziger", aber man sollte wissen was man tut.
Weiterhin klingt deine Frage nach dem sog. "Maskierungseffekt": dadurch, daß Bass und Gitarren in ähnlichen Frequenzbereichen liegen, können sie sich gegenseitig verdecken, was zu einem matschigen und undeutlichen Klangbild führt. Die Lösung (und DAS Geheimnis jeder Mischung!) heißt "parametrischer EQ", wo du gezielt die charakteristischen Frequenzbereiche der einzelnen Instrumente anheben und die weniger charakteristischen absenken kannst.
Ein Bass wird typischerweise in den Tiefen bei etwa 60 Hz einen Bauch vertragen, bei etwa 150 Hz dröhnt er meist. Anschlaggeräusch grob gesagt bei ca. 2-3 kHz (dort allerdings auch Anschlaggeräusch der Gitarren), Druck kann man evtl. noch bei etwa 300 Hz machen (gilt auch für Gitarren - also abwägen, aber niemals beides im gleichen Bereich anheben). Präsenz und "Draht" liegt wesentlich höher und ist sehr abhängig vom Bassmodell.
Die Gitarren werden aggressiv durch Anhebungen um 1,4 kHz. Druck erhalten sie ebenfalls bei ca. 300 Hz...
Ausprobieren!
Kurz zusammengefaßt: Gute Mikrophonierung/DI-Abnahme ist schon mehr als die halbe Miete, guter EQ fast die andere Hälfte, und ein bißchen gute Dynamikbearbeitung kommt noch dazu. Wenn der Musiker gut ist. Aber das ist ja nix neues...
Es gibt in einigen Ausgaben der Zeitschrift "Gitarre&Bass" einen Recording-Workshop, der sich etwas tiefer mit EQ-Einstellungen befaßt.
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Antwort#3
Hallo,
imho ist das Arrangement von Bass und Gitarre die halbe Miete. Wenn sich die Instrumente im Proberaum gut ergänzen, dann sollten sie das auch bei der Aufnahme tun. Fette Gitarren erreicht man denn ja auch eher durch Doppeln als durch viel Bassanteil und hohe Verzerrung.
Was fügt sich denn nicht genau? Sind die Instrumente nicht unterscheidbar? Ist der Bass nicht zu hören? Oder liegen sie zu weit auseinander?
Gruß
Claus
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Antwort#4
Was habt ihr zuerst aufgenommen?
Normalerweise richtet sich der Bass nach den Gitarren, weil das einfach einfacher ist.
Neben dem was gesagt wurde:
Gewöhnlich werden die Gitarren zu bassig gewünscht von Gitarristen. _Mit_ Bass muss es richtig druckvoll klingen, nicht schon ohne.
Ohne zu Hören, wie der Sound generell ist und was ihr spielt:
Den Bass bei 150Hz ausdünnen. (dort drücken Gitarren)
Vorsicht im Bereich von 300Hz bei den Gitarren. Ja nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig.
Die Gitarren unterhalb von 100Hz abschneiden. (da kommt eh nur noch Mulm)
Die Präsenz von Bass kann durch Anheben von 500Hz bis 800Hz erhöht werden. Die Höhen (also so 2-5kHz) kann man durch einen Multibandcompressor bearbeiten.
Vielleicht einen Overdrive (z.B. SPL Charisma) um ihn dreckiger zu machen?
Oder gar richtig verzerren? (dabei aber einen cleanen Kanal lassen)
Ich gehe mal davon aus, dass der Bass roh ordentlich klingt. Kein uralter billig Bass mit schwachen passiv Tonabnehmern und uralten Saiten.
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Antwort#5
Moin, wir haben zuerst die Gitarren aufgenommen. Bei den Gitarren hab ich einen Low Cut gemacht so bei etwa 250 Hz. Ich bekomm den Bass nicht richtig unter die Gitarren gemischt. Ich möchte unbedingt vermeiden, dass der Bass zu sehr zu hören ist. Er soll ein ordentliches Fundament unter den Gitarren bilden. Der Bass ist ein Aktiver und von Ibanez, dieser mit Kunststoffkorpus. Das Bassamp ist ein Trace Elliot. Ich hab ihn jetzt auch nur über den Line Out aufgenommen. Ich wollte eventuell noch zusätzlich mit Mikro abnehmen. So hab ich ja vielleicht die Möglichkeit mir einen Sound zusammenzumischen. Bei den Line Out wollte ich vielleicht noch ne DI Box dazwischen klemmen. Aber danke für deine Antwort. Ich werde heute gleich mal probieren. Ach wie bekomm die Lautstärke beim Bass angeglichen? Hab schon mit dem Kompressor rumprobiert. Könntest du mir da eventuell ne Grundeinstellung geben mit der ich rumprobieren kann?
MfG Steffen
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Antwort#6
Hallo Claus,
der Sound an sich ist schon ganz gut, nur finde ich, dass der Bass zu sehr zu hören ist, also nicht direkt unter den Gitarren liegt. Das heist, die Gitarren werden nicht vom Bass fett gemacht. Kann es daran liegen, dass ich die Gitarren im Pannorama so bei 3/4 links und rechts liegen habe?
