Hallo, kann mir jemand ein paar info zu dem Mikro geben - nach intensiver internet-rechereche hab ich leider nicht wirklich was passendes gefunden. interressieren würd ich mich für den Frequenzgang, Polardiagramm und jede zusätzliche info. ciao raey
Das Mikrofon Mikor MBC 540 ist in der Tonstudiotechnik völlig unbekannt. Die 500 Ohm Quellimpedanz weisen deutlich auf Heimtechnik hin. 200 Ohm sollte das Mikrofon schon haben, besser noch weniger.
Servus Raey, Dieses Mikrofon stammt aus der Zeit um 1974. Es ist ein Elektret Mikrofon der Firma Peerless, Vorgänger der Firma MBHO. Es hat tatsächlich 500 Ohm Impedanz, da nur ein FET-Impedanzwandler vorhanden ist. Das MBC 540 hat eine Batterie Speisung und kann auch über einen separaten Anschluß versorgt werden. Gruß Hans
Ich bedauere, so manches von dem, was oben angesprochen wurde, korrigieren zu müssen, denn mir liegen die Unterlagen zum MBC 540 vor. Das Mikrofon gab es bereits vor 1974, wie eine Annonce der Funkschau beweist. Weiterhin wurde kein Elektret, sondern eine klassische Kondensatorkapsel nach dem NF-Verfahren mit nachgeschaltetem FET-Impedanzwandler, jedoch ohne Phantomspeisung verbaut. Die Speisung bsorgten zwei interne Batterien zu jeweils 15 Volt. Als Zusatzausstattung waren neben einem passiven Trittschallfilter TF 9544 und einem Dämpfungszusatz DZ 9546 separat auf das Mikrofonrohr aufsteckbare Phantomspeisezusätze zu erwerben, die das Mikrofon dann mehr oder minder zum MBC 548 machten, das als 648 meines Wissens noch heute bei Herrn Haun gebaut wird. Die Schaltungstopologie des 540-Impedanzwandlers entspricht ansonsten exakt demjenigen des 548. Das 540 arbeitete darüber hinaus mit denselben Wechselkapseln wie das 548, das zu dieser Zeit aber nur mit linearen Kugeln (die Diffusfeldkugel kam später) oder Nieren niedriger -ca. 5mV/Pa- oder hoher -ca. 10mV/Pa- Empfindlichkeit zu bestücken war. Die heutigen Kapseln von Herrn Haun sollten tadellos auf das 540er-Rohr passen. Die Mikrofonkonstruktion Manfred Schneiders entstammt noch der Zeit vor dem Konkurs der MB in Neckarelz, wurde aber weiterhin gebaut, als zeitweise Peerless den Verein auffing. Dafür wurde das kleine Geschwister MBC 500 (ebenfalls mit den Kapseln des 548) -Nf-Kondensator für den Amateur zu einem fast unvorstellbaren Preis (damals in der Größenordnung des MD 421!)- nach diesem Konkurs nicht mehr gefertigt. Die Funkschau schrieb damals dazu, dass in der Branche (das betraf wohl die konkurrierenden Anbieter Neumann, Sennheiser und Schoeps) zu hören gewesen sei, dass "auch eine ungute Preispolitik mit zum Zusammenbruch der Firma Mikrofonbau GmbH, Neckarelz beigetragen" habe. Als Nachfolger gab es bei den Obrigheimer MB-Quart-Leuten dann das MBC 640, das allerdings eo ipso trafogekoppelt war, also von vorneherein nach DIN 45596 gespeist werden konnte und die übliche Ausgangsimpedanz von 200 Ohm aufwies. Zusätzlich war über eine kleine Mercury-Zelle 5,6 V aber auch ein Betrieb ohne Phantomspeisung möglich, was auch eine Desymmetrierung des Ausganges erlaubte. Prinzipiell müsste selbst der komplette Service noch heute bei Herrn Haun in Obrigheim möglich sein, dessen geradezu beispielhafte Flexibilität alles daransetzen wird, ein Mikrofon dieses Alters 'mit links' wieder zum Betrieb zu verhelfen. Selbst eine Erweiterung des Gerätes auf Phantomspeisung dürfte ihm kaum schwerfallen. Von 540 etc. pp. besitze ich Schaltungsunterlagen und einen kleinen 'Test" aus der schweizerischen "Unterhaltungselektronik" vom Dezember 1975. Hans-Joachim
Es gibt ein MBC 500 hifi (Druckempfänger/Kugel), das mit einer sehr einfachen FET-Impendanzwandlerstufe ebenfalls 500 Ohm Ausgangsimpendanz hat. Dieses wird mit einem Batteriespeisegerät mit zwei 9V-Blöcken betrieben. Der Mikrofonanschluß ist 3poliger-DIN-Stecker mit folgender Belegung: Pin 1: Signal Pin 2: Masse Pin 3: + 20 V Die Kapsel scheint dem Schaltplan nach eine Kondensatorkapsel zu sein, deren Polarisationsspannung über einen 1 GOhm Vorwiderstand von der Betriebspannung kommt. Der Signalausgang ist unsymmetrisch ... Über das Speisegerät habe ich keine Unterlagen.
ich nehme mal an, dass das mbc 540 gerade eine ebay-reise durch deutschland macht... im moment ist es bei mir (fotos sehen sehr gleich aus). leider habe ich noch keine remail von mbho haun erhalten. würde dieses mik gerne wieder in betrieb nehmen ... aber an 48 v xlr. meine frage: gibt es daten die mir beim umbau helfen könnten (habe gute e-te-k ... kein supermarkt :-). freu mich sehr über eine antwort. mit freundlichsten gruesslis an alle.
Die Unterlagen zum Mikrofon sind/wären nebst einem "Test" (Unterhaltungselektronik, Schweiz von 1975) in meinem Besitz. Das Mikrofon wird von zwei internen 15-Volt-Zellen des Typs Varta 74 gespeist, die heute wahrscheinlich nicht mehr zu bekommen sein werden. Überdies ist es nicht nur mittelohmig, sondern auch unsymmetrisch angelegt, d.h. der Impedanzwandler liegt trafolos über einen Koppelkondensator am Ausgang. Damals wurde deshalb von MB (noch Neckarelz, da passierte 1974 allerlei) ein Trafozusatz in Gestalt eines Aufsteckadapters geliefert (MB-PS-9548), mit dem dann ein Betrieb nach DIN 45596 möglich wurde. Mit diesem Trafo entspricht das Mikrofon dem MBC 548 und damit auch dem 648, was zudem erlaubt, auch Hauns aktuelle Kapseln zu verwenden. Der Trafo dürfte bei Verzicht auf das Batterietheater nachzurüsten sein, womit das Mikro ohne hinderliche Annexe phantomspeisungstauglich wäre. Hans-Joachim
danke für die weiteren daten zum mikro. so wie es ausschaut haben die von haun leider keine tips für mich ... wegen umbau auf xlr p48. ich habe schon mit dem gedanken gespielt, dass innenleben gegen eine trafolose geschichte zu ersetzen. habe aber leider noch keine passende schaltung gefunden. vielleicht hat ja hier jemand eine anregung für einen symmetrischen mikrofonverstärker für 48v. sollte ins gehäuse passen und die bauteile aktuell und rauscharm sein. vielen dank für anregungen
ich könnte da weiterhelfen. Es gab mal in einer alten Zeitschrift das passende (MB)Schaltbild oder auch in einer andere Zeitschrift trafolose Schaltungen. Einen kleinen Trafo einzubauen ist aber problemlos machbar. Ich habe meine Mikros dann auch gleich auf XLR Stecker umgebaut, was auch ganz einfach ist. Wie kommen wir da zusammen? Gruß Reiner
Lieber Musikante aus dem Hessischen, deine Replik klingt etwas bekümmert passiv (jedoch uninformiert), was mich schließen lässt, dass du bis heute vergeblich auf Antwort aus Obrigheim wartest. Da du aus den südhessischen Bereichen stammst, wäre ein Besuch im 165 km entfernten Obrigheim in Gestalt eines Tagesausfluges möglich, ein Telefonat mit Haun ist es allemal. Haun macht auf mich nicht den Eindruck des leidenschaftlichen Internetnutzers, was mitunter gerade fachlich mehr für sich hat, als das endlose Sitzen am Rechner. Andererseits führt es zu jenen Erscheinungen, die du jetzt anscheinend beklagst. Mithin: Anruf. In deinem Falle sollte ein Regulärtrafo des MBC 648 (korrekt eingebaut) mit einem kleinen Kondensator (0,1µ) über der Speisespannung im Mikro das Phantomspeisungsproblem bereits lösen. Den Trafo sollte man, wenn Obrigheim nicht adaptieren will, doch bestellen können. Nach dem Augenschein lokalisierte ich die Herkunft meiner 548-Trafos in Heilbronn, was aber heute nicht mehr gelten muss. Vorsicht ist mit den Madenschrauben geboten, die meiner Erinnerung nach hineinzudrehen waren, um das Mikrofonrohr freizugeben.
Das mechanische Innenleben von 540 und 548 ist 'physikalisch' (Kunststoffinnenträger) sowieso identisch. Trafolose Ausgänge gibt es von Schoeps (CMC5) und anderen Branchengrößen einschließlich Hauns, die mit gewissen Umarbeitungen tauglich wären. Also: Wo hakt es noch? Außer, dass meine Offerte deinerseits ohne Reaktion blieb. Hans-Joachim
das ist ja klasse, dass mir jemand helfen kann. bevor ich die ganze geschichte am ende noch verbastle :-) ich hoffe es ist nicht verboten email-adressen hier einzufügen...ich machs ma!!![E-Mail-Adresse entfernt]!!!bin sehr dankbar für jede hilfe zum haunofon. mit freundliche gruesslis an alle mitleser
habe von mbho mittlerweile rueckantwort erhalten. die email-abteilung war wegen baby-pause kurzzeitig nicht besetzt. habe jetzt die daten zum mikrofon. das mikrofon kann auch von aussen mit spannung versorgt werden. es gibt dann auch noch den p48 adapter ... von dem habe ich leider keinen schaltplan. in erster linie gings es mir um einen moeglichst MB-Haun-ischen umbau ... in zweiter würde ich das mikro wenn möglich einfach gut klingend ans laufen bringen :-) mit besten gruessen an alle mitleser!!!
habe wohl vergessen das postfach zu leeren ... [E-Mail-Adresse entfernt] ist sozusagen meine spamadresse :-) und die war wohl [E-Mail-Adresse entfernt] noch eine. an sonsten gibt es noch auf meiner homepage hessenmusik eine adresse. vielen dank fuer die bemuehungen.
danke reiner für deine bemühungen ...habe die email falsch angegeben. die richtige adresse ist [E-Mail-Adresse entfernt] . würde mich sehr uber einen neuen versuch von dir freuen.
danke für die informative Rückantwort...habe auch nachricht von mbho erhalten. zur weiteren kontaktaufnahme gebe ich hier nochmal eine emailadresse [E-Mail-Adresse entfernt] o. s. homepage bin auf jeden fall an bauvorschlägen sehr interessiert. danke für die netten bemühungen.
hallo guten abend ist ja sehr interessant was ich da lese, leider hat die firma mbho keine gute historie des mikrofonbaus parat, habe zwei mikrofone erworben mit kapsel MB C 92540. eins davon wurde mit 2x 15volt pertrix batterien betrieben, das andere hat einen fünfpoligen schraub minituchel anschluss. die gehäuse und kapseln sind sonst identisch, habe auch bilder. natürlich würde ich die mikros gerne wieder in betrieb nehmen, könnten sie mir helfen, mit schaltungsunterlagen zb. oder wie? vielen dank im voraus. hans jürgen hellweg
Lieber Hans Jürgen, die notwendigen Unterlagen sind neben allerlei Wissen zur Firmengeschichte in meinem Besitz. Ein Mail-Versand des gescanten Schrifttums ist auf Abruf hin möglich. Anzumerken wäre jedoch, dass du dir für eine Wiederinbetriebnahme über deine Ansprüche klar werden musst. Sollen die Mikrofone an einer unsymmetrischen Senke (also Amateur-DAT mit Mikroeingang 'oder sowas') oder aber an einem Mischpult/Interface betrieben werden, das ein symmetrisch beschaltetes Mikro voraussetzt und/oder gar phantomgespeiste Eingänge bereitstellt? Der letzte Fall führt zu beherrschbaren, möglichen, aber aufwändigeren Umbauten, die du beim Kollegen Haun (MBHO) in Obrigheim durchführen zu lassen versuchen solltest, da der weiland verfüg- und aufschraubbare Zusatzübertrager heute sicher nicht mehr beizuziehen ist. Das Mikro war ja anfangs/Mitte der 1970er Stand des Vertriebes. Die Wiederinbetriebnahme an einem unsymmetrischen Eingang (die Regel bei klassischem Amateurequipment) ist dagegen noch nicht einmal an den Einbau schwer bis nicht mehr erhältlicher Batterien gebunden, sondern könnte mit einer externen Speisung erfolgen (und seien es fünf zusammengesteckte 9-V-Blöckchen). Die Kapsel 92450 war übrigens eine Niere mittlerer Empfindlichkeit, weshalb deine Kapseln seitliche Schlitze aufweisen müssten. Ansonsten findest du hier im Forenarchiv wohl zwei weitere, mir erinnerliche Sequenzen zum MBC 540 bzw. MBC540. Die Suchfunktion unterstützt dich dabei. Hans-Joachim