MfG Steffen
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Antwort#7
Hallo pkautzsch,
zum Glück haben wir den Bass noch nicht aufgenommen. Wir haben nur einen Soundtest gemacht um zu gucken wie er so im Gesamtsound passen könnte . Aber danke für deine Antwort, so hab ich wieder was dazugelernt und kann wieder rumprobieren. Denn probieren geht über studieren. Ich werde es heute gleich ausprobieren!!!
MfG Steffen
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Antwort#8
Bei den Gitarren hab ich einen Low Cut gemacht so bei etwa 250 Hz.
Ich möchte unbedingt vermeiden, dass der Bass zu sehr zu hören ist.
Er soll ein ordentliches Fundament unter den Gitarren bilden.
Ich hab ihn jetzt auch nur über den Line Out aufgenommen.
Kann funktionieren. Kann aber auch schon zuviel des guten sein.
Bässe sollten meiner Meinung nach schon von den Gitarren kommen.
Bei gedoppelten Klampfen bei den zweiten mache ich das oft so.
Was sagt denn da der Bassist dazu?
Ist doch eigl. Mist so, oder? Ich mein unsereiner probiert rum, dass der Bass zu hören ist ohne ihn zu mittig zu machen oder die Gitarren zu dünn.
Aber sicher nicht dröhnen oder mumpfig klingen.
Wie gesagt, ohne Hören ist es Mist. Aber versuch mal:
- Die Bässe bei 50Hz rein.
- Die Bässe bei 120-150Hz raus.
- Die Mitten bei 300Hz raus.
- Die Mitten bei 500-1kHz raus. (je nachdem, halt)
- die Höhen (um 2-5kHz) nach Geschmack, ich persönlich mag drahtige Bässe.
- mit Multiband compressor, Bässe leicht komprimieren.
- Höhen - falls gewünscht - stärker komprimieren.
- Mitten nicht komprimieren. (sind ja eh kaum da...)
- Gitarren wieder bis 100Hz erlauben.
- as I said: overdrive.
Line Out ist völlig ok. Besser wäre noch den Bass direkt aufzunehmen.
Frage: wird der EQ des Trace Elliot mit aufgenommen? Falls ja, wie ist er eingestellt?
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Antwort#9
moin!
das mit den bässen reindrehen beim bass finde ich immer etwas gefärlich, man erwischt immer einen ton.
wie ich das zuweilen mache.
bass per DI aufnehmen, das signal komprimiert in die mischung.
ausserdem über nen aux in eine amp simulation, kann natürlich auch ein echter amp sein, mit der simu/amp den bass anzerren. aus dem resultierenden signal den bass cutten, !nach simu/amp!, also nur die verzerrungen beimischen den bass bereich aber trocken lassen. bass signale mischen ist problematisch weil eventuelle auslöschungen verheerendere auswirkungen haben als in den mitten oder höhen.
durch den zerranteil verzahnt sich das ganze.
meine variante einer variante
sorry für den telegrammstiel bin am 14. vater geworden und hab eigentlich keine zeit für nix

grüße
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Antwort#10
das mit den bässen reindrehen beim bass finde ich immer etwas gefärlich, man erwischt immer einen ton.
Du hast recht.
Aber wenn man mit Amp aufnimmt oder eine miesen Bass hat, kann man die fehlenden Grundfrequenzen also ruhig etwas ausgleichen, wenn sie fehlen.
Wenn ich meinen Warwick direkt aufnehme, muss ich auch nichts reindrehen.
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Antwort#11
Hi Steffen,
wenn die Gitarren besser zu hören sein sollen als der Bass, sollte das Kompressionsverhältnis der Instrumente dementsprechend gewählt werden.
z.B.: Gitarre, Kompressionsfaktor 4:1; Baß 2:1 dann liegt der Baß immer "unter" den Gitarren und hat auch deutlich weniger Druck. Achtung mit dem Trace Elliot Amp. Der eingebaute Kompressor macht schon sehr viel Druck und sorgt dafür das der Amp sich in der Mischung gut durchsetzt, notfalls bei der Aufnahme OHNE den Trace-Elliot Kompressor arbeiten.
Entgegen der Meinung einiger Forenmitglieder arbeite ich auch im Bassbereich mit einem Multibandkompressor. Die Frequenzbänder sind nach unten hin feiner gestaffelt, damit bekommst du bei tiefen Frequenzen viel Schub und kannst den Mulm bei 200Hz...400Hz quasi getrennt regeln. Das ergibt einen sehr aufgeräumten Bass. Achtung hierzu muß die Flankensteilheit der Filter einstellbar sein und möglichst hoch ausgewählt werden. Grundsätzlich den Baß mit Hochpaßfilter von ca. 35 Hz oder höher aufnehmen damit Saitenziehen und Baßschlapen nicht zu DC-Amplituden an den Lautsprechern führt.
Ansonsten, probieren.
Gruß
M. Hein
